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Berufsschüler informieren sich an der Kerckhoff-Klinik über Transplantation, Organspende und Organersatztherapie

2011-02-21

Unterricht
Schüler der Klassen für Fachabitur „Gesundheit“ und die medizinisch-technische Mittlere Reife der Kaufmännischen Berufsfachschule (KBS) und der Wingertschule Bad Nauheim zeigten großes Interesse an praxisnahem Fachunterricht – Gespräch mit einem Transplantationspatienten machte die Bedeutung der Organspende deutlich


Wie läuft eine Herztransplantation ab und wie wird ein solcher Eingriff organisiert?
Welche Voraussetzungen muss ein Organ für eine Transplantation erfüllen und wie schnell muss ein Herz transplantiert werden?
Wer entscheidet über den Empfänger und wie funktioniert ein Kunstherz?

Diese und viele andere Fragen standen im Mittelpunkt der ungewöhnlichen drei „Unterrichtsstunden“, die rund 30 Schüler der KBS und der Wingertschule kürzlich im Rahmen ihres Fachunterrichtes an der Kerckhoff-Klinik absolvierten.

Zwei Experten der Klinik standen den Schülern dazu Rede und Antwort.
„Unser Anliegen ist es, das Thema Transplantation und Organspende einer möglichst breiten Öffentlichkeit näher zu bringen. Nur so kann letztlich in der Bevölkerung die Bereitschaft zur Organspende erhöht werden, die so vielen Menschen das Leben retten kann“, zeigte sich Dr. Manfred Richter, Oberarzt der Abteilung Herzchirurgie und Transplantationsbeauftragter an der Kerckhoff-Klinik, begeistert von der Veranstaltung, die bereits zum dritten Mal von Eva Sauer, Lehrerin für Heil- und Pflegeberufe an der KBS, in Zusammenarbeit mit der Klinik durchgeführt wurde.

Begeistert waren beide Experten auch vom Wissensdurst der Schüler: „Die Schüler waren bereits sehr gut vorinformiert und vor allem interessiert und wissbegierig.
Das sind die besten Voraussetzungen für eine sachgerechte Aufklärung über dieses sensible Thema und gerne sind wir bereit, diese Veranstaltung auch für andere interessierte Schulklassen anzubieten.“, beschreibt Marc Wollenschläger, Kardiotechniker an der Kerckhoff-Klinik.
Zunächst erläuterte Dr. Richter den Schülern, welche Möglichkeit einer Behandlung z. B. bei der sogenannten Herzinsuffizienz bestehen, bevor eine Transplantation als letzte Therapiemöglichkeit in Frage kommt: „Oft entwickelt sich diese Erkrankung über Jahre und kann zunächst medikamentös behandelt werden. Gerade angesichts der akuten Knappheit an Organen ist es für die betroffenen Patienten natürlich überlebenswichtig, dass wir heute über einige Möglichkeiten verfügen, um die Wartezeit auf ein neues Organ zumindest teilweise zu überbrücken.“

Was aber passiert, wenn der Patient nicht ohne ein Spenderherz überleben kann, wenn es keine Möglichkeit der weiteren Behandlung mehr gibt, aber kein Organ zur Transplantation zur Verfügung steht?
Dazu erläuterte Kardiotechniker Wollenschläger den Schülern, wie heute sogenannte Kunstherzen zum Einsatz kommen: „Diese Organersatzsysteme kommen zur Anwendung, wenn alle anderen Therapiemöglichkeiten ausgeschöpft sind. Damit ist in den meisten Fällen eine Überbrückung bis zu einer Herztransplantation möglich.“ Er stellte verschiedene Systeme vor und erklärte den interessierten Schüler die Arbeitsweise der Kunstherzen, ihre Möglichkeiten aber auch die Schwierigkeiten, die der Einsatz eines solchen Gerätes mit sich bringt.

Schließlich hatten die Schüler noch die Gelegenheit einen unmittelbar betroffenen Patienten kennenzulernen, der bereits vor 10 Jahren an der Kerckhoff-Klinik transplantiert worden war und seitdem mit einem „neuen Herzen“ lebt. Gemeinsam mit seiner Frau beantwortete er geduldig die vielen Fragen. Vor allem durch diese unmittelbare und bewegende Schilderung eines Betroffenen wurde den Schülern besonders deutlich, wie wichtig es ist, dass möglichst viele Menschen zur Organspende bereit sind und diesen Willen auch in einem Organspendeausweis dokumentieren.

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