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Warum ist Rauchen überhaupt nicht „cool“? Die 7. Klassen der St. Lioba- und Ernst-Ludwig-Schule wissen es jetzt.

2010-10-14

Dr. Lehinant ST. Lioba Dr. S. Lehinant, Dr. T. Angert (Schulleiter St. Lioba-Schule)

 
Im Rahmen des Projektes „Rauchzeichen“ hat im September die Deutsche Herzstiftung in Zusammenarbeit mit der Kerckhoff-Klinik Bad Nauheim für die siebten Klassen der St. Lioba-Schule und der Ernst-Ludwig-Schule in Bad Nauheim je eine Doppelstunde zur Aufklärung über die Gefahren des Rauchens veranstaltet.
Unter dem Motto „Bewusst gegen das Rauchen“ sollten die Schülerinnen und Schüler über die Gefahren dieser Sucht aufgeklärt werden.

Dr. Wilhelm, Frau MoralesDr. J. Wilhelm, Frau M. Nedela-Morales während des Unterricht in der Ernst-Ludwig-SchuleDr. Stefan Lehinant und Dr. Jörg Wilhelm, Internisten und Assistenzärzte in der Abteilung für Kardiologie der Kerckhoff-Klinik, hatten viel zu tun: Im Rahmen der Aktion „Rauchzeichen“ der Deutschen Herzstiftung waren beide Bad Nauheimer Mediziner an der St. Lioba-Schule und der Ernst Ludwig-Schule, um den Jungen und Mädchen der siebten Klassen zu erklären, warum das Rauchen eine äußerst ungesunde Angewohnheit ist, die zu zahlreichen Erkrankungen führen kann.

„Wir haben unsere beiden Kollegen natürlich gerne von ihren Pflichten in unserer Klinik freigestellt“, betonte der Ärztliche Direktor der Kerckhoff-Klinik, Prof. Dr. Christian Hamm, denn in einem medizinischen Zentrum wie der Kerckhoff-Klinik, das sich schwerpunktmäßig mit Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems befasst, seien die fatalen medizinischen Auswirkungen des Rauchens in besonderem Maße präsent.

 „Zwar können wir als Ärzte sehr viel für unsere Patienten tun“, so Hamm weiter, „aber am besten ist es natürlich, gar nicht erst krank zu werden.“

Schulleiter Dr. Tobias Angert von der St. Lioba-Schule betonte, wie wichtig die Aufklärung gerade bei jungen Menschen sei. Diese Aktion sei daher auch eine ideale Ergänzung des Präventionsprogramms der Schule: „Es ist wichtig, so früh wie möglich mit der gesundheitlichen Aufklärung über das Rauchen zu beginnen, und ich freue mich, mit der Deutschen Herzstiftung und der Kerckhoff-Klinik Bad Nauheim zwei hervorragende Kooperationspartner gefunden zu haben.“

Seine Kollegin Brigitte Jung-Hengst, Schulleiterin der Ernst-Ludwig-Schule, ergänzt: „Mit solch engagierten Projekten wird die pädagogische Arbeit unserer Lehrkräfte optimal unterstützt. Damit erfüllt Schule auch bei der gesundheitlichen Vorsorge eine wichtige Aufgabe.“

Angestoßen wurde das Projekt „Rauchzeichen“ vom Ehrenvorsitzenden der Deutschen Herzstiftung, Prof. Dr. Martin Kaltenbach, unter dessen Schirmherrschaft auch die Zusammenarbeit mit den Schulen steht.
Das Projekt in die Schulen zu bringen und geeignete Partner zu finden ist die Aufgabe der Koordinatorin der Deutschen Herzstiftung, Michaela Nedela-Morales: „Besonders danken möchte ich den beiden Schulleitungen und den Sucht- und Drogenbeauftragten der St. Lioba-Schule, Herrn Eugen Ries, und der Ernst-Ludwig-Schule, Frau Melanie Jung für ihren engagierten Einsatz“, so Nedela-Morales.

Während des Unterrichts konnten die beiden Ärzte Dr. Lehinant und Dr. Wilhelm allerdings feststellen, dass die Schüler der beiden Schulen bereits eine ganze Menge über das Rauchen wissen.

Schüler Klasse 7fDie Klasse 7 F der Ernst-Ludwig-Schule während des Unterrichts.So diskutierten die Siebtklässler beider Schulen engagiert und kenntnisreich einen Film über erkrankte Raucher und deren gesundheitliche Probleme und nutzten die Gelegenheit, die beiden Fachleute gründlich über das Rauchen und seine Gefahren auszufragen.

Neu war für die Kinder allerdings der direkte Blick auf die Lunge von Rauchern und Nichtrauchern: Anhand von Röntgenbildern konnte die beiden Ärzte anschaulich zeigen, welche Folgen das Rauchen für das empfindliche Organ hat. Und auch das Herz leidet unter dem Tabakkonsum. Auf Ultraschallaufnahmen aus ihrer Abteilung in der Kerckhoff-Klinik zeigten die Kardiologen den Kindern, wie sehr das Herz von starken Rauchern in Mitleidenschaft gezogen wird.

Schüler Klasse 7bDie Schüler der Klasse 7 B der St. Lioba-Schule in Aktion

Danach wurde es praktisch: Jeder Schüler bekam ein Stethoskop und konnte seinem eigenen Herzschlag lauschen, was nach einigem Suchen auch allen Kindern gelang. Zunächst mussten die Schülerinnen und Schüler dann Ihren Ruhepuls messen, um ihn nach einer kurzen sportlichen Einlage dann mit ihrem Herzschlag nach körperlicher Anstrengung zu vergleichen.
Natürlich stand auch das Thema „Passivrauchen“ auf dem Stundenplan.
Dr. Lehinant und Dr. Wilhelm erklärte den Schülern, dass die passive Inhalation von Zigarettenrauch sogar noch ungesünder ist, als selber am Glimmstängel zu ziehen.
Auch für Raucher ist das eine schlechte Nachricht, denn jeder Raucher ist zwangsläufig auch Passivraucher.

Das zurzeit gerade unter jungen Leuten so populäre Shisha-Rauchen wurde ebenfalls angesprochen.
Eine Sitzung mit der Wasserpfeife entspricht dabei etwa 100 Zigaretten, erklärten die beiden Mediziner ihren jungen Zuhörern. Wenn sich also vier Raucher eine Shisha teilen, so konsumiert jeder von Ihnen so viele Giftstoffe wie beim Rauchen von 25 Zigaretten.

Der 12jährige Simon Henning aus der Klasse 7B der St. Lioba-Schule fand den Unterricht jedenfalls prima: „Ich fände es gut, wenn sich auch Erwachsene mehr mit den Gesund-heitsgefahren vom Rauchen befassen würden und mehr Rücksicht auf Kinder nehmen, damit die nicht passiv mitrauchen müssen.“

Auch die 11jährige Paula Odenheimer fand es gut, dass sie jetzt genau weiß, wie gefährlich das Rauchen ist. „Jetzt kann ich auch Erwachsenen genau erklären, warum sie mit dem Rauchen aufhören sollten“, freut sich Paula.

Lehrerin Susanne Ehli von der Ernst-Ludwig-Schule zog ein durchweg positives Fazit des Gesundheitsunterrichtes: „Die Schüler waren mit Eifer bei der Sache, haben viel dazu gelernt und wissen jetzt genau, warum Rauchen nicht cool sondern eine sehr gefährliche Angewohnheit ist.“

Die Aktion Rauchzeichen der Deutschen Herzstiftung.........

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