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Thema: Transplantationsmedizin
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2009-10-27
Am Dienstag, den 29.09.2009 erfolgte in der Herzchirurgischen Abteilung der Kerckhoff-Klinik die erste erfolgreiche Implantation eines neuartigen Defibrillators der Fa. Sorin durch den Oberarzt (Abt. für Herzchirurgie) Dr. med. Wolfgang Ehrlich in Deutschland.
Ein implantierbarer Cardioverter- Defibrillator (ICD) wird einem Patienten dann implantiert, wenn dieser aufgrund seiner bestehenden Herzerkrankung ein erhöhtes Risiko für das Auftreten von Herzrhythmusstörungen hat. Unbehandelt führen diese Herzrhythmusstörungen oftmals zum gefürchteten plötzlichen Herztod.
Ein ICD ist ein kleines Gerät, das dem Patienten im Bereich des Oberkörpers implantiert wird und durch eine spezielle Elektrode mit dem Herzen verbunden ist. Der Defibrillator kann so den Herzrhythmus des Patienten permanent überwachen und selbstständig Herzrhythmusstörungen erkennen und entsprechend der Programmierung behandeln. Wird z. B. der Beginn einer Herzrhythmusstörung erfasst, so kann der Defibrillator mit Hilfe von entsprechenden elektrischen Impulsen den Herzschlag des Patienten wieder in einen normalen Rhythmus überführen.
Ziel ist dabei die schnellstmögliche Neutralisierung lebensbedrohlicher Herzrhythmusstörungen wie z. B. dem Kammerflimmern.
Die neueste Generation der Defibrillatoren (PARADYM) der Sorin Group kann zusätzlich durch eine spezielle Sensorik den allgemeinen medizinischen Zustand des Patienten aufzeichnen.
Mit Hilfe spezieller Sensoren wird die Atemaktivität des Patienten kontinuierlich erfasst und parallel hierzu ein Belastungsprofil erstellt. Die Kombination der Daten ermöglicht dem behandelnden Kardiologen während der üblichen Routinekontrollen Rückschlüsse auf den klinischen Zustand des Patienten im Alltagsverhalten zu ziehen:
Ein zunehmender Atemaufwand in den Ruhephasen bzw. ein übermäßiger Anstieg der Atemaktivität unter Belastung sind typische Indikatoren, die auf eine Verschlechterung einer bestehenden Herzinsuffizienz hinweisen. Werden diese Veränderungen nicht frühzeitig erkannt, führen diese häufig zu einer Klinikeinweisung. Der neuartige Defibrillator kann diese Veränderungen aufzeichnen und so der behandelnde Kardiologe frühzeitig darauf reagieren. Notwendige diagnostische oder therapeutische Maßnahmen können daher schneller ergreifen werden.
Dr. Johannes Sperzel
„Der PARADYM ICD ist das erste und bislang einzige implantierbare Gerät, das diese Art von Daten für die Überwachung der Herzinsuffizienz bereitstellt. Gerade aufgrund der sich verändernden ICD- Indikationen und der Altersstruktur leiden immer mehr ICD Patienten an einer Herzinsuffizienz“, erläutert Dr. med. Johannes Sperzel, Oberarzt der Abt. Kardiologie an der Kerckhoff-Klinik.
Zum ersten Mal stehen dem behandelnden Arzt derartige Langzeitdaten seines Patienten zur Verfügung. Dies ist besonders wichtig, um eine beginnende Verschlechterung des kardialen Status frühzeitig zu erkennen und die Behandlung entsprechend anpassen zu können.
„Die Implantation dieser neuesten Defibrillator-Generation entspricht dem operativen Vorgehen anderer bekannter Defibrillatoren. Insbesondere ist es nicht notwendig, zusätzliche Sonden und somit zusätzliches Fremdmaterial zu implantieren. Dies kommt dem Patienten zu Gute“, so Oberarzt Dr. med. Ehrlich nach der erfolgreichen Implantation.
Im Rahmen einer großen internationalen multizentrischen Studie (TUTOR Studie), die zeitgleich mit der Implantation gestartet wurde, sollen nun die Möglichkeiten und die Bedeutung dieser neuen diagnostischen Funktionen im Langzeitverlauf eingehend untersucht werden.
Die internationale ärztliche Leitung der Studie hat Dr. med. Johannes Sperzel, Oberarzt der Abt. für Kardiologie an der Kerckhoff-Klinik übernommen. Die Klinik zählt international zu einer der leistungsfähigsten Herz-Zentren und Dr. Sperzel gilt als einer der weltweit führenden Experten auf dem Gebiet der Behandlung von Herzrhythmusstörungen.
Sekretariat Elektrophysiologie
Dr. med. Johannes Sperzel
Oberarzt der Abt. Kardiologie
Kerckhoff-Klinik gGmbH
Benekestr. 2-8
61231 Bad Nauheim
Tel.: 06032/ 996 2374
Fax: 0632/ 996 2236
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