THORAXCHIRURGIE

Information Patienten

Liebe Patientinnen. liebe Patienten,

bitte beachten Sie folgende Vorgaben, wenn Sie sich bei uns behandeln / untersuchen lassen möchten.

 

Gesetzlich versicherte Patienten (ambulant)

Untersuchungsmöglichkeiten nach Maßgabe der Kassenärztlichen Vereinigung:

  • Für gesetzlich versicherte Patienten erfolgt die Behandlung bzw. Untersuchung im Rahmen Ihrer Krankenversicherung auf Überweisung durch einen Facharzt für Lungenheilkunde (Pneumologie)                  
  • Notfälle werden - wenn immer möglich - nach vorheriger telefonischer Anmeldung durch niedergelassene Allgemein- und Fachärzte sowie Kliniken behandelt.
  • Aus organisatorischen Gründen ist eine offene Sprechstunde nicht möglich.

 

Privat versicherte Patienten (ambulant), Selbstzahler

Wenn Sie privat versichert sind, erfolgt die Anmeldung über die Sekretariate. Sollten Sie sich auf eigene Rechnung in unserer Klinik untersuchen und behandeln lassen wollen (Selbstzahler-Modus), bitten wir Sie, sich mit uns in Verbindung zu setzen.

 

Bitte bringen Sie vorhandene Voruntersuchungen (Rö-Aufnahmen, CT, MRT, Lungenfunktionsbefunde u.ä.) zu Ihrem Termin mit!

Information Ärzte

Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen,

Sie möchten uns einen Patienten ambulant oder stationär vorstellen?

 

Wir benötigen:

1. Grundsätzlich

  • relevante schriftliche Vorbefunde (wenn vorhanden)
  • aktuelle Laborwerte (wenn vorhanden)
  • Medikamentenplan (wenn vorhanden)
  • Facharztüberweisung im

Lungenzentrum: 

  • Überweisung durch einen Facharzt für Lungenheilkunde (Pneumologie, LANR 30), bei geplanten ambulanten Untersuchung
  • Bei geplanter stationärer Aufnahme: Einweisung (Verordnung von Krankenhausbehandlung)
  • Durchführung eines PET-CT bei Kassenpatienten: Bei geplanter Bildgebung PET/CT sind bei Kassenpatienten Überweisungen von Fachärzten der Hämatologie / Onkologie (LANR 29) bzw. Fachärzten der Lungenheilkunde (Pneumologie, LANR 30) unbedingt erforderlich. Alternativ ist eine PET/CT Untersuchung auf Basis einer Kostenübernahmeerklärung der Krankenkasse möglich. !Bitte beachten: die Patienten sollten unbedingt Ihre Vorbefunde (insbesondere CT-Vorbefunde) zur Untersuchung mitbringen!
  • Selbstzahler / Privatliquidation: bitte halten Sie Rücksprache mit dem Sekretariat!

Erläuterungen zu den LANR

Kontakt

Kerckhoff-Klinik GmbH 

Lungenzentrum

Abt. f. Thoraxchirurgie

Prof. Dr. E. Mayer

Direktor der Abteilung

Benekestr. 2-8

61231 Bad Nauheim

Sekretariat

Frau K. Schindler

Tel.: + 49 60 32. 9 96 24 02

Fax: + 49 60 32. 9 96 24 17

Anfrage stellen 

Prof. E. Mayer

Liebe Patientinnen, liebe Patienten, liebe Gäste, 

liebe Kolleginnen und Kollegen,

herzlich willkommen in der Abteilung für Thoraxchirurgie der Kerckhoff-Klinik.
Unsere vor 10 Jahren gegründete Abteilung bildet gemeinsam mit der Abteilung für allgemeine Pneumologie und pneumologische Onkologie das Lungenzentrum an der Kerckhoff-Klinik.
In enger interdisziplinärer Kooperation mit lokalen und überregionalen Partnern und Spezialisten werden alle thoraxchirurgischen diagnostischen und therapeutischen Eingriffe entsprechend den neuesten medizinischen Erkenntnissen auf höchstem Niveau angeboten.

Minimalinvasive videoassistierte Eingriffe, Tumorchirurgie der Lunge und des Brustraums sowie die chirurgische und interventionelle Therapie der chronisch thromboembolischen pulmonalen Hypertonie (CTEPH) stellen die klinischen Schwerpunkte der Abteilung dar. Zusammen mit der Klinik für Pneumologie des Universitätsklinikums Gießen bilden wir das hessische Lungentransplantationszentrum.

In unserer Abteilung wird durch ein erfahrenes und kompetentes Pflege-, Physiotherapie- und Ärzteteam eine optimale Patientenversorgung in einer ansprechenden und menschlichen Atmosphäre gewährleistet.

Für Rückfragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.
Ihr Prof. Eckhard Mayer und Team

Notfälle

Sie erreichen den diensthabenden Arzt der Abt. f.  Thoraxchirurgie über

Tel.: + 49 60 32. 9 96 0 (Zentrale der Klinik)

Thoraxchirurgische Sprechstunde

Thoraxchirurgische Sprechstunde
Ludwigstr. 35 

61231 Bad Nauheim

Anmeldung / Terminierungen

Frau L. Kaiser:

Tel.: +49 60 32. 9 96 24 79
Fax: +49 60 32. 9 96 24 78

Frau S. Jüttner:

Tel.: +49 60 32. 9 96 24 86                                                   
Fax: +49 60 32. 9 96 24 78

Lungenkrebszentrum Mittelhessen

Wir bündeln Kompetenzen der Fachrichtungen Pneumologie, Thoraxchirurgie, Pathologie, Onkologie, Radiologie, Nuklearmedizin, Strahlentherapie, Anästhesie, Psychoonkologie, Seelsorge, Psychosozialer Dienst, Palliativmedizin der Klinikstandorte Gießen (UKGM), Bad Nauheim (Kerckhoff-Klinik) und Greifenstein (Waldhof Elgershausen).

Alle Expertenteams stellen dem Lungenkrebszentrum Mittelhessen ihre ganze Erfahrung zur Verfügung.

Wir drei sind eins: für unsere Patienten da.

Prof. Dr. Dr. Friedrich Grimminger
Leitung Lungenkrebszentrum Mittelhessen

mehr unter

Mitarbeiter

Prof. Dr. E. Mayer
Direktor der Abteilung
Dr. S. Guth,
Stellv. Direktor der Abteilung,
Leiter des Schwerpunktbereiches
minimalinvasive Thoraxchirurgie
und Lungengefäßchirurgie
Dr. (Univ. Pristina) S. Beqiri,
Leiter des Schwerpunktbereichs
onkologische Thoraxchirurgie
PD Dr. D. Prüfer
Geschäftsführender Oberarzt
Dr. C. B. Wiedenroth
Oberarzt

Assistenzärzte (alphabetisch aufgeführt)

Pflegepersonal / Station

Stationsleitung: Fr. B. Calow

 

Physiotherapeuten

Bereichsleitung Physiotherapie: Herr R. Zinn
Tel.: + 49 60 32. 9 96 25 45

 

Mitarbeiterinnen in Sekretariaten / Schreibbüros

Fr. K. Schindler

Fr. S. Jüttner

Fr. L. Kaiser

Fr. N Häberle

Stationen

Auf der thoraxchirurgischen / pneumologischen Station und der interdisziplinären Intensivmedizinischen Einheit werden jährlich mehr als xxx  Patienten mit Lungenerkrankungen stationär versorgt. Dafür stehen auf der Station Beneke 33 Planbetten zur Verfügung. Die Station Beneke finden Sie in Gebäude B der Klinik.


Station Beneke

Gebäude B, 3. Stock 

Stationsleitung: Fr. B. Calow 

Stellvertr. Leitung: Fr. F. Hanf, Fr. M. Pereira
Tel.: + 49 60 32. 9 96 21 95 oder 21 96 
Fax: + 49 60 32. 9 96 21 97

Lageplan

 

Intensivmedizinische Einheit (IME), interdisziplinär

Gebäude B / Z / K, 2. Stock

Gesamtleitung Pflege: Herr O. Diehl

 

Unsere engagierten und hervorragend ausgebildeten Mitarbeiter sorgen für die bestmögliche Versorgung und Betreuung der Patienten. Die Kooperation der verschiedenen Berufsgruppen wie Pflege, ärztlicher und medizinisch-technischer Dienst zeichnet uns allgemein und besonders auch auf den Stationen aus. Dahinter steht die Erkenntnis, dass nur das Miteinander von Pflege und Medizin, von Technik und persönlicher Zuwendung zu einer optimalen und patientengerechten Versorgung führt.

Leistungen im Überblick

OP - Bösartige Erkrankungen des Brustraumes/pulmonale Erkrankungen

  • Lungenkrebs
  • Lungenmetastasen anderer Tumore
  • Malignes Pleuramesotheliom (Rippenfellkrebs)
  • Tumore des Mediastinums (Zwischenfellraum)
  • Tumore der Thoraxwand
  • Tumore der Luftröhre
  • Bösartige Ergüsse im Rippenfellraum oder Herzbeutel


Gutartige Erkrankungen des Brustraumes/pulmonale Erkrankungen

  • Pneumothorax (Luftansammlung im Rippenfellraum)
  • Gutartige Lungen- und Mediastinaltumoren
  • Pleuraempyem (Rippenfellvereiterung)
  • Gutartige Ergüsse im Rippenfellraum oder Herzbeutel
  • Hämatothorax (Blutansammlung im Brustraum)
  • Myasthenie (erworbene Muskelschwäche)
  • Trachealstenose (Verengung der Luftröhre)
  • Lungensequester
  • Hyperhidrosis (vermehrte Schweissneigung der Hände und Achselhöhlen)
  • Lungenemphysem
  • Tuberkulose
  • Bronchiektasen (Erweiterung der Bronchien)
  • Pulmonale Hypertonie (Lungenhochdruck): chronische thromboembolische pulmonale Hypertonie (CTEPH)

 

Diagnostische Eingriffe

  • Starre/ flexible Bronchoskopien
  • Endobronchialer Ultraschall (EBUS)
  • Unklare Lungenrundherde
  • Tumoren und Lymphknotenvergrößerungen im Mediastinum
  • Rippenfell- und Brustwanderkrankungen
  • Lungengerüsterkrankungen (z.B. Lungenfibrose)


Therapiespektrum

Unser operatives Spektrum umfasst alle modernen Verfahren der Thoraxchirurgie; besondere Schwerpunkte liegen bei minimalinvasiven Operationen (Thorakoskopie/VATS, Video-Mediastinoskopie), erweiterten Lungenresektionen bei fortgeschrittenem Stadium des Lungenkrebs und bei lungengewebeerhaltenden Operationsverfahren (Manschettenresektionen). Bei der operativen Therapie von Lungenmetastasen kommt ein modernes Lasersystem zur Anwendung. Durch die Laserresektion ist eine gezielte Entfernung von Lungenmetastasen unter Schonung benachbarten Lungengewebes möglich.

In enger Kooperation mit spezialisierten Zentren wird die pulmonale Endarteriektomie bei chronisch thromboembolischer pulmonaler Hypertonie (thromboembolisch bedingter Lungenhochdruck, CTEPH) routinemäßig und mit hoher Qualität durchgeführt.

Ein Programm zur chirurgischen Behandlung des Endstadiums von Lungenerkrankungen steht zur Verfügung und umfasst chirurgische Lungenvolumenreduktion und Lungentransplantation.

Bronchoskopie

Bronchoskopie (Spiegelung der Atemwege)

Die Bronchoskopie ist ein Verfahren zur Spiegelung der inneren Atemwege. Sie wird sowohl zur Diagnostik als auch zur therapeutischen Intervention durchgeführt. Dabei wird ein sogennantes Bronchoskop durch Mund oder Nase in die Luftröhre eingeführt und in die nachfolgenden kleinen Atemwege (Bronchien) der Lunge vorgeschoben.Die Spiegelung findet entweder in örtlicher Betäubung oder in Vollnarkose statt. Man unterscheidet prinzipiell zwischen flexibler und starrer Bronchoskopie.

 

 

Indikationen:

  • Chronischer Husten
  • Bluthusten oder Blut im Auswurf (Hämoptysen)
  • Lungenkrebs (Bronchialkarzinom)
  • Atemwegsverengung (Trachealstenose, Bronchialstenose
  • Durchlüftungsstörung (Atelektase)
  • Lungenparenchymerkrankung
  • Lungenentzündung (Pneumonie)
  • Brustkorbverletzung (thorakales Trauma)
  • Raumforderungen des Mittelfellraums (Mediastinums) sowie der Lungenwurzel (Hilus)
  • Tumornachsorgeuntersuchungen

 

An unserem Zentrum bieten wir folgende therapeutische und diagnostische Konzepte an:


Diagnostische bronchoalveoläre Lavage (BAL)

Sie dient der Gewinnung von Zellmaterial und Sekret aus den kleinsten Atemwegen zur feingeweblichen und laborchemischen Untersuchung (Zytologie, Histologie) sowie zur bakteriologischen Untersuchung.
Praktisch wird ein kleines Lungenareal mit steriler Flüssigkeit gespült und diese wieder abgesaugt. Hierdurch gewinnt man Hinweise auf Vorliegen und Art von Tumoren sowie Infektionserregern oder chronischen Lungenerkrankungen.

 

Entfernung von Fremdkörpern

Fremdkörper können mittels Fasszangen, Schlingen, Saug- oder Ballonkathetern atraumatisch entfernt werden.

 

Probenentnahme

Mit kleinen Instrumenten (Absaugkatheter, Bürste, Zange oder Punktionsnadel) werden Proben von Bronchialschleimhaut oder kleine Gewebestücke aus Luftröhre, Bronchien oder den Lungenbläschen schmerzfrei entnommen.

 

Endobronchiale Ultraschalluntersuchung (EBUS) ggf. mit transbronchialer Nadelaspiration (TBNA)

Unklare Lymphknotenvergrößerungen im Bereich des Zwischenfells (Mediastinum), des Lungenhilus und der Luftröhre können unter Ultraschallkontrolle punktiert werden, um Gewebe für weitere Untersuchungen zu gewinnen.

 

Wiedereröffnung und Schienung der Atemwege (Stentimplantation)

Stents sind Platzhalter. Sie dienen der Schienung der Atemwege bei Einengungen (Stenosen) oder Aufweichung der Wandstruktur (Tracheomalazie). Sie werden bronchoskopisch eingebracht und je nach Indikation belassen oder wieder entfernt (z. B. bei Engstellen der Luftwege bei Lungenkarzinom).

 

Endoskopische Lungenvolumenreduktion durch Einsetzen von Atemwegsventilen oder Coils

Eine Methode der Behandlung einer starken Lungenüberblähung (z. B. bei Lungenemphysem oder COPD) ist das Einlegen von Ventilen in die Atemwege, die Luft in die betroffenen Lungenareale leiten.
Ausgewählt werden Areale der Lunge, die aufgrund der Lungengerüstzerstörung keinen wesentlichen Beitrag mehr zur Sauerstoffaufnahme leisten. Die Ventilimplantation lässt die entsprechenden Lungenanteile schrumpfen und verbessert Belüftung und Atmungsfunktion der restlichen Lunge. Hierdurch kann eine Verbesserung der Leistungsfähigkeit und eine Abnahme der Luftnot bei Patienten mit Lungenemphysem erreicht werden. Sollte eine Ventilimplantation nicht möglich oder nicht erfolgreich sein steht mit der Implantation von Metallspiralen (Coils) eine weitere Behandlungsoption zur Verfügung, die mittlerweile oftmals bevorzugt eingesetzt wird.

Insbesondere für Patienten auf der Warteliste für eine Lungentransplantation ist mit diesen Maßnahmen eine gute, überbrückende Therapiemöglichkeit vorhanden.

Das Mediastinum

Das Mediastinum, der Mittelfellraum, liegt zwischen den Lungenflügeln und reicht von der oberen Öffnung des Brustkorbes bis zum Zwerchfell. Im Rahmen der Embryogenese gewinnen praktisch alle lebensentscheidenden Organe und Organsysteme Anschluss an diesen Raum.
Dementsprechend können zahlreiche gutartige und bösartige Neubildungen ihre Hauptmanifestation im Mediastinum haben.
Die anatomische Aufteilung dieses Raumes in ein vorderes, mittleres und hinteres Mediastinum ist hierbei nicht nur von anatomischer Bedeutung sondern schränkt auch die Differentialdiagnose von Tumoren ein und bestimmt damit die operative Therapie.

 

Spezielle Anatomie

Das vordere Mediastinum liegt zwischen Brustbein und Herzbeutel. Der Inhalt des Raumes besteht im Wesentlichen aus lockerem Fett und Bindegewebe, aus Lymphknoten und lipomatös umgebauten Residuen des Thymus. Das mittlere Mediastinum enthält neben dem Herzbeutel die Aufzweigung der Luftröhre, die Lungenwurzeln mit den jeweils umgebenden Lymphknoten und der Lungenarterie sowie obere und untere Hohlvene und den Aortenbogen. Im hinteren Mediastinum finden sich die Speiseröhre (Oesophagus), die descendierende Aorta, grosse zentrale Lymphbahnen und Nervenstrukturen des sympathischen und parasympathischen Systems.

 

Tumorverteilung im Mediastinum

Typische Raumforderungen im vorderen Mediastinum sind das Thymom, Zysten des Thymus und des Herzbeutels und Zwerchfellhernien. Im Vordergrund der malignen und semimalignen Tumore steht das Thymom bzw. Thymuskarzinom. Daneben finden sich Teratokarzinome oder Lymphome.

Prozesse des mittleren Mediastinums sind Erkrankungen, die durch Pathogenese oder anatomische Beziehung dem Oesophagus oder den Luftwegen (Bronchien) zuzuordenen sind. Hierzu gehören als gutartige Tumoren bronchogene und oesophageale Zysten bzw. Hernien als gutartige Tumoren. Das Oesophaguskarzinom imponiert als primär mediastinaler Prozess ebenso wie Lymphome jeglicher Histopathologie. Gutartige Lymphadenopathien sind eine wichtige Differentialdiagnose gegenüber Lymphknotenmetatstasen praktisch aller Tumorentitäten, vor allem aber des Bronchialkarzinoms.

Tumore des hinteren Mediastinums sind typischerweise neurogene Tumore, die im Erwachsenenalter meistens benigne, im Kindesalter in mehr als der Hälfte der Fälle maligne sind. Eine Übersicht der mediastinalen Raumforderungen gibt Tabelle1.

 

Diagnostik und Indikationsstellung

  • Diagnostik

Häufig ist die aus anderen Gründen durchgeführte Röntgenübersichtsaufnahme des Brustkorbs der erste diagnostische Schritt, der dann eine Verbreiterung des Mediastinums zeigt. Zusätzliche Informationen ergeben sich dann aus der Computertomographie (CT), aber immer mehr auch aus der Bildgebung durch die Magnetresonanztomographie (MRT), die neben der exakten Lokalisation der Raumforderung und der Beziehung zu benachbarten Strukturen auch Aussagen über die Textur zulassen, die entscheidende diagnostische Implikationen haben können.

  • Indikationsstellung

Fast immer ist der radiologische Nachweis eines Mediastinaltumors gleichzusetzen mit der Entscheidung für ein chirurgisches Vorgehen. Die Intention dieses Vorgehens hängt dabei entscheidend von der Lokalisation und der Bildgebung ab. Meist wird eine primäre Resektion als therapeutischer Ansatz anzustreben sein, die aber auch für diagnostische Eingriffe sinnvoll sein kann, sofern keine Verletzung wichtiger Strukturen in Kauf genommen werden muss. Ist eine Erkrankung zu erwarten, die in erster Linie als Systemerkrankung medikamentös therapiert wird, gewinnt der Eingriff diagnostischen Charakter.

 

Operationstechnik

Die Wahl des operativen Zuganges richtet sich nach der Intention des Operationsvorhabens, nach der anatomischen Lokalisation des Tumors und der zu erwartenden Tumorentität. Bei den diagnostischen Eingriffen spielt vor allem die Mediastinoskopie eine entscheidende Rolle, wobei hier lediglich das mittlere Mediastinum zugängig gemacht wird. Raumforderungen des vorderen oder hinteren Mediastinums können praktisch immer durch videoassistierte Operationen (VATS, Thorakoskopie) erreicht werden. Durch die Einführung der VATS tritt die Operationsalternative, die Mediastinotomie, immer mehr in den Hintergrund. Gleiches gilt für ausgedehntere Zugänge wie Thorakotomie oder Sternotomie. Die Thorakotomie hat ihren Stellenwert vor allem bei Tumoren im mittleren und hinteren Mediastinum. Die Sternotomie (vollständig oder partiell) gibt den besten Zugang zum vorderen Mediastinum. Die entscheidende Frage bei der Wahl des Zuganges in der onkologischen Chirurgie zielt einzig auf die Möglichkeit einer vollständigen (R0) Resektion des Tumors, die über den gewählten Zugang unbedingt erreicht werden muss.

 

Videomediastinoskopie

Ist eine minimalinvasive Operation des Raumes zwischen den beiden Lungenflügeln, des sogennanten Zwischenfellraums (Mediastinum). Der Eingriff wird in Vollnarkose mittels eines speziellen Instruments, des Videomediastinoskops, durchgeführt. Das Operationsgebiet wird dabei auf einem Monitor dargestellt. Nach einem kleinen Hautschnitt in der Drosselgrube (Jugulum) wird das Mediastinoskop hinter dem Brustbein und vor der Luftröhre in das Mediastinum eingeführt.

 

Ziel

Ziel der Mediastinoskopie ist die Entnahme von Gewebe zur feingeweblichen (histologischen) Untersuchung.
So kann eine verlässliche Diagnose gestellt werden, um bei mediastinalen oder mediastinal-infiltrierenden Tumoren das weitere therapeutische Vorgehen zu planen. Das Verfahren kann z. T. auch zur Entfernung kleiner mediastinaler Tumore bzw. zur Ausräumung kompletter Lymphknotenkompartimente genutzt werden.

Lungenkarzinom

Allgemeines

In Form des bronchogenen Karzinoms stellen bösartige Veränderungen der Lunge die häufigste maligne Todesursache der westlichen Welt dar. An erster Stelle der Risikofaktoren steht der Nikotinmißbrauch, der in Form von Zigarettenrauchen einen nachgewiesenen Zusammenhang mit dem Bronchialkarzinom hat. Auch andere Noxen scheinen hier eine wesentliche Rolle zu spielen, wie z. B. Asbestexposition.

Ein Reizhusten kann ein Frühsymptom sein. Andere Symptome des Bronchialkarzinoms, z.B. Brustschmerz, Hämoptysen oder Gewichtsverlust, sind meist Anzeichen eines fortgeschrittenen Prozesses, in dem die Prognose häufig nicht mehr therapeutisch beeinflusst werden kann.

Patienten mit einem Bronchialkarzinom sind häufig nur heilbar, wenn die Diagnose aufgrund einer Routineuntersuchung als Zufallsbefund gestellt wird. Bei etwa 60 % der Patienten wird das Bronchialkarzinom in einem Stadium entdeckt, in dem es prognostisch durch eine Resektion nicht mehr beeinflussbar ist. Von entscheidender Bedeutung für therapeutische Entscheidungen ist das Tumorstadium des Bronchialkarzinoms. Wie auch bei anderen malignen Tumoren sind die Stadien über das T N M -System definiert. Generell gilt, daß bei Vorliegen eines peripheren Tumors (T 1 oder T 2) ohne Vorhandensein von Lymphknotenmetastasen (N 0) mit einem Stadium I die günstigste Prognose vorliegt. Das Stadium II ist definiert über das Vorhandensein von intrapulmonalen Lymphknotenmetastasen (N 1). Bei Vorhandensein mediastinaler lymphogener Metastasierung (N 2 oder N3) sowie höherer T-Stadien werden die Tumoren als Stadium III eingestuft. Das Stadium IV beschreibt Tumoren mit Fernmetastasierung und malignem Pleuraerguß.

 

Diagnostik

Die initiale Diagnostik besteht aus dem Röntgenübersichtsbild des Thorax, das bereits erste Informationen zur Größe und Lage des Tumors sowie evtl. pulmonaler Komplikationen ergibt (Atelektase, Pneumonie). Die histologische Einordnung sollte mittels bronchoskopisch oder percutan gewonnenen Materials erreicht werden. Die Computertomographie des Thorax stellt eine obligate Untersuchung dar, die Informationen über Tumorlokalisation, mögliche mediastinale Lymphknotenmetastasen und Fernmetastasen vermittelt. Lymphknoten werden mit einer Wahrscheinlichkeit von 50 bis 80 % als pathologisch eingestuft, wenn sie in ihrem größten Durchmesser 1 cm überschreiten (Hauptkarina: größer als 1,5 cm). Die Sonographie oder computertomographische Untersuchung der Leber und Nebennieren sind ebenfalls obligate Maßnahmen zur Definierung des Tumorstadiums.

Ein Knochenszintigramm ist notwendig zum Ausschluß ossärer Metastasen.

Fakultative Untersuchungen sind eine Computertomographie des Schädels oder das Sreening auf Fernmetastasen bzw. lymphogene Metastasen mittels Positronen-Emissions-Tomographie.

Die Kernspintomographie bringt zusätzliche Informationen in der Differenzierung zwischen Tumor und Weichteilstrukturen bei Infiltration der Thoraxwand, besonders im Bereich der Pleurakuppel.

Liegen Hinweise auf mediastinale Lymphknotenmetastasen vor (CT), ist eine Mediastinoskopie der nächste Schritt, um diesen Verdacht zu erhärten. Bei Vorliegen eines Pleuraergusses muß dieser in jedem Fall punktiert und zytologisch untersucht werden.

Der Nachweis von Tumorzellen im Punktat stuft das Karzinom als Stadium IV ein, eine Resektion verbietet sich dann, da der Patient durch den Eingriff prognostisch nicht profitieren wird.

Zur Abschätzung der Operabilität ist die Objektivierung der Lungenfunktion erforderlich. Hierzu wird eine Spirometrie und Blutgasanalyse bei jedem Patienten durchgeführt. Ist die Spirometrie auffällig, können eine Bodyplethysmographie und ggf. quantitative Ventilations-Perfusions-Szintigraphie die Abschätzung der physiologischen Reserven erleichtern.

Für den einzelnen Patienten müssen Tumorlokalisation und erforderliche Resektionsmaßnahmen gegen die pulmonale Reserve abgewogen werden.

Faustregel ist, dass ein Patient, der drei Stockwerke Treppen ohne Pause steigen kann, eine Pneumonektomie toleriert. Kann er ein Stockwerk steigen, wird er eine Lobektomie tolerieren. Die postoperative FEV 1 (kalkuliert nach präoperativer Lungenfunktion, seitengetrennter Szintigraphie und Ausmaß der Resektion) sollte beim durchschnittlich großen Menschen über einem Liter liegen.

Beträgt die präoperative FEV 1 mehr als 2 Liter, wird auch eine Pneumonektomie meist vertragen.

 

Indikationsstellung

In den Tumorstadien I und II ist eine operative Behandlung in ihrer Prognose allen anderen Behandlungsformen (Bestrahlung / Chemotherapie) überlegen. Sofern der Patient eine Thorakotomie toleriert, sollte somit die Resektion in jedem Fall durchgeführt werden. Differenzierter ist die Indikationsstellung im Stadium III a und III b zu sehen.

Die primäre Resektion in diesen Stadien hat nicht immer zu passablen langfristigen Ergebnissen geführt. Neuere Erkenntnisse zeigen eindeutig auf, daß bei Vorliegen einer mediastinalen lymphogenen Metastasierung oder ausgedehnter mediastinaler Infiltration eine Vorbehandlung mittels Chemotherapie oder kombinierter Chemotherapie und Bestrahlung sinnvoll ist. Zeigt der Patient im nicht-invasiven Staging Hinweise für ein Ansprechen des Tumors auf die Vorbehandlung, ist dann die Resektion der nächste sinnvolle Schritt.

 

Histologie

Von entscheidender Bedeutung für therapeutische Entscheidungen ist das Tumorstadium des Bronchialkarzinoms. Wie auch bei anderen malignen Tumoren sind die Stadien über das T N M -System definiert. Generell gilt, daß bei Vorliegen eines peripheren Tumors (T 1 oder T 2) ohne Vorhandensein von Lymphknotenmetastasen (N 0) mit einem Stadium I die günstigste Prognose vorliegt. Das Stadium II ist definiert über das Vorhandensein von intrapulmonalen Lymphknotenmetastasen (N 1). Bei Vorhandensein mediastinaler lymphogener Metastasierung (N 2 oder N3) sowie höherer T-Stadien werden die Tumoren als Stadium III eingestuft. Das Stadium IV beschreibt Tumoren mit Fernmetastasierung und malignem Pleuraerguß.

Etwa 30 bis 35 % der Karzinome weisen die typische Morphologie des Plattenepithelkarzinoms auf. Sie sind nicht selten in den zentralen Atemwegen endoskopisch sichtbar; bei peripherem Sitz können sie durch eine zentrale Nekrose auffallen. In etwa 25 bis 30 % der Fälle weisen bronchogene Karzinome die histologische Differenzierung eines Adenokarzinoms auf. Diese sind in der Regel eher peripher gelegen und solide.

Das sog. Bronchio-Alveolarzell-Karzinom wird gelegentlich als Subtyp des Adenokarzinoms eingeordnet. Es ist durch relativ lockere Struktur und peripheres Infiltrat eine Differenzialdiagnose der Pneumonie. Im Vergleich zum Plattenepithelkarzinom weisen die Adenokarzinome eine hohe Tendenz zur lymphogenen und hämatogenen Metastasierung auf. Beim Bronchio-Alveolarzell-Karzinom existiert zusätzlich die Möglichkeit der bronchogenen Metastasierung, die bereits bei der Erstmanifestation oder auch nach Resektion zu einem diffusen Tumorbefall führen kann. Das undifferenzierte großzellige Karzinom umfaßt die bronchogenen Karzinome, die nicht eindeutig als Adenokarzinom oder Plattenepithelkarzinom klassifiziert werden können und zeichnet sich durch eine relativ hohe Metastasierungstendenz aus.

Von den genannten Subtypen zu unterscheiden ist das kleinzellige Bronchialkarzinom, das histologisch den neuroendokrinen Tumoren ähnelt. Aufgrund seiner extrem schnellen Wachstumstendenz und Metastasierungsneigung hat dieses bronchogene Karzinom eine Dynamik, die sich von den anderen drei Subtypen deutlich unterscheidet. Aus diesen Gründen spielt das kleinzellige Karzinom eine geringere Rolle als die anderen Typen in der Auswahl bzw. Entscheidung für die chirurgische Therapie. Dennoch ist auch hier eine Resektion in ausgewählten Fällen (very limited disease) sinnvoll.

 

Operationen

Für die Mediastinoskopie wird die Haut zwei Querfinger oberhalb des Manubrium sterni auf einer Länge von ca. 4 cm inzidiert. Das Platysma wird quer durchtrennt, die Halsfascien in der Länge eröffnet und die geraden Halsmuskeln beiseite gehalten. Unter Beiseitehalten des Schilddrüsenisthmus gelangt man nun auf die prätracheale Fascie. Diese wird inzidiert und der Raum zwischen Trachea und prätrachealer Fascie stumpf eröffnet. Digital wird das Mediastinum auf das Vorhandensein tumoröser Veränderungen abgetastet. Das Mediastinoskop wird in den entwickelten Raum eingeführt und unter stumpfer Präparation bis in den Bereich der Hauptcarina gebracht. Systematisch werden nun alle erreichbaren Lymphknotenstationen biopsiert, d. h. Hauptcarina, tracheobronchialer Winkel und obere paratracheale Lymphknoten. Bei Bluttrockenheit wird die Wunde schichtweise verschlossen.

Vor einer Lungenresektion müssen Tumorlokalisation und die evtl. erforderlichen Resektionsmaßnahmen sorgfältig abgewogen werden gegen die physiologischen Reserven des Patienten. Der Eingriff selbst wird  in der Regel durch eine laterale Thorakotomie durchgeführt. Der anterolaterale Zugang hat den Vorteil der etwas geringeren Schmerzbelastung, die posterolaterale Thorakotomie den Vorteil des besseren Zuganges zum hinteren Mediastinum und der besseren Übersicht bei der Lymphadenektomie und komplexen Formen der Resektion bis hin zur Carina-Resektion.

Nach Eröffnen des Thorax wird der Lungenhilus sorgfältig präpariert.
Pulmonalarterie, beide Lungenvenen und Hauptbronchus werden mobilisiert. Die Lungenlappen werden sorgfältig auf das Vorhandensein des Primärtumors und möglicher zusätzlicher Rundherde untersucht. Vor der eigentlichen Resektion, vor allem vor Durchtrennen vitaler Strukturen (Gefäße, Nerven) versichert man sich, daß das intraoperativ als erforderliche erscheinende Ausmaß der Resektion mit den physiologischen Reserven im Einklang steht. Bei der Durchtrennung der Hilusstrukturen hat es sich eingebürgert, zunächst die Lungenvene, dann arterielle Äste und zuletzt den Bronchus zu durchtrennen. Bei einem schwierigen Situs kann es erforderlich sein, diese Reihenfolge zu ändern. Die Vene wird nach zentral ligiert und anschließend mit einer Durchstechungsligatur gesichert. Die arteriellen Äste werden nach zentral entweder doppelt ligiert, oder mit einer Durchstechungsligatur gesichert. Der Bronchus wird durchtrennt und mit resorbierbaren Einzelknopfnähten verschlossen. Die Verwendung monofilen Fadenmaterials hat den Vorteil des geringen Gewebstraumas.
Anschließend erfolgt die systematische Lymphadenektomie. Das Mediastinum wird von der unteren Lungenvene bis in den paratrachealen Raum sorgfältig exploriert, alle erreichbaren Lymphknoten werden entnommen und unter Angabe ihrer Lokalisation separat zur pathologischen Untersuchung eingesandt.

Die Standardbehandlung des Karzinoms ist die Lobektomie, die in der Regel problemlos durchführbar ist. Gelegentlich kann es notwendig sein, bei verwachsenem oder nicht angelegtem Lappenspalt das Lungengewebe in den Lappengrenzen mit einem Klammernahtgerät zu trennen.
Die Pneumonektomie ist bei zentralen Tumoren ebenfalls technisch relativ einfach durchzuführen. Das erhöhte Risiko und die Morbidität und Letalität der Bronchusstumpfinsuffizienz müssen jedoch beachtet werden. Wenn möglich, sollte der Bronchusstumpf mit gut durchblutetem mediastinalem Gewebe bedeckt werden. Alternativ können auch gestieltes Perikard oder Intercostalmuskellappen Verwendung finden.
Der bronchoplastische Eingriff unterscheidet sich von den genannten dadurch, daß hier ein Teil der Atemwege reseziert wird, der ansonsten die Kontinuität zwischen Trachea und distal verbliebenem Lungengewebe erhält. Dieses Vorgehen vermeidet das Risiko der Pneumonektomie und verbessert die postoperative pulmonale Reserve. Die Rekonstruktion der Atemwege ist mit PDS-Einzelknopfnähten bei sorgfältiger Technik mit geringem Risiko möglich. Gelegentlich kann es erforderlich sein, die distalen Lungenabschnitte zu mobilisieren, um eine spannungsfreie bzw. spannungsarme Anastomose zu ermöglichen.

 

Ergebnisse

Die Operationssterblichkeit ist abhängig von den physiologischen Reserven des Patienten (somit der Patientenselektion) und der Qualität der Intensiv- bzw. Intermediate care Behandlung. Bei sorgfältiger Indikationsstellung und Nachbetreuung sollte das Sterblichkeitsrisiko der Lappenresektion nicht höher als 2 % liegen. Bei der Pneumonektomie ist es das Risiko traditionell deutlich höher, mit einem Sterblichkeitsrisiko von 5 bis 8 % ist zu rechnen. Bei der Manschettenresektion ist mit einem Risiko zu rechnen, das dem einer Lobektomie gleicht. Spezifische Komplikationen sind die Insuffizienz des bronchialen Verschlusses bzw. Anschlusses. Das Risiko dieser Komplikation liegt für die Lobektomie und Manschettenresektion bei oder unter 1 %, hier ist es in der Regel gut behandelbar. Bei der Pneumonektomie ist dieses Risko mit 5 % für die rechtsseitige Pneumonektomie und 3 % für die linksseitige Pneumonektomie zu beziffern. Die Behandlung des dann entstehenden Empyems der Pneumonektomiehöhle ist im Einzelfall schwierig und kann bis zur vollständigen Thorakoplastik reichen. Weitere Probleme sind Atelektasen, Phrenicusparese, Recurrensparese und pneumonische Komplikationen. Selten kann auch ein Chylothorax auftreten.
Bei der Lappenresektion werden zwei Pleuradrainagen eingelegt. Eine wird anterior bis in die Pleurakuppel plaziert, die zweite kommt posterior zu liegen und liegt mit der Spitze etwa in Höhe der Mamille. An diesen Drainagen wird postoperativ kontinuierlicher Sog gehalten. Das Ziehen der Drainagen erfolgt erst, wenn keine Luft mehr austritt und die Ergußmenge bei weniger als 200 ml pro Tag liegt.
Bei der Pneumonektomie ist das Vorgehen grundsätzlich verschieden. Hier wird lediglich eine Drainage eingelegt; diese wird postoperativ unter Wasser ausgeleitet (kein Sog!). Ist keine verstärkte Blutungsneigung zu verzeichnen, kann die Drainage nach 6 Stunden geklemmt werden; sie sollte spätestens am Morgen des ersten postoperativen Tages entfernt werden.

Metastasenchirurgie der Lunge

Was bedeutet Metastasierung?

Als Metastasierung (griechisch: meta - weg; stase: - Ort; Übersiedlung) bezeichnet man die Absiedlungen von Tumorzellen ausgehend von einem Primärtumor (Haupttumor, der meist außerhalb der Lunge wächst).

Die Metastasen werden auch als bösartige Tochtergeschwülste bezeichnet. Tumorbiologisch sind hierbei weder der exakte Auslöser noch der genaue Pathomechanismus bekannt. Es existieren anhand von Ergebnissen der Grundlagenforschung verschiedene Modelle der Metastasierung,wobei der genaue Zeitpunkt, die Wahrscheinlichkeit und die Lokalisation der Metastasierung eines bestimmten Primärtumors nicht vorab kalkuliert werden können.

Die Tumorzellen verbreiten sich über die Lymph- bzw. Blutbahn und gelangen in benachbarte oder entfernte Organe. Brechen die Tumorzellen in die Blutbahn ein und wandern in das umliegende Gewebe, vermehren sie sich dort und entwickeln ein eigenes Gefäßsystem. Da die Lunge, wie auch die Leber, aufgrund des anatomischen Blutabflussweges meist als erstes Filterorgan fungieren, treten gehäuft in der ersten Phase der Metastasierung Lungen- und Lebermetastasen auf. Eine Metastase kann aber grundsätzlich auch als Erstlokalisation überall im Körper auftreten.

 

Welche Haupttumore setzten Lungenmetastasen?

Verschiedene Tumoren setzen in der Lunge Tochtergeschwülste. Dazu gehören die Knochentumore (Osteosarkome), der Weichteilkrebs (Liposarkom, Fibrosarkom, etc.), Hodentumore, Brustkrebs (Mammakarzinom), Dickdarmkrebs (Kolorektales Karzinom), Nierenkrebs (Nierenkarzinom), Blasenkrebs (Blasenkarzinom), Lungenkrebs (Lungenkarzinom) und Hautkrebs (Malignes Melanom).

 

Auftreten von Lungenmetastasen

Lungenmetastasen können solitär (einzeln) oder multipel (mehrere), einseitig oder beidseitig auftreten. Neben den Lungenmetastasen können zusätzlich auch Tochtergeschwülste des Primärtumors in anderen Organen vorliegen.

 

Beschwerden - Klinische Symptome

Die meisten Patienten mit Lungenmetastasen bleiben relativ lange beschwerdefrei. Meist werden die Tochtergeschwülste im Rahmen der regelmäßigen onkologische Nachsorge diagnostiziert.
 Die Symptome sind ähnlich unspezifisch wie bei einem primären Lungenkarzinom (Haupttumor befindet sich in der Lunge). Man findet Reizhusten, Gewichtsverlust und Nachtschweiß. Je nach Lage der Metastase/ Metastasen kann es zu Bluthusten (Hämoptysen) oder zur Zyanose kommen.

 

Diagnostik

In der Röntgenthoraxaufnahme erkennt man kleine „Rundherde“ die im ganzen Lungengewebe liegen können. Als derzeit bestes bildgebendes Verfahren kommt die, kontrastmittelverstärkte Dünnschicht-Computertomographie zur Anwendung, mit der man eine hochauflösende Darstellung des Lungengewebes und der angrenzenden Organe erreichen kann. Auf diese Art und Weise kann man auch kleinste Herde (bis zu 1 mm) diagnostizieren. In seltenen Fällen kann anhand der bildgebenden Verfahren nicht eindeutig geklärt werden, ob es sich um Lungenmetastasen handelt oder hier eine Raumforderung anderer Genese vorliegt. In diesen Fällen muss u. U. eine invasive Diagnostik zur Gewebegewinnung vorgeschaltet werden (CT-gesteuerte Punktion, Bronchoskopie mit Punktion.

 

Therapie und Behandlung

Vorraussetzung für die chirurgische Entfernung der Lungenmetastasen

  • Um über eine chirurgische Therapie der Tochtergeschwülste zu entscheiden, muss zunächst der Primärtumor kurativ behandelt werden.
  • Zudem sollten keine Metastasen in anderen Organen vorliegen, da man sonst von einem onkologisch nicht mehr sinnvoll behandelbarem Tumorleiden ausgehen muss.
  • Nur in Einzelfällen kommt aufgrund von Komplikationen oder sonst fehlender Therapieoption die Resektion von Metastasen mit rein palliativem Charakter (i. S. einer Reduktion der Gesamttumormasse) in Frage. Entscheidend für die operative Therapie der Metastasen ist, dass sie vollständig entfernbar sind (sog. R0-Ziel).

Bei Patienten mit schweren Begleiterkrankungen, besonders des Herz- Kreislauf-Erkrankungen, muss das Operationsrisiko gegenüber dem Nutzen der Therapie sorgfältig abgewogen werden.

Die Metastasenchirurgie sollte grundsätzlich einer kurativen (Kuration: Heilung) Zielsetzung folgen.

  • Mit der vollständigen Entfernung der Metastase/Metastasen wird für den Patienten das Ziel der Tumorfreiheit erreicht.
  • Die chirurgische Entfernung der Metastasen ist in Abhängigkeit vom Tumorstadium und der Tumorentität entweder als isoliertes Verfahren oder in Kombination mit einer Radiochemotherapie einsetzbar.
  • Neben der vollständigen Entfernung der Tumore steht die Erhaltung des prinzipiell ja gesunden Lungengewebes im Vordergrund.

Aus diesem Grunde hat die Laserchirurgie gegenüber den konventionellen Operationstechniken immer mehr an Bedeutung gewonnen. Konventionell lassen sich die Metastasen durch sogenannte Keilresektate entfernen. Hierbei werden mit speziellen Klammernahtgeräten metastasentragende Gewebekeile mit einem ausreichenden Sicherheitsabstand aus dem umgebenden Gewebe ausgeschnitten. Ein u. U. nicht unerheblicher Verlust an gesundem Lungengewebe muss hierbei akzeptiert werden.

In seltenen Fällen ist eine Lobektomie (Lungenlappenentfernung) bis hin zur Pneumonektomie (Entfernung eines gesamten Lungenflügels) nötig.

Eine zusätzliche Problematik der Metastasenchirurgie liegt in den präoperativ nicht nachweisbaren Mikrometastasen, die durch herkömmliche radiologische Untersuchungsmethoden (CT / PET-CT) nicht aufgedeckt werden können. Daher wird intraoperativ die Lunge vollständig palpiert (abgetastet) und nach Mikrometastasen gesucht, die ebenfalls entfernt werden. Die ist die besondere Domaine der Laserchirurgie.

 

Laserchirurgie

Die verschiedenen in der Medizin zugelassenen Operationslaser unterscheiden sich in ihrer Leistung und der Energie des ausgesandten Laserstrahles. In unserer Abteilung kommt ein Hochleistungsdiodenlaser zur Anwendung. Sein Vorteil ist die ausgeprägte Koagulationszone, die eine praktisch blutfreie Entfernung von Metastasen ermöglicht und eine hervorragende Abdichtung des Lungengewebes bewirkt.
Die Koagulationszone erlaubt die Schnittführung unmittelbar am Tumor und sorgt somit für einen minimalen Verlust an funktionsfähigem Lungengewebe. Konventionelle Operationstechnik und Laserresektion sind in gleicher Sitzung auch kombiniert einsetzbar.


Chronisch thromboembolische pulmonale Hypertonie (CTEPH)

- Allgemeines & Symptome

Akute Lungenembolie

Allgemeines

Die chronisch thromboembolische pulmonale Hypertonie (CTEPH) ist eine seltene, schwere Erkrankung. Ursächlich sind Blutgerinnsel, die meist aus den Venen der unteren Körperhälfte, mit dem Blutstrom in die Lunge eingeschwemmt werden (= akute Lungenembolie). Diese werden bei manchen Patienten zu Narbenmaterial umgebaut, das die Lungengefäße verlegt. In der Folge entsteht ein erhöhter Druck in den Lungenarterien (= pulmonale Hypertonie), was zu einer zunehmenden Belastung des rechten Herzens führt.

Man geht heutzutage davon aus, dass bei bis zu 5 % der Patienten, die eine akute Lungenembolie überleben, die Blutgerinnsel nicht aufgelöst werden, sondern zu Narben- oder Bindegewebe umgebaut werden und sich dann im weiteren Verlauf eine CTEPH entwickelt.

 

Symptome

Üblicherweise verspüren die meisten Patienten eine im Verlauf zunehmende Luftnot bei Belastung. Da die Beschwerden recht unspezifisch sind, vergehen zwischen dem Auftreten der ersten Symptome bis zur endgültigen Diagnosestellung durchschnittlich 14 Monate. Da sich viele Patienten dann in einem bereits fortgeschrittenen Krankheitsstadium befinden, sollte bei unklarer Atemnot, insbesondere nach stattgehabter Lungenembolie, eine zügige und exakte Diagnostik erfolgen, um die CTEPH nachzuweisen oder auszuschließen.

- Diagnostik

Pulmonalis Angiographie
Therapiealgorithmus Kerckhoff-Klinik

Zeichen der Rechtsherzbelastung im Herzultraschall (Echokardiografie) zusammen mit einem typischen Missverhältnis zwischen Belüftung und Durchblutung in der Lungenszintigrafie sollten Anlass sein, den Patienten in ein spezialisiertes CTEPH-Zentrum zu überweisen. Dort erfolgt neben weiteren bildgebenden Untersuchungen wie CT und Pulmonalis-Angiografie auch der Rechtsherzkatheter, zur exakten Bestimmung der Schwere des Lungenhochdrucks.

Die weitere Behandlung wird dann in einer wöchentlichen, interdiszplinären Konferenz festgelegt.

 

 

 

- Therapie

PEA

Operative Behandlung - pulmonale Endarteriektomie (PEA, auch PTE)
Ziel der PEA ist die Entfernung von Narbengewebe aus den Lungenschlagadern (Ausschälung der Lungenarterien). Bereits seit den späten 1980er Jahren ist bei gegebener Operabilität die pulmonale Endarteriektomie (PEA) die Therapie der Wahl für Patienten mit CTEPH. Hierdurch kann in den meisten Fällen eine deutliche Besserung bis hin zur Heilung (Normalisierung des Drucks in den Lungenarterien) erzielt werden, wobei das Risiko des Eingriffes mittlerweile in spezialisierten Zentren niedrig ist. Insgesamt sind etwa zwei Drittel der Patienten operabel, wobei diese Beurteilung vor allem von der Erfahrung des behandelnden Zentrums abhängt: einerseits werden in weniger erfahrenen Zentren mehr Patienten als inoperabel eingestuft, andererseits ist auch die Sterblichkeit der PEA in weniger erfahrenen Zentren höher. Diese liegt in spezialisierten Abteilungen bei unter 5 %.
Die Kerckhoff-Klinik verfügt über eines der vier größten PEA-Programme weltweit. Die Gesamtsterblichkeit beträgt nur noch  ca. 2 %, wobei das Risiko des einzelnen Patienten aufgrund der Schwere der Erkrankung und der Verteilung der Gefäßverschlüsse variieren kann. Eine entsprechende Einschätzung erhält jeder unserer Patienten vor der Operation.
Der Eingriff wird in Allgemeinnarkose durchgeführt. Zur Freilegung des Herzens wird das Brustbein längs eröffnet. Die Tätigkeit von Herz und Lungen wird dann von einer Herz-Lungen-Maschine übernommen. Hierfür wird das Blut aus den großen herznahen Venen abgenommen und nach Aufsättigung mit Sauerstoff in die Hauptschlagader zurückgeleitet. Zudem wird der Patient durch Erniedrigung der Bluttemperatur auf 18 °C abgekühlt. Dieser Schritt ist notwendig, um die Durchblutung des Körpers für die Zeit der Ausschälung der Lungenarterien zu stoppen. Die Lunge verfügt über eine besondere Gefäßversorgung mit zusätzlichen Gefäßen aus der Körperschlagader zur Versorgung der Lungenzellen. Würde man die Durchblutung nicht unterbinden, wäre die Sicht des Operateurs stark eingeschränkt und damit eine Verletzung der Lungengefäße möglich. Nach Entfernung des Narbenmaterials beginnt die Wiedererwärmung auf 36 °C. Nach Abgang von der Herz-Lungen-Maschine und Kontrolle des OP-Feldes werden die Brustbeinhälften durch Drähte aneinandergefügt, die dort verbleiben und im Allgemeinen keine Störungen oder Beschwerden verursachen. Nach der Operation erfolgt die Verlegung auf die Intensivstation, wo Herztätigkeit, Kreislauf und Flüssigkeitshaushalt überwacht sowie durch Infusionen und Medikamente stabilisiert werden. Die meisten Patienten werden am zweiten Tag nach der Operation auf die Normalstation verlegt. Nach Entfernen der Wunddrainagen wird mit einer zeitlebens fortzuführenden Blutverdünnung begonnen. Nach insgesamt ca. 12 Tagen wird der Patient wieder nach Hause entlassen. Wir empfehlen und organisieren gerne für jeden Patienten eine anschließende Rehabilitationsmaßnahme in spezialisierten Kliniken.
Nach einem Jahr sollte eine Nachkontrolle inklusive einer Rechtsherzkatheteruntersuchung erfolgen. Bis dahin übernimmt die Nachsorge ein auf Lungenhochdruck spezialisierter Internist. Die Anbindung an eine Schwerpunkt-Ambulanz ist zu empfehlen.

Aufklärung PEA

 

Gezielte, medikamentöse Therapie
Patienten mit inoperabler CTEPH werden medikamentöse behandelt. Mittlerweile steht mit Riociguat die erste hierfür zugelassene Substanz zur Verfügung. Klinisch konnte hierdurch eine deutliche Reduktion des Lungengefäßwiderstandes sowie eine Verlängerung der 6-Minuten-Gehstrecke beobachtet werden. Diese Therapie wurde federführend durch Herrn Prof. Dr. H.-A. Ghofrani (Direktor der Abteilung allgemeine Pneumologie, Kerckhoff-Klinik) entwickelt, wofür er den Deutschen Zukunftspreis des Bundespräsidenten in 2015 erhalten hat.


Pulmonale Ballonangioplastie (BPA)
Seit der ersten Beschreibung in 1988 wurde die pulmonale Ballonangioplastie (BPA) anfangs nur sehr selten durchgeführt. Seit etwa 2010 haben verschiedene Arbeitsgruppen vor allem aus Japan Erfahrungen mit größeren Patientengruppen gesammelt. Seit März 2014 wird dieser spezielle Eingriff auch in der Kerckhoff-Klinik angeboten. Mittlerweile gehört unsere Abteilung zu den größten BPA-Zentren weltweit. Alle Patienten werden dabei durch ein erfahrenes und speziell-geschultes BPA-Team betreut (Abb.1)
Mit Hilfe der BPA können weit peripher gelegene Veränderungen der Pulmonalarterien mittels eines Führungsdrahtes erreicht und anschließend mit einem Ballon aufgedehnt werden. Jedoch können dabei, in Abhängigkeit von der Schwere der Erkrankung, nur wenige Läsionen auf einmal behandelt werden. Es sind daher mehrere Sitzungen erforderlich (Abb.2).
Die BPA wird am wachen Patienten durchgeführt. Über einen venösen Zugang in der Leiste wird eine Schleuse eingebracht, über die dann Führungskatheter und –drähte vorgeschoben werden (Abb.3).
Entsprechend der vorab festgelegten Zielgebiete werden die jeweiligen Segmentarterien mit einem Draht sondiert und anschließend die Veränderungen mit speziellen Ballons aufgedehnt. Hierdurch kommt es zu einer Zerreißung narbiger Fasern, die das Lungengefäß eingeengt oder verlegt hatten (Abb.4).
Durch die BPA verbessert sich die Durchblutung des Lungengewebes. Hierdurch verbessern sich Lungenhochdruck, Sauerstoffaufnahme ins Blut und Belastung des rechten Herzens. Dadurch nimmt die körperliche Belastbarkeit des Patienten deutlich zu (Abb.5).

 

 

Abb.1: BPA-Team
Abb.2: Periphere CTEPH
Abb.3: Ballonkatheter
Abb.4: Effekt der BPA
Abb.5: Erfolgreiche BPA
 
 
 
 
 

Zentrale Kerckhoff-Klinik
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Ärztlicher Bereitschaftsdienst (bundesweit)
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Euronotruf
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Polizei
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