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Stand 22.6.2009
Eine venöse Thrombose, die nicht während einer typischen Risikosituation aufgetreten ist, gilt als eine chronische Erkrankung, die mit einem hohen Rezidivrisiko behaftet ist. Etwa 30 % der Patienten entwickeln in den ersten 5 Jahren ein Rezidiv.
Daher ist die längerfristige Rezidivprophylaxe mit Vitamin-K-Antagonisten, wie z.B. Marcumar ® ein etabliertes Vorgehen in der Therapie der venösen Thrombose. Die Behandlung mit oralen Antikoagulanzien ist aber mit einem erhöhten Blutungsrisiko verbunden.
Pro Jahr treten bei etwa 2 % der oral antikoagulierten Patienten behandlungsbedürftige Blutungskomplikationen auf. Davon sind etwa 10 % schwerwiegende und lebensbedrohliche Blutungen. In der Entscheidung zur Dauer der oralen Antikoagulation sollte deswegen das Rezidivrisiko gegen das Blutungsrisiko abgewogen werden.
Zurzeit kann diese Nutzen-Risiko-Abwägung im Einzelfall nicht mit einer befriedigenden Vorhersagewahrscheinlichkeit durchgeführt werden. Von zwei verschiedenen Arbeitsgruppen um Palareti und Eichinger wurde in retrospektiven Analysen gezeigt, dass Patienten mit erhöhten D-Dimerspiegeln nach Beendigung der oralen Antikoagulation ein deutlich höheres Thromboserisiko aufwiesen, als Patienten mit einem D-Dimerwert im Referenzbereich.
Der Studie liegt die Hypothese zugrunde, dass durch die D-Dimerbestimmung nach Beendigung der oralen Antikoagulation Patienten mit einem signifikant erhöhten Thromboserezidivrisiko erkannt werden können.
Es wird geprüft, ob diese Patienten von einer längeren oralen Antikoagulation profitieren. Dazu wird nach Beendigung einer oralen Antikoagulation eine D-Dimer-Testung durchgeführt. Ist der D-Dimerwert erhöht, werden die Patienten in die Studie eingeschlossen. 50 % der Teilnehmer sollen für einen Zeitraum von 24 Monaten eine Antikoagulation durchführen. Die anderen Studienteilnehmer werden nicht mit einer kontinuierlichen oralen Antikoagulation behandelt, erhalten in typischen thrombophilen Risikosituationen eine passagere Thromboseprophylaxe mit einem niedermolekularen Heparinpräparat.
Die Studie wird multizentrisch in Deutschland durchgeführt. Es wurden bereits mehr als 100 Patienten eingeschlossen.
Die Ergebnisse dieser Studie werden zeigen, ob die D-Dimerbestimmung eine geeignete diagnostische Möglichkeit darstellt die Rezidivprophylaxe nach einer venösen Thrombose auf die Patienten zu fokussieren, die ein besonders hohes Rezidivrisiko tragen. Sollte die Studie ein derartiges Ergebnis zeigen, würde dies einen ersten Schritt hin zu einer individualisierten Antikoagulanzientherapie bedeuten. Gleichzeitig würde es zeigen, dass phänotypische Untersuchungsmethoden, die geeignet sind den Aktivitätszustand des Hämostasesystems abzubilden, den klassischen genetischen und funktionellen Thrombophiliemarkern überlegen sind. Darüber hinaus wird die Studie eine Aussage über die Wertigkeit einer Risiko-adaptierten Thromboseprophylaxe in einem Hochrisikokollektiv ermöglichen.
Infektionen mit MRSA (multiresistenter Staphylokokkus aureua) stellen in den meisten Industrieländern ein großes gesundheitliches Problem dar. Um seine Verbreitung unter Kontrolle zu halten, werden Screening-Maßnahmen, als geeignetes Instrument angesehen.
Ein Screening auf MRSA hat den Vorteil, dass nicht nur infizierte Patienten, sondern auch kolonisierte Patienten erfasst werden.
In der Studie wurden verschiedenste Daten von Patienten erhoben, die auf eine MRSA-Kolonisation hin untersucht wurden und mit den Daten von Patienten verglichen, welche während eines entsprechenden Zeitraumes ohne MRSA-Screening erhoben wurden.
Zu diesen Daten zählten z.B. die Aufenthaltsdauer, die Aufenthaltsdauer auf der Intensivstation, zusätzliche Erkrankungen und die verursachten Kosten.
Insgesamt konnten bei etwa 2% der aufgenommenen Patienten eine Besiedlung mit MRSA nachgewiesen werden. Die Studie konnte bestätigen, dass es bestimmte Risikofaktoren für eine Infektion bzw. Kolonisation mit MRSA gibt.
Hierzu zählen z.B. der Aufenthalt in Krankenhäusern oder Altenheimen, chronische Wunden und chronische Erkrankungen, wie z. B. ein Diabetes mellitus. Aber auch bei scheinbar „Gesunden“ konnte eine MRSA-Besiedlung nachgewiesen werden.
- Bei einem Screening, das nur auf bestimmte Risikogruppen ausgerichtet ist, bleiben im speziellen Krankengut der Kerkchoff-Klinik zu viele MRSA-Fälle unentdeckt, sodass einem generellen Aufnahmescreening der Vorzug zu geben ist,
- durch das Screening konnte eine Senkung der Liegedauer von MRSA-Patienten erreicht werden,
- ein generelles Aufnahmescreening ist sehr kostenintensiv, trägt aber dazu bei, die Verbreitung von MRSA zu reduzieren.
In der Konsequenz dieser Studie wird bei allen Patienten, die operiert werden sollen oder die auf der Intensivstation liegen, ein MRSA-Screening durchgeführt.
© 2008-2012 Kerckhoff Klinik




