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2010-11-15
Prof. Dr. T. Gerriets, Regionalbeauftragter der Deutschen Schlaganfallhilfe
Der Schlaganfall, auch Apoplex oder Insult genannt, hat viele Ursachen. In 80% der Fälle liegt eine plötzliche Durchblutungsstörung des Gehirns zu Grunde. Die wichtigsten Risikofaktoren hierfür sind Bluthochdruck, Diabetes und zu hohe Cholesterinwerte. Aber auch das Rauchen steigert die Gefahr für das Auftreten eines Schlaganfalls um das 2,5fache.
Prof. Dr. Tibo Gerriets, Neurologe, Oberarzt an der Justus-Liebig-Universität Gießen und Regionalbeauftragter der deutschen Schlaganfallhilfe referierte gemeinsam mit seinen Kollegen PD Dr. Holger Nef, PD Dr. Thomas Neumann, beide kardiologische Oberärzte an der Kerckhoff-Klinik und Dr. Thomas Umscheid, Chefarzt der HELIOS William Harvey Klinik über die Gefahren, Ursachen, medizinischen Möglichkeiten und Folgen eines Schlaganfalls.
Prof. Gerriets begrüßte zunächst die Gäste und wies in seinem ersten Vortrag auf Frühwarnzeichen hin, klärte über vorbeugende Maßnahmen und mögliche Ursachen für einen Schlaganfall auf.
Die Ursachen und Ihre medizinischen Behandlungsmöglichkeiten standen dann in den folgenden Vorträgen im Mittelpunkt.
Dr. Th. Umscheid, Chefarzt der HELIOS William Harvey Klinik und Spezialist für Gefäßerkrankungen erläuterte eine der Hauptursachen für einen Schlaganfall, nämlich den Verschluss der Halsschlagader, die sogenannte Carotis-Stenose. Er erklärte anschaulich, wie diese operativ behandelt werden kann und wann eingegriffen werden muss.
PD Dr. H. Nef, kardiologischer Oberarzt der Kerckhoff-Klinik stellte eine zweite Methode vor, eine Carotis-Stenose zu beheben. Im Herzkatheterlabor können Stenosen mittels eines Stents aufgedehnt werden und damit der Blutdurchfluss durch die Carotis wieder hergestellt werden. Die Methode erspart den Patienten eine sonst notwendige Operation, ist aber dennoch nicht ohne Risiken.
Dr. Umscheid und PD Dr. Nef waren sich einig, dass immer im Einzelfall entschieden werden müsse, welche Methode für den einzelnen Patienten die richtige sei.
PD Dr. T. Neumann, ebenfalls kardiologischer Oberarzt an der Kerckhoff-Klinik referierte dann über eine weitere wichtige Ursache für einen Schlaganfall, dass sogenannte Vorhofflimmern.
Vorhofflimmern tritt weltweit immer häufiger auf und trifft besonders ältere Menschen. Es ist bei vielen Betroffenen schwer zu diagnostizieren und wird häufig erst durch einen Zufallsbefund erkannt. Wird es jedoch nicht richtig oder auch gar nicht behandelt, kann es im Verlauf unter anderem auch die Ursache für einen Schlaganfall sein.
Welche Möglichkeiten Patienten haben oder wie ein Vorhofflimmern langfristig und erfolgreiche behandelt werden kann, dies erläuterte PD Dr. Neumann den Gästen.
Schließlich ergriff Prof. Gerriets noch einmal das Wort und klärte die Zuhörer über erste Warnzeichen eines drohenden Schlaganfalls und über die notwendigen Maßnahmen auf, die als „Erste Hilfe Maßnahmen“ für einen Betroffenen von entscheidender Bedeutung sein können. Gerade bei einem Schlaganfall zähle jede Minute. Je eher im akuten Geschehen medizinische Maßnahmen eingeleitet werden, desto besser stehen die Chancen für einen Patienten, dass Folgeschäden wie Sprachstörungen, Lähmungen oder andere Einschränkungen völlig reversibel sind oder lediglich eine geringe Einschränkung auf die Lebensqualität der Betroffenen haben.
Daher ist rechtzeitiges Handeln wichtig, auch wenn sich im Nachhinein herausstellen sollte, dass es eventuell kein Schlaganfall war.
Abschließend hatten die Gäste Gelegenheit Fragen zu stellen und mit den Referenten zu diskutieren, was reichlich genutzt wurde.
Der Weltschlaganfall wird seit dem Jahr 2000 von der World Stroke Organizazion initiiert und stand in diesem Jahr unter dem Motto „"One in Six" oder "1 von 6": "Einer von sechs Menschen weltweit wird in seinem Leben einen Schlaganfall erleiden. Das könntest auch Du sein!"Zu den Fakten gehört, dass alle sechs Sekunden ein Mensch an einem Schlaganfall stirbt, dass jedes Jahr rund sechs Millionen Menschen an einem Schlaganfall versterben aber auch, dass das Erkennen von Symptomen und das richtige Handeln, die Folgen eines Schlaganfalls mindern und sogar Leben retten kann. Aus diesen Gründen ist es umso wichtiger das Wissen über den Schlaganfall und das Wissen über das richtige Vorgehen beim Auftreten eines Schlaganfalls in der Bevölkerung zu erhöhen.
Weitere Informationen zum Thema Schlaganfall finden Sie auch auf der Website der Stiftung Deutsche Schlaganfallhilfe unter www.schlaganfall-hilfe.de.
Prof. Dr. Tibo Gerriets
Kerckhoff-Klinik GmbH Bad Nauheim
Benekestr. 2-8
61231 Bad Nauheim
Tel.: 06032/ 996 0
tibo.gerriets@neuro.med.uni-giessen.de
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