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Bereits seit 1996 werden in enger Zusammenarbeit mit den Herzchirurgen Untersuchungen des Herzens und der großen Gefäße mit der MRT durchgeführt.
Die Aufgabe der MRT ist hier, zusätzliche Informationen zur Morphologie und Funktion des Herzens zu liefern, die als Entscheidungshilfen zur Indikationsstellung und Planung der folgenden Operation dienen. In der postoperativen Verlaufskontrolle sind vor allem seltene Komplikation wie Blutungen, Abszesse und Funktionsstörungen des Herzens und der Gefäße frühzeitig zu diagnostizieren.
Nach Myokardinfarkt kann es zu großflächiger Verdünnung und Vernarbung eines Wandabschnittes im linken Ventrikel kommen. Der fortwährende systolische Druck führt dann zu einer aneurysmatischen Ausweitung des geschwächten Wandabschnitts. Hat sich ein Aneurysma erst einmal gebildet, steigt mit der Größe des Aneurysmas die Wandspannung an und das Aneuyrsma dehnt sich weiter aus.
Damit droht die Gefahr einer Ruptur mit Perikardtamponade. Zum anderen wird in der Systole Blut in das Aneurysma gepumpt, wodurch die linke Herzkammer zusätzliche Arbeit leisten muss. Die Indikation zur Aneurysmaresektion ergibt sich somit in der Vemeidung von Blutungskomplikation und der Verbesserung der linksventrikulären Dynamik.
Bei 30 Patienten (4 Frauen/26 Männer) im Alter von 48-85 Jahren wurde ein linksventrikuläres Aneurysma der vorderen und apikalen Herzwand aufgrund einer vorangegangenen Untersuchung mit Herzkatheter oder Ultraschall diagnostiziert und operiert. In der Cine-Technik war die Verdünnung der Aneurysmawand und die Ausdehnung des dyskinetischen Areals messbar.
Mit zusätzlichen Late-Sequenzen war Narbengewebe in der Aneurysmawand und der Übergang von nekrotischen zu vitalem Mykard optimal zu definieren. Die Volumetrie des linken Ventrikels zeigte eine Reduktion des EDV von durchschnittlich 196 präoperativ auf 162 ml postoperativ, sowie eine Erholung der linksventrikulären EF von 36 auf 44%.
In einem Fall trat eine Nahtinsuffizienz an den Rändern des Dakronbatches auf, die zur Ausbildung einer gedeckten Perforation führte. Ein „bulging“ der Dakronmembran wurde postoperativ nicht gesehen.
Bei Vorhofflimmern führen multiple Vorhofinzisionen, zusammen mit einer Amputation der Herzohren und Reimplantation der Pulmonalgefäße (Operation nach Cox I-III, MAZE-Prozedur), zu einer Unterbrechung von abnormen Erregungsbahnen und damit zum Sinusrhythmus.
Nach MAZE-Op stellte sich zwar in über 90% wieder ein Sinusrhythmus ein, nicht aber automatisch die aktive Kontraktion der Vorhöfe. Letzteres gilt als wichtiges Kriterium für das Aussetzen einer Marcumartherapie.
Über Flußmessungen in der Mitral-klappenebene oder über eine Volumetrie des linken Vorhofes kann mit der MRT eine aktive Vorkofkontraktion mit einem entsprechenden Beitrag zur diastolischen Ventrikelfüllung nachgewiesen werden.
Alternativ kann im Ultraschall mit Doppler-Messungen über der Mitralklappe eine Flusskurve erstellt werden und anhand der enddiastolischen a-Welle die aktive Vorhofkontraktion nachgewiesen werden. Wir untersuchten 24 Patienten nach MAZE-Operation vergleichend mit MRT und Ultraschall in einem frühen (1-6 Monate) und in einem späten (12-24 Monate) Intervall. Im ersten Kontrollintervall zeigten 14/24 bereits eine aktive Vorhofkontraktion, in der späten Kontrolle 21/24 Patienten.
Im Vergleich von MRT und Ultraschall wurde in 6 Fällen eine aktive Vorhofkontraktion nur im MRT und in weiteren 3 Fällen nur im Ultraschall gezeigt. Somit sind MRT und Ultraschall auch komplementär einsetzbar und erlauben den Nachweis der aktiven Vorhofkontraktion nach Maze-Op, was die individuelle Festlegung der postoperativen Marcumartherapie erleichtert.
Eine Dilatation der Ventrikel infolge koronarer Herzerkrankung, Klappenvitium oder Kardiomyopathie kann zu einer Erweiterung des Mitral- oder Trikuspidalklappenringes mit Insuffizienz als Folge führen.
Daher kann versucht werden, den Klappenring chirurgisch zu verkleinern und mit einem Plastikring (z.B. Carpentier- oder Cosgrove-Edwards-Ring) zu armieren.
Mit Cine-Schichten parallel zur Ebene der Mitralklappe kann der Umfang des Mitralklappenrings, der Grad der Klappeninsuffizienz und die Größe des Kunststoffrings bestimmt werden. Anhand der Volumetrie kann postoperativ eine Verbesserung der linksventrikulären Hämodynamik dokumentiert werden. Wir untersuchten ein Kollektiv aus 24 Patienten prä- und postoperativ nach 3-6 Monaten in der MRT.
Eine Verbesserung der Hämodynamik wurde in allen Fällen anhand eines Anstieges der Ejektionsfraktion der zugehörigen Herzkammer um durchschnittlich 8% aufgezeigt.
Die Indikation zur Operation einer Aortenklappenstenose hängt vom klinischen Zustand des Patienten (HYHA-Stadium), der Leistung des linken Ventrikels und der Funktion der betroffenen Herzklappe ab.
Letztere kann anhand von Druckgradienten über der Klappe im Herzkatheter und im Ultraschall und der Öffnungsfläche im Ultraschall und MRT quantitativ bestimmt werden. An 70 eigenen Patienten haben wir die Aortenöffnungsfläche (AÖF) planimetrisch an axialen Bildern der Aortenklappe bestimmt, wofür jeweils FLASH- und trueFISP-Sequenzen verglichen wurden.
Die Werte der AÖF aus den FLASH- und TrueFISP-Sequenzen haben wir mit dem AÖF-Werten aus dem transösophagealen Ultraschall verglichen.
Die mittlere AÖF betrug 0,86 DA-?0,28cm2 gemessen mit der FLASH- und 0,90 DA-0,18cm2 mit der TrueFISP-Sequenz. Die Korrelationen mit dem Ultraschall waren mit r=0,891 und r= 0,704 für beide MRT-Sequenzen gut.
Die TrueFISP zeigte eine geringere Streuung der Meßwerte in der Intra- und Interobservervariabilität (6,5% und 6,2%) als die FLASH-Sequenz (14,1% und 15,8%) und war damit genauer. Somit kann mit der MRT die AÖF zuverlässig bestimmt werden und als zusätzliche Entscheidungshilfe zur Planung eines Aortenklappenersatzes dienen.
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