HERZKATHETERLABOR & INTERVENTIONELLE KARDIOLOGIE

Information Patienten

24 Std. Notfallversorgung

 

Interventionelle Behandlung des akuten Herzinfarkts

(24-Stunden Notfallversorgung)

Der Herzinfarkt, Herzanfall oder Myokardinfarkt ist eine akute und lebensbedrohliche Erkrankung des Herzens.Es handelt sich um das Absterben oder den Gewebsuntergang (Infarkt) von Teilen des Herzmuskels (Myokard) auf Grund einer Durchblutungsstörung (Ischämie), die in der Regel länger als 20 Minuten besteht.
Leitsymptom des Herzinfarktes ist ein plötzlich auftretender, mehr als 20 Minuten anhaltender und meist starker Schmerz im Brustbereich, der in die Schultern, Arme, Unterkiefer und Oberbauch ausstrahlen kann. Er wird oft von Schweißausbrüchen, Übelkeit und evtl. Erbrechen begleitet.
Allerdings treten bei etwa 25 % aller Herzinfarkte nur geringe oder keine Beschwerden auf. Im Gegensatz zum Angina-Pectoris-Anfall kommt es beim Herzinfarkt immer zum kompletten Gewebsuntergang eines Teils des Herzmuskels, in den meisten Fällen durch den Verschluss eines Herzkranzgefäßes.
In der Akutphase eines Herzinfarktes treten häufig gefährliche Herzrhythmusstörungen auf. Auch kleinere Infarkte führen nicht selten über Kammerflimmern zum Sekundenherztod, etwa 30 % aller Todesfälle beim Herzinfarkt ereignen sich vor jeder Laienhilfe oder medizinischen Therapie.

Eine umgehende Alarmierung des Rettungsdienstes und eine rasche und fachgerechte Therapie ist eine Grundvoraussetzung um Komplikationen zu vermeiden. Als Therapie der ersten Wahl hat sich in den letzten Jahren die frühe Kathetertherapie herausgestellt.

Zur optimalen Behandlung des Herzinfarktes hat die Kerckhoff-Klinik mit den umliegenden Krankenhäusern ein Netzwerk aufgebaut. Dieses stellt sicher, dass alle Patienten mit akutem Herzinfarkt ohne Zeitverzögerung in unser Herzkatheterlabor gebracht werden können. Hier werden die Notfallpatienten nach den derzeit besten Standards behandelt. Rund um die Uhr steht ein spezialisiertes Expertenteam zur Verfügung, um dringende Eingriffe sofort vorzunehmen. Eine schnelle Behandlung des Herzinfarktpatienten hilft, den durch den Gefäßverschluss verursachten Schaden am Herzmuskel zu begrenzen. So kann die Überlebenschance erhöht und die Lebenserwartung und -qualität nach dem Infarkt verbessert werden.

Kontakt

Herzzentrum

Abt. f. Kardiologie

Herzkatheterlabor

Bereichsleitung: PD Dr. C. Liebetrau

Sekretariat

Frau K. Maier, Frau S. Söth

Tel.: + 49 60 32. 9 96 26 20 oder 26 46

Fax: + 49 60 32. 9 96 23 13

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OA PD Dr. C. Liebetrau

Liebe Patientinnen, liebe Patienten, sehr geehrte Gäste,

ein Schwerpunkt der Abteilung für Kardiologie ist die Diagnostik und Behandlung von erworbenen und strukturellen Herzerkrankungen. Dazu gehören die koronare Herzerkrankung, Herzklappenerkrankungen und Herzmuskelerkrankungen.
Wir führen in unserer Klinik jährlich ca. 6000 Herzkatheteruntersuchungen durch, 3000 davon sind interventionelle Therapien. Die große Erfahrung der Mitarbeiter unseres Katheterteams garantiert dabei höchste Sicherheit.

Eine Herzkatheter-Notfallversorgung ist rund um die Uhr (7 Tage in der Woche, 24 h / Tag) gewährleistet, um Patienten mit einem akuten Koronarsyndrom und Herzinfarkt rechtzeitig und adäquat behandeln zu können.

Mit freundlichen Grüßen

PD Dr. C. Liebetrau, Bereichsleitung

Notfälle

Sie erreichen den diensthabenden Arzt Kardiologie über die Zentrale der Klinik

Tel.: + 49 60 32. 9 96 0

 

Rettungsfahrzeuge (RTW / NAW):

Anfahrt über die Krankenwagenzufahrt der Klinik (Ludwigstraße 35).

Bitte nutzen Sie die Aufzüge, das Herzkatheterlabor (HKL) befindet sich im 1. OG

Verlassen Sie den Aufzug nach links, nächster Flur rechts, Sie stehen direkt vor dem Eingang zum HKL!

Zufahrt HKL über Ludwigstr.

Mitarbeiter

OA PD Dr. C. Liebetrau
OA PD Dr. A. Rolf

Ärztliches Personal

Fachärzte / Fachärztinnen Kardiologie

Assistenzärzte / Assistenzärztinnen Kardiologie / Innere Medizin

 

Herzkatheterlabor (Med. - Tech. Personal)

Leitung: Fr. A. Rieder

MTRA, Med. Fachangestellte (mit Röntgenbefugnis), Pflegepersonal

Diagnostische Linksherzkatheteruntersuchung (transfemoraler oder transradialer Zugang)

Ein Schwerpunkt der Abteilung für Kardiologie ist die Diagnostik und Behandlung der koronaren Herzerkrankung.

Die Linksherzkatheteruntersuchung ist momentan die einzig verlässliche Methode um Verengungen von Herzkranzgefäßen sicher darstellen zu können. Des Weiteren bietet sich die Möglichkeit bei nachgewiesenen Verengungen der Koronarien diese in gleicher Sitzung zu behandeln.
Zu den Behandlungen gehören die Aufdehnung mittels eines Ballonkatheters (Ballonangioplastie, PTCA) und/ oder Implantation einer Gefäßstütze (Stent), um die Engstelle zu beseitigen und einen normalen Blutfluss in den Koronarien wiederherzustellen.
In manchen Fällen muss alternativ eine Bypassoperation durch die Kollegen der Klinik für Herzchirurgie durchgeführt werden. Die Entscheidung über das entsprechende Procedere wird in einer täglich stattfindenden Besprechung zwischen Kardiologen und Herzchirurgen (das sogenannte „Herz-Team“) im Sinne des Patienten getroffen. Die diagnostische Linksherzkatheteruntersuchung kann bei unkomplizierten Untersuchungen ambulant durchgeführt werden, d.h. die Patienten können noch am gleichen Tag wieder nach Hause gehen.

 

Bei der Herzkatheteruntersuchung über das Handgelenk (transradial) entfallen die langen Liegezeiten, zusätzlich treten Blutungskomplikationen seltener auf. Die Entscheidung über den Zugangsweg (transradial oder transfemoral) für die Linksherzkatheteruntersuchung wird vom Untersucher getroffen.
Bei einer Linksherzkatheteruntersuchung werden die Herzkranzgefäße mittels Röntgen-Kontrastmittel auf einem Röntgen- Bildschirm sichtbar gemacht. Die Herzkranzgefäße versorgen den Herzmuskel mit Blut und sichern so die Leistungsfähigkeit des Herzens. Die Gefäße gehen direkt oberhalb der linken Herzkammer aus der Aorta (Hauptschlagader) ab.

 

Es werden folgende Herzkranzarterien unterschieden:

  • Die linke Herzkranzarterie (LCA) teilt sich in zwei Äste auf, die die Vorderwand (RIVA) und die Seitenwand (RCX) versorgen
  • Die rechte Herzkranzarterie (RCA) versorgt die Herzhinterwand.

 

Gefäßalterungsprozesse (Atheriosklerose), die durch verschiedene Risikofaktoren wie cholesterinreiche Ernährung, Zigarettenrauchen und / oder Bluthochdruck begünstigt werden können, führen zur Bildung von Ablagerungen (Plaques) in der Herzkranzgefäßwand. Erreichen diese eine bestimmte Größe, entstehen Verengungen (Stenosen), die die Durchblutung des Herzmuskels vermindern. Dies wird als koronare Herzkrankheit (KHK) bezeichnet.

 

Typische Beschwerden sind

  • Druckgefühl hinter dem Brustbein (Angina Pectoris), das bis in den linken Arm ausstrahlen kann
  • Luftnot bei körperlicher Belastung

Die Linksherzkatheteruntersuchung (Koronarangiographie bedeutet „Herzkranzgefäß-Darstellung“) ermöglicht den direkten Nachweis vorliegender Herzkranzgefäßverengungen.

 

Wie funktioniert die Linksherzkatheteruntersuchung?

Nach einer örtlichen Betäubung im Bereich der Punktionsstelle (Leiste oder Handgelenk) wird die Arterie punktiert und eine Schleuse (dünner Kunststoffschlauch mit Ventil) in das Gefäß gelegt.
Über diese Schleuse und einen Führungsdraht können die diversen Katheter über die Hauptschlagader bis zu den Koronargefäßen vorgebracht werden. Nach Gabe von Kontrastmittel können die Koronarien unter der Durchleuchtungsanlage sichtbar gemacht werden und Stenosen entdeckt werden. Dazu werden Aufnahmen in verschiedenen Einstellungen der Röntgenanlage gemacht, um die Herzkranzarterie von allen Seiten aus sehen zu können. In manchen Fällen wird noch eine Darstellung der Pumpleistung der linken Herzkammer durchgeführt. Nach der Herzkatheteruntersuchung wird die Schleuse aus der Arterie entfernt. In den meisten Fällen wird die Punktionsstelle durch ein Gefäßverschluss-System versorgt, d.h. die Einstichstelle wird mit einem Kollagenpropf verschlossen oder von innen vernäht. In beiden Fällen wird die Liegezeit reduziert. Alternativ erfolgt die Blutstillung der Arterie durch Abdrücken der Einstichstelle; dies ist in der Regel für 10 - 20 Minuten erforderlich. Danach wird ein enganliegender Verband angelegt, der für weitere vier bis sechs Stunden Druck auf die Einstichstelle ausübt. Gegebenenfalls kann zusätzlich noch ein Sandsack verwendet werden. Ein Aufstehen ist nach Abnahme des Druckverbandes möglich.
Wenn die Untersuchung vom Handgelenk aus durchgeführt wurde, können Sie sogar unmittelbar nach der Untersuchung wieder aufstehen. Die Herzkatheteruntersuchung ist eine sichere Untersuchungsmethode, die allerdings einen Eingriff in den Körper darstellt. Derzeit ist ein verlässlicher Nachweis von Herzkranzgefäßverengungen, der unter Umständen entsprechende Konsequenzen bis hin zur Bypassoperation nach sich zieht, nur mittels Herzkatheteruntersuchung möglich.

Perkutane Koronarintervention (PCI) von Koronarstenosen

Entfalteter Stent

Perkutane Koronarintervention (PCI) bedeutet die Behandlung von Engstellen (Stenosen) der Herzkranzgefäße über den Linksherzkatheter. 

 

In den meisten Fällen kann die Koronarintervention gleich im Anschluss an die diagnostische Linksherzkatheteruntersuchung durchgeführt werden. Zu den Behandlungen gehören die Aufdehnung mittels eines Ballonkatheters (Ballonangioplastie, PTCA) und/ oder Implantation einer Gefäßstütze (Stent), um die Engstelle zu beseitigen und einen normalen Blutfluss in den Koronarien wiederherzustellen.
In manchen Fällen muss alternativ eine Bypassoperation durch die Kollegen der Klinik für Herzchirurgie durchgeführt werden. Die Entscheidung über das entsprechende Procedere wird in einer täglich stattfindenden Besprechung zwischen Kardiologen und Herzchirurgen (das sogenannte „Herz-Team“) im Sinne des Patienten getroffen. Ist eine Aufdehnung der Koronarstenosen notwendig, wird ein spezieller Ballonkatheter über einen Führungskatheter bis in die Engstelle vorgeschoben. Der Ballon wird dann für einige Sekunden mit verdünntem Kontrastmittel aufgebläht. Damit sich das Gefäß nach der Ballondilatation nicht wieder verschließt, wird in den meisten Fällen eine Gefäßstütze aus Edelmetall (Stent) im Bereich der bereits aufgedehnten Engstelle eingebracht. Stents sind kleine aufdehnbare metallene Hülsen, die aus einem Drahtgeflecht bestehen.

Behandlung von chronisch verschlossenen Herzkranzgefäßen (chronic total occlusion, CTO)

Neben der PCI von Koronarstenosen werden in unserer Abteilung auch chronisch verschlossene Herzkranzgefäße wiedereröffnet (rekanalisiert). 

Jährlich werden ca. 100 chronische Koronarverschlüsse durch ein speziell geschultes Team rekanalisiert und mittels Stentimplantation versorgt. Hierfür stehen spezielle Materialien zur Verfügung und es werden innovative Verfahren, wie z.B. die retrograde Rekanalisation über Kollateralgefäße angeboten
Die Behandlungsform eines chronischen Koronarverschlusses wird im Vorfeld durch ein spezielles Team individuell diskutiert und geplant.

Interventionelle Behandlung von stenosierten/verschlossenen Bypass-Gefäßen

Eine weitere Besonderheit der interventionellen Kathetertherapie stellt die Revaskularisation von Bypassgefäßen dar.

 

Die Degeneration bzw. der Verschluss von Venenbypassgefäßen wird bereits nach 1 Jahr in 15-30% beobachtet, nach 10 Jahren sind bis zu 50% der Venenbypässe verschlossen.

Die Therapieoptionen bei degenerierten, verengten oder verschlossenen Bypassgefäßen entsprechen im Wesentlichen denen bei Läsionen der nativen Koronararterien. Jedoch wird aufgrund eines erhöhten Risikos bei Reoperationen die Katheterintervention als Revaskularisationsmassnahme in den meisten Fällen bevorzugt – wenn es sinnvoll und technisch möglich ist.

Die PTCA mit oder ohne Stentimplantation ist ein minimal invasives Verfahren und eine sehr effektive Behandlungsmethode. Es ist jedoch bekannt, dass die PTCA und Stentimplantation von Bypassgefäßen ein erhöhtes periprozedurales Risiko mit sich bringt. Aufgrund der sehr lockeren und sehr empfindlichen Zusammensetzung und Beschaffenheit der Plaques in Bypassgefäßen besteht hier die Gefahr von Ablösung und Embolisation dieser Plaqueteile in die Peripherie bzw. in die nativen Koronargefäße. D.h. während einer Intervention bzw. PTCA in einem Bypassgefäß besteht die erhöhte Gefahr, dass Plaqueanteile oder kleine Thrombensplitter den Bypass entlang in das native Koronargefäß gespült werden und dieses verstopfen und dadurch ein Herzinfarkt entstehen kann.

Unter den neuen Systemen, die in den letzten Jahren entwickelt wurden, um das oben beschriebene Risiko zu minimieren, hat sich insbesondere das Filter-Protektionssystem als Schutz vor Embolisationen von Thromben herauskristallisiert.

Das Filter-Protektionssystem erlaubt einen kontinuierlichen Blutfluss im Bypass bis zu den Nativgefäßen und fängt trotzdem kleine Thromben bzw. Plaques im Filterkörbchen auf. Das Filterkörbchen sieht so ähnlich aus wie ein Spinnennetz in Miniaturform und ist auf einem Führungsdraht fixiert. Zu Beginn der Prozedur ist das Filter Protektionssystem in einer Art Katheter verpackt. Diesen Katheter kann der Untersucher über den Führungsdraht bis über die Engstelle hinwegschieben und dann das Filterschirmchen hinter der Engstelle entfalten. Im Anschluss kann die Intervention mit PTCA oder Stentimplantation erfolgen, abgeschürftes bzw. losgelöstes thrombotisches oder verkalktes Material wird dann im Filterkörbchen gefangen. Dieses kann dann nach der Prozedur über einen speziellen Rückholkatheter wieder eingeholt und geborgen werden- zusammen mit dem thrombotischen Material.

Interventionelle Behandlung von Hauptstammstenosen

Etwa 5-10% der Patienten mit koronarer Herzerkrankung haben eine Hauptstammstenose, d.h. der Beginn der linke Herzkranzarterie weist eine Verengung >50% auf.

 

Von großen internationalen Studien wissen wir, dass – im Gegensatz zu Stenosen der anderen Koronargefäße - die Prognose und Sterblichkeit bei Hauptstammstenose, wenn sie nur medikamentös behandelt wird, deutlich schlechter ist.
Daraus ergibt sich die dringende Indikation der Behandlung von Hauptstammstenosen. Bisher galt die aorto-koronare Bypass-Operation als Methode der Wahl zur Revaskularisation dieser besonderen Form der Engstellen. Die Indikation zur interventionellen Therapie wurde nur bei Patienten mit stark erhöhtem Operationsrisiko oder bei „geschütztem“ Hauptstamm gesehen.
Neuere Studien haben zu einer Neubewertung der Situation geführt, da sich zur Bypass-Operation vergleichbare Ergebnisse hinsichtlich Herzinfarkt, Schlaganfall oder Mortalität gezeigt haben. Lediglich die Wahrscheinlichkeit, sich einer erneuten Katheteruntersuchung unterziehen zu müssen, ist bei der interventionellen Therapie mit PTCA/Stentimplantation höher wie nach einer Bypassoperation. Selbstverständlich werden alle Patienten mit Hauptstammstenosen in der täglich stattfindendenden kardiologischen / kardiochirurgischen Konferenz (das sogenannte „Herz -Team“, bestehend aus Kardiologen und Herzchirurgen) besprochen. Die für den Patienten beste Therapieoption wird dann gemeinsam entschieden.

Interventioneller Verschluss von PFO und ASD

Das Herz besteht aus insgesamt 4 Kammern (2 Vorhöfe und 2 Hauptkammern). Die Vorhofscheidewand (Vorhofseptum) trennt den linken vom rechten Vorhof. Das Ventrikelseptum (Hauptkammerscheidewand) trennt die linke von der rechten Hauptkammer (Ventrikel).

 

Einige Menschen haben von Geburt an einen kleinen Defekt in einer der Herzscheidewände. So sind beispielsweise ca. 8% aller angeborenen Herzfehler Defekte der Vorhofscheidewand. Sie werden als Vorhofseptumdefekte (sog. ASD) bezeichnet. Ein Sonderfall stellt hierbei das offene Foramen ovale (sog. PFO) dar.

Die Mehrzahl der Menschen leben mit einem PFO ein Leben lang ohne Beschwerden, so dass es nicht behandlungsbedürftig ist. Dennoch kann es in einigen Fällen zu einer Verschleppung von Blutgerinnseln aus den Beinvenen in das Gefäßsystem des Gehirns kommen und eine akute Durchblutungsstörung – Schlaganfall – hervorrufen.
Des Weiteren ist bei größeren Defekten der Vorhofscheidewand mit Störungen im Herzkreislauf zu rechnen, so dass eine eingeschränkte körperliche Belastbarkeit auftreten kann.

Der Vorhofseptumdefekt (ASD & PFO) kann mit einer Echokardiographie (Herz-Ultraschall) festgestellt werden und bei entsprechender Indikation (s.u.) im Katheterlabor minimal-invasiv verschlossen werden.

Der interventionelle Verschluss wird durch ein sog. „Schirmchen“ gewährleistet. Dieses Verschlusssystem wird über einen Katheter in den zu verschließenden Defekt vorgebracht und entfaltet. Dadurch kann eine Herzoperation vermieden werden. Die Nachbehandlung besteht aus der vorübergehenden Gabe von ASS und Clopidogrel und abschließender Kontrolle in der Echokardiographie. An eine Endokarditisprophylaxe muss in den ersten 6 Monaten nach Implantation ebenfalls gedacht werden.

 

Indikationen zum interventionellen PFO-Verschluss:

  1. Radiologisch (CCT o. MRT) und klinisch nachgewiesener ischämischer Schlaganfall oder transitorische ischämische Attacke (TIA).
  2. Ausschluss anderer Ursachen für den Schlaganfall (Vorhofflimmern, Einengung der Halsschlagader)
  3. Vorhandensein eines PFO.

Interventionelle Therapie von Stenosen der Arteria carotis interna (Halsschlagader)

Der Schlaganfall zählt neben Herzinfarkt und Krebs zu den häufigsten Todesursachen und ist der häufigste Grund überhaupt für Pflegebedürftigkeit im Erwachsenenalter. In Deutschland erleiden jährlich etwa 200.000 Menschen einen Schlaganfall, die unbemerkten, „stummen" Gehirninfarkte nicht eingerechnet. Die Folgen von Schlaganfällen – von Schwäche in Armen oder Beinen über Lähmungen bis hin zum Tod – sind bekannt.

 

Aber wie kommt es dazu?

Rund 15 Prozent der Schlaganfälle (30.000) sind auf eine Verengung der Halsschlagader zurückzuführen.
Die Halsschlagadern verlaufen an beiden Seiten des Halses nach oben in den Kopf und versorgen das Gehirn mit Blut.
Sie heißen Arteria Carotis, zu deutsch "schlafbringende" Arterie, weil eine Störung des Blutflusses dem Menschen das Bewusstsein raubt. Entsprechend gefährlich ist eine Verengung oder sogar ein Verschluss der Halsschlagadern, die so genannte Carotis-Stenose. Hauptursache der Carotis-Stenose ist die Arterienverkalkung (Arteriosklerose). Das Blut fließt nicht mehr frei zum Gehirn – die Folge sind Symptome wie Durchblutungs-, Seh- und Sprachstörungen, Taubheits- und Kribbelgefühle, Lähmungen, Kopfschmerzen und Schwindel. Mit der Zeit entstehen Plaques (Gerinnsel) an den Gefäßwänden. Wirklich gefährlich wird es, wenn diese sich lösen und mit dem Blutstrom in das Gehirn getragen werden:
Die Plaques können kleinere Arterien verschließen und so zu neurologischen Schäden bis hin zu Schlaganfall und Tod führen.
In Deutschland leben rund eine Million Menschen mit einer mehr als 50-prozentigen Carotis-Stenose.

 

Innovative Therapie

Die Operation kann den meisten Patienten inzwischen erspart werden: Ihre Halsschlagadern werden per Carotis-Stenting erweitert. Diese minimal invasive Behandlung kann in der Regel unter örtlicher Betäubung erfolgen und erfordert keinen Hautschnitt am Hals. Sie belastet das Gefäß und die umliegenden Halsnerven weniger und ist nicht mit einem Operationstrauma verbunden.

 

Wie funktioniert "Carotis-Stenting"?

Das Prinzip ist einfach: Weiten, sichern, stützen. Per Katheter werden – von der Leiste aus – die notwendigen Instrumente bis in die Halsschlagader geschoben. Ein Ballon weitet die Verengung. Dabei können sich Plaques lösen – gelangen sie bis in das Gehirn, besteht akute Schlaganfallgefahr!

Carotisstenting

Um das zu vermeiden, führt der Arzt oft zusätzlich ein Sicherheitssystem ein: Ein Schirmchen entfaltet sich im Gefäß und fängt diese losen Teile ab. Anschließend wird ein Stent (maschenartiger Draht) eingesetzt, um die Gefäßwand zu stützen. Mit einer kleinen Menge Kontrastmittel überprüft der Arzt, ob der Verschluss erfolgreich geöffnet wurde.

Renale Denervierung bei therapieresistenter arterieller Hypertonie

Bluthochdruck (Hypertonie):

Bluthochdruck gehört zu den häufigsten Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems. Nach Einschätzung der Deutschen Hochdruckliga e. V. sind in Deutschland nahezu 35 Millionen Menschen davon betroffen. Allerdings weiss nur jeder zweite Betroffene davon (ca. 17,5 Mio.) und davon lassen sich nur 40% adäquat behandeln.

Die renale Denervation ist ein neues Behandlungsverfahren des schwer einstellbaren Bluthochdrucks und führt über die Durchtrennung von Nervenfasern der Nierenarterien zur Blutdrucksenkung. Der minimal-invasive Eingriff dauert etwa 45-60 Minuten und wird im Herzkatheterlabor durchgeführt. Ein spezieller Katheter wird über die Leistenarterie unter Durchleuchtungskontrolle bis zu den Nierenarterien vorgeschoben. Die Nervenfasern jeder Nierenarterie werden durch jeweils 4-6 punktuelle Abgaben von Hochfrequenz-Energie verödet, so dass die Leitung der Nervenbahnen unterbrochen wird.
Die renale Denervation ist ein Verfahren mit sehr geringem Komplikationsrisiko, wobei am häufigsten Blutergussbildung und Gefäßverletzung der Zugangsgefäße zu nennen sind. Bei über 80% der Patienten kann mit diesem Verfahren der Blutdruck um ca. 30 mmHg gesenkt werden.

Die erwünschte Blutdrucksenkung wird erst nach einigen Wochen eintreten, jedoch ist der Behandlungserfolg noch 2 Jahre nach dem Eingriff nachweisbar.

Durch die Blutdrucksenkung wird das Risiko für Schlaganfälle, Herzleistungsschwäche und Nierenfunktionsstörungen gesenkt. Eine Reduktion der Blutdruckmedikation ist nach entsprechend vorangegangener Kontrolluntersuchung möglich.

 

Sie leiden an Bluthochdruck?

Trotz der Einnahme von mindestens 3 verschiedenen Blutdruckmedikamenten wird bei Ihnen regelmäßig ein systolischer Blutdruck > 150 mm Hg gemessen? Sie interessieren sich für die „renale Denervation“ als Behandlungsverfahren Ihres schlecht einstellbaren Bluthochdrucks?

Sie können uns gerne kontaktieren, wir werden uns mit Ihnen in Verbindung setzen:

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Transkoronare Ablation der septalen Hypertrophie (TASH) oder Perkutane transluminale septale Myokardablation (PTSMA)

Bei der hypertroph-obstruktiven Kardiomyopathie (HOCM) handelt es sich um asymmetrische, krankhafte Verdickung der Herzmuskulatur der Herzscheidewand. Diese Herzmuskelverdickung behindert den Blutauswurf aus der linken Herzkammer in die Hauptschlagader und kann zu folgenden Beschwerden führen: Angina pectoris „Brustenge“ und/oder Luftnot unter Belastung.

Des Weiteren kann es zu Auftreten von Ohnmachtsanfällen (Synkopen) kommen. Die Ursache der Synkopen können u.a. durch gefährliche Herzrhythmusstörungen verursacht werden, welche bis zu einem plötzlichen Herztod führen können. Die Diagnose wird primär im Herzultraschall (Echokardiographie) gestellt.

TASH

Die interventionelle Behandlung der HOCM besteht durch einen gezielten Verschluss einer Herzkranzarterie, die den Bereich des Herzens mit der Herzmuskelverdickung versorgt. Der Verschluss gelingt durch die Injektion von Alkohol über einen Ballonkatheter, wodurch die Herzmuskelverdickung behoben werden kann. Hiernach ist der Blutauswurf aus der linken Herzkammer nicht mehr behindert. Die gesunde Herzmuskulatur bleibt bei diesem Eingriff geschont.

Rotablation (Gefäßfräse)

Das Verfahren der Rotablation eignet sich bei Verengungen, die mit einem normalen Ballonkatheter nicht behandelt werden können, insbesondere, wenn diese Engstellen stark verengt, verkalkt oder sehr lang sind. Bei der Rotablation wird ein Spezialkatheter eingesetzt, dessen Spitze aus einem mit Diamantsplitter besetzten Bohrkopf besteht.

Mit Hilfe dieses Bohrkopfes kann insbesondere in verkalkten Stenosen und/ oder Verschlüssen, die mit einem normalen Ballonkatheter nicht passierbar sind, ein Lumen geschaffen werden, das einen ausreichenden Blutfluss ermöglicht oder zumindest eine Ballonpassage ermöglicht.

Der Rotablationskatheter wird über einen Führungsdraht in das Zielgefäß vorgeschoben. Der Bohrkopf wird mit einer Umdrehung von 150.000 bis 180.000 Umdrehungen / min angetrieben und fräst sich durch das verkalkte Gefäß vorwärts. Die dabei freigesetzten Mikropartikel werden über das Blut abtransportiert. In der Kerckhoff Klinik werden jährlich ca. 50 Rotablationsbehandlungen durchgeführt.

Intravaskulärer Ultraschall

Mit dem intravaskulären Ultraschall besteht die Möglichkeit Engstellen und unklare Veränderungen bzw. Aufhellungen in den Herzkranzgefäßen genauer beurteilen zu können.

 

Bei der IVUS Untersuchung wird im Rahmen der Herzkatheteruntersuchung zusätzlich ein kleiner Spezialkatheter (Bild), der an der Spitze mit einer kleinen Ultraschallsonde versehen ist in das zu untersuchende Gefäß eingeführt. Die Ultraschallsonde ist so groß wie ein nicht entfalteter Ballonkatheter.

Mit der Ultraschallsonde können Querschnittbilder der Herzkranzgefäße erstellt werden und Wandveränderungen ergänzend dargestellt und ausgemessen werden. Zusätzlich können Dissektionen (Einrisse in die Gefäßwand) erkannt bzw. beurteilt werden. In besonderen Situationen kann die IVUS Untersuchung als Hilfestellung bei der Stentimplantation dienen, z.B. mit welcher Größe des Ballons/Stents die Engstelle aufgedehnt werden sollte. Auch die Lage und Anhaftung des Stents kann durch die IVUS Untersuchung ergänzend beurteilt werden.

Die zusätzliche Untersuchungszeit mit dem IVUS Katheter beträgt etwa 5 Minuten. Die Bilder und das Ergebnis des IVUS werden direkt im Anschluss an die Untersuchung ausgewertet und können somit in die weitere Therapieplanung mit einfließen. Die IVUS Untersuchung wird in der Kerckhoff Klinik seit mehreren Jahren routinemäßig eingesetzt, alle drei Herzkatheterlabore verfügen über eine fest installiert IVUS Einheit.

Messung der fraktionellen Koronarflussreserve (FFR Messung)

Die Messung der fraktionellen Koronarflussreserve ist eine Zusatzuntersuchung, die insbesondere dann hilfreich ist und eingesetzt wird, wenn die hämodynamische Bedeutung von Engstellen der Herzkranzgefäße nicht eindeutig ist, bzw. wenn grenzwertige Engstellen der Herzkranzgefäße vorliegen.

 

Die fraktionelle Flussreserve (FFR) ist eine Kennzahl, die eine Aussage darüber zulässt wie sehr eine Engstelle den Blutfluss im Herzkranzgefäß einschränkt, d.h. die FFR zeigt letztendlich an, ob der Herzmuskel durch das verengte Herzkranzgefäß noch ausreichend mit sauerstoffreichem Blut versorgt wird.
In einem gesunden Gefäß wird ein FFR Wert von 1,0 gemessen, d.h. der Blutfluss in dem Gefäß beträgt 100% des möglichen Blutflusses. Entsprechend großer klinischer Studien sollte eine Engstelle mit einem FR Wert von 0,75 bis 0,8 therapiert werden.
Die FFR Messung erfolgt über einen speziellen Druckdraht, der über den Herzkatheter in das betroffene Herzkranzgefäß eingeführt wird. Am vorderen Ende des Drahtes befindet sich ein kleiner Drucksensor, der den Druck vor und hinter der Engstelle messen kann.
Das Verhältnis zwischen dem Druck vor und hinter einer Engstelle gibt an, zu wie viel Prozent der Blutfluss eingeschränkt ist. Bei dieser Untersuchung müssen die gesunden Abschnitte der Koronararterie maximal weit gestellt werden.
Dies wird durch die Gabe eines Medikaments (Adenosin) erreicht, welches als Nebenwirkung kurzfristig einen Schwindel durch Verlangsamung der Herzfrequenz haben kann. Dieser hält jedoch nur wenige Sekunden an. Insgesamt dauert diese Zusatzuntersuchung etwa 5 Minuten und ist für den Patienten vollkommen schmerzfrei. In Abhängigkeit vom FFR Wert wird der Untersucher entscheiden, wie die Koronarie behandelt werden soll: nur mit Medikamenten, oder mittels PTCA und Stentimplantation oder auch mittels Bypassoperation. Die FFR Messung ist eine etablierte Methode, die in der Kerckhoff Klinik seit mehreren Jahren routinemäßig durchgeführt wird. Alle Herzkathetermessplätze verfügen über eine fest integrierte FFR Einheit.

Weitere Informationen

 
 
 
 
 

Zentrale Kerckhoff-Klinik
+49 60 32. 99 60

Ärztlicher Bereitschaftsdienst (bundesweit)
116117

Euronotruf
112

Polizei
110

 

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