KARDIALE BILDGEBUNG - ECHOKARDIOGRAFIE (UKG) - COMPUTERTOMOGRAFIE (CT) - MAGNETRESONANZTOMOGRAFIE (MRT)

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Kerckhoff-Klinik GmbH

Herzzentrum

Abt. f. Kardiologie - Kardiale Bildgebung

Benekestr. 2 - 8

61231 Bad Nauheim

Bereichsleitung: Oberarzt PD Dr. U. Fischer-Rasokat

Sekretariat:

Tel.: +49 60 32. 9 96 20 00

Fax: +49 60 32. 9 96 25 46

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PD Dr. U. Fischer-Rasokat

Liebe Patientinnen, liebe Patienten, liebe Gäste,

die multimodale Bildgebung des Herzens durch unterschiedliche und sich ergänzende Verfahren gewinnt in der modernen Kardiologie zunehmend an Bedeutung. Neben der unverzichtbaren Rolle bei der konventionellen Diagnostik kardialer Erkrankungen können mittlerweile durch den Einsatz neuer Techniken nichtinvasiv Informationen über das Herz gewonnen werden, die bislang nur durch Eingriffe in den Körper möglich waren. So kann man beispielsweise mittels Echokardiographie (UKG) Druckwerte im Herzen bestimmen, die früher nur durch das Einführen eines Messkatheters abgeleitet werden konnten; mittels Computertomographie (CT) lassen sich bei bestimmten Patienten die Koronargefäße mit so hoher Genauigkeit darstellen, dass eine Herzkatheteruntersuchung überflüssig wird, und der „Blick in das Gewebe“ durch die kardiale Magnetresonanztomographie (MRT) erspart vielen Patienten eine Probeentnahme aus dem Herzen zur weiteren Analyse im Labor. In der Kerckhoff-Klinik werden jährlich etwa 16000 UKG, 1200 kardiale CT und 1500 kardiale MRT in Zusammenarbeit mit der Abteilung für Radiologie durchgeführt. Wir möchten die vielfältigen Möglichkeiten nutzen, um jeder Patientin und jedem Patienten eine individuelle Diagnostik anzubieten. Auf den folgenden Seiten finden Sie noch mehr Informationen zu den einzelnen bildgebenden Verfahren.

Mit freundlichen Grüßen

OA PD Dr. U. Fischer-Rasokat, Leitung des Funktionsbereiches Kardiale Bildgebung

Notfälle

Notfalleinweisungen

Der diensthabende Arzt der  Kardiologie ist über die Telefonzentrale der Kerckhoff-Klinik jederzeit zu erreichen:
Telefon: + 49 60 32. 9 96 0 (Zentrale der Klinik)

Mitarbeiter

Oberarzt
PD Dr. U. Fischer-Rasokat
Bereichsleitung
Oberarzt
PD Dr. A. Rolf
Oberarzt
Dr. R. Brandt
Oberärztin
Frau Dr. S. Zitzmann

Echokardiografie (UKG)

Die Echokardiographie ist ein Verfahren, durch das Aufbau und Funktion des Herzens schnell und ohne bedenkliche Strahlung dargestellt werden können. Die meisten Fragestellungen lassen sich durch eine Ultraschalluntersuchung von außen (transthorakale Echokardiographie, TTE) beantworten. In unseren vier Echolaboren werden jährlich über 14000 TTE-Untersuchungen durchgeführt.

Weiterhin führen wir jährlich ca. 1700 „Schluckecho“-Untersuchungen durch (transösophageale Echokardiographie, TEE), bei dem die Echo-Sonde über die Speiseröhre eingeführt wird und zur Beantwortung von speziellen Fragestellungen einen sehr viel besseren Blick in das Herz erlaubt.  Die meisten Patienten haben vor einer TEE-Untersuchung Sorge, ob sich die Sonde problemlos in die Speiseröhre einführen lässt. Durch umfangreiche Betäubung des Rachens und – je nach Patientenwunsch – Gabe eines Beruhigungsmittels ist dies in der Regel jedoch bei allen Patienten gut und schmerzfrei machbar.

Die dreidimensionale Bilddarstellung der komplexen Funktion der Herzklappen mittels Echokardiographie ist Grundlage für eine solide Planung chirurgischer oder kathetergestützter Klappenbehandlungen und ist bei uns Standard bei der Diagnostik entsprechender Krankheitsbilder. Bei besonderen Fragestellungen wird eine Echokardiographie auch unter Belastung (entweder auf einem Fahrrad oder durch Gabe eines Medikamentes) durchgeführt, um Veränderungen zwischen Ruhe- und Belastungszustand des Herzens zu erkennen. Ein erfahrenes Team aus Pfleger/innen und Ärzt/innen arbeitet in den Echolaboren eng zusammen, um eine schnelle und sichere Untersuchung für unsere Patienten zu gewährleisten.

Ansprechpartner: PD Dr. U. Fischer-Rasokat

Kardiale Computertomografie (CT)

Allgemeine Informationen

Die hochauflösende Computertomographie (CT) des Herzens ist ein modernes Röntgen-Diagnose Verfahren, welches eine detaillierte, nichtinvasive Darstellung der Herzkranzgefäße ermöglicht.

Seit April 2016 steht unserer Klinik ein hochmoderner High-End-Computertomograph von Siemens Healthcare, das SOMATOM® Force, zur Verfügung, welcher speziell für die Darstellung des Herzens entwickelt wurde und in puncto Strahlendosis, Detailauflösung und Geschwindigkeit neue Maßstäbe setzt.
Durch die schnelle Rotation des CT kann der komplette Gefäßbaum der Herzkranzgefäße in 3D innerhalb von wenigen Sekunden mit sehr hoher Genauigkeit und Zuverlässigkeit dargestellt werden. Selbst geringste Verkalkungen oder Plaques können so erfasst werden. Der ultraschnelle Scan (sog. Flash-Modus) ermöglicht eine Minimierung der Strahlendosis auf Werte um 1 mSv pro Untersuchung und liegt damit unter der Dosis, welche für eine Herzkatheteruntersuchung benötigt wird. Die Mitarbeiter der CT-Abteilung sind erfahrene Internisten bzw. Kardiologen und in enger Zusammenarbeit mit der Abteilung für Radiologie (Chefarzt Prof. Dr. Bachmann) erfolgt eine umfassende Befundbewertung. 

Bei Fragen zur kardialen CT beraten wir Sie in unserer Abteilung gerne (Tel: + 49 60 32. 9 96 21 70).

Ansprechpartner: Fr. Dr. med. S. Zitzmann

Information für Ärzte

Mit der Computertomographie des Herzens werden in der Regel zwei Untersuchungsarten, eine sogenannte Kalk-Score-Bestimmung und eine CT-Koronarangiographie, durchgeführt.

 

Kalk-Score-Bestimmung:
Bei der Messung des Koronarkalks erfolgt die Lokalisation und Quantifizierung aller kalkhaltigen Plaques in den Koronararterien. Daraus errechnet sich ein Kalk-Score, welcher mit einem gleichaltrigen, asymptomatischen Patientenkollektiv aus Studien verglichen wird. Dies dient der Risikostratifizierung für zukünftige koronare Ereignisse.

 

CT-Koronarangiographie:
Bei der CT-Koronarangiographie erfolgt eine Kontrastdarstellung der Koronararterien analog zur invasiven Koronarangiographie. Vorteil ist eine komplette 3D-Darstellung des Herzens und der umgebenden Strukturen (z.B. Verlauf eines Gefäßes bei Koronaranomalie). Die CT-Koronarangiographie ist ein rein diagnostisches Tool zur Detektion einer koronaren Herzkrankheit. Aus diesem Grund kann sie die invasive Koronarangiographie auch nicht vollständig ersetzen. 60% der in Deutschland durchgeführten invasiven Koronarangiographie sind jedoch rein diagnostisch. Hier ist die CT-Koronarangiographie durch ihre fehlende Invasivität eine sinnvolle Alternative, insbesondere bei Patienten mit niedrigem bis intermediärem KHK-Risiko. Nachteil ist, dass gerade schwer kalzifizierte Plaques aufgrund eines „Überstrahlens“ der Kalk-Plaques zu einer Überschätzung des Stenosegrades führen können, weshalb insbesondere symptomatische Patienten mit hoher Vortestwahrscheinlichkeit eher einem nicht-invasiven Ischämietest (z.B. Stress-MRT) oder direkt eine invasive Koronarangiographie zugeführt werden sollten. Es muss also die kardiale CT nicht immer die richtige und zielführende Methode sein. Wir beraten Sie in unserer Abteilung gerne, um das für Ihren Patienten schonendste und sinnvollste Verfahren auszuwählen.

 

Spezielle Indikationen:
Die kardiale CT wird regelhaft zur Planung vor interventionellem Klappenersatz (insbesondere vor TAVI) eingesetzt, u.a. um die Aortenklappenanulusfläche sowie die peripheren Gefäße zu beurteilen. Zunehmend etabliert sich diese Methode auch zur Planung vor interventionellem Mitralklappenersatz wie MitraClip und Cardioband. Die kardiale CT hat sich auch für einige andere Indikationen bewährt. Erstmals wird z.B. in den modifizierten Duke-Kriterien (ESC-Leitlinien 2015) zur Diagnose einer infektiösen Endokarditis die kardiale CT als diagnostisches Tool erwähnt, insbesondere zur Beurteilung paravalvulärer Lecks. Auch zum Ausschluss kardialer Thromben, in Ergänzung (bei Unklarheiten) oder als Alternative zur TEE (wenn diese nicht möglich ist, z.B. bei Ösophagusvarizen), kann dieses Verfahren eingesetzt werden.

Information für Patienten

1. Allgemeine Informationen zur kardialen CT

Die KHK (koronare Herzkrankheit) zählt weltweit zu den häufigsten Herzerkrankungen und ist in den westlichen Industrienationen nach wie vor die häufigste Todesursache. Die Blutversorgung des Herzmuskels erfolgt über die Herzkranzgefäße (Koronararterien). Sind diese durch eine Verengung nicht mehr in der Lage, den Herzmuskel mit einer ausreichenden Menge an sauerstoffreichem Blut zu versorgen, spricht man von einer koronaren Herzkrankheit (KHK). Wenn der Verdacht auf eine KHK besteht, ist es notwendig, die Koronararterien darzustellen. Dies erfolgt in der Regel mittels einer Herzkatheteruntersuchung. Dabei handelt es sich um eine invasive Methode, für welche unter anderem ein arterieller Gefäßzugang notwendig ist. In den letzten Jahren hat sich die kardiale Computertomographie als nicht-invasive Alternative zur Visualisierung der Herzkranzgefäße etabliert.
Das kardiale CT dient in erster Linie dazu, eine Verengung der Herzkranzgefäße auszuschließen und ist daher besonders gut für Patienten mit eher atypischen Beschwerden und erhöhtem kardiovaskulären Risikoprofil geeignet. Zeigt das CT keine Verkalkungen, Plaques oder Verengungen, ist der Patient mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit gesund (Sensitivität über 95%, Spezifität 99%).
Die kardiale CT kann zudem durch die Bestimmung des koronaren Verkalkungsgrades helfen, das individuelle Herzinfarktrisiko des Patienten abzuschätzen. Bei Personen, die einer niedrigen Risikogruppe angehören, genügt meist eine sogenannte „Lebensstilmodifikation“, welche unter anderem eine gesunde Ernährung und regelmäßige sportliche Aktivitäten beinhaltet. Personen, die einer hohen Risikogruppe angehören, sollten gegebenenfalls bereits eine medikamentöse Therapie, meist bestehend aus einem Cholesterinsenker und einem Thrombozytenaggregationshemmer (z.B. ASS 100 mg/d), erhalten.
Es muss aber die CT-Diagnostik nicht immer die richtige und zielführende Methode sein. Gerade wenn die Herzgefäße stark verkalkt sind, kann dies in der kardialen CT zu einer Fehleinschätzung der Engstelle führen. Wenn daher eine KHK aufgrund der Beschwerden oder der klinischen Vortestwahrscheinlichkeit sehr wahrscheinlich oder gar bereits bekannt ist, bietet die Herzkatheteruntersuchung Vorteile. So besteht die Möglichkeit eines unmittelbar angeschlossenen Eingriffs wie z.B. eine Aufdehnung des betroffenen Gefäßes mit Hilfe eines Ballons oder die Einbringung eines Stents. Einige Fragen lassen sich auch mittels Ultraschall oder (Stress-)MRT beantworten. Eine ambulante kardioangiologische Vordiagnostik ist daher immer empfehlenswert. Zudem beraten wir Sie in unserer Abteilung gerne, um das für Sie schonendste und sinnvollste Verfahren auszuwählen.

 

2. Informationen zur Untersuchung und Untersuchungsablauf

Kontrastmittel:
Voraussetzung für die Darstellung der Herzkranzgefäße mittels kardialer CT ist eine gute Nieren- sowie regelrechte Schilddrüsenfunktion, da die Gabe eines jodhaltigen, nierengängigen Kontrastmittels notwendig ist. Die erforderliche Kontrastmittelmenge ist mit der einer Herzkatheteruntersuchung vergleichbar (ca. 60 – 70 ml) und wird während der Untersuchung über eine kleine Kanüle verabreicht, welche in einer Vene platziert wird. Aufgrund der erforderlichen Kontrastmittelgabe benötigen wir aktuelle Nieren- und Schilddrüsenwerte (nicht älter als 4 Wochen). Ist bei Ihnen eine Nierenschwäche oder eine Schilddrüsenüberfunktion bekannt, sollten Sie sich vorher mit uns in Verbindung setzen. Wir werden Sie dann beraten, ob eine Untersuchung bedenkenlos möglich oder eine alternative Methode besser geeignet ist.

Bildqualität (Herzfrequenz/Atemkommandos):
Um eine gute Bildqualität zu gewährleisten, ist es notwendig, Atemkommandos zu befolgen. Mit unserer CT ist es möglich, das Herz innerhalb einer sehr kurzen Atempause (ca. 10-15 Sekunden) zu scannen. Sie sollten daher in der Lage sein, für ca. 15 Sekunden die Luft anzuhalten.
Die Bildqualität ist im Gegensatz zu Geräten früherer Generationen auch bei schnellerem Pulsschlag (bis 80/min) sehr gut. Trotzdem verwenden wir in unserer Klinik regelhaft einen Betablocker (100 mg Atenolol, verabreicht eine Stunde vor der Untersuchung) zur Senkung der Herzfrequenz. Nur bei einer niedrigen Herzfrequenz (idealerweise 50-60/min) kann mit einer besonders niedrigen Strahlendosis gearbeitet werden, da nur hiermit eine komplette Darstellung des Herzens in einer Röhrenumdrehung gelingt. Sowohl bei höheren Herzfrequenzen als auch bei unregelmäßigem Herzschlag (z.B. Vorhofflimmern oder gehäufte Extraschläge) ist eine wesentlich höhere Strahlendosis erforderlich und die Bildqualität für eine gute Diagnostik oft nicht ausreichend.

Strahlendosis:
Die neueste CT-Generation, zu der das in unserer Klinik verwendete SOMATOM® Force gehört, verwendet zum einen verschiedene Strahlenschutzmechanismen zur Reduktion der Strahlendosis, zum anderen ist das gesamte Herz in einer einzigen Röhrenumdrehung darstellbar. Dies hat zu einer deutlichen Reduktion der Strahlendosis geführt (in der Regel um 1 mSV pro Untersuchung, die natürliche jährliche Strahlendosis liegt in Deutschland bei etwa 2 bis 5 mSV). Damit ist die für eine kardiale CT erforderliche Strahlendosis bei den meisten Patienten geringer als bei einer Herzkatheteruntersuchung. Die oftmals kritisierte hohe Strahlenbelastung für den Patienten entspricht daher nur bedingt der Wahrheit. Woran liegt es nun, dass vielerorts von einer deutlich höheren Strahlendosis (20 mSV) gesprochen wird? Dies ist darauf zurückzuführen, dass bei älteren Gerätegenerationen und unzureichenden Untersuchungstechniken nach wie vor eine deutlich höhere Strahlendosis benötigt wird.

Kann die Untersuchung ambulant durchgeführt werden?
Die Untersuchung kann ambulant durchgeführt werden. Erfahrungsgemäß übernehmen private Krankenkassen die Kosten für eine kardiale CT-Untersuchung. Patienten mit gesetzlicher Krankenversicherung können einen Kostenvoranschlag erhalten, um vorab zu klären, ob ihre Kasse die Kosten für die Untersuchung übernimmt oder ob die Untersuchung im Rahmen der Selbstzahlung erfolgt. Für Fragen zu den Kosten sowie die Erstellung eines Kostenvoranschlags wenden Sie sich bitte an das Sekretariat Prof. Hamm (Tel: + 49 60 32. 9 96 22 01).

Fallbeispiele im CT

Fallbeispiel 1
Kardiale CT bei einer 50-jährigen Patientin mit atypischen, nicht belastungsabhängigen Brustschmerzen.
CT-Angiographie (kontrastmittelgestützte Darstellung der Herzkranzgefäße): Ausschluss einer koronaren Herzerkrankung (vgl. Bilder; v. links: LAD; RCX; RCA)
Fallbeispiel 2
Kardiale CT bei einem 49-jährigen Patienten mit typischen, belastungsabhängigen Thoraxschmerzen. Kalk-Score-Bestimmung: Gesamtscore 58 (entspricht der 50. altersgenormten Perzentile, nicht dargestellt).
CT-Angiographie: Nachweis einer hochgradigen Engestelle des linken Herzkranzgefäßes (proximale LAD-Stenose, vgl. Bilder). Aufgrund dieses Befundes wurde eine Herzkatheteruntersuchung durchgeführt und der Patient mit einem Stent versorgt.
Fallbeispiel 3
Kardiale CT bei einem 74-jährigen Patienten mit atypischen, bewegungsabhängigen Brustschmerzen.
Kalk-Score-Bestimmung: Gesamtscore 723 (statistisch haben 75% aller gleichaltrigen Patienten weniger Kalk in den Herzkranzgefäßen)
CT-Angiographie: schwere Arteriosklerose der Herzkranzgefäße ohne dass es dadurch zu einer relevanten Engstelle kommt. Der Blutfluss ist damit ungehindert möglich und eine Herzkatheteruntersuchung nicht notwendig.

Magnetresonanztomografie (MRT)

Ansprechpartner: PD Dr. med. A. Rolf

 
 
 
 
 

Zentrale Kerckhoff-Klinik
+49 60 32. 99 60

Ärztlicher Bereitschaftsdienst (bundesweit)
116117

Euronotruf
112

Polizei
110

 

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