09.09.2019 - Herzklappenersatz ohne Operation

Von links nach rechts: Frau Dr. Heike Baumgarten, Dr. Matthias Renker, Dr. Won.-Keun Kim, Prof. Dr. Christoph Liebetrau, Prof. Dr. Christian Hamm, Ärztlicher Direktor und Direktor Abteilung Kardiologie, Prof. Dr. Markus Schönburg, kommissarischer Direktor Abteilung Herzchirurgie, Dr. Thore Körschgen, PD. Dr. Ulrich Fischer-Rasokat, Frau Sina Schmidt, Dr. Nicolas Dr. Hoffmann, Dr. He Sub Sim

Herzklappenersatz ohne Operation

- Kerckhoff-Klinik zählt zu international führenden Zentren bei interventioneller Behandlung von Herzklappenfehlern

- 3.500 per Katheter ausgetauschte Aortenklappen (TAVI)

- Bereits 10-jährige Erfahrung in Katheter-gestützten Reparatur von Mitralklappen

 

Gleich doppelter Grund zur Freude:  Die Kerckhoff-Klinik aus Bad Nauheim zählt mit 3.500 per Katheter ausgetauschten  Aortenklappen (TAVI) seit Beginn dieser innovativen und schonenden Behandlungsform und einer bereits 10-jährigen Erfahrung in der Katheter-gestützten Reparatur von Mitralklappen zu einem der international führenden Zentren bei der interventionellen Behandlung von Herzklappenfehlern.
Damit das Blut stets in die richtige Richtung fließt, besitzt das Herz ein Ventilsystem.

Dieses System wird gestört, wenn sich eine Klappe nicht ausreichend öffnet (Klappenverengung oder –stenose), so dass der Herzmuskel gegen einen erhöhten Widerstand arbeiten muss. Oder aber eine Klappe schließt nicht richtig (Klappeninsuffizienz), was zur Folge hat, dass das Blut im Herzen teils entgegen der normalen Strömungsroute fließt. Wer an einer solchen Herzklappenerkrankung leidet, hat häufig Atemnot, Beklemmungen in der Brust oder Schwindel.
Bei schweren Formen einer Klappenerkrankung ist die herzchirurgische Behandlung üblich und etabliert – es sei denn, das Risiko für eine konventionelle Operation am offenen Herzen ist zu hoch, z.B. durch schwere Begleiterkrankungen, Herz-Voroperationen, eine vorangegangene Bestrahlungstherapie des Brustkorbs, bei fortgeschrittenem Alter oder Gebrechlichkeit.

In solchen Fällen setzen die Herzspezialisten der Kerckhoff-Klinik seit langem auf moderne interventionelle Techniken. Dazu zählen u.a. die transkutane Aortenklappenimplantation (TAVI) und die Katheter-gestützte Reparatur der Mitralklappe. Um den besonderen Umständen und Bedürfnissen dieser Patienten gerecht zu werden, bietet die Kerckhoff-Klinik eine eigene Klappensprechstunde an, in der Patienten, die für eine interventionelle Behandlung der Herzklappen in Frage kommen, gezielt untersucht und beraten werden.
„Die Entscheidung für oder gegen ein interventionelles Vorgehen wird vom sogenannten Herz-Team getroffen. Dabei beziehen die Verantwortlichen neben dem allgemeinen Gesundheitszustand des Patienten auch bestimmte anatomische und technische Gegebenheiten mit ein, die eventuell für oder gegen einen solchen Eingriff sprechen“, so Dr. Won.-Keun Kim, leitender Oberarzt für interventionelle Herzklappentherapie der Kerckhoff-Klinik.

Ein Herz-Team besteht aus Ärzten verschiedener Fachrichtungen, darunter Kardiologen, Herzchirurgen und Anästhesisten, teils auch Radiologen, Neurologen, Intensivmediziner und Spezialisten anderer Disziplinen. Zahlreiche wichtige Assistenzberufe, u.a. Kardiotechniker, OP- und Anästhesiepflegekräfte sowie Operationstechnische Assistenten, runden das gesamte Team ab.

„Ziel ist es, in jedem Einzelfall Nutzen und Risiken aller verfügbaren Therapieoptionen sorgfältig gegeneinander abzuwägen, um gemeinsam eine individuelle Behandlungsstrategie zu finden. Nur so kann ein optimales Ergebnis erzielt und sichergestellt werden, dass der medizinische Fortschritt beim Patienten ankommt“, erklärt Prof. Dr. Christian Hamm, Ärztlicher Direktor und Direktor der Abteilung Kardiologie der Kerckhoff-Klinik.

 

Enorme TAVI-Expertise: 3.500 Mal Aortenklappen-Ersatz per Katheter

Transkutane Aortenklappen Implantation (kurz: TAVI) bezeichnet eine interventionelle Methode, bei der verengte Aortenklappen mit Hilfe von Kathetern ersetzt werden können. Die erste kathetergeführte Implantation einer biologischen Herzklappenprothese wurde am 16. April 2002 erfolgreich durch den französischen Kardiologen Alain Cribier in Rouen durchgeführt und löste eine Revolution in der Herzmedizin aus.
In der Kerckhoff-Klinik wurde diese biologische Aortenklappe, die ungefähr so groß ist wie ein Zwei-Euro-Stück und an einen Mini-Maschendrahtzaun erinnert, bereits 3.500 Mal mit einem dünnen, flexiblen Schlauch (Katheter) in der Regel über die Leistengefäße implantiert, über die Hauptschlagader bis zum Herzen vorgeschoben, platziert und erfolgreich entfaltet. Diese Anzahl an TAVI-Prozeduren und die niedrige Komplikationsrate sind im nationalen und selbst im internationalen Vergleich beeindruckend und spiegelt die enorme Expertise dieses Zentrums wider.

 

Seit 10 Jahren: Behandlung undichter Mitralklappen mit Kathetern
Die Mitralklappeninsuffizienz, oder „Undichtigkeit“ der Mitralklappe, ist eine häufige Herzerkrankung. Bereits seit 10 Jahren werden in der Kerckhoff-Klinik interventionelle Eingriffe zur Behandlung der Mitralklappeninsuffizienz durchgeführt. Auch hier zählt die Klinik zu den Pionieren auf diesem Gebiet und kann eine langjährige Expertise aufweisen.
Bei diesem Verfahren kommen verschiedene  Katheter-basierte Reparatur-Techniken zum Einsatz. Am häufigsten werden durch eine Spange die beiden Segel der Mitralklappe aneinander geführt, so dass die Undichtigkeit der Herzklappe behoben werden kann. „Gemeinsam im Herz-Team werden von einweisenden Kollegen vorgestellte Patienten begutachtet und dann ein maßgeschneidertes Therapie-Konzept entwickelt“, so PD Dr. Ulrich Fischer-Rasokat, leitender Oberarzt Kardiale Bildgebung der Kerckhoff-Klinik.

Entscheidet sich das Team für eine Katheter-gestützte Reparatur der Mitralklappe, wird über die Leistenvene ein dünner Schlauch (Katheter) bis zur defekten Mitralklappe vorgeschoben. An der Spitze des Katheters befindet sich eine Spange, die wie eine „Wäscheklammer“ aussieht und mittels kontinuierlicher Ultraschallkontrolle an die richtige Stelle an beiden Segeln der Mitralklappe platziert wird. Durch die Sichtkontrolle und die Möglichkeit der Repositionierung oder der Platzierung mehrerer Spangen wird das optimale Resultat erzielt und die Undichtigkeit beseitigt. „Um den Erfolg der Behandlung zu überprüfen und insbesondere Komplikationen auszuschließen, sind regelmäßige Nachuntersuchungen enorm wichtig. Dafür bietet die Kerckhoff-Klinik ein spezielles Nachsorgeprogramm für alle interventionell behandelte Patienten an, um die korrekte Funktion des eingebrachten Systems und des Herzens allgemein auch im Verlauf zu erfassen und die Medikation entsprechend anzupassen“, erläutert Prof. Dr. Christoph Liebetrau, Geschäftsführender Oberarzt und leitender Oberarzt des Herzkatheterlabors der Kerckhoff-Klinik.

 

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