25.07.2019 - Herzschwäche – immer mehr Menschen brauchen stationäre Behandlung


Experten geben Überblick über neueste Möglichkeiten zur Diagnostik und Therapie der Erkrankung

Ursachen der Herzschwäche rechtzeitig erkennen und gezielt behandeln – darüber informierten Herz-Experten der Kerckhoff-Klinik beim mittlerweile 18. Herzinsuffizienz-Symposium für Arzte und Wissenschaftler. Schwerpunkt lag auf neuen Diagnosemöglichkeiten, der Telemedizin und innovativen Therapien zur Behandlung entzündlicher Herzmuskelerkrankungen. Die zahlreich erschienen Gäste konnten  sich über die neuesten Entwicklungen informieren.

 

Trotz moderner Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten der Herzmedizin sterben in Deutschland immer noch weit mehr Patienten an Herzerkrankungen als an Krebs. Laut Deutscher Herzstiftung sind in Deutschland fast 2,5 Millionen Menschen von Herzinsuffizienz betroffen, und die Zahl der stationären Aufnahme wegen der Erkrankung stieg zwischen 2015 und 2017 um mehr als 20.000 an. Im schlimmsten Fall kann nur eine Herztransplantation helfen.
Unter der wissenschaftlichen Leitung von Prof. Dr. Christian Hamm, Dr. Andreas Rieth, Prof. Dr. Veselin Mitrovic, Prof. Dr. Markus Schönburg und Frau Prof. Dr. Birgit Aßmus stellten Herz-Experten der Kerckhoff-Klinik und des UKGM in Gießen sowie ein ausgewiesener Spezialist der Universitätsmedizin in Greifswald den zahlreich erschienenen niedergelassenen Medizinern und Kollegen aus anderen Kliniken Neues und Bewährtes auf dem Gebiet der Herzinsuffizienz vor.

 

Problemfall Systemerkrankung
PD Dr. Andreas Rolf, leitender Oberarzt an der Kerckhoff-Klinik, verschaffte den Zuhörern einen Überblick über den neuesten Stand zur Diagnostik der relativ seltenen, aber immer mehr ins Bewusstsein der Mediziner rückenden Systemerkrankungen Sarkoidose und Amyloidose, die auch den Herzmuskel betreffen und dadurch zu einer Herzschwäche führen können. Die Diagnosestellung ist schwierig, kann aber mittlerweile durch die Kombination von MRT und PET/CT wesentlich verbessert werden. Beide Methoden stehen an der Kerckhoff-Klinik zur Verfügung und werden zunehmend eingesetzt.

 

„Lebensretter 4.0“: Telemedizin
Aktuelle Aspekte der Telemedizin beleuchtete Fr. Prof. Birgit Aßmus in ihrem Vortrag zu den innovativsten Verfahren. Die Telemedizin macht die unmittelbare Informationsübertragung vom Patienten zum behandelnden Arzt möglich und verschafft dem behandelnden Arzt so die Möglichkeit, bei dem betroffenen Patient kurzfristige Therapieanpassungen vorzunehmen. Die Telemedizin findet zunehmend Verbreitung und wird in der Kerckhoff-Klinik bereits erfolgreich eingesetzt.

 

Brandneu: Immunadsorption filtert Antikörper aus dem Blut heraus
Ein neuartiges Verfahren zur Behandlung entzündlicher Herzmuskelerkrankungen stellte Prof. Dr. Stephan Felix von der Universitätsmedizin Greifswald vor. Die sogenannte „Immunadsorption“, eine Art Blutwäsche, filtert schädliche Eiweißstoffe, sogenannte Antikörper, aus dem Blut heraus. Diese Antikörper können körpereigenes Gewebe, darunter auch Herzmuskel, schädigen.
Die Methode scheint erfolgsversprechend, wird allerdings zunächst noch in einer großen, nach strengen wissenschaftlichen Kriterien aufgebauten Studie untersucht. Ergebnisse hierzu werden Ende 2019 erwartet.

 

„Wir freuen uns jedes Jahr sehr über die rege Beteiligung an der Veranstaltung. Es zeigt, dass die Kollegen aus Praxen, aber auch aus Kliniken zunehmend mit dieser Erkrankung konfrontiert werden. Hier auf dem neuesten Stand zu bleiben und sich mit neuen Therapiemöglichkeiten auseinanderzusetzen, macht es den Kolleginnen und Kollegen möglich, ihre Patienten bestmöglich zu behandeln“, resümierte Prof. C. Hamm, Ärztlicher Direktor und Direktor der Abteilung für Kardiologie an der Kerckhoff-Klinik. „Wir werden die Veranstaltung auch in den nächsten Jahren fortführen, um so einen wesentlichen Beitrag zur optimalen Behandlung der betroffenen Patienten in der Region und darüber hinaus sicherzustellen.“

 

 

 
 
 
 
 

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