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[Stand 2008/2009]
Als Zentrum für die Sklerodermie des Deutschen Netzwerks für Systemische Sklerose (Studienzentrum Prof. Krieg, Universität Köln) und des Europäischen Netzwerks EUSTAR (EULAR Scleroderma Trials and Research Group) widmet sich die Kerckhoff-Klinik zusammen mit der Medizinischen Poliklinik (Prof. Bretzel) und der Medizinischen Klinik II (Prof. Seeger) der Universität Giessen der detaillierten Erforschung dieses seltenen Krankheitsbildes.
Als wissenschaftlich orientierte Klinik nehmen alle Abteilungen der Kerckhoff-Klinik an nationalen und internationalen Zulassungsstudien neuer Medikamente teil, die durch die zuständigen Ethik-Kommissionen (z.B. der Universität Gießen) geprüft und autorisiert werden.
Sollte für Ihre Erkrankung ein neues Medikament zur Verfügung stehen, werden wir Sie hierüber informieren, Sie können Ihren betreuenden Arzt hier bei uns aber auch darauf direkt ansprechen.
Aufdeckung der Osteomalazie bei Migranten aus der Türkei sowie Aufdeckung der speziellen Ursachen, Vergleich relevanter Konchengene zwischen Deutschen und Türke
Vitamin D ist für den Kalziumstoffwechsel und damit für gesunde und stabile Knochen essentiell. Bei einem Mangel an Vitamin D kommt es u.a. zu einer unzureichenden Knochenbildung (Osteomalazie). Diese Erkrankung ist häufig bei Migranten aus dem asiatischen und Mittelmeerraum anzutreffen.
Untersucht werden sollen türkische Migranten und eine deutsche Kontrollgruppe, um Risikofaktoren zu evaluieren und/oder gentypische Unterschiede zu eruieren.
Die Studie begann in 2008 und ihre Dauer ist bis 2010 angesetzt, Ergebnisse liegen deshalb noch nicht vor.

Die Rheumatoide Arthritis ist gekennzeichnet durch einen chronischen, meist schubartigen Verlauf, welcher im allgemeinen progredient ist, und mit einer zunehmenden Gelenkdestruktion und dadurch hervorgerufenen Funktionseinbußen einhergeht. Dies führt bei einem recht großen Teil der Patienten im Verlauf der Erkrankung zu einer Einschränkung oder gar kompletten Unfähigkeit am Erwerbsleben teilzunehmen, so dass die volkswirtschaftliche Bedeutung insbesondere durch die indirekten Kosten der Arbeitsunfähigkeit, Berufs- und Erwerbsunfähigkeit nicht unbedeutend für die Volkswirtschaft sind.
Im Zentrum des krankhaften Prozesses bei der Rheumatoiden Arthritis steht ein proliferierendes Pannusgewebe, welches tumorartig in den Knorpel und auch den Knochen hineinwächst und auch letztendlich die Gelenke zerstört. Der Entzündungsprozeß beginnt mit Veränderungen an den synovialen Blutgefäßen in Form einer Vasodilatation und gesteigerten Permeabilität im Rahmen der entzündlichen Aktivierung. Das Pannusgewebe wiederum ist im Verlauf der Erkrankung auf eine ausreichende Vaskularisierung zur Versorgung mit Sauerstoff und Nährstoffen angewiesen, damit ein Wachstums und Proliferation überhaupt möglich ist.
Durch die derzeit sich stetig weiter entwickelnde Technik im Bereich der Sonographie ist es möglich die Blutgefäße des proliferierenden Pannusgewebes dopplersonographisch nicht nur zwei- sondern auch dreidimensional darzustellen. Beide Methoden sind technisch mit entsprechenden Geräten gut möglich, jedoch noch nicht ausreichend evaluiert und somit in der Frühdiagnose und auch im Monitoring der Erkrankung noch nicht ausreichend als diagnostische Möglichkeit etabliert.
In einer kleinen Studie konnten wir zeigen, dass durch Nachweis von Blutgefäßen innerhalb der Bizepssehne eine Differenzierung im Hinblick auf den zugrundeliegenden pathogenetisch bedeutsamen Prozess möglich ist.
So finden sich bei Patienten mit Rheumatoider Arthritis eine reichliche Vaskularisierung innerhalb der Bizepssehnenscheide, welche durch proliferierendes Tenosynovialgewebe zustande kommt, bei Patienten mit degenerativ bedingten Schulterschmerzen, wo die Beschwerden durch eine Irritation bzw. Überlastung der Bizepssehne zustande kommt, findet sich zwar eine Vaskularisierung im Begleitgewebe der Bizepssehne, nicht jedoch innerhalb der Sehnenscheide selbst (Strunk, J., Lange, U., Kürten B., Schmidt, K.L., Neeck , G.: Doppler sonographic findings in the long bicipital tendon sheath in patients with rheumatoid arthritis as compared with patients with degenerative diseases of the shoulder. Arthritis & Rheumatism, (2003) :48 : 1828 –32).
Hiermit ist es erstmals gelungen die Dopplersonographie in den differentialdiagnostischen Prozeß einzubeziehen und hier klinisch relevante und verwertbare Aussagen zu erzielen.
Der Nachweis aktueller intraartikulärer Durchblutung mittels Dopplersonographie ist nicht nur für diff.-diagnostische Prozesse sondern vielmehr auch zur Aktivitätsabschätzung der rheumatoiden Arthritis zu nutzen.
Insbesondere durch die Einführung der sehr wirksamen Antizytokintherapien (Anti-TNF-a-Inhibitoren) ist eine Objektivierung der entzündlichen Aktivität sowohl als Entscheidungsgrundlage für die Einleitung einer solchen Therapie als auch im weiteren Verlauf zur Objektivierung eines Therapieerfolgs durch den dopplersonographischen Nachweis der Pannusvaskularisierung eine vielversprechende neue Möglichkeit.
Die derzeit noch fehlende Evaluierung der Methode bedarf einer entsprechenden Aufarbeitung, wie sie in der von uns geplanten Studie vorgesehen ist.
© 2008-2012 Kerckhoff Klinik




