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Diagnose „Hexenschuss“ unbedingt abklären: Auch versteckte Entzündungen an der Wirbelsäule können Ursache für Schmerzen sein

2012-07-10

Kernspin-Untersuchung erlaubt eindeutige Diagnose – Intensivtrainingskurs an der Kerckhoff-Klinik schult 20 internistische Rheumatologen in der differentiellen Wirbelsäulendiagnostik des entzündlichen Rückenschmerzes

Plötzlich ist er da: Der stechende Schmerz im unteren Rücken, der einem die Luft nimmt und dafür sorgt, dass sich die Betroffenen nur noch im Schneckentempo und in gebückter Haltung fortbewegen können. Oft werden diese Schmerzen als „Hexenschuss“ oder „Bandscheibenvorfall“ eingeordnet. Allerdings trifft diese Diagnose nicht in jedem Fall zu und bedarf einer genauen Abklärung. „Auch versteckte Entzündungen an der Wirbelsäule können den Symptomen des Bandscheibenvorfalls oder eines ´Hexenschusses´ sehr ähnlich sein“, erläutert Professor Ulf Müller-Ladner, Leiter der Abteilung Rheumatologie und klinische Immunologie an der Kerckhoff-Klinik in Bad Nauheim. Dieser „entzündliche Rückenschmerz“, die so genannten Spondylarthropathien, geht auf Entzündungen der Wirbelkörper, Bandscheiben oder kleinen Wirbelgelenke zurück und fängt typischerweise "im Kreuz" oder in den Gesäßhälften an.
Wichtigstes (Früh-)zeichen einer entzündlichen Wirbelsäulenerkrankung im Unterschied zum Bandscheibenvorfall ist der nächtliche Kreuzschmerz, an dem die Patienten jede Nacht zwischen 3 und 6 Uhr aufwachen.

„Problematisch bei einer solchen Verwechslung ist allerdings, dass der entzündliche Rückenschmerz völlig anders als der Hexenschuss oder Prolaps einer Bandscheibe und vor allem schnell behandelt werden muss“, macht Müller-Ladner deutlich.
Entzündungen als Ursache von Rückenschmerzen sind keineswegs selten: „Die Spondylarthropathien sind eine große Erkrankungsgruppe, die etwa so häufig auftritt, wie die rheumatoide Arthritis“, führt der Rheumatologe aus. Daher sei es besonders wichtig, dass die behandelnden Ärzte in der Diagnostik dieser versteckten Entzündungen an der Wirbelsäule über das entsprechende differentialdiagnostische Know-how verfügten, so Müller-Ladner.

Aus diesem Grund fand nun an der Kerckhoff-Klinik ein Intensiv-Trainingskurs für die bildgebende Diagnostik unter gemeinsamer Leitung mit Rheumatologen der Charité in Berlin und der Rheuma-Klinik in Herne statt. 20 internistische Rheumatologen wurden hier intensiv in der Diagnostik entzündlicher Veränderungen an der Wirbelsäule mittels Kernspin-Tomografie trainiert.

„Um den Kollegen auch kleinste Veränderungen, die zu einer entsprechenden Diagnose führen können, deutlich zu machen, haben wir unseren fein auflösenden Kernspintomographen eingesetzt, den wir auch in der Diagnostik verwenden“, so Prof. Georg Bachmann, Leiter der Radiologie in der Kerckhoff-Klinik.

Müller-Ladner fasst den Nutzen der Fortbildung für die Patienten abschließend zusammen: „Die Teilnehmer waren deutlich überrascht, wie viele verschiedene Aspekte dieser oft schwerwiegend verlaufenden entzündlichen Wirbelsäulenerkrankungen mit Hilfe der Bildgebung entdecken werden können. Dieses Know-how kommt natürlich unmittelbar den Patienten zugute.“

Kontakt:

Sekretariat
Prof. Dr. U. Müller-Ladner
Fr. J. Marsteller
Abteilung f. Rheumatologie und klinische Immunologie
Kerckhoff-Klinik GmbH
Benekestr. 2-8
61231 Bad Nauheim
Tel.: 06032/ 996 2101

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