PSYCHOKARDIOLOGIE

Liebe Patientinnen, liebe Patienten,

 

als eines der ersten Zentren in Deutschland haben wir eine eigene Abteilung für Psychokardiologie eingerichtet, in der speziell die Zusammenhänge zwischen psychischen Komponenten und Herzerkrankungen unserer Patienten analysiert und therapiert werden können. Die enge Zusammenarbeit zwischen den somatischen Abteilungen und der Abteilung Psychokardiologie schafft ideale Bedingungen, um unseren Patienten eine ganzheitliche Versorgung anzubieten.

Die Leitung der Abteilung obliegt Frau Prof. Dr. med. Bettina Hamann. Sie hat wissenschaftlich intensiv an den Einflüssen von Depression und Stress auf die Entstehung von Herzerkrankungen gearbeitet. Im Laufe ihrer Tätigkeit als Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie hat sie sich auf die Behandlung seelischer Störungen bei primär somatisch erkrankten Patienten spezialisiert und bringt somit ein fundiertes Wissen über die psychopharmakologische Behandlung bei Herzerkrankungen mit. Psychotherapeutisch arbeitet sie schwerpunktmäßig kognitiv-verhaltenstherapeutisch.
Die stellvertretende Leitung der Abteilung obliegt Frau Dr.med. Katrin Naundorf, die als Oberärztin in der Abteilung tätig ist. Wissenschaftlich hat sie an den Zusammenhängen psychischer Faktoren bei Diabetes mellitus und weiteren somatischen Erkrankungen gearbeitet. In Ihrer Tätigkeit als Fachärztin für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie befasst sie sich seit Beginn Ihrer ärztlichen Tätigkeit mit Patienten, welche überwiegend an somatischen Erkrankungen leiden, an deren Verursachung psychosoziale und psychosomatische Faktoren maßgeblich beteiligt sind. Sie arbeitet dabei nach dem wissenschaftlich anerkannten tiefenpsychologischem Therapiekonzept. 
Aufgrund der vielfältigen Qualifikationen der Mitarbeiterinnen (u.a. Psychoonkologie) bestehen ideale Voraussetzungen, um sowohl mit der Kontinuität bereits etablierter Methoden als auch mit innovativen Interventionen die zunehmenden Anforderungen der Organmedizin und die komplexen ethischen Fragestellungen an die Abteilung Psychokardiologie kompetent zu bewältigen.

Unser gemeinsames Ziel ist es, Patienten diejenige seelische Unterstützung anzubieten, die sie benötigen, um erfolgreich eine Diagnostik und Behandlung in unserem Haus durchführen zu können. Wir helfen z. B. bei Erschöpfung durch chronische Erkrankung, bei Stress, der entsteht, wenn man sich ohne viel Zeit für Vorbereitungen akut einer hochtechnologisierten Intervention unterziehen muss, die eventuell auch die Diagnose Krebs zur Folge hat. Bei Angst vor den Folgen einer Erkrankung. Bei Depressionen, die entstehen, wenn körperliche Einschränkungen zur Aufgabe von Aktivitäten und sozialer Isolation führen. Bei Traumatisierung, bei Verwirrtheit, die postoperativ auftreten kann, bei dem Aufbau von Motivation für die Änderung des Lebensstils, der nötig ist, um gesund zu bleiben und bei vielem mehr. Lesen Sie hierfür unten weiter >>


Herz & Psyche - auf das Engste miteinander verknüpft

 

Die junge Disziplin der Psychokardiologie hat sich entwickelt, um Menschen, die von Herzerkrankungen betroffen oder davon bedroht sind, an der Schnittstelle von Herz und Psyche Hilfe anzubieten. Diese Unterstützung kann aus wenigen beratenden Gesprächen oder einer intensiven Psychotherapie unterschiedlicher Dauer bestehen.

Die Abteilung für Psychokardiologie arbeitet methodenübergreifend und stellt sowohl verhaltenstherapeutische als auch tiefenpsychologische Psychotherapie bereit. Da auch Angehörige von Herzpatienten häufig psychosomatische Beschwerden entwickeln, ist es oft sehr vorteilhaft, wenn die Ehepartnerinnen oder Ehepartner mit zur Beratung und Therapie kommen.

 

Einfluss psychischer Faktoren

Dass psychische Faktoren, wie ungesunder Lebensstil (Rauchen, Ernährung, Bewegungsmangel), Stress, Erschöpfung, unangemessener Umgang mit Ärger, belastende Lebensereignisse, Depressionen und Angst einen wichtigen Einfluss bei der Prävention, Entstehung und Prognose von Herzerkrankungen haben, ist durch die psychosomatische Forschung seit Jahren gut belegt.
Diese Faktoren können die Entstehungen von Herzerkrankungen begünstigen. Umgekehrt können kardiale Erkrankungen psychische Beschwerden auslösen, die den Heilungs- und Erholungsprozess wiederum negativ beeinflussen.

 

Hierbei sind zu nennen:

  • Depression mit Niedergeschlagenheit, Mutlosigkeit und Antriebslosigkeit
  • erschwerte Krankheitsverarbeitung und –bewältigung aufgrund belastender Lebensereignisse und Konflikte, die bereits vor Krankheitsbeginn bestanden haben
  • Abhängigkeit z.B. von Lorazepam oder anderen Beruhigungsmitteln
  • Delir nach einer Operation (schwere Orientierungsstörungen oder Halluzinationen)
  • Vorliegen einer sog. Tako-Tsubo Kardiomyopathie (Stress-Kardiomyopathie)

 

erhebliche und lang andauernde krankheitsbezogene Ängste:

  • nach Reanimation mit und ohne anschließender Defibrillator-Implantatio
  • nach Mehrfachschocks durch einen Defibrillator
  • vor und nach Herztransplantation
  • bei Rhythmusstörungen und Vorhofflimmern
  • nach Herzinfarkt und Bypass-Operation

Unsere Themen

Herz & Angst

  • Herz & andauernde Herzbeschwerden, Unsicherheit
  • Krankheitsverarbeitung (seelische Folgen eines Herzstillstandes, seelische Verarbeitung von Krankheitsfolgen)
  • Seelischer Druck: Bluthochdruck
  • Vitale Erschöpfung & Burn-Out
  • Niedergeschlagenheit und depressive Stimmungen bei Herzerkrankungen
  • Paarbeziehung & Herzerkrankung
  • Vorhofflimmern & Rhythmusstörungen
  • Das Leben mit einem Defibrillator, z. B. seelische Folgen von Defi-Schocks (u.a. electrical storms)
  • Individuelle Rehabilitation nach Herzinfarkt oder herzchirurgischen Eingriffen (Bypass- oder Klappenoperation, PTCA und Stent)

 

Angebot zur Abklärung kardiovaskulärer Risikofaktoren

  • Stress & Stressmanagementkompetenzen
  • Substanzkonsum (Nikotin, Alkohol, Beruhigungsmedikamente)
  • Bewegungsmangel
  • Umgang mit Ärger und Feindseligkeit
  • Depression, Angst, Belastungsstörungen
  • Schwerwiegende, belastende Lebensereignisse
  • Übergewicht
  • Kardiologischer und psychokardiologischer Gesundheits-Check in Kooperation mit Ihrem niedergelassenen Kardiologen oder der Kerckhoff-Klinik

Leistungen

Angebote

  • Psychologische Diagnostik
  • Psychotherapeutische Beratung und Behandlung (tiefenpsychologisch und verhaltenstherapeutisch)
  • Entspannungstraining: Autogenes Training, Progressive Muskelentspannung
  • Biofeedback- gesteuertes Entspannungstraining
  • TCM: Traditionelle Chinesische Medizin, Frau Yu (Diese Leistung wird gesondert berechnet)
  • Psychokardiologische Vorträge (z. B. Gefühle, die herzkrank machen - Stress und Stressfolgen)

 

Ambulante Beratungsgespräche

  • Wir bieten Ihnen ambulante Beratungen an, damit wir gemeinsam mit Ihnen ein Bild über Ihren bisherigen Krankheitsverlauf und Ihre psychische Befindlichkeit erarbeiten können. Auf dieser Grundlage können wir dann weitere Behandlungsempfehlungen aussprechen. Um keine Zeit zu verlieren ist es günstig, wenn Sie uns vorab wichtige aktuelle Befunde zusenden. Das Beratungsangebot beinhaltet im Allgemeinen 1 bis 3 Gespräche (jeweils ca. 50 Min.). Die Kosten werden von privaten Krankenkassen übernommen, nicht jedoch von gesetzlichen Krankenkassen.Eine längerfristige psychologische Behandlung, im Sinne einer ambulanten Psychotherapie wird nicht durchgeführt. Wir beraten Sie gerne über Ihre Möglichkeiten und helfen Ihnen bei der Vermittlung an weitere Kliniken oder niedergelassene Psychotherapeuten.

 

Beratung während eines stationären Aufenthaltes (Akutklinik)

  • Stationärer Aufenthalt in der Kerckhoff-Klinik: Häufig entstehen schon während der diagnostischen Abklärung oder der kardiologischen Akuttherapie erste Fragestellungen zur psychologischen Verarbeitung der entstandenen Situation. Wir können Sie dann bereits in dieser Phase beraten und kommen in die Kerckhoff-Klinik. Wenden Sie sich mit diesem Wunsch an Ihre behandelnden Ärztinnen und Ärzte.

 

Rehabilitation mit dem Schwerpunkt Psychokardiologie

  • Sie können bei Ihrem Kostenträger eine (kardiologische, angiologische oder pneumologische) Rehabilitation beantragen und hier im Rehabilitationszentrum durchführen. Sofern Sie zugleich eine intensive psychologische Betreuung wünschen oder brauchen, sollten Sie vorab mit uns in Kontakt treten, denn die Anzahl unserer psychotherapeutischen Behandlungsplätze ist beschränkt. Wir würden dann gemeinsam mit Ihnen und den Kostenträgern einen geeigneten Aufnahmetermin suchen.

Mitarbeitende


Ärztliche Leitung der Abteilung

Stellvertr. Ärztliche Direktorin der Kerckhoff-Klinik

Fr. Prof. Dr. B. Hamann

Sekretariat:

Tel.: + 49 (0) 6032 996 5400

Fax: + 49 (0) 6032 996 5401

E-Mail: b.hamann(at)kerckhoff-klinik.de


Oberärztin

Stellvertr. Leitung der Abteilung

Fr. Dr. K. Naundorf

Sekretariat:

Tel.: + 49 (0) 6032 996 5400

Fax: + 49 (0) 6032 996 5401

E-Mail: k.naundorf(at)kerckhoff-klinik.de


Dipl. - Psychologin

Frau S. Wirtz

Sekretariat:

Tel.: + 49 (0) 6032 996 5400

Fax: + 49 (0) 6032 996 5401

E-Mail: s.wirtz(at)kerckhoff-klinik.de

Aufenthalt & Kosten & Terminvereinbarungen

 

 

In die Psychokardiologie können alle Patientinnen und Patienten, die eine Kostenzusage von Ihrem Kostenträger erhalten haben, zu einer stationären Behandlung kommen.

Das Behandlungsangebot richtet sich dann völlig nach Ihren Bedürfnissen und wird auf Grundlage eines intensiven diagnostischen Prozesses individuell abgestimmt. Setzen Sie sich mit uns in Verbindung und besprechen Sie Ihre Vorstellungen.


Aufenthaltsdauer, Kosten:

Ein stationärer Aufenthalt dauert in der Regel bis 21 Tagen. Die Tagessätze sind abhängig vom Therapieprogramm.

Wenn vom Kostenträger Ihre Behandlung bzw. Rehabilitationsmaßnahme in unserem Hause genehmigt wurde, setzen Sie sich bitte zeitnah mit der Abteilung Psychokardiologie in Verbindung, damit ein passender Termin gefunden und Ihr Programm individuell gestaltet werden kann. Wir können nur dann ausreichend sicher versprechen, dass wir genügend Zeit für Sie zur Verfügung haben.


Kontakt

Bei Fragen wenden Sie sich bitte an das Sekretariat Psychokardiologie:

Sprechzeiten:

Montag & Freitag 08.00 - 14.00 Uhr

Dienstag, Mittwoch & Donnerstag 07.30 - 13.30 Uhr

Frau Prof. Dr. B. Hamann

Sekretariat: Frau S. Soldan

Tel.: + 49 60 32. 9 99 54 00
Fax: + 49 60 32. 9 99 54 01

E-Mail: s.soldan(at)kerckhoff-klinik.de

Benekestr. 2-8

61231 Bad Nauheim

Anfrage stellen

Wenn Sie Probleme mit der Kostenübernahme haben, kontaktieren Sie uns bitte, damit wir gemeinsam nach Lösungen oder alternativen Behandlungsmöglichkeiten für Sie suchen können.


 

 

Kerckhoff-Klinik: Sicher in Zeiten von Corona

Tests auf Antikörper gegen SARS-CoV-2 bestätigen das Schutzkonzept der Klinik im Hinblick auf die Mitarbeiter- und Patientensicherheit

Pipettieren von Proben im Labor der Kerckhoff-Klinik

Pipettieren von Proben im Labor der Kerckhoff-Klinik

Groß angelegtes Antikörper-Screening:

Seit Ende Mai 2020 bietet die Kerckhoff-Klinik allen Mitarbeitern die Möglichkeit, sich auf Antikörper gegen das Corona-Virus (SARS-CoV-2) testen zu lassen. In den allermeisten Fällen sind diese negativ ausgefallen. Die Ergebnisse bestätigen, dass die getroffenen Schutzmaßnahmen gegriffen haben und die Schwerpunktklinik  im Hinblick auf Covid-19 Übertragungen ein gut geschützter Ort ist. 
Bisher hat etwa ein Drittel der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kerckhoff-Klinik in Bad Nauheim das Angebot angenommen und Antikörper auf eine möglich SARS-CoV2-Infektion hin bestimmen lassen. Insgesamt wurden derzeit 500 Proben analysiert und lediglich bei sieben Mitarbeitenden SARS-CoV2-Antikörper gefunden. In allen sieben Fällen lagen im Vorfeld bereits positive Befunde bzw. eine behördlich angeordnete Quarantäne vor. 
 

Weniger als 1,5 Prozent weisen Antikörper auf 
Bei den Blutuntersuchungen wiesen weniger als 1,5 Prozent der genommen Proben Antikörper gegen das neue Virus auf. Das Vorhandensein der Antikörper gilt als Hinweis auf eine durchgemachte Infektion. 
„Wir konnten nur eine geringe Covid-19-Infektionsquote bei unseren Mitarbeitenden erkennen. Diese Daten zeigen an, dass es in der Klinik keine unerkannten Ausbrüche oder Infektionen gab, demnach aber auch keine ausreichende Herdenimmunität besteht", bilanzierte Dr. Katharina Madlener, Direktorin der Krankenhaushygiene und Labormedizin der Kerckhoff-Klinik. 
Dr. Simon Classen, Direktor des Harvey Gefäßzentrums und Ärztlicher Direktor der Kerckhoff-Klinik, ergänzt: „Zwar hatten wir die kleine Hoffnung, dass es eventuell schon mehr immunisierte Mitarbeitende gibt, doch wirklich überrascht sind wir nicht. Das Ergebnis entspricht den Raten in der allgemeinen Bevölkerung. Erfreulich ist es dennoch, schließlich bestätigt es, dass wir mit unserem bisherigen Schutzkonzept sehr gut aufgestellt sind und sich die gesamte Belegschaft konsequent an alle Hygieneregeln hält. Hierzu zählt beispielsweise das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes und regelmäßige Händedesinfektion.“ 
Das Schwerpunktzentrum für die Behandlung von Herz-, Lungen-, Gefäß- und Rheumaerkrankungen handelt zu jedem Zeitpunkt gemäß den Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts und stellt die entsprechende Schutzausrüstung für das Klinikpersonal und für Patienten zur Verfügung.
Ergänzend zum Screening der Mitarbeitenden werden auch alle stationär aufgenommenen Patienten auf Covid-19 getestet. 
„Die getroffenen Maßnahmen machen die Kerckhoff-Klinik im Hinblick auf Covid-19-Übertragungen zu einem gut geschütztem Ort“, ergänzt Prof. Dr. Ardeschir Ghofrani, Ärztlicher Geschäftsführer der Kerckhoff-Klinik und Direktor der Abteilung für Pneumologie. „Unser Appell an alle Patienten lautet daher eindringlich: Hören Sie bitte auf Warnsignale Ihres Körpers, gehen Sie bei akuten Problemen zum Arzt oder in die Klinik und vernachlässigen Sie ihre Therapien und Nachsorgeuntersuchungen nicht. Ein unbehandelter Herzinfarkt oder akute Luftnot kann schnell lebensbedrohlich werden, da zählt jede Minute.“
Regelbetrieb unter Pandemiebedingungen
Die Versorgung von Notfallpatienten war und ist zu jeder Zeit sichergestellt. Mit Blick auf die derzeit rückläufigen Infektionszahlen bereitet sich die Klinik intensiv auf die schrittweise Wiederherstellung einer bedarfsgerechten Versorgung aller Patienten vor. Das bedeutet, dass alle geplanten Behandlungstermine und Operationen wieder stattfinden können. Zugleich bleiben gesonderte Betten für Covid-19-Patienten reserviert, um im Zweifelsfall schnell und effektiv handeln zu können.


 

 
 
 
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