Anfahrt per PKW
Fußweg Parkplatz "Am Großen Teich"


Mit unserem Newsletter erhalten Sie regelmäßig aktuelle Informationen.
Alle Felder müssen ausgefüllt werden.
2011-04-19
Wenn der Herzrhythmus aus dem Takt gerät und Medikamente nicht helfen, den Herzschlag zu normalisieren, sind häufig herzchirurgische und kardiologische Eingriffe notwendig, erläuterten Dr. Heinz-Friedrich Pitschner, leitender Oberarzt der Kerckhoff- Klinik und Prof. Dr. med. Tibo Gerriets aus der Abteilung Neurologie des Universitätsklinikums Gießen und Marburg.
Dr. med. H.- F. Pitschner
Die Arbeitsgruppe „Herz und Hirn“, in der Kardiologen der Kerckhoff-Klinik in Bad Nauheim mit Ärzten der Abteilung für Neurologie der Justus-Liebig-Universität Gießen kooperieren, wird seit rund 10 Jahren von Prof. Gerriets geleitet.
Im Zentrum der Forschungen der interdisziplinären Expertengruppe stehen die neurologischen Nebenwirkungen, die bei herzchirurgischen und kardiologischen Eingriffen drohen und die Weiterentwicklung innovativer Möglichkeiten zum Schutz des Gehirns bei Eingriffen am Herzen. Als Beispiel für die Forschungen Arbeitsgruppe nennt der Experte die Katheterablation. Diese ist ein spezielles Verfahren zur Behandlung des Vorhofflimmers. Hierbei werden mit Hilfe eines Katheters, der über die Leiste bis zum Herzen geschoben wird, gezielt Anteile der Leitungsbahnen am Herzen verödet, die für die Rhythmusstörungen verantwortlich sind. „Diese Behandlung ist überaus nützlich, denn Sie beendet häufig das Vorhofflimmern, und eliminiert damit eine der häufigsten Quellen für Schlaganfälle“, erläutert Gerriets.
Prof. Dr. med. T. Gerriets
„Die meisten Therapien haben aber leider auch Nebenwirkungen. Unser Ziel ist es, diese zu minimieren“, ergänzt der Gießener Wissenschaftler. In einer Studie wurden nun erstmals gezielt subtile neuropsychologische Veränderungen, die womöglich als Nebenwirkungen des Eingriffs am Herzen auftreten, untersucht.
Wie die psychologischen Untersuchungen nach dem Eingriff zeigten, hatten einige der teilnehmenden Patienten leichte Defizite in ihrer Merkfähigkeit.
„Dies sind womöglich Nebenwirkung des Katheterverfahrens“. kommentiert Dr. phil. Niko Schwarz, Diplompsychologe und Mitglied der Arbeitsgruppe, die Ergebnisse. „Die Studie legt eine wichtige Grundlage zur Erkennung und Beseitigung auch leichter neurologische Nebenwirkungen bei Behandlungsmethoden wie der Katheterablation“, ergänzt Schwarz abschließend.
Der Artikel, der zur Studie veröffentlicht wurde, wurde von der amerikanischen Herz-Rhythmus-Gesellschaft (Heart-Rhythm-Society, HRS) zu einer der vier herausragenden wissenschaftlichen Publikationen des vergangenen Jahres gewählt. Dr. Niko Schwarz wurde stellvertretend zu einer Präsentation der Forschungsergebnisse auf den diesjährigen Kongress der HRS eingeladen. Dieser findet vom 4. bis 7. Mai in San Francisco statt.
Die Studie wurde veröffentlicht in:
Schwarz N, Kuniss M, Nedelmann M, Kaps M, Bachmann G, Neumann T, Pitschner HF, Gerriets T. Neuropsychological decline after catheter ablation of atrial fibrillation. Heart Rhythm 2010;7(12):1761-7.
© 2008-2012 Kerckhoff Klinik




