Liebe Patientinnen und Patienten, liebe Kolleginnen und Kollegen,

 

Im Mittelpunkt unserer Tätigkeiten im Herzkatheterlabor steht die Diagnostik und Therapie der koronaren Herzerkrankung, also die Untersuchung der Herzkranzgefäße auf Engstellen (Koronarangiographie) und die Behandlung derselbigen mittels Ballonaufdehnung und nachfolgender Implantation einer Gefäßstütze (Stentimplantation). Hierfür stehen uns 4 Kathetermessplätze (3 Herzkatheterlabore, 1 Hybrid-OP) zur Verfügung.

Für die Diagnostik einer Herzkranzgefäßerkrankung nutzen wir ein breites Spektrum an sowohl funktionellen Messmethoden als auch Bildgebungstechniken, um die Bedeutung einer oder mehrerer Einengungen an den Herzkranzgefäßen genau zu evaluieren. Für die Therapie steht uns die gesamte Bandbreite an modernsten Behandlungsmethoden zur Verfügung, womit selbst komplexe Befunde adäquat behandelt werden können.

Die Kompetenz und Erfahrung unseres Teams im Herzkatheterlabor steht dabei für ein hohes Maß an Sicherheit und Behandlung auf höchstem technischen Niveau. Um die Behandlung von Notfällen wie akuten Herzinfarkten rund um die Uhr zu garantieren, steht Ihnen unser Herzkatheterlabor 24h an 7 Tagen die Woche zur Verfügung. 
Ein weiterer Fokus neben der Behandlung von Herzkranzgefäßerkrankungen besteht in der Diagnostik und Therapie angeborener und erworbener Herzfehler (z.B. Verschlüsse von Vorhofscheidewanddefekten) sowie Herzmuskelerkrankungen (z.B. Probenentnahmen aus dem Herzmuskel, transkoronare Ablation einer Septumhypertrophie, sog. TASH). In den unten stehenden Links finden Sie weitere Informationen zu den einzelnen diagnostischen und therapeutischen Eingriffen in unserem Herzkatheterlabor. 

Mit freundlichen Grüßen

Dr. med. Maren Weferling, leitende Oberärztin

24-Std. Notfallversorgung

 

Interventionelle Behandlung des akuten Herzinfarkts 

(24-Stunden Notfallversorgung)

Der Herzinfarkt, Herzanfall oder Myokardinfarkt ist eine akute und lebensbedrohliche Erkrankung des Herzens.Es handelt sich um das Absterben oder den Gewebsuntergang (Infarkt) von Teilen des Herzmuskels (Myokard) auf Grund einer Durchblutungsstörung (Ischämie), die in der Regel länger als 20 Minuten besteht.

Leitsymptom
Leitsymptom des Herzinfarktes ist ein plötzlich auftretender, mehr als 20 Minuten anhaltender und meist starker Schmerz im Brustbereich, der in die Schultern, Arme, Unterkiefer und Oberbauch ausstrahlen kann. Er wird oft von Schweißausbrüchen, Übelkeit und evtl. Erbrechen begleitet.
Allerdings treten bei etwa 25 % aller Herzinfarkte nur geringe oder keine Beschwerden auf. Im Gegensatz zum Angina-Pectoris-Anfall kommt es beim Herzinfarkt immer zum kompletten Gewebsuntergang eines Teils des Herzmuskels, in den meisten Fällen durch den Verschluss eines Herzkranzgefäßes.
In der Akutphase eines Herzinfarktes treten häufig gefährliche Herzrhythmusstörungen auf. Auch kleinere Infarkte führen nicht selten über Kammerflimmern zum Sekundenherztod, etwa 30 % aller Todesfälle beim Herzinfarkt ereignen sich vor jeder Laienhilfe oder medizinischen Therapie.

Alarmierung

Eine umgehende Alarmierung des Rettungsdienstes und eine rasche und fachgerechte Therapie ist eine Grundvoraussetzung um Komplikationen zu vermeiden. Als Therapie der ersten Wahl hat sich in den letzten Jahren die frühe Kathetertherapie herausgestellt.

Zur optimalen Behandlung des Herzinfarktes hat die Kerckhoff-Klinik mit den umliegenden Krankenhäusern ein Netzwerk aufgebaut. Dieses stellt sicher, dass alle Patienten mit akutem Herzinfarkt ohne Zeitverzögerung in unser Herzkatheterlabor gebracht werden können. Hier werden die Notfallpatienten nach den derzeit besten Standards behandelt. Rund um die Uhr steht ein spezialisiertes Expertenteam zur Verfügung, um dringende Eingriffe sofort vorzunehmen. Eine schnelle Behandlung des Herzinfarktpatienten hilft, den durch den Gefäßverschluss verursachten Schaden am Herzmuskel zu begrenzen. So kann die Überlebenschance erhöht und die Lebenserwartung und -qualität nach dem Infarkt verbessert werden.

 

Notfälle

 

Sie erreichen den diensthabenden Arzt Kardiologie über die Zentrale der Klinik Tel.: + 49 60 32. 9 96 0

 

Rettungsfahrzeuge (RTW / NAW):

Anfahrt über die Krankenwagenzufahrt der Klinik (Ludwigstraße 35).

Bitte nutzen Sie die Aufzüge, das Herzkatheterlabor (HKL) befindet sich im 1. OG

Verlassen Sie den Aufzug nach links, nächster Flur rechts, Sie stehen direkt vor dem Eingang zum HKL!

Diag. Linksherzkatheteruntersuchung (transfemoraler oder transradialer Zugang)

 

Ein Schwerpunkt der Abteilung für Kardiologie ist die Diagnostik und Behandlung der koronaren Herzerkrankung.

 

Linksherzkatheteruntersuchung

momentan die einzig verlässliche Methode um Verengungen von Herzkranzgefäßen sicher darstellen zu können. Des Weiteren bietet sich die Möglichkeit bei nachgewiesenen Verengungen der Koronarien diese in gleicher Sitzung zu behandeln.
Zu den Behandlungen gehören die Aufdehnung mittels eines Ballonkatheters (Ballonangioplastie, PTCA) und/ oder Implantation einer Gefäßstütze (Stent), um die Engstelle zu beseitigen und einen normalen Blutfluss in den Koronarien wiederherzustellen.
In manchen Fällen muss alternativ eine Bypassoperation durch die Kollegen der Klinik für Herzchirurgie durchgeführt werden. Die Entscheidung über das entsprechende Procedere wird in einer täglich stattfindenden Besprechung zwischen Kardiologen und Herzchirurgen (das sogenannte „Herz-Team“) im Sinne des Patienten getroffen. Die diagnostische Linksherzkatheteruntersuchung kann bei unkomplizierten Untersuchungen ambulant durchgeführt werden, d.h. die Patienten können noch am gleichen Tag wieder nach Hause gehen.

Zugangsweg

Bei der Herzkatheteruntersuchung über das Handgelenk (transradial) entfallen die langen Liegezeiten, zusätzlich treten Blutungskomplikationen seltener auf. Die Entscheidung über den Zugangsweg (transradial oder transfemoral) für die Linksherzkatheteruntersuchung wird vom Untersucher getroffen.
Bei einer Linksherzkatheteruntersuchung werden die Herzkranzgefäße mittels Röntgen-Kontrastmittel auf einem Röntgen- Bildschirm sichtbar gemacht. Die Herzkranzgefäße versorgen den Herzmuskel mit Blut und sichern so die Leistungsfähigkeit des Herzens. Die Gefäße gehen direkt oberhalb der linken Herzkammer aus der Aorta (Hauptschlagader) ab.

Es werden folgende Herzkranzarterien unterschieden:

  • Die linke Herzkranzarterie (LCA) teilt sich in zwei Äste auf, die die Vorderwand (RIVA) und die Seitenwand (RCX) versorgen
  • Die rechte Herzkranzarterie (RCA) versorgt die Herzhinterwand.

Gefäßalterungsprozesse

Gefäßalterungsprozesse (Atheriosklerose), die durch verschiedene Risikofaktoren wie cholesterinreiche Ernährung, Zigarettenrauchen und / oder Bluthochdruck begünstigt werden können, führen zur Bildung von Ablagerungen (Plaques) in der Herzkranzgefäßwand. Erreichen diese eine bestimmte Größe, entstehen Verengungen (Stenosen), die die Durchblutung des Herzmuskels vermindern. Dies wird als koronare Herzkrankheit (KHK) bezeichnet.

Typische Beschwerden sind

  • Druckgefühl hinter dem Brustbein (Angina Pectoris), das bis in den linken Arm ausstrahlen kann
  • Luftnot bei körperlicher Belastung

Die Linksherzkatheteruntersuchung (Koronarangiographie bedeutet „Herzkranzgefäß-Darstellung“) ermöglicht den direkten Nachweis vorliegender Herzkranzgefäßverengungen.

Durchführung der Linksherzkatheteruntersuchung

 

Punktion

Nach einer örtlichen Betäubung im Bereich der Punktionsstelle (Leiste oder Handgelenk) wird die Arterie punktiert und eine Schleuse (dünner Kunststoffschlauch mit Ventil) in das Gefäß gelegt. Über diese Schleuse und einen Führungsdraht können die diversen Katheter über die Hauptschlagader bis zu den Herzkranzgefäßen vorgebracht werden.

Untersuchung

Nach Gabe von Kontrastmittel können die Koronarien unter der Durchleuchtungsanlage sichtbar gemacht werden und Engstellen (sog. Stenosen) entdeckt werden. Dazu werden Aufnahmen in verschiedenen Einstellungen der Röntgenanlage gemacht, um die Herzkranzarterie von allen Seiten aus sehen zu können. In manchen Fällen wird noch eine Darstellung der Pumpleistung der linken Herzkammer durchgeführt. Nach der Herzkatheteruntersuchung wird die Schleuse aus der Arterie entfernt. Wenn die Untersuchung vom Handgelenk aus durchgeführt wurde, können Sie unmittelbar nach der Untersuchung wieder aufstehen.


Im Falle einer von der Leiste durchgeführten Herzkatheteruntersuchung wird die Punktionsstelle durch ein Gefäßverschluss-System versorgt, d.h. die Einstichstelle wird mit einem Kollagenpropf verschlossen oder von innen vernäht. In beiden Fällen wird die Liegezeit in der Regel auf 3-4 Stunden reduziert.

 

 

Perkutane Koronarintervention (PCI) von Koronarstenosen

 

Perkutane Koronarintervention (PCI) bedeutet die Behandlung von Engstellen (Stenosen) der Herzkranzgefäße über den Linksherzkatheter. 

In den meisten Fällen kann die Koronarintervention gleich im Anschluss an die diagnostische Linksherzkatheteruntersuchung durchgeführt werden. Zu den Behandlungen gehören die Aufdehnung mittels eines Ballonkatheters (Ballonangioplastie, PTCA) und/ oder Implantation einer Gefäßstütze (Stent), um die Engstelle zu beseitigen und einen normalen Blutfluss in den Koronarien wiederherzustellen.
In manchen Fällen muss alternativ eine Bypassoperation durch die Kollegen der Klinik für Herzchirurgie durchgeführt werden. Die Entscheidung über das entsprechende Procedere wird in einer täglich stattfindenden Besprechung zwischen Kardiologen und Herzchirurgen (das sogenannte „Herz-Team“) im Sinne des Patienten getroffen. Ist eine Aufdehnung der Koronarstenosen notwendig, wird ein spezieller Ballonkatheter über einen Führungskatheter bis in die Engstelle vorgeschoben. Der Ballon wird dann für einige Sekunden mit verdünntem Kontrastmittel aufgebläht. Damit sich das Gefäß nach der Ballondilatation nicht wieder verschließt, wird in den meisten Fällen eine Gefäßstütze aus Edelmetall (Stent) im Bereich der bereits aufgedehnten Engstelle eingebracht. Stents sind kleine aufdehnbare metallene Hülsen, die aus einem Drahtgeflecht bestehen.

Behandlung von chronisch verschlossenen Herzkranzgefäßen (chronic total occlusion, CTO)

 

Neben der PCI von Koronarstenosen werden in unserer Abteilung auch chronisch verschlossene Herzkranzgefäße wiedereröffnet (rekanalisiert). 

Jährlich werden ca. 100 chronische Koronarverschlüsse durch ein speziell geschultes Team rekanalisiert und mittels Stentimplantation versorgt. Hierfür stehen spezielle Materialien zur Verfügung und es werden innovative Verfahren, wie z.B. die retrograde Rekanalisation über Kollateralgefäße angeboten
Die Behandlungsform eines chronischen Koronarverschlusses wird im Vorfeld durch ein spezielles Team individuell diskutiert und geplant.

Rotablation (Gefäßfräse)

 

Rotablation

Das Verfahren der Rotablation eignet sich bei Verengungen (Stenosen) der Herzkranzgefäße, die mit einem normalen Ballonkatheter nicht behandelt werden können, insbesondere wenn diese Engstellen stark verkalkt sind.


Bei der Rotablation wird ein Spezialkatheter eingesetzt, dessen Spitze aus einem mit Diamantsplitter besetzten Bohrkopf besteht. Mit Hilfe dieses Bohrkopfes kann in verkalkten Stenosen und / oder Verschlüssen, die mit einem normalen Ballonkatheter nicht passierbar sind, ein Lumen geschaffen werden, das in der Regel eine Ballonpassage ermöglicht. Der Rotablationskatheter wird über einen speziellen Führungsdraht in das Zielgefäß vorgeschoben. Der Bohrkopf wird mit einer Umdrehungszahl von 160.000 bis 180.000 pro min angetrieben und fräst sich durch das verkalkte Gefäß vorwärts. Die dabei freigesetzten Mikropartikel werden über das Blut abtransportiert. Durch die Vibrationen werden zusätzlich Kalkanteile in der Gefäßwand aufgebrochen. Anschließend ist in der Regel eine Weiterbehandlung mittels Ballonaufdehnung und abschließender Stentimplantation möglich.

In der Kerckhoff Klinik werden jährlich ca. 100 Rotablationsbehandlungen durchgeführt.

Intrakoronare Lithotripsie

 

Intrakoronare Lithotripsie

Im Rahmen der sog. intrakoronaren Lithotripsie-Behandlung werden bei sehr verkalkten Engstellen mittels eines Spezialballons (Shockwave) Schalldruckwellen ausgesendet und so der Kalk innerhalb der Gefäßwand zertrümmert. Insbesondere tief gelegene Kalkanteile können so erreicht und fragmentiert werden. Anschließend erfolgt die standardmäßige Aufdehnung mittels Ballonkatheter und Implantation einer Gefäßstütze (Stent).

Intravaskulärer Ultraschall

 

Intravaskulärer Ultraschall (IVUS)

Mit dem intravaskulären Ultraschall besteht die Möglichkeit Engstellen und unklare Veränderungen bzw. Aufhellungen in den Herzkranzgefäßen genauer beurteilen zu können. Bei der IVUS Untersuchung wird im Rahmen der Herzkatheteruntersuchung zusätzlich ein kleiner Spezialkatheter, der an der Spitze mit einer kleinen Ultraschallsonde versehen ist, in das zu untersuchende Gefäß eingeführt. Die Ultraschallsonde ist so groß wie ein nicht entfalteter Ballonkatheter.


Mit der Ultraschallsonde können Querschnittbilder der Herzkranzgefäße erstellt werden und Wandveränderungen ergänzend dargestellt, charakterisiert und ausgemessen werden. Zusätzlich können Dissektionen (Einrisse in die Gefäßwand) erkannt bzw. beurteilt werden.

Im Rahmen von geplanten Stentimplantationen, insbesondere im Bereich des linken Hauptstammes oder im Eingangsbereich (Ostium) der rechten und linken Herzkranzarterie wird der IVUS in der Kerckhoff Klinik regelhaft eingesetzt, um vorab die Größe des betroffenen Gefäßabschnitts, aber auch die Wandbeschaffenheit der Engstelle genau zu evaluieren, um so das Gefäß optimal zu behandeln.

Auch die Lage und Anhaftung des Stents kann durch die IVUS Untersuchung ergänzend beurteilt werden. Die Bilder und das Ergebnis des IVUS werden direkt im Anschluss an die Untersuchung ausgewertet und können somit in die weitere Therapieplanung mit einfließen. Die IVUS Untersuchung wird in der Kerckhoff Klinik seit mehreren Jahren routinemäßig eingesetzt; alle drei Herzkatheterlabore verfügen über eine fest installiert IVUS Einheit.

Die kardiologische Abteilung der Kerckhoff Klinik führt jährlich bis zu 400 IVUS-Untersuchungen durch.


 

Optische Kohärenztomographie (OCT)

 

Optische Kohärenztomographie (OCT)

Bei der optischen Kohärenztomographie handelt es sich um ein weiteres bildgebendes Verfahren zur Gefäßwanddarstellung im Rahmen einer Herzkatheteruntersuchung.

Mittels eines an einem Spezialkatheter eingebrachten Infrarot-Lasers wird die zu untersuchende Gefäßwand innerhalb von wenigen Sekunden „abgetastet“. Über eine spezielle Software wird sodann ein Bild des untersuchten Gefäßabschnitts erstellt. Dieses Bild hat eine sehr hohe Auflösung (bis zu 10 mm) und kann selbst kleinste Gefäßveränderungen darstellen.

Die OCT hilft somit bei der weiteren Therapieplanung und -optimierung z.B. im Rahmen einer notwendigen Behandlung mit und ohne Implantation einer Gefäßstütze (Stent).

Messung der fraktionellen Koronarflussreserve (FFR Messung)

 

Die Messung der fraktionellen Koronarflussreserve

ist eine Zusatzuntersuchung, die insbesondere dann hilfreich ist und eingesetzt wird, wenn die hämodynamische Bedeutung von Engstellen der Herzkranzgefäße nicht eindeutig ist, bzw. wenn grenzwertige Engstellen der Herzkranzgefäße vorliegen. Die fraktionelle Flussreserve (FFR) ist eine Kennzahl, die eine Aussage darüber zulässt wie sehr eine Engstelle den Blutfluss im Herzkranzgefäß einschränkt, d.h. die FFR zeigt letztendlich an, ob der Herzmuskel durch das verengte Herzkranzgefäß noch ausreichend mit sauerstoffreichem Blut versorgt wird.
In einem gesunden Gefäß wird ein FFR Wert von 1,0 gemessen, d.h. der Blutfluss in dem Gefäß beträgt 100% des möglichen Blutflusses. Entsprechend großer klinischer Studien sollte eine Engstelle mit einem FR Wert von 0,75 bis 0,8 therapiert werden. Die FFR Messung erfolgt über einen speziellen Druckdraht, der über den Herzkatheter in das betroffene Herzkranzgefäß eingeführt wird. Am vorderen Ende des Drahtes befindet sich ein kleiner Drucksensor, der den Druck vor und hinter der Engstelle messen kann.
Das Verhältnis zwischen dem Druck vor und hinter einer Engstelle gibt an, zu wie viel Prozent der Blutfluss eingeschränkt ist. Bei dieser Untersuchung müssen die gesunden Abschnitte der Koronararterie maximal weit gestellt werden.
Dies wird durch die Gabe eines Medikaments (Adenosin) erreicht, welches als Nebenwirkung kurzfristig einen Schwindel durch Verlangsamung der Herzfrequenz haben kann. Dieser hält jedoch nur wenige Sekunden an. Insgesamt dauert diese Zusatzuntersuchung etwa 5 Minuten und ist für den Patienten vollkommen schmerzfrei. In Abhängigkeit vom FFR Wert wird der Untersucher entscheiden, wie die Koronarie behandelt werden soll: nur mit Medikamenten, oder mittels PTCA und Stentimplantation oder auch mittels Bypassoperation. Die FFR Messung ist eine etablierte Methode, die in der Kerckhoff Klinik seit mehreren Jahren routinemäßig durchgeführt wird. Alle Herzkathetermessplätze verfügen über eine fest integrierte FFR Einheit.

Weitere Informationen unter >>

Testung auf koronare mikrovaskuläre Dysfunktion (Coroventis TM)

 

Testung auf koronare mikrovaskuläre Dysfunktion (CoroventisTM)

In manchen Fällen kann trotz unauffälligem Befund an den großen, im Herzkatheter sichtbaren Herzkranzgefäßen eine Erkrankung der kleinen Gefäße vorliegen, eine sog. koronare mikrovaskuläre Dysfunktion. Diese kleinen Gefäße (<500 µm) sind mit der Kontrastmitteldarstellung während der Herzkatheteruntersuchung nicht sichtbar.

Durch eine spezielle Untersuchung mittels eines konventionellen Druckdrahtes kann jedoch anhand der ermittelten Werte mithilfe einer speziellen Software (CoroventisTM) auf eine mikrovaskuläre Störung rückgeschlossen werden. Hieraus ergeben sich mitunter Konsequenzen für die medikamentöse Therapie. Eine solche Untersuchung macht vor allem Sinn, wenn Patient:innen typische, auf eine KHK verdächtige Beschwerden aufweisen, in der Herzkatheteruntersuchung jedoch keine Engstelle zu finden ist.

Interventionelle Behandlung von Hauptstammstenosen

 

Hauptstammstenose bei koronarer Herzerkrankung

Etwa 5-10% der Patienten mit koronarer Herzerkrankung haben eine Hauptstammstenose, d.h. der Beginn der linke Herzkranzarterie weist eine Verengung >50% auf.

Von großen internationalen Studien wissen wir, dass – im Gegensatz zu Stenosen der anderen Koronargefäße - die Prognose und Sterblichkeit bei Hauptstammstenose, wenn sie nur medikamentös behandelt wird, deutlich schlechter ist.
Daraus ergibt sich die dringende Indikation der Behandlung von Hauptstammstenosen. Bisher galt die aorto-koronare Bypass-Operation als Methode der Wahl zur Revaskularisation dieser besonderen Form der Engstellen. Die Indikation zur interventionellen Therapie wurde nur bei Patienten mit stark erhöhtem Operationsrisiko oder bei „geschütztem“ Hauptstamm gesehen.
Neuere Studien haben zu einer Neubewertung der Situation geführt, da sich zur Bypass-Operation vergleichbare Ergebnisse hinsichtlich Herzinfarkt, Schlaganfall oder Mortalität gezeigt haben. Lediglich die Wahrscheinlichkeit, sich einer erneuten Katheteruntersuchung unterziehen zu müssen, ist bei der interventionellen Therapie mit PTCA/Stentimplantation höher wie nach einer Bypassoperation. Selbstverständlich werden alle Patienten mit Hauptstammstenosen in der täglich stattfindendenden kardiologischen / kardiochirurgischen Konferenz (das sogenannte „Herz -Team“, bestehend aus Kardiologen und Herzchirurgen) besprochen. Die für den Patienten beste Therapieoption wird dann gemeinsam entschieden.

Interventioneller Verschluss von PFO und ASD

 

Anatomie Herz

Das Herz besteht aus insgesamt 4 Kammern (2 Vorhöfe und 2 Hauptkammern). Die Vorhofscheidewand (Vorhofseptum) trennt den linken vom rechten Vorhof. Das Ventrikelseptum (Hauptkammerscheidewand) trennt die linke von der rechten Hauptkammer (Ventrikel).

Einige Menschen haben von Geburt an einen kleinen Defekt in einer der Herzscheidewände. So sind beispielsweise ca. 8% aller angeborenen Herzfehler Defekte der Vorhofscheidewand. Sie werden als Vorhofseptumdefekte (sog. ASD) bezeichnet. Ein Sonderfall stellt hierbei das offene Foramen ovale (sog. PFO) dar.

Die Mehrzahl der Menschen leben mit einem PFO ein Leben lang ohne Beschwerden, so dass es nicht behandlungsbedürftig ist. Dennoch kann es in einigen Fällen zu einer Verschleppung von Blutgerinnseln aus den Beinvenen in das Gefäßsystem des Gehirns kommen und eine akute Durchblutungsstörung – Schlaganfall – hervorrufen.
Des Weiteren ist bei größeren Defekten der Vorhofscheidewand mit Störungen im Herzkreislauf zu rechnen, so dass eine eingeschränkte körperliche Belastbarkeit auftreten kann.

Der Vorhofseptumdefekt (ASD & PFO) kann mit einer Echokardiographie (Herz-Ultraschall) festgestellt werden und bei entsprechender Indikation (s.u.) im Katheterlabor minimal-invasiv verschlossen werden.

Der interventionelle Verschluss wird durch ein sog. „Schirmchen“ gewährleistet. Dieses Verschlusssystem wird über einen Katheter in den zu verschließenden Defekt vorgebracht und entfaltet. Dadurch kann eine Herzoperation vermieden werden. Die Nachbehandlung besteht aus der vorübergehenden Gabe von ASS und Clopidogrel und abschließender Kontrolle in der Echokardiographie. An eine Endokarditisprophylaxe muss in den ersten 6 Monaten nach Implantation ebenfalls gedacht werden.

Indikationen zum interventionellen PFO-Verschluss:

  1. Radiologisch (CCT o. MRT) und klinisch nachgewiesener ischämischer Schlaganfall oder transitorische ischämische Attacke (TIA).
  2. Ausschluss anderer Ursachen für den Schlaganfall (Vorhofflimmern, Einengung der Halsschlagader)
  3. Vorhandensein eines PFO

 

Transkoronare Ablation der septalen Hypertrophie (TASH) oder Perkutane transluminale septale Myokardablation (PTSMA)

 

Bei der hypertroph-obstruktiven Kardiomyopathie (HOCM) handelt es sich um asymmetrische, krankhafte Verdickung der Herzmuskulatur der Herzscheidewand. Diese Herzmuskelverdickung behindert den Blutauswurf aus der linken Herzkammer in die Hauptschlagader und kann zu folgenden Beschwerden führen: Angina pectoris „Brustenge“ und/oder Luftnot unter Belastung.

Des Weiteren kann es zu Auftreten von Ohnmachtsanfällen (Synkopen) kommen. Die Ursache der Synkopen können u.a. durch gefährliche Herzrhythmusstörungen verursacht werden, welche bis zu einem plötzlichen Herztod führen können. Die Diagnose wird primär im Herzultraschall (Echokardiographie) gestellt.

TASH

Die interventionelle Behandlung der HOCM besteht durch einen gezielten Verschluss einer Herzkranzarterie, die den Bereich des Herzens mit der Herzmuskelverdickung versorgt. Der Verschluss gelingt durch die Injektion von Alkohol über einen Ballonkatheter, wodurch die Herzmuskelverdickung behoben werden kann. Hiernach ist der Blutauswurf aus der linken Herzkammer nicht mehr behindert. Die gesunde Herzmuskulatur bleibt bei diesem Eingriff geschont.

 

Interventionelle Koronarvenensinusreduktion (Reducer-Therapie)

 

Interventionelle Koronarvenensinusreduktion (Reducer-Therapie)

Patient:innen mit Herzkranzgefäßerkrankung mit sog. refraktärer Angina pectoris, also Brustbeschwerden, die trotz ausdosierter, maximal verträglicher medikamentöser, sog. antianginöser Therapie weiterhin bestehen, ohne dass im Rahmen der Herzkatheteruntersuchung ein sinnvolles Behandlungsziel weder mittels interventioneller noch chirurgischer Revaskularisation vorliegt, können mittels einer sog. Reduktion des Koronarvenensinus behandelt werden. Voraussetzung ist, dass eine Minderdurchblutung im Vorder- oder Seitenwandbereich vorliegt.

Hierzu wird über die Halsvene unter örtlicher Betäubung ein Katheter in die große Vene am Herzen, den sog. Koronarvenensinus eingebracht und darüber ein sanduhrförmiger Metallstent (ein sog. Reducer) implantiert. Dieser wächst mit der Zeit ein und sorgt für einen Rückstau des Blutes bis zum Herzmuskel hin, wodurch letztlich die kleinen Gefäße am Herzmuskel aufgeweitet werden und damit die Durchblutung verbessert wird und eine Besserung der Brustbeschwerden erfolgen kann.

Das Team

Bereichsleitung, stellv. Bereichsleitung & Sekretariat

 

Bereichsleitung 

Oberärztin

Dr. Maren Weferling

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Sekretariat

Frau Sandra Söth

Tel.: + 49 6032 996-2246

Fax: + 49 6032 996-2313

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Stellvertr. Bereichsleitung

Oberarzt 

Dr. Moritz Haas

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Oberärzt:innen

 

 

Dr. Christian Borst

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Dr. Catharina Hamm

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PD Dr. Won-Keun Kim

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Prof. Dr. Roland Klingenberg

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Dr. Andreas Rieth

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Dr. Sebastian Wolter

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Fachärzt:innen

 

Facharzt für Kardiologie

Herr Stefan Lan

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Assistenzärzt:innen

Medizinisch-technisches Personal im Herzkatheterlabor

 

Bereichsleitung Pflege

Frau Nina Grosch

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Terminierung Herzkatheterlabor

 

Sekretariat Kardiologische Ambulanz

Frau Lilian Margraf

Frau Alketa Kastrat

Frau MIchaela Gröninger

Frau Juliane Brämer

Tel: +49 6032 996-2000 oder -2576

Fax: +49 6032 996-2546

E-Mail schreiben >

 

 
 
 
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