INTERDISZIPLINÄRE INTENSIVMEDIZIN

Liebe Patientinnen und Patienten, liebe Gäste, liebe Kolleginnen und Kollegen,

 

herzlich willkommen in der Abteilung für Interdisziplinäre Intensivmedizin (Intensivmedizinische Einheit – IME) der Kerckhoff-Klinik.

Wir sind eine eigenständig arbeitende Einheit in der Patienten nicht nach ihrer Fachrichtung, sondern nach der benötigten Versorgung ihrer Erkrankung behandelt werden. Dies geschieht in enger interdisziplinärer Zusammenarbeit mit unseren Hauptabteilungen um komplexe intensivmedizinische Störungen mit gemeinsam erstellten Behandlungskonzepten schnell und sicher zu therapieren.
Plötzlich, durch eine schwere Erkrankung oder eine große Operation muss ein Mensch auf einer Intensivstation behandelt werden. Unsere Patienten werden nicht nur durch eine hoch-moderne apparative Medizin versorgt, sondern auch durch ein hoch-spezialisiertes und engagiertes Team. In unserer Betreuung steht der Patient immer im Mittelpunkt! 
Für Fragen steht das Team der Interdisziplinären Intensivmedizin Ihnen gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
C. Cevik, Ärztlicher Leiter der Abteilung Interdisziplinären Intensivmedizin, Intensivmedizinische Einheit

Lageplan


 

Intensivmedizinische Einheit (IME) - die Station

 

Betten: insgesamt 48

Bereich IME: 36 /  Bereich CPU: 12


 

Technische Ausstattung auf der Intensivstation

 

Lassen Sie sich nicht durch die vielen technischen Geräte, die auf einer Intensivstation notwendig sind, irritieren. Sie dienen der kontinuierlichen Überwachung des Gesundheitszustandes unserer Patienten und ermöglichen  bei Bedarf ein unverzügliches Eingreifen. Zu Ihrer Orientierung möchten wir Ihnen einige der Geräte kurz erläutern. 


Monitor:
Dient der Überwachung der Herz-/Kreislauf-funktionen. Die wichtigsten Werte, die ständig gemessen werden, sind Puls, Blutdruck und Atmung. Die gemessenen Werte werden als Kurven auf dem Monitor sichtbar. Bei Grenzwertabweichungen ertönt ein Alarmsignal. Nicht alle Alarmsignale sind gleich bedeutsam, da die Alarmgrenzen unserer Geräte aus Sicherheitsgründen sehr empfindlich eingestellt sind. Also  erschrecken Sie bitte nicht, wenn ein Alarm ertönt. Die meisten Alarme bedeuten keine unmittelbare Gefahr für den Patienten.


Beatmungsgerät:
Einige Patienten sind auf die Unterstützung durch ein Beatmungsgerät angewiesen. Der Beatmungsschlauch, der durch die Luftröhre führt, macht es dem Patienten unmöglich zu sprechen. Versuchen Sie daher Ihrem Angehörigen keine Fragen zu stellen solange er auf die Beatmung angewiesen ist. Berichten Sie Ihm von Ereignissen aus seinem vertrauten Umfeld, vermitteln Sie Sicherheit. Sobald der Beatmungsschlauch wieder entfernt ist, wird Ihr Angehöriger wieder in der Lage sein zu sprechen.


Infusionspumpen:
Mit diesen Vorrichtungen werden unseren Patienten genau dosierte Mengen an Medikamenten und Flüssigkeiten zugeführt. Die Lösungen werden über Kunststoffschläuche verabreicht, die mit einem Katheter verbunden sind. Dieser Katheter liegt in einer großen zentralen Vene. Auf diese Weise lassen sich notwendige Medikamente schnell zuführen.


Information Patienten

 

Lieber Patient, liebe Patientin,

bei Ihnen ist ein Aufenthalt auf der Intensivmedizinischen Einheit nach Ihrem operativen Eingriff vorgesehen. Dieser Aufenthalt ist routinemäßig vorgesehen und dauert im Regelfall 24 Stunden.

 

Information Besucher

 

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Angehörige!

Ihr Angehöriger liegt als unser Patient auf der Intensivstation der Kerckhoff- Klinik.  Er wird von einem erfahrenen und speziell ausgebildeten Team von Ärzten, Krankenpflegern und Physiotherapeuten versorgt und rund um die Uhr betreut.

Wir wissen, dass Sie um Ihren Angehörigen besorgt sind und möchten Ihnen helfen, mit dieser Situation besser umgehen zu können. Deshalb haben wir Ihnen diese kurze Informationsbroschüre zusammengestellt. Es soll und kann das persönliche Gespräch mit den Ärzten und dem Pflegepersonal nicht ersetzen. Wenn Sie Fragen haben oder Unsicherheiten bestehen, wenden Sie sich bitte vertrauensvoll an die  Mitarbeiter der Intensivstation. Auskünfte, die eine Operation oder den Krankheitsverlauf betreffen, werden durch unsere Ärzte erteilt. Das Pflegepersonal wird Ihnen den Kontakt zum behandelnden Arzt gerne vermitteln. Wir bitten aber um Ihr Verständnis, wenn die zuständigen Ärzte nicht jederzeit umgehend zur Verfügung stehen können.

Die Aufgabe der modernen Intensivmedizin besteht vor allem darin, die Körperfunktionen unserer Patienten zu stabilisieren und nach operativen Eingriffen oder schweren Krankheitsverläufen wieder zu normalisieren. Für diese Aufgabe stehen wir unseren Patienten Tag und Nacht zur Verfügung.

Ihre  Ärzte und das Pflegeteam der Intensivmedizinische Einheit (IME)


Besuchszeiten auf der Intensivstation:

Besuche der Angehörigen sind für das Wohlbefinden der Patienten hilfreich und notwendig.
Dennoch werden Sie verstehen, dass wir am Operationstag keine Besuchszeiten vorsehen. Die Versorgung des Patienten ist an diesem Tag in der Regel sehr aufwendig. Der Aufenthalt Ihres Angehörigen nach einem operativen Eingriff auf der Intensivstation beschränkt sich normalerweise auf einen Tag, anschließend erfolgt die Verlegung  auf Normalstation.
Sollte Ihr Angehöriger längere Zeit auf Intensivstation verbleiben, können Sie Ihn täglich in der Zeit von 15.00 Uhr – 18.00 Uhr besuchen. Nach Rücksprache und Vereinbarung mit den behandelnden Ärzten können selbstverständlich auch abweichende Zeiten vereinbart werden.


Besucherklingel/Wartezeiten:
Am Eingang zu unserer Station finden sie eine Klingel. Es kann gelegentlich zu Wartezeiten kommen, wir werden jedoch versuchen, Sie über die Dauer einer Wartezeit zu informieren. Es kann auch vorkommen, dass auf Ihr Läuten nicht unverzüglich reagiert wird, wir möchten Sie auch in diesem Fall um Ihr Verständnis bitten! Melden Sie sich nach einer angemessenen Zeit noch einmal. 
Wir möchten Sie bitten, die Station keinesfalls eigenmächtig zu betreten!


Kontakt mit Ihrem Angehörigen:
Der Kontakt mit vertrauten Personen bei längerem Aufenthalt auf der Intensivstation ist für die Patienten von großer Wichtigkeit. Versuchen Sie in einem Gespräch möglichst ruhig und zuversichtlich zu wirken. Eigene Gefühle wie Angst oder Verzweiflung sollten Sie möglichst nicht auf den Patienten übertragen. Haben Sie keine Angst vor dem körperlichen Kontakt, berühren Sie Ihren Angehörigen, streicheln Sie seine Wange oder halten Sie seine Hand. Bewusstlose Patienten nehmen Ihre Umgebung häufig wahr und der Kontakt zu einer vertrauten Person trägt dazu bei, dem Patienten Geborgenheit und Sicherheit zu vermitteln. Informieren Sie uns über Lebensgewohnheiten und Vorlieben Ihres Angehörigen, wir können die Betreuung so einfühlsamer und persönlicher gestalten.


Hygiene:
Vor und nach dem Betreten des Patientenzimmers müssen Sie sich die Hände desinfizieren. Desinfektionsmittelspender finden Sie am Eingang der Patientenzimmer sowie am Ein- bzw. Ausgang der Station. Sofern besondere Schutzmaßnahmen bei Ihrem Angehörigen zu treffen sind (z. B. Isolation) bitten wir Sie vor betreten des Zimmers Schutzkittel, Handschuhe und Mundschutz anzulegen. Vor Verlassen des Zimmers werfen Sie den getragenen Kittel in den dafür vorgesehenen Behälter. Vielen Dank!

Mitarbeitende


Ärztlicher Leiter der Abteilung

Herr Cem Cevik

Sekretariat:

Tel.: + 49 (0) 6032 996 2061

Fax: + 49 (0) 6032 996 2013

E-Mail: c.cevik@kerckhoff-klinik.de


Oberärzte der Abteilung

Herr S. Dias

E-Mail: s.dias(at)kerckhoff-klinik.de


Herr Dr. med. M. Ernst

E-Mail: m.ernst(at)kerckhoff-klinik.de


Frau Dr. med. N. Hülpüsch

E-Mail: n.huelpuesch(at)kerckhoff-klinik.de


Herr Dr. med. B. Sheybani

E-Mail: b.sheybani(at)kerckhoff-klinik.de


Herr Dr. med. S. Speck

E-Mail: s.speck(at)kerckhoff-klinik.de


Assistenten unserer Fachabteilungen in Rotation


Nicht-ärztliche Mitarbeiter:

Bereichsleitung IME: Herr O. Diehl


Sekretariat:

Tel.: + 49 (0) 6032 996 2061

Fax: + 49 (0) 6032 996 2013

 

Kontakt / Telefonische Auskünfte

 

Telefonische Auskünfte:
Telefonische Auskünfte erteilt unser Team nur  dem Personenkreis, den der Patient uns als Auskunftsberechtigte vorab genannt hat. Aufgrund der hohen Arbeitsbelastung und des vertraulichen Umgangs mit Patientendaten, möchten wir Sie bitten, sich innerhalb der Familie auf einen Ansprechpartner zu einigen. 
Die Intensivstation ist unter der Telefonnummer 06032/9962555 zu erreichen.
Günstige Richtzeiten für telefonische Auskünfte:

zwischen 09.00 Uhr – 11.00 Uhr sowie in der Zeit von 18.00 Uhr – 20.00 Uhr.

Sie können gerne mit dem behandelnden Ärzteteam individuelle Zeiten vereinbaren.


Kontakt Interdisziplinäre Intensivmedizinische Einheit (IME)

Herr C. Cevik,

Ärztlicher Leiter der Abt. Interdisziplinäre Intensivmedizin


Sekretariat: Fr. J. Strack

Tel.: + 49 60 32. 9 96 20 61

Fax: + 49 60 32. 9 96 20 13

E-Mail: intensivmedizin(at)kerckhoff-klinik.de

Kerckhoff-Klinik: Organtransplantationen trotz Corona

Ärzteteams transplantieren erfolgreich vier Herzen und eine Lunge

Von hinten links nach rechts: Prof. Dr. Yeong-Hoon Choi, Chefarzt der Abteilung Herzchirurgie, Prof. Dr. Birgit Aßmus, Oberärztin Kardiologie, Dr. Kai Arne Nikolaus, Leitender Oberarzt der Pneumologie Von vorne links nach rechts: Dr. Stefan Guth, Chefarzt der Thoraxchirurgie Prof. Dr. H. A. Ghofrani, Ärztlicher Geschäftsführer der Kerckhoff-Klinik und Direktor der Abteilung für Pneumologie

Hervorragende Infrastruktur, beste Schutzmaßnahmen und beispielhafte Zusammenarbeit:  Die Herzchirurgen unter der Leitung von Prof. Dr. Yeong-Hoon Choi und die Thoraxchirurgen unter der Leitung von Dr. Stefan Guth der Kerckhoff-Klinik transplantieren erfolgreich – auch in Zeiten von Covid-19. Die Patienten konnten bereits erfolgreich den anschließenden Rehabilitationsmaßnahmen zugeführt werden.

Mit Beginn der Corona-Pandemie wurden Krankenhäuser deutschlandweit verpflichtet Bettenkapazitäten freizuhalten, um für SARS-CoV-2-Patienten mit schweren Verläufen gewappnet zu sein. Planbare Operationen, die keine akuten Notfälle waren, wurden auf unbestimmte Zeit verschoben. Die Kerckhoff-Klinik als Zentrum für thorakale Organtransplantationen für Erwachsene in Hessen ist dieser Aufforderung der Regierung zeitnah gefolgt, hat aber gleichzeitig die Versorgung von Notfallpatienten weiterhin sichergestellt. So konnten in den letzten Wochen vier Herzen und eine Lunge erfolgreich transplantiert und fünf Menschen die Chance auf ein neues Leben gegeben werden. Organtransplantationen können nicht verschoben werden, Spenderorgane sind rar und jede Minute zählt. Daher fallen diese Eingriffe unter absolute Notfallindikationen, die trotz der erschwerten Bedingungen und dem hohem Risiko zwingend durchgeführt werden müssen.

 

Transplantationen an der Kerckhoff-Klinik

Prof. Dr. Yeong-Hoon Choi, seit Januar 2020 Chefarzt der Herzchirurgie der Kerckhoff-Klinik, erläutert: „Wenn das Herz immer schwächer wird und ein endgültiges Versagen droht, ist eine Herztransplantation die einzige Behandlung, die das Leben der schwer kranken Patienten retten kann. Glücklicherweise verfügen wir in der Kerckhoff-Klinik über eine hervorragende Infrastruktur, die auch unter erschwerten Bedingungen diese komplexen lebensrettenden Eingriffe ermöglicht.“ Die aktuelle Covid-19 Situation stellt eine besondere Herausforderung dar. Prof. Choi, der gleichzeitig die W3-Professur für Herzchirurgie mit Schwerpunkt Erwachsenenherztransplantation und Herzersatzverfahren an der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) inne hat, ergänzt: „Selbstverständlich werden aufgrund der erschwerten Bedingungen und dem bestehendem allgegenwärtigem Infektionsrisiko die Sicherheitsmaßnahmen noch zusätzlich zu den sonst üblichen Isolationsmaßnahmen verschärft, um diese Hochrisikopatienten in Zeiten von Corona zu transplantieren. Denn Transplantationen haben oberste Priorität, sie sind nicht aufschiebbar. Wenn ein Organ eines Spenders zu einem Empfänger passt, muss transplantiert werden.“

Gleiches gilt für die Organtransplantation von Lungen. Dr. Stefan Guth, Chefarzt der Thoraxchirurgie der Kerckhoff-Klinik und Experte für Lungentransplantationen, konnte mit seinem Team trotz der besonderen Umstände einem Patienten eine neue Lunge transplantieren.

Im Rahmen des Lungentransplantationsprogramms kooperiert die Kerckhoff-Klinik eng mit dem Universitätsklinikum Gießen/Marburg  und ihres Fachbereichs für Pneumologie. Zusammen bilden die beiden Kliniken das mittelhessische Lungentransplantationszentrum. „Dank der guten Zusammenarbeit aller involvierten Abteilungen wie Anästhesie, Chirurgie, Intensivmedizin, Hygiene und vieler anderer können wir trotz der  erforderlichen COVID-Logistik mit den entsprechenden Schutzmaßnahmen erfolgreich transplantieren“, freut sich Dr. Guth.

 

 

Spendenbereitschaft in Deutschland gestiegen – trotz Corona Pandemie

Auch die Kerckhoff-Klinik leistet seit Jahren Aufklärungsarbeit zum Thema Organspende, u.a. an Schulen und Universitäten. Laut der Deutschen Stiftung für Organspende (DSO) zeichnet sich trotz der Covid-19–Infektionen in Deutschland eine erhöhte Bereitschaft zur Organspende ab. Im Januar und Februar 2020 lag die Zahl der Organspender deutlich über der des Vorjahres. Auch im März und April ist es im Vergleich zu 2019 und trotz der Pandemie nicht zu einem deutlichen Rückgang der Organspende in Deutschland gekommen. Damit weicht die Entwicklung von der in vielen anderen europäischen Ländern ab: So wurde z. B. aus Italien von einem Rückgang der Organspende um 30%, aus Spanien um mehr als 50% berichtet. Auch in anderen benachbarten Eurotransplant (ET)-Ländern ist die Organspende tendenziell rückläufig. In der letzten von ET berichteten Woche (KW 15) erfolgten 75% der Spendermeldungen an ET aus Deutschland. Im gesamten Vorjahr wurden im Mittel lediglich 45% aller Spender aus Deutschland gemeldet.

 

Herztransplantation: Zahlen und Fakten

In Deutschland werden jährlich etwa 300 Herzen transplantiert. Etwa 700 Patientinnen und Patienten warten derzeit auf eine Herztransplantation. Krankenhäuser melden jährlich etwa 500 neue Patientinnen und Patienten, die ein Spenderherz benötigen. Die Erfolgsaussichten einer Herztransplantation verbessern sich mit neuen Entwicklungen in der Medizin stetig. Heute schlagen von 100 transplantierten Herzen ein Jahr nach der Operation noch etwa 75. Nach fünf Jahren sind es noch 65. Zum Vergleich: Die erste Herztransplantation fand 1967in Kapstadt / Südafrika) statt. Der Patient überlebte damals mit dem neuen Herzen nur 18 Tage. Quelle: organspende-info.de

 

Lungentransplantation: Zahlen und Fakten

Ca. 350 Lungentransplantationen werden in Deutschland jährlich durchgeführt. Etwa 300 Patientinnen und Patienten warten aktuell auf die Transplantation einer Lunge. Jährlich kommen etwa 400 neue Patientinnen und Patienten hinzu. Die Lebendorganspende eines Teils der Lunge ist medizinisch möglich, wird jedoch in Deutschland eher selten durchgeführt. Die Erfolgsaussichten von Lungentransplantationen haben sich in den vergangenen Jahren durch medizinische Entwicklungen deutlich verbessert. Von 100 transplantierten Lungen funktionieren ein Jahr nach der Operation noch 75. Nach fünf Jahren sind es noch mehr als 50 Organe. Quelle: organspende-info.de

 
 
 
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