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Kerckhoff-Klinik, Zentrum für Kardiologie und Herzchirurgie

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Neuer Therapieansatz bei kardialer Fibrose - Rudi-Busse-Preis für Sebastian Szardien

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Neuer Therapieansatz bei kardialer Fibrose - Rudi-Busse-Preis für Sebastian Szardien

2011-06-30

Preisträger RBP v.l.: Der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie Prof. Dr. Michael Böhm überreichte Sebastian Szardien, Assistenzarzt an der Kerckhoff-Klinik, und den anderen Preisträgern Dr. Michael Schwarzl, Dr. Dennis Rottländer, Dr. L. Christian Napp zusammen mit dem Tagungspräsident Prof. Dr. Gerd Hasenfuß auf der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie die Urkunden.
Herzerkrankungen können das Leben oft beschwerlich machen. Zum Beispiel klagen Patienten, die an Herzinsuffizienz leiden, häufig über Atemnot und Wasseransammlungen im Körper. Oftmals können Ärzte durch Medikamente oder sogar eine Operation Hilfe leisten. Bei einer kardialen Fibrose, die ebenfalls zur Herzinsuffizienz führen kann, kennen die Mediziner aber noch kein Heilmittel. Das könnte sich nun möglicherweise ändern.

 „Herzerkrankungen, wie zum Beispiel die Herzinsuffizienz, beeinträchtigen das Leben häufig schwer. Bei der Herzinsuffizienz handelt es sich um die krankhafte Unfähigkeit des Herzens, die vom Körper benötigte Blutmenge ohne Druckanstieg in den Herzvorhöfen zu fördern“, sagt Dr. med. Andreas Rieth, Oberarzt der kardiologischen Abteilung der Kerckhoff-Klinik Bad Nauheim und Leiter der dortigen Herzinsuffizienzambulanz.

Zur umgangssprachlichen Herzschwäche führen eine verminderte Pumpfunktion und eine gestörte Füllung des Herzens. „Ein Grund für die Herzinsuffizienz kann dabei eine undichte oder eine verengte Herzklappe sein“, sagt der Herzspezialist. Wegen anfänglicher Luftnot bei körperlicher Belastung, die sich zunehmend auch auf Ruhephasen ausdehnt, Luftnot und Wasseransammlung im Körper suchen viele Patienten ihren Arzt auf.
Da Medikamente das Herzklappenproblem nicht lösen können, werden einige Patienten, die an Herzschwäche leiden, an der defekten Aortenklappe operiert.. Bei manchen Patienten erholt sich aber trotz erfolgreicher Klappenoperation der Herzmuskel nicht, unter anderem wegen einer fortbestehenden Bindegewebsvermehrung, der sogen. „Fibrose“.

„Die kardiale Fibrose schränkt die Herzfunktion erheblich ein und ist mit einer deutlich erhöhten Sterblichkeit verbunden“, berichtet Dr. Rieth. Hierbei fehlt es an normaler Muskulatur, die durch das rigide Bindegewebe ersetzt wurde, und das Herz kann sich nicht mehr so gut kontrahieren und dehnen, wie es bei einem gesunden Organ üblich ist. „Für die kardiale Fibrose gibt es leider noch keine Therapie“, so Rieth. Umso erfreulicher ist es, dass nun ein junger Assistenzarzt der Kerckhoff-Klinik, Herr Sebastian Szardien, der auch wissenschaftlich am Franz-Groedel-Institut arbeitet, am Tiermodell feststellen konnte, dass die Gabe eines körpereignen Botenstoffes einen Therapieansatz bei der kardialen Fibrose darstellen kann.

Auf der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie wurde er für seine Forschungsarbeit mit dem zweiten Preis des Rudi Busse-Young-Investigator Awards für experimentelle Herz-Kreislaufforschung ausgezeichnet.
„Durch die Gabe dieses Botenstoffes kann im Tiermodell die kardiale Fibrose eindrucksvoll zurück gehen. Falls es auch zu einer erfolgreichen Erprobung dieses Therapieprinzips am Menschen kommen sollte, könnten sich damit unter Umständen Herzfunktion und Prognose der Patienten verbessern“, sagt Dr. Rieth.
„Gerade Patienten, die nach einer Aortenklappenoperation immer noch an einer Herzinsuffizienz leiden, könnte damit in Zukunft möglicherweise geholfen werden“, so der Experte.

Sebastian Szardien, der gerade seine Facharztausbildung zum Kardiologen an der Kerckhoff-Klinik Bad Nauheim absolviert, wird weiter am Franz-Groedel-Institut forschen. Durch diese klinikeigene Forschungseinrichtung, die seit 2001 existiert und in der Wissenschaftler der Max-Planck-Gesellschaft zusammen mit Kerckhoff-Medizinern z.B. die genetischen und molekularbiologischen Grundladen der Gefäßbildung erforschen, erhalten auch junge Mediziner die Gelegenheit, neben der Weiterbildung wissenschaftlich zu arbeiten.

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