Information Patienten

Sehr geehrte Patientinnen, sehr geehrte Patienten,

Wir bitten Sie zu Ihrer Vorstellung folgende Unterlagen mitzubringen:

  1. Überweisungsschein für die rheumatologische Abteilung der Kerckhoff-Klinik von einem fachärztlich tätigen Facharzt für Innere Medizin oder einem Facharzt für Orthopädie.
  2. Krankenkassenkarte
  3. Röntgenbilder und -befunde (falls vorhanden), bzw. CT / MRT auf CD
  4. Laborbefunde (falls vorhanden)
  5. Schriftliche Unterlagen (Arztbriefe, OP-Berichte, Untersuchungsbefunde).


!Bitte beachten Sie!

Die Überweisung muss durch einen Facharzt für Innere Medizin (fachärztlich tätig) oder durch einen Facharzt für Orthopädie, erfolgen.

Die Rheumatologische Ambulanz befindet sich im Erdgeschoß Gebäude D der Kerckhoff-Klinik, Benekestr. 2-8.

Die Rheumatologische Privatambulanz befindet sich im 3. Stock Gebäude D der Kerckhoff-Klinik, Benekestr. 2-8.

 

Informationen zum Thema Rheuma und dessen Behandlung

  1. Rheuma - Das sollten Sie wissen
  2. Rheuma - Krankengymnastik
  3. Rheuma - Ergotherapie

Information Ärzte

Terminvergabe für ambulante Termine
(gesetzlich versicherte Patienten) :

Tel.: +49 60 32. 9 96 20 80

Terminvergabe für stationäre Termine:

Tel.: +49 60 32. 9 96 21 13

Anmeldung Rheumatologische Patienten: Fragebogen

Kontakt

Kerckhoff-Klinik GmbH

Rheumazentrum

Abteilung für Rheumatologie und Klinische Immunologie
Benekestr. 2-8
61231 Bad Nauheim
Direktor: Prof. Dr. med. U. Müller-Ladner
u.mueller-ladner(at)kerckhoff-klinik.de


Sekretariat:
Frau J. Schubach
Tel.: + 49 60 32. 9 96 21 01
Fax: + 49 60 32. 9 96 21 04
E-Mail: rheumatologie(at)kerckhoff-klinik.de


Stellvertr. Direktor der Abteilung
Prof. Dr. med. U. Lange
u.lange(at)kerckhoff-klinik.de


Sekretariat:
Frau A. Schlichting-Ott
Tel.: + 49 60 32. 9 96 21 46
Fax: + 49 60 32. 9 96 21 85
E-Mail: rheumatologie(at)kerckhoff-klinik.de

RHEUMATOLOGIE & KLINISCHE IMMUNOLOGIE
Prof. Dr. U. Müller-Ladner

Sehr geehrte Patientin, sehr geehrter Patient, sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen,

die Aufgabe des Rheumazentrums der Kerckhoff-Klinik ist, Ihnen bei der Diagnose und Therapie entzündlich rheumatischer bzw. klinisch-immunologischer Erkrankungen mit Rat und Tat zur Seite zu stehen.
Diese Herausforderung nehmen wir sehr gerne an - sowohl im ambulanten als auch im stationären Bereich. Hierzu stehen uns die modernsten technischen als auch therapeutischen Verfahren einschließlich der kompletten Bandbreite der hierfür notwendigen Medikamente zur Verfügung. Ergänzt wird dies durch einen großen physikalisch-therapeutischen Bereich, welcher Ihnen ebenfalls ambulant wie stationär zur Verfügung steht.
Bedingt durch die Vielfalt der internistisch-rheumatologischen Erkrankungen und die oft langjährige Suche nach einer Diagnose steht trotz aller Fortschritte der hier Hilfe suchende Mensch mit seinen persönlichen Problemen im Vordergrund und das Team des Rheumazentrums wird trotz aller Zeitknappheit versuchen, sowohl im Akutbereich auf Station als auch bei der oft notwendigen langjährigen ambulanten Betreuung die Probleme in enger Zusammenarbeit mit Ihnen zu lösen.
Für das  Team des Rheumazentrums

Mit freundlichen Grüßen

Prof. Dr. Ulf Müller-Ladner, Direktor der Abt. Rheumatologie & Klinische Immunologie

Notfälle

Notfalleinweisungen

Sie erreichen den diensthabenden Arzt der Rheumatologie unter

Tel.: + 49 60 32. 9 96 0 (Zentrale der Klink)

Terminvergabe & Sprechstunden

Sprechstunden der Rheumatologischen Ambulanz

Montag - Freitag:  

08.00 Uhr - 12.00 Uhr

 

Terminvergabe für ambulante Termine
(gesetzlich versicherte Patienten) :

Tel.: +49 60 32. 9 96 20 80

Terminvergabe für stationäre Termine:

Tel.: +49 60 32. 9 96 21 13
Montag bis Freitag von 08.00 Uhr - 12.00 Uhr

 

Terminvergabe privat versicherte Patienten:

Wenn Sie privat versichert sind, erfolgt die Terminvergabe über das Sekretariat der Privatambulanz von Herrn Prof. Dr. U. Müller-Ladner:

Sekretariat:
Frau J. Schubach
Telefon: + 49 60 32. 9 96 21 01

Mitarbeiter

Prof. Dr. U. Müller-Ladner
Direktor der Abteilung
OA Prof. U. Lange, stellvertr. Direktor der Abteilung
OA Dr. W. Hermann,
OA Rheumatologische Ambulanzen
OA Dr. I. H. Tarner,
OA Rheumatologische Stationen

 

Fachärzte / Assistenzärzte (alphabetische Reihenfolge)

  • Dr. M. Diller, Assistenzarzt
  • Frau R. Hasseli, Assistenzärztin
  • Frau M. Huber, Assistenzärztin
  • Herr O. Hudowenz, Assistenzarzt
  • Frau Dr. R. König, Assistenzärztin
  • Herr C. F. Meneses, Internist / Rheumatologe
  • Herr M. Oehler, Assistenzarzt
  • Herr G. Stapfer, Internist / Rheumatologe
  • Frau M. Wirths, Assistenzärztin

 

Unsere Pflegekräfte
Station Zenker A und B - 49 Betten

Stationsleitung: Frau E. Zientz
Stellvertretende Stationsleitung: Frau E. Achtelik

 

Mitarbeiter der Physikalischen Therapie

Physiotherapie: Leitung: Herr T. Sattler,

Stellvertr. Leitung: Herr R. Zinn


Medizinische Masseurinnen, Physiotherapeuten, Krankengymnasten und Bademeister

 

Sonstiges Personal

  • Chefsekretariat
    Frau J. Schubach
    Frau A. Schlichting-Ott
    Mitarbeiter im Schreibbüro und Sekretariaten
  • Rheumatologische Ambulanz
    Frau S. Kiefer, Arzthelferin
    Frau E. Senlik, Arzthelferin, Frau S. Steinhauer, Arzthelferin

Stationen

Die rheumatologischen Stationen der Kerckhoff-Klinik (Station Zenker A und B) finden Sie im 3. OG des Rehabilitationszentrum des Kerckhoff-Klinik (Gebäude R). Das Gebäude ist über einen Gang direkt mit dem Haupthaus (Gebäude B) verbunden. Lageplan

Die Stationen verfügen über insgesamt 49 Betten (Doppel- bzw. Einzelzimmer).

Station Zenker A und B (incl. Wahlleistungsstation)

Oberarzt: Dr. I. H. Tarner

Stationsleitung Pflege: Frau E. Zientz

Stellvertr. Leitung: Frau E. Achtelik

Tel: + 49 60 32. 9 96 27 95 oder 27 96

Rheumatologische Ambulanz

Bereichsleitung

OA Dr. W. Hermann

Ärztliche Mitarbeiter

Herr C. Meneses, Herr G. Stapfer

Mitarbeiter in der Rheumatologischen Ambulanz

Fr. S. Kiefer, Fr. S. Steinhauer, Fr. E. Senlik

 

Leistungen der rheumatologischen Ambulanz

  • Chronisch entzündliche Gelenkerkrankungen (z. B. rheumatoide Arthritis,Psoriasis-Arthritis, Gicht)
  • Entzündliche Wirbelsäulenerkrankungen (Spondylarthropathien, u.a. M. Bechterew, Psoriasisarthritis mit Wirbelsäulenbeteiligung, reaktive Arthritis, enteropathische Arthritis)
  • Klinische Immunologie (systemische Autoimmunerkrankungen, u.a. systemischer Lupus erythematosus, Vaskulitiden (u.a. M. Wegener, Polymyalgia rheumatica), Mischkollagenosen, M. Sjögren, systemische Sklerose)
  • Osteologie (Früherkennung der Osteoporose und anderen Osteopathien)
  • Gelenkultraschall, einschließlich 2D/3D Gefäßdarstellungen
  • Knochendichtemessung
  • Kapillarmikroskopie
  • Immunologisches Speziallabor in Kooperation mit dem Zentrallabor
  • Konventionelles Röntgen in Kooperation mit der Radiologie
  • Magnetresonanztomographie / Computeromographie in Kooperation mit der Radiologie
  • Organfunktionsdiagnostik (Herz, Lunge, Abdomen) im Rahmen der rheumatologischen Krankheitsbilder
  • Infusionstherapien einschließlich biologischer Wirkstoffe
  • Gelenkpunktionen mit / ohne Medikamenteninstillationen

Leistungsspektrum

Diagnostische und therapeutische Maßnahmen

  • Ultraschall, Duplexsonographie
  • Gelenkpunktionen, Weichteilpunktionen, Knochendichtemessung, Knochenpunktionen, Endoskopien
  • Kapillarmikroskopie

 

In Kooperation mit anderen Abteilungen:

  • spezielle rheumatologische und immunologische Laboruntersuchungen
  • hochauflösende Magnetresonanztomographie, Computertomographie (CT), DECT CT, PET-CT, konventionelle Röntgendiagnostik
  • Dopplersonographie
  • EKG, Belastungs-EKG, Echokardiographie
  • Lungenfunktionsprüfung
  • Pharmakotherapie (Behandlung mit Medikamenten, die die Auswirkungen der Erkrankung mindern oder die Rückbildung einleiten können) einschließlich biologischer Therapieverfahren.

 

Versorgungsschwerpunkt Schmerztherapie

  • Physikalische Medizin (Diagnostik, differentialindikative physikalische Therapiemaßnahmen
  • Ergotherapie (Gelenkschutz, motorisch-funktionale Therapie, Schienenbehandlung, psychosoziale Therapie, kognitive Verhaltenstherapie)

Schmerzen beeinflussen das physische, psychische und soziale Befinden und somit die Lebensqualität der Betroffenen und Ihrer Angehörigen. Die Kerckhoff-Klinik führt eine interdisziplinäre Schmerztherapie durch. In unserer Abteilung orientiert sich die Schmerztherapie an dem WHO (World Health Organization)-Schema mit Abstufungen von den Krankheitsbildern sowie der Entzündungsaktivität und dem chronischen Verlauf der Schmerzen.

Diagnostik

Unter dem Begriff Rheuma bzw. Rheumatismus verbergen sich über 400 verschiedene Krankheitsbilder, deren gemeinsamer Nenner darin besteht, dass es sich um Krankheiten mit fließenden oder ziehenden Schmerzen am Bewegungssystem (Sehnen, Muskeln, Muskelhüllen, Bändern, Gelenken, Knochen, Gefäßen, Haut etc.) handelt. Begleitend treten Bewegungseinschränkungen und häufig auch ein Mitbefall aller inneren Organe auf. Hinter dem häufigsten Symptom rheumatologischer Erkrankungen, dem Gelenkschmerz, können sich Hunderte von Diagnosemöglichkeiten verbergen. Eine richtige Diagnose ist jedoch eine wesentliche Voraussetzung für eine wirksame Therapie. Eine präzise Diagnosestellung bedarf erfahrener internistischer Rheumatologen und modernster diagnostischer Methoden, die Ihnen an der Kerckhoff-Klinik zur Verfügung stehen.

 

1. Anamnese

Die Grundlage der rheumatologischen Diagnostik sind das genaue Erfragen der medizinischen Vorgeschichte (Anamnese), eine ausführliche und gründliche körperliche Untersuchung sowie ambulant durchführbare technische Untersuchungen (Ultraschall, Röntgen, EKG). Bei bis zu 2/3 der Patienten kann allein darüber schon die rheumatologische Diagnose gestellt werden. Mit Hilfe der rheumatologischen Anamnese versucht Ihr Arzt Ihre Beschwerden einzuordnen und mögliche Begleiterkrankungen zu erkennen. Zur rheumatologischen Untersuchung gehört vorrangig die Suche nach Hinweisen für eine Entzündung sowie die Funktionsprüfung der Gelenke und des Halteapperates.

Eine solide internistische Befunderhebung muss selbstverständlich immer durchgeführt werden. Bei Patienten, die sich zum ersten Mal in unserer Ambulanz vorstellen, ist die ärztliche Hauptaufgabe die Erhebung der Anamnese und körperliche Untersuchung, um das Krankheitsbild genauer einzuordnen und gezielt weitergehende Untersuchungen, wie zum Beispiel Ultraschall oder Röntgendiagnostik zu veranlassen. Bei Patienten mit bereits bekannten Krankheitsbildern ist es bei jeder Vorstellung unerlässlich, festzustellen, wie aktiv die Erkrankung zur Zeit ist. Davon abhängig kann dann die weitere medikamentöse Einstellung erfolgen.

Sollten Sie über Vorbefunde (Röntgenaufnahmen, CD'S, Laborwerte etc.) verfügen, sollten Sie diese so komplett als möglich zu Ihrem Termin in unserer Ambulanz mitbringen. Unnötige Untersuchungen können so vermieden werden.

 

2. Gelenkpunktion

Die Gelenkpunktion kann aus zweierlei Gründen durchgeführt werden: Einmal als Therapiemaßnahme (zur Entlastung/Entleerung eines Gelenks von Ergüssen und zur Einbringung von Medikamenten), ferner zur Diagnostik, d.h. zum Nachweis und zur Klärung, der Ursache eines Gelenkergusses.

An der jeweiligen Punktionsstelle sollten keine lokalen Hauterkrankungen vorliegen, da sonst die Gefahr besteht, dass Erreger durch den Punktionsvorgang in das Gelenk hinein gelangen können. Die Gelenkpunktion erfolgt unter genauer Beachtung der Asepsis (Keimfreiheit zur Vermeidung einer Infektion). Bei der Punktion werden daher keimfreie (sterilisierte) Instrumente verwandt, zudem ist eine gründliche Haut- und Händedesinfektion notwendig. Vor der Punktion werden ggf. Haare, die sich an der Punktionsstelle befinden, entfernt, die Haut wird gründlich desinfiziert. Der Arzt zieht sich nach der Händedesinfektion sterile Gummihandschuhe über und deckt die Umgebung der Punktionsstelle mit sterilen Tüchern ab. An der vorgesehenen Einstichstelle des Gelenkes wird zunächst eine örtliche Betäubung (entweder Einbringung eines Lokalanästhetikums mit der Nadel oder eine Kälteapplikation) durchgeführt. Wenn die Betäubung eingetreten ist, wird die entsprechende Punktion mit Nadel und Spritze in das Gelenk durchgeführt. Dabei kann anschließend das gewonnene Gelenkpunktat zur weiteren Diagnostik auf Erreger/Keime/Zellen/Kristalle untersucht werden.

 

3. Knochendichtemessung (Osteodensitometrie)

Durch die Untersuchung mit einem Knochendichtemessgerät ist es möglich, zum Beispiel die Osteoporose bereits in einem frühen Stadium zu erkennen – noch lange bevor die ersten schmerzhaften Brüche auftreten. Jüngste wissenschaftliche Untersuchungen belegen, dass bei rechtzeitiger Diagnosestellung und einer angemessenen Therapie mehr als 50% der durch Knochenschwund bedingten Brüche zu vermeiden wären. In einer osteologischen Sprechstunde können Patientinnen und Patienten ihr Risikoprofil bestimmen, um sich im Falle einer Erkrankung behandeln zu lassen.
In der osteologischen Sprechstunde wird mit den radiologischen Verfahren der Knochendichtemessung (DXA und Knochen-CT) festgestellt, ob und in welchem Umfang die Knochensubstanz vermindert ist. Jeder Mensch, dessen Knochendichte ca. 25% unter den Durchschnittswerten gesunder, jüngerer Erwachsener liegt, gilt als ein potentieller Osteoporose-Patient. Der Vorteil der DXA-Methode gegenüber der Computertomographie liegt in einer niedrigeren Strahlenbelastung.
In nur 30 Sekunden durchdringt ein schwacher Strahl das gesamte Skelett und bestimmt die Knochendichte, von der man dann auf den Kalksalzgehalt des Knochens schließen kann. Der Arzt gewinnt somit eine Übersicht über den gesamten Körper. Bei fortgeschrittenen Verschleißerscheinungen an der Wirbelsäule sollte jedoch eine CT-Messung der Knochendichte erfolgen. Die Messung der Knochendichte reicht jedoch nicht aus, um eine zuverlässige Diagnose zu stellen. Eine Erhebung der Risikofaktoren wie Wechseljahre, regelmäßige Einnahme von Cortison usw. sowie eine ganze Reihe von Laboruntersuchungen sind zusätzlich von Nöten. Auf der Grundlage der gesammelten Daten ist der behandelnde Mediziner in der Lage, die Art der Osteoporose festzustellen und eine wirksame Therapie einzuleiten. Mit Hilfe der Knochendichtemessung kann man auch den Verlauf der Erkrankung zuverlässig dokumentieren.

 

4. Labor

Laboruntersuchungen in der Rheumatologie beinhalten zum einen normales Routinelabor mit Blutbild, Magnesium, Calcium, Kalium, Nieren- und Leberwerten sowie als Hinweiszeichen für eine Entzündung die Blutsenkung und das C-reaktive Protein. Zudem wird eine Urinuntersuchung durchgeführt und je nach Fragestellung erfolgen weitere spezielle laborchemische Untersuchungen (u.a. Elektrophorese, Immun-Elektrophorese).

Bei der Blutbilduntersuchung wird insbesondere auf den Hämatokrit (Anteil der roten Blutkörperchen am Blutvolumen), die weißen Blutkörperchen (Leukozyten), die roten Blutkörperchen (Erythrozyten) und die Blutplättchen (Thrombozyten) geachtet. Die weißen Blutkörperchen vermehren sich häufig bei Entzündungen, der Hämatokrit zeigt die durch die chronische Entzündung oft verminderte Zahl der roten Zellen (Anämie) an. Die Ergebnisse weisen dann entweder in die Richtung einer Entzündung oder bei fehlenden Entzündungszeichen in die Richtung von degenerativen (verschleißbedingten) Erkrankungen.

Im immunologischen Labor werden Spezialuntersuchungen durchgeführt, dazu gehören der Nachweis der sog. Rheumafaktoren und der CCP-Antikörper. Bei den Rheumafaktoren handelt es sich um Antikörper gegen körpereigenes Eiweiß. Bei der rheumatoiden Arthritis lässt sich der Rheumafaktor nur in 70-80 % der Fälle nachweisen. Insbesondere bei Frühfällen lassen sich noch keine Rheumafaktoren im Blut erkennen, andererseits haben auch 6-8 % der gesunden Menschen Rheumafaktoren, ohne jemals an Rheuma zu erkranken. Auch mit zunehmendem Alter wird der Rheumafaktor immer häufiger positiv. Der Rheumafaktornachweis ist demnach nicht gleich rheumatische Krankheit, insbesondere nicht gleich rheumatoide Arthritis. Auch genetische Untersuchungen werden bei der Diagnosefindung durchgeführt. Insbesondere findet sich bei versteifenden Wirbelsäulenerkrankungen häufig HLA B 27, bei Arthrosen pathologische HFE-Gene.

Für die Kollagenosen und immunologischen Systemerkrankungen (z. B. Lupus, Vaskulitiden) werden Spezialuntersuchungen zum Nachweis bestimmter Antikörper durchgeführt (z. B. ANA, ANCA, ENA, Antiphospholipid-Antikörper), die konkrete Hinweise auf die Grunderkrankung und ihre Aktivität geben können.

Die für die Diagnose einer Gicht entscheidende erhöhte Harnsäure wird ebenfalls im Blut kontrolliert.

Mit weiteren Spezialuntersuchungen kann ferner auf Antikörper gegen bestimmte Krankheitserreger untersucht werden (z.B. gegen Borrelien, die bei einem Zeckenbiss übertragen werden oder Erreger, die eine Durchfallerkrankung hervorrufen können, z.B. Yersinien).

Eine Möglichkeit der weiteren Labordiagnostik beinhaltet die Untersuchung von Gelenkpunktat. Dabei wird Gelenkflüssigkeit durch eine Punktion gewonnen, diese wird anschließend mikroskopisch untersucht auf weitere Krankheitserreger oder Kristalle.

An unserer Klinik ist zudem die Möglichkeit gegeben, eine Gerinnungsstörung laborchemisch zu erkennen und zu behandeln.

 

5. Röntgen

Die Röntgendiagnostik ist in der Rheumatologie nach wie vor unersetzlich. Zu den Hauptaufgaben der Röntgendiagnostik zählt einmal die Sicherung der klinischen Diagnose, die Bestimmung des Krankheitsstadiums, die Abschätzung einer Zunahme von Veränderungen (entzündlicher wie auch verschleissbedingter Ursachen), die Abwägung, ob eine Operationsmaßnahme notwendig ist und auch die Therapiekontrolle. Insbesondere kann mit Hilfe der Röntgendiagnostik zwischen entzündlichen und verschleissbedingten (degenerativen) Veränderungen unterschieden werden. Zudem sind auch Kalkablagerungen mittels Röntgendiagnostik nachweisbar.

 

6. Computertomographie (CT)

Bei der Computertomographie (CT) werden hochauflösenden Schichtbilder eines oder mehrere
Körperteile angefertigt, die Informationen zu Knochen und Organfehlfunktionen bereitstellen. Eine besondere Technik ist das ebenfalls an der KK vorhandene Dual-Energy CT (DECT) zur Sichtbarmachung von Gichtkristallen.

 

7. Magnetresonanztomographie (MRT)

Die Kernspintomographie (KST) oder Magnetresonanztomographie (MRT) hat sich als bildgebende Methode  als klinisches Routineverfahren durchgesetzt, da sie hohe Auflösung mit gutem Gewebekontrast bei fehlenden Nebenwirkungen vereint. Bei rheumatischer Erkrankungen kann die Aktivität von Gelenkentzündungen abgeklärt werden, indem Knochenerosionen, Gelenkergüsse und Kontrastanreicherungen der Synovialmembran, Sehnenansätze und Gelenkweichteile beschrieben werden, die auf einem herkömmlichen Röntgenbild noch nicht sichtbar sind. Besonders wichtig ist der Nachweis einer Arthritis der Kreuz-Darmbeingelenke (Iliosakralgelenke), die wegweisend für die Diagnose von Spondylarthropathien (M. Bechterew, Psoriasisarthritis, M. Reiter) ist. In der Kerckhoff-Klinik steht hierfür ein modernes hochauflösendes 3T-MRT zur Verfügung.

 

8. Ultraschall (Sonographie) 

Ultraschall findet schon seit vielen Jahren seine Anwendung als diagnostisches Hilfsmittel in vielen Bereichen der Medizin. In der Rheumatologie werden Ultraschalluntersuchungen in folgenden Bereichen eingesetzt:

  1. Gelenke und Sehnen: Außer der Wirbelsäule lassen sich nahezu alle Gelenke mit Ultraschall untersuchen. Der große Vorteil der Untersuchung liegt in der Entdeckung von entzündlichen Veränderungen längst bevor im Röntgenbild etwas zu sehen ist. So lassen sich Ergüsse (Flüssigkeitsansammlungen) in Gelenken und Sehnen und mit den modernen Ultraschallgeräten auch die entzündete Gelenk- und Sehnenscheideninnenhaut gut darstellen. Darüber hinaus ist eine begrenzte Aussage über die Beschaffenheit der Gelenkfläche und ihrer Ränder im Hinblick auf hier vorliegende entzündlich oder degenerativ bedingte Schäden möglich. Im Unterschied zu allen anderen bildgebenden Verfahren ist im Rahmen einer Ultraschalluntersuchung eine Untersuchung und Darstellung der Funktionalität eines Gelenkes mit Beweglichkeit der Sehnen, Bänder und gelenkbildenden Flächen direkt möglich und kann den Patienten in / bei der Untersuchung "live" gezeigt werden
  2. Darstellung er Blutgefäße: Mit der Dopplersonographie kann die Blutflußgeschwindigkeit in Arterien und Venen dargestellt werden. Verengungen oder Verschlüsse können so rechtzeitig erkannt werden. Neuerdings ist auch eine Darstellung der kleinsten Blutgefäße an der entzünden Gelenkinnenhaut bei manchen rheumatischen Erkrankungen darstellbar, was sowohl zur Eingrenzung der Diagnose und Therapieverlaufsbeobachtung genutzt werden kann.
  3. Abdomen (Bauch): Darstellung der inneren Organe vornehmlich des Oberbauches: Leber, Gallenblase, Bauchspeicheldrüse, Milz, Nieren und orientierende Untersuchung des Darmes, der großen Blutgefäße und des Rippenfells.
  4. Schilddrüse: Feststellung der Größe und Ausschluss von Knoten, Zysten oder anderen Veränderungen.

Therapien

Nach einer gesicherten Diagnose setzt rasch die Therapie ein, damit der Patient so schnell wie möglich wieder mobil wird. Wir informieren den Betroffenen detailliert über die zahlreichen Therapiemöglichkeiten und treffen mit ihm eine Behandlungsentscheidung. Diese muss für jeden einzelnen Patienten „maßgeschneidert“ sein, da die Erkrankungen ebenso verschieden wie die Menschen sind. Auf diese Weise ist ein optimales Verhältnis von Wirkung und Nebenwirkung zu erreichen.

 

Krankengymnastik
Krankengymnastische Therapie dient der Behandlung von Fehlentwicklungen, Erkrankungen und Verletzungsfolgen sowie Funktionsstörungen des Halte- und Bewegungsapparates sowie des Nervensystems. Hierzu werden mobilisierende und stabilisierende Übungsbehandlungen und Techniken zur Verbesserung der passiven Beweglichkeit, der Muskeltonusregulierung sowie der Kräftigung und Aktivierung geschwächter Muskulatur eingesetzt. Es erfolgt eine Schulung der Patienten sowie eine Information und Motivation über gesundheitsgerechtes, insbesondere rückenschonendes Verhalten sowie ein auf die Störung der Körperfunktion abgestimmtes Übungsprogramm zur weiteren häuslichen Eigenbehandlung. Vorbereitende und ergänzende Therapiemaßnahmen der Physikalischen Medizin können in Kombination zusätzlich zur Erzielung des gewünschten Behandlungserfolges zur Anwendung kommen.
Die Krankengymnastik kann in Form einer Einzel- oder Gruppenbehandlung mit 2-3 oder 4-5 Patienten erfolgen, mit oder ohne Unterstützung von zusätzlichen Therapiegeräten bzw. unter Ausnutzung der Auftriebskraft im Bewegungsbad.

 

Massagetherapie

Die Massage als manuelle Behandlung im Sinne der klassischen (muskulären) als auch der reflektorischen wirkenden (Bindgewebsmassage) Techniken wird insbesondere in der Behandlung des Weichteilrheumatismus zur muskelentspannenden, durchblutungsverbessernden und schmerzlinderen Therapie eingesetzt.

  1. Klassische Massagetherapie: Manuelle, mechanische Anwendung der Massagegrundgriffe: Streichungen, Knetungen, Friktionen, Klopfungen (Erschütterungen) sowie Vibrationen und deren Kombinationen in verschiedenen Variationen zur vornehmlichen Behandlung muskulärer Verspannungen, Lösungen von Gewebsverklebungen und Beschleunigung des Flüssigkeitstransportes aus dem Gewebe.
  2. Bindegewebsmassage: Massagetechnik zur Diagnostik und Behandlung von krankhaft veränderten Bindegewebszonen mit z.T. kurz anhakenden Fingerkuppenstrichen mit dem Ziel einer neurovegetativen Gesamtbeeinflussung.
  3. Colonmassage: Reflextherapeutische Behandlungsmethode unter großflächig streichenden Massagetechniken des Unterleibes mit manuell, analwärts gerichteten Druckbewegungen auf den Dickdarm (Colon).
  4. Manuelle Lymphdrainage: Sonderform der Massagetechnik zur entstauenden Behandlung bei chronischen Ödemen (meist schmerzlose Ansammlung von Flüssigkeit in Gewebe einzelner Körperbereiche) sowie postoperativen Schwellungszuständen.
  5. Unterwasserdruckstrahlmassage: Kombiniertes Verfahren mit spezieller großflächiger Massagetherapie mittels eines manuell geführten Wasserdruckstrahles zur Tiefenlockerung verspannter Muskulatur, Anregung der Durchblutung bei Verschleißerkrankungen des Stütz- und Halteapparates sowie Muskelverspannungen verschiedenster Art in Verbindung mit einem Wannenbad (Wassertemperatur 36-38°C).

 

Elektrotherapie

Die Verfahren der Elektrotherapie sind vielfältig und unterscheiden sich hinsichtlich ihrer physikalischen und biologischen Wirkung deutlich voneinander. Sie dienen allgemein zur Schmerzstillung, zur Muskelkräftigung, zur Durchblutungsförderung, Training des Nerv-Muskel-Systems bei Erkrankungen der Gelenke, der Wirbelsäule, der Muskulatur, bei Durchblutungsstörungen sowie Zuständen nach Unfällen und ferner bei schmerzhaften Nervenerkrankungen.

  1. Niederfrequenz- und Mittelfrequenztherapie
    Stabile Galvanisation / Diadynamik: Möglichkeit zur Schmerzstillung, insbesondere bei allen akuten und chronischen Schmerzzuständen des Bewegungsapparates.
  2. Wymoton: Mittelfrequenzverfahren mit Muskelkontraktion bei chronisch-degenerativen Erkrankungen des Bewegungsapparates (Arthrosen sowie chronischen Entzündungsprozessen); bei Anwendung im Wasserbad (Stangerbad/ Zwei- oder Vier-Zellen-Bäder) erfolgt eine zusätzliche Nutzung thermischer und muskelentspannender Effekte.                                                            

Die beiden genannten Stromformen sind ein hervorragendes Behandlungsverfahren zur Schmerzlinderung ohne Belastung für Herz und Kreislauf, insbesondere bei älteren Menschen. Jede Elektrotherapie ist gut mit Massagebehandlung bzw. Krankengymnastik kombinierbar.

 

  1. Hochfrequenztherapie: Anwendung von elektromagnetischen Wellen (Dezimeter- und Mikrowelle) oder elektrischen bzw. magnetischen Feldern (Kurzwelle) zur Erzeugung einer Tiefenerwärmung im Gewebe zur Behandlung von Verschleißerkrankungen an der Wirbelsäule, den Gelenken, sowie der Muskulatur. Weiterhin Verfahren zur Behandlung Erkrankungen innerer Organe, bei denen eine Wärmebehandlung angeraten erscheint.
  2. Ultraschallbehandlung: Therapieverfahren unter Anwendung von Ultraschallwellen (longitudinale Druckwellen) mit Frequenzen über dem Hörbereich des menschlichen Ohres. Durch Umwandlung hochfrequenter elektrischer in mechanische Schwingungen kommt es ebenfalls zur Entstehung von Wärme im Gewebe. Die entstehende Wärme führt zu einer Schmerzlinderung, Verbesserung der Durchblutung und Muskelentspannung sowie zu einer Stoffwechselverbesserung und wird daher insbesondere bei chronischen Muskel- und Gelenkerkrankungen, Muskelhartspann und posttraumatischen Schmerzzuständen des Bewegungsapparates angewandt.

 

Wärme/Kältetherapie

  1. Wärmetherapie: Behandlungsmaßnahmen in Form von Wärmepackungen (Peloide: Fango/Naturmoor) bzw. Rotlicht zur Durchblutungsverbesserung, Schmerzlinderung sowie Stoffwechselsteigerung und Muskelentspannung. Die Peloidpackungen (natürliche Heilmittel; pelos= Schlamm) können als einzelne Therapiemaßnahmen durchgeführt werden oder in Kombination mit Massage o.ä..
  2. Kältetherapie: Behandlung mit lokaler Applikation intensiver Kälte im Sinne von Eiskompressen, tiefgekühlten Eis-/Gelbeuteln, Abreibungen (Eismassage), Kaltgas oder Kaltluft zur Entzündungshemmung und Schmerzlinderung, insbesondere entzündlich betroffener Gelenke.
     Im Mittelpunkt der Kältetherapieverfahren steht die Kaltluftbehandlung (-30 bis -40°C), mit der betroffene Körperbereiche direkt behandelt werden können.
  3. Kältekammer: steht zusätzlich zur Verfügung

 

Kohlensäure-Bäder

Medizinisches Wannenbad bei dem Kohlensäure als gelöstes Gas auf den Organismus einwirkt. Zur Anwendung kommen natürliche Quellen (Voll- oder Teilbäder). Die therapeutischen Wirkungen führen zur verbesserten Hautdurchblutung, Senkung eines erhöhten Blutdruckes und Dämpfung des Stoffwechsels.

 

Pharmakotherapie

Die größten Fortschritte in der Behandlung rheumatologischer Krankheitsbilder wurden in den letzten Jahren durch den Einsatz neu entwickelter Medikamente gemacht. Wirksame Medikamente haben vielen rheumatischen Erkrankungen heute ihre früheren Schrecken genommen. Nebenwirkungsrisiken, die leider bei keiner wirksamen Therapie ganz unvermeidbar sind, werden durch ärztliche Erfahrung und entsprechenden Kontrollen minimiert. Die Wirkung der Behandlung auf Zweit- und Dritterkrankungen (Multimorbidität) wird dabei intensiv kontrolliert.

Wichtiger Hinweis:
Jeder Patient erhält eine auf ihn zugeschnittene Therapie. Selbst wenn einer Ihrer Bekannten dieselbe Erkrankung hat, wird er in der Regel nicht dieselbe Therapie erhalten.

Bei der medikamentösen Therapie werden prinzipiell folgende Behandlungsansätze verfolgt: Behandlung mit Medikamenten, die in erster Linie die Auswirkungen (Symptome) der Krankheit lindern; Behandlung mit cortisonfreien Entzündungshemmern.

Wann kommen die cortisonfreien Entzündungshemmer zum Einsatz?
Bei der Behandlung mit cortisonfreien Entzündungshemmern (nichtsteroidale Antiphlogistika/Antirheumatika, kurz: NSAR) handelt es sich um eine Therapie, die Symptome abschwächt (zum Beispiel Gelenkbeschwerden) sowie schmerzlindernd und leichtgradig entzündungshemmend wirkt. Die Behandlung mit diesen Medikamenten wird meist in der Frühphase der Erkrankung begonnen, muss bei einigen Patienten auch dann fortgesetzt werden, wenn eine medikamentöse Langzeitbehandlung (Basistherapie) notwendig wird.

Das Fortschreiten der Krankheit sowie eine Verminderung von Gelenkschädigungen ist jedoch mit diesen Medikamenten nicht möglich. Hier bieten sich Langzeittherapeutika, sogenannte Immunsupressiva oder auch Glukokortikoide in niedriger Dosis an.

Welche cortisonfreien Entzündungshemmer gibt es?
Die Liste der verfügbaren cortisonfreien Entzündungshemmer (nichtsteroidalen Antiphlogistika / Antirheumatika) ist groß und die individuelle Verträglichkeit und Wirksamkeit sehr unterschiedlich. Ihr behandelnder Rheumatologe wird mit Ihnen gemeinsam das für Sie verträglichste Medikament finden.

 
 
 
 
 

Zentrale Kerckhoff-Klinik
+49 60 32. 99 60

Ärztlicher Bereitschaftsdienst (bundesweit)
116117

Euronotruf
112

Polizei
110

 

Schriftgröße A   A   A