HERZKLAPPENAMBULANZ

Information Patienten

Flussdiagramm zum Ablauf der Evaluation bei TAVI

Anmeldung & Terminierung

Die Terminvergabe der Klappenambulanz erfolgt über die Termin-Koordination Kardiologie (Kontaktdaten weiter unten).

Als Spezialsprechstunde findet die Klappenambulanz Mittwoch vormittags statt, in Einzelfällen können jedoch Termine auch individuell abgesprochen werden.

Gesetzlich versicherte Patienten (ambulant):
Untersuchungsmöglichkeiten nach Maßgabe der Kassenärztlichen Vereinigung: Für gesetzlich versicherte Patienten erfolgt die Behandlung im Rahmen Ihrer Krankenversicherung auf Überweisung durch Fachärzte für Innere Medizin (nicht hausärztlich tätig), siehe auch unter.

  • Fachärzte für Allgemeinmedizin dürfen uns die Patienten nicht direkt zuweisen. Sie können jedoch den Patienten, falls erforderlich, mittels einer Einweisung zur Prüfung der Notwendigkeit einer stationären Aufnahme vorstationär vorstellen.
  • Selbstzahler: Sollten Sie sich auf eigene Rechnung in unserer Klinik untersuchen und behandeln lassen wollen, bitten wir Sie, sich mit uns in Verbindung zu setzen.
  • Aus organisatorischen Gründen ist eine offene Sprechstunde nicht möglich.Terminvereinbarungen und Anfragen werden über die Termin- Koordination Kardiologie vorgenommen:
    Tel.: + 49 60 32. 9 96 20 00 oder -25 76
    Fax: + 49 60 32. 9 96 25 46
    Montag bis Freitag: 07.30 bis 16.30
    (danach Anrufbeantworter - wir rufen Sie am kommenden Werktag zurück)

Privat versicherte Patienten (ambulant):
Wenn Sie privat versichert sind, erfolgt die Anmeldung über das Sekretariat der Privatambulanz von Prof. Dr. C. Hamm.
Sekretariat der Privatambulanz:
Frau G. Müller-Weirich
Frau C. Rudolf
Tel.: + 49 6032. 9 96 22 02 oder 22 06
Fax: + 49 6032. 9 96 22 98

Kontakt

Herzzentrum

Kerckhoff-Klinik GmbH

Abt. f. Kardiologie - Herzklappenambulanz

Bereichsleitung: Dr. med. W. K. Kim

Benekestr. 2 - 8

61231 Bad Nauheim

Tel.: + 49 60 32. 9 96 20 00 oder -25 76
Fax: + 49 60 32. 9 96 25 46

Montag bis Freitag: 07.30 bis 16.30

(danach erreichen Sie unseren Anrufbeantworter - wir rufen Sie am kommenden Werktag zurück)
Privat versicherte Patienten (ambulant):

Wenn Sie privat versichert sind, erfolgt die Anmeldung über das Sekretariat der Privatambulanz von Prof. Dr. C. Hamm.
Tel.: + 49 60 32. 9 96 22 02 oder -22 06
Fax: + 49 60 32. 9 96 22 98


Oberarzt
Dr. W.- K. Kim
Bereichsleitung

Liebe Patientinnen, liebe Patienten, liebe Gäste, 

in den letzten Jahren wurden in der Kerckhoff-Klinik moderne interventionelle Techniken zur Behandlung von Herzklappenerkrankungen eingeführt. Zu diesen neuen Verfahren zählt die transkutane Aortenklappenimplantation (TAVI), bei der hochgradige Verengungen der Aortenklappe entweder über die Leiste oder über die Herzspitze per Kathetertechnik behandelt werden. In der Folge entstand ein zunehmender Bedarf für eine spezialisierte Betreuung dieser Patienten. Dem wurde durch eine im Jahre 2008 etablierte Sprechstunde Rechnung getragen, welche den besonderen Umständen und Bedürfnissen dieser Patienten gewidmet ist.

Ein wesentlicher Bestandteil unserer Aufgaben liegt in der Beurteilung von Patienten, die eine TAVI oder einen Mitralklappen-Clip erhalten sollen sowie deren fachgerechte Nachbetreuung. In vielen Fällen ist bereits bei der ersten Untersuchung eine Vorabbeurteilung über die zugrundeliegende Klappenerkrankung, dessen Schweregrad sowie den Gesamtzustand und die Begleiterkrankungen des Patienten möglich. Hierfür stehen uns alle notwendigen kardiologischen Untersuchungsmethoden zur Verfügung. Nicht selten werden wir von zuweisenden Ärzten oder Patienten um eine Zweitmeinung gebeten. Ein herausragender Vorteil ist die sehr enge Zusammenarbeit zwischen Kardiologen und Herzchirurgen, welche durch gemeinsame personelle Besetzung der Sprechstunde sowie die mehrmals wöchentlich stattfindenden interdisziplinären Klappenkonferenzen ihren Ausdruck findet. Bei der Indikationsstellung richten wir uns nach den Richtlinien der Europäischen und Deutschen Gesellschaft für Kardiologie. Es ist uns ein großes Anliegen, den Patienten und Angehörigen die Diagnosen und die Behandlungsmöglichkeiten auf verständliche Art und Weise zu erläutern und die erforderlichen diagnostischen als auch therapeutischen Schritte gemeinsam zu planen. Dabei soll stets die individuelle Situation als Bedürfnisse der Patienten berücksichtigt und möglichst auch die Angehörigen einbezogen werden.

Mit freundlichen Grüßen OA Dr. W.- K. Kim, Bereichsleitung

Notfälle

Sie erreichen den diensthabenden Arzt der Abt. f. Kardiologie über

Tel.: + 49 60 32. 9 96 0 (Zentrale der Klinik)

Aortenklappenstenose - Krankheitsbild & Diagnostik

Abb. 1: Kardiales MRT einer gesunden Aortenklappe und bei hochgradiger Stenose (re)
Abb. 2: Messung des Aortenklappenring-Durchmessers im TEE.
Abb. 3: Messung des Aortenklappenring-Durchmessers im CT

Krankheitsbild

Die Aortenklappenstenose ist der häufigste Herzklappenfehler des Erwachsenen und stellt eine Verengung Aortenklappenöffnung durch Verklebung bzw. Verkalkung der Klappensegel dar. Zu den wichtigsten Ursachen gehören neben rheumatischen Erkrankungen vor allem Degenerationsprozesse im fortgeschrittenen Alter. Aufgrund der zunehmenden Lebenserwartung und der demografischen Entwicklung unserer Gesellschaft ist daher mit einem Zuwachs von Erkrankungsfällen zu rechnen. Durch die Einengung der Öffnungsfläche ist der Blutfluß aus dem linken Herzen in den Kreislauf behindert und das Herz muß gegen einen erheblichen Widerstand arbeiten. Hierdurch können Symptome wie Luftnot, Brustschmerzen, Schwindel oder Bewußtlosigkeit auftreten. Die Veränderungen an der Aortenklappe verlaufen schleichend meist über mehrere Jahre, sodass das Herz anfangs in der Lage ist, sich der  allmählich zunehmenden Einengung anzupassen. Unterschreitet die Öffnungsfläche einen gewissen individuellen Grenzwert, können schließlich Beschwerden auftreten. Man weiß, daß die Prognose dieser Erkrankung extrem schlecht ist, sobald Symptome vorhanden sind. Daher sollten inbesondere diese Fälle ohne große Verzögerung einer definitiven Behandlung zugeführt werden.

 

Diagnostik und Ablauf der Evaluation
Nach dem ersten Gespräch in der Ambulanz wird in der Regel ein Termin für eine stationäre Untersuchung vereinbart. Je nach vorhandenen Vorbefunden werden hierfür ein Ultraschall des Herzens, eine Computertomographie bzw. MRT des Herzens und ein Herzkatheter benötigt.  Eine akribische Befunderhebung ist zwingende Voraussetzung für die richtige Auswahl des Therapieverfahrens als auch für den Erfolg des Eingriffes selbst. Hierfür stehen in unserer Klinik alle modernen kardiologischen Untersuchungsverfahren zur Verfügung und werden von erfahrenen Ärzten sorgfältig durchgeführt. Auf Grundlage der erhobenen Befunde wird geprüft, ob der Patient technisch für die Prozedur in Frage kommt (beispielsweise bei zu grossem Herzklappenring), welcher Klappentyp verwendet wird und über welchen Zugangsweg (Leistengefässe oder Herzspitze) der Eingriff vorgenommen wird. Jeder Fall wird in unserer interdisziplinären Klappenkonferenz vorgestellt und eine Übereinkunft zum weiteren Vorgehen gebildet.

Therapie & Eingriff

AÖF vor TAVI: hochgradige Einengung
Team während des Eingriffs
AÖF nach TAVI: Klappenprothese im Querschnitt
Team während des Eingriffs

Therapie der Aortenklappenstenose

Die einzig kausale Behandlung der schweren Aortenklappenstenose stellt die Operation mit Einsetzen einer neuen Herzklappe dar. Dieser Eingriff wird seit vielen Jahrzehnten bei geeigneten Patienten mit geringem Risiko durchgeführt und stellt derzeit den Goldstandard dar.
Bei zahlreichen Patienten bestehen jedoch erhebliche Begleiterkrankungen, die ein deutlich erhöhtes Operationsrisiko mit sich bringen. Solche Patienten werden dann häufig nicht zur operativen Therapie vorgestellt oder von den Chirurgen abgelehnt.  Anhand der Daten eines großen europäischen Registers zeigt sich, dass bei 32% aller Patienten bei denen ein Aortenklappenersatz notwendig ist, dieser nicht durchgeführt wird.
Das Spektrum alternativer Therapieformen ist begrenzt. Die alleinige medikamentöse Therapie ist zwar geeignet Symptome zu lindern, vermag jedoch nicht das Fortschreiten der Erkrankung zu verhindern.

  • Ballonvalvuloplastie
    In den 80er Jahren wurde als Alternative zur chirurgischen Therapie die Ballondehnung der Aortenklappe (Aortenklappenvalvuloplastie) eingeführt. Damit kann eine deutliche Besserung der Beschwerden der Patienten erreicht werden, in vielen Fällen kommt es jedoch bereits innerhalb eines Jahres zu einem Erkrankungsrezidiv.  Ausserdem besteht das Risiko einer Undichtigkeit der Aortenklappe.
  • Perkutane Aortenklappenimplantation
    Mit der Entwicklung der kathetergesteuerten, perkutanen Herzklappenimplantation hat nun ein neues Zeitalter der Therapie der Aortenklappenstenose begonnen. Mit diesem Verfahren können jetzt auch Patienten mit hohem Operationsrisiko behandelt werden, die bisher als inoperabel galten. Dabei wird über eine spezielle Kathetertechnik von der Beinschlagader oder Herzspitze aus eine neue biologische Herzklappe an Stelle der alten erkrankten Klappe eingesetzt. Hierdurch können ein grosser Brustbeinschnitt  und der Einsatz einer Herz-Lungen-Maschine vermieden werden. Der Eingriff selbst dauert etwa 30-60 min und wird meistens in Vollnarkose durchgeführt. Bei hohem Narkoserisiko ist jedoch auch ein Eingriff in Analgosedierung ohne Vollnarkose möglich. Insgesamt ist die kathetergestützte Implantation einer neuen Herzklappe für das Kollektiv der Hochrisikopatienten weit schonender und mit einem geringeren Risiko verbunden. In einer Studie mit ausgewählten, besonders stark erkrankten (und somit konventionell nicht operablen) Patienten konnte die Ein-Jahres-Sterblichkeit von 50,7% (ohne OP) auf 30,7% (Katheterverfahren) gesenkt werden.

Die Kerckhoff-Klinik zählt zu den führenden Herzchirurgischen Zentren in Deutschland und verfügt seit Jahren über eine besondere Expertise für das Management von Patienten mit Herzklappenerkrankungen.
In enger Kooperation der Abteilung für Kardiologie und Kardiochirurgie, konnte in den letzten Jahren das therapeutische Spektrum der Aortenklappenstenose entscheidend erweitert werden. Geeigneten Patienten kann nun auch dieses neue Therapieverfahren der kathetergesteuerten Aortenklappenimplantation an der Kerckhoff-Klinik angeboten werden. Die Kerckhoff-Klinik gehört damit zu den wenigen Zentren in Deutschland und Europa, die nach einer lang andauernden Schulung für dieses Verfahren zertifiziert wurden und diese neue Therapie in der klinischen Routine in großer Zahl durchführt.

 

Interdisziplinäre Zusammenarbeit

Jede Klappenimplantation wird von einem Team bestehend aus einem Herzchirurgen und einem Kardiologen gemeinsam in einem speziellen Operationsraum durchgeführt und durch einen Kardio-Anästhesisten begleitet.

Das Ergebnis des Eingriffs wird umgehend durch die kontinuierlich laufende Schluckechokardiographie und durch kontrastmittelgestützte Darstellung der Aortenwurzel überprüft. Im Falle, dass Komplikationen während oder nach dem Eingriff auftreten sollten, stehen in unserer Einrichtung alle interventionellen und operativen Möglichkeiten zur sofortigen Notfalltherapie zur Verfügung. Alle Patienten werden postoperativ für 1-2 Tage auf unserer Intensivstation überwacht. In der Regel können die Patienten bei reibungslosem Verlauf die Klinik nach ca. 1 Woche verlassen.

Nachsorge

Da es sich bei der TAVI um ein spezielles Verfahren handelt, das nur in ausgewählten Zentren zur Verfügung steht, bieten wir allen Patienten Nachsorgeuntersuchungen in unserer Klinik an.

Hierdurch ist gewährleistet, dass mögliche drohende Probleme rechtzeitig erkannt und ggf. notwendige Maßnahmen eingeleitet werden.Durch die weitgehend kontinuierliche personelle Besetzung entsteht in vielen Fällen auch ein besonderes Vertrauensverhältnis zum Ambulanz-Team, welches von den Patienten sehr geschätzt wird. Aber auch falls Probleme auftreten sollten, fühlen wir uns verantwortlich für unsere Patienten und sind gerne Ansprechpartner für alle Fragen rund um die Klappenimplantation.

Stationäre Aufnahme / Übernahme

In dringenden Fällen ist auch eine stationäre Aufnahme bzw. Übernahme aus anderen Kliniken möglich. Die Evaluation erfolgt dann im stationären Rahmen und wird durch unser Klappenteam geleitet.
Terminvereinbarungen und Anfragen können entweder über die Termin-Koordination Kardiologie (siehe Kontaktdaten ambulante Patienten) oder direkt mit dem zuständigen Oberarzt (OA Dr. Ricken, in Vertretung OA Dr. Rieth) vorgenommen werden.
Für spezielle Fragen können Sie sich auch direkt mit der TAVI - Koordination (Sekretariat Katheterlabor, Dr. Kim/Kardiologie oder Dr. Van Linden/Herzchirurgie) in Verbindung setzen.
Tel.: + 49 6032. 9 96 22 46 oder über die Zentrale den jeweiligen Arzt anfunken lassen.

 
 
 
 
 

Zentrale Kerckhoff-Klinik
+49 60 32. 99 60

Ärztlicher Bereitschaftsdienst (bundesweit)
116117

Euronotruf
112

Polizei
110

 

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