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Patientenzeitschrift
Thema: Transplantationsmedizin
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2010-07-14
Dr. A. Rieth (li.), Dr. M. Richter (re)
Nach der Begrüßung der anwesenden Ärzte durch Dr. Reinhold Merbs, Leiter des Fachdienstes Gesundheit und Gefahrenabwehr des Wetteraukreises und Fortbildungsbeauftragter des Kreisvereins der Ärzte des Wetteraukreises, eröffnete der Kaufmännische Geschäftsführer der Kerckhoff-Klinik, Ulrich Jung, die Veranstaltung mir einer Vorstellung des geplanten Transplantationszentrums.
Hauptgrund für die Schaffung des Herztransplantationszentrums, so Jung, sei die eklatante Versorgungslücke, die derzeit in Hessen klaffe: „Zurzeit besteht in Hessen ein Bedarf von ca. 30 Herztransplantationen pro Jahr. Tatsächlich transplantiert werden aber nur neun Herzen“ illustrierte Jung die Situation der Hessische Patienten.
Viele der Betroffenen seien daher gezwungen, in Kliniken außerhalb Hessens auszuweichen. Mit der Ausweitung ihrer Kapazitäten im Bereich der Herztransplantation sei die Kerckhoff-Klinik daher angetreten, um die regionale Versorgung zu verbessern.
Dr. Merbs vom Fachdienst Gesundheit des Wetteraukreises betonte zudem, dass es um die Organspende im Allgemeinen in Deutschland schlecht bestellt sei. „Das grundsätzliche Problem ist die extrem geringe Bereitschaft vieler Menschen, nach dem Tod die eigenen Organe Schwerkranken zur Verfügung zu stellen“ betont Dr. Merbs.
Zwar stünde eine große Mehrheit der Organspende grundsätzlich positiv gegenüber, aber die wenigsten würden mittels des Organspendeausweises auch tatsächlich dokumentieren, dass sie persönlich als Organspender zur Verfügung stehen.
„Wenn man das Thema Organspende voranbringen will, muss man insbesondere die Bereitschaft zur Organspende thematisieren“ betonte Merbs.
Ohne eine deutliche Steigerung der Spendenbereitschaft oder eine Reform der rechtlichen Rahmenbedingungen bei der Organspende komme man nur schleppend voran, machte Merbs seinen Zuhörern deutlich.
Damit sprach Merbs die Diskussion um das sogenannte „Widerspruchsverfahren“ an, die schon seit Jahren geführt wird. Während ein deutscher Organspender einen Organspendeausweis ausfüllen muss, in dem er ausdrücklich erklärt, dass er im Falle seines Todes bereit ist, Organe zu spenden, gilt in zahlreichen anderen europäischen Ländern eine entgegen gesetzte Regelung:
In Österreich oder den Niederladen etwa gilt das Widerspruchsverfahren. Hier müssen die Bürger einer Organentnahme zu Spendenzwecken explizit widersprechen. Anderenfalls gelten sie im Falle ihres Todes automatisch als Organspender.
„Die Situation für Transplantations-Patienten, deren Leben davon abhängt, dass sie rechtzeitig eine Organspende erhalten, ist in diesen Ländern wesentlich besser als in Deutschland“ erläutert Merbs.
Hier sei es bedauerlicherweise immer noch so, dass etwa im Falle der Herztransplantation aufgrund der geringen Spendenbereitschaft zwischen 20 und 30 Prozent aller Patienten sterben, während sie auf ein Spendeorgan warten.
Neben dieser grundsätzlichen Betrachtung des Themas Organspende, hatten die teilnehmenden Mediziner auch Gelegenheit, die medizinischen Abläufe im geplanten Herztransplantationszentrum der Kerckhoff-Klinik näher kennenzulernen.
Dr. Manfred Richter, Oberarzt der Abteilung für Herzchirurgie, erläuterte den genauen Ablauf einer Herztransplantation:
Angefangen von der Organentnahme bei Spender über die Vorbereitung des Empfängers und den Transport des Organs bis hin zur Transplantation zeichnete Dr. Richter alle Stationen dieses komplexen Prozesses nach.
Anschließend informierte der Kardiologe Dr. Rieth die Anwesenden zu den Themen Patientenauswahl und Screening zur Herztransplantation.
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