Zu den schwerwiegendsten Komplikationen bei Herzoperationen zählen das Auftreten neurologischer Komplikationen. Ursache dieser Hirnschäden sind meistens Embolien (Luft, Partikel etc.), welche durch die Herz-Lungen-Maschine in den Kreislauf gelangen können. Außerdem können Manipulationen an der Aorta zum Ablösen von Kalkfragmenten führen, die dann in die Halsschlagadern verschleppt werden. Verschiedene Filter wurden entwickelt, um solche Komplikationen zu verhindern. Außerdem wird in der herzchirurgischen Klinik aktuell die Wirkung einer so genannten Luftfalle untersucht. Bei der „dynamic bubble trap“ (DBT) handelt es sich um ein zugelassenes Gerät zur Elimination von Gasblasen aus der Herz-Lungen-Maschine, die nach dem Oxygenator in die arterielle Linie angebracht wird.
In klinischen Studien konnte gezeigt werden, dass sich mit Hilfe der DBT die Zahl der dopplersonographisch detektierbaren Gasblasen im arteriellen Schenkel der Herz-Lungen-Maschine um weit über 80% senken lässt. Dies führt zu einer deutlichen Verminderung der intraoperativ in der A. cerebri media nachweisbaren Mikroemboliesignale. Welche Auswirkungen die Reduktion zerebraler Gasembolien auf den klinisch-neurologischen Status hat, wird systematisch untersucht, hier zeigen sich in den laufenden Studien positive Trends, die den Einsatz des Geräts unterstützen. Neben der DPT- Luftfalle werden die ebenfalls zugelassenen Embol-X-Aortenkanülen verwendet, welche mit einer Fangvorrichtung ausgestattet ist, die sich nach Einführung des Katheters in die Aorta ascendens entfaltet. Anhand postoperativer morphologischer Untersuchungen dieser Filtervorrichtungen konnten zahlreiche solide Partikel (Thromben und Fragmente atherosklerotischer Plaques) identifiziert werden, die offensichtlich aus der Aorta ascendens bzw. arteriellen Linie der EKZ entfernt wurden. Ob die Elimination dieser Partikel zu einer Verbesserung des klinisch-neurologischen Status nach kardiochirurgischen Eingriffen führt, ist bislang noch nicht in Langzeitstudien belegt, wobei sich hier ebenfalls positive Trends für den Einsatz dieser Kanüle zeigen.


Abb.: Schema der DPT- Luftfalle und Abbildung der Embol-X-Aortenkanülen mit dem ausgefahrenen Schirmchen
Besonders häufig treten cerebrale Schädigungen auf, wenn am Aortenbogen oder im sog. hypothermen Kreislaufstillstand operiert werden muss. Um das Gehirn in dieser Phase zu schützen, wird während des Kreislaufstillstandes kaltes Blut über die obere Hohlvene retrograd in die Hirnvenen gebracht. Mit dieser Methode wird das Hirn gekühlt und mit Sauerstoff versorgt. Außerdem können Kalkpartikel und Luft aus den Halsgefässen ausgewaschen werden. Die retrograde Hirnperfusion wird in der Kerckhoff-Klinik seit einigen Jahren erfolgreich durchgeführt. Im Unterschied zu anderen Zentren wird das kalte Blut mit einem Fluss zwischen 1 und 1,5 Litern pro Minute gepumpt, während üblicherweise mit viel geringerem Fluss gefahren wird. Der Effekt dieser Hirnperfusion kann mittels Messung der zerebralen Sauerstoffsättigung eindeutig nachgewiesen werden.
Eine wichtige Aufgabe ist die redaktionelle Betreuung der Fachzeitschrift „The Thoracic and Cardiovascular Surgeon“. Diese Zeitschrift ist das offizielle Organ der Deutschen Gesellschaft für Thorax-Herz- und Gefäßchirurgie. Sie wurde 1953 von Nissen und Vossschulte gegründet. Nach Hans Borst sind seit 1986 Kurt Stapenhorst sowie von 1996 an Professor Dr. Wolf-Peter Klövekorn Herausgeber dieses beim Thieme Verlag erscheinenden Journals.

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