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Blick auf die Klinik

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2012.02.08 08Uhr30

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Kerckhoff-Klinik, Zentrum für Kardiologie und Herzchirurgie

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Reha an der Kerckhoff-Klinik: „Neue Abteilung ist nach einem Jahr gut integriert und bringt viele Vorteile für Patienten“

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Fachabiturienten informierten sich über Organspende und Transplantationsmedizin in Bad Nauheim

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Neue OP-Technik kann Herzklappen-Patienten helfen: Kathetergesteuerte perkutane Herz-Klappenimplantation

2009-04-09

Perkutaner Aortenklappenersatz v.l.n.r.: PD Dr. M. Weber, Prof. Dr. C. Hamm während des Eingriffs

Seit kurzem ist die Kerckhoff-Klinik Bad Nauheim zertifiziert für die
kathetergesteuerte perkutane Herzklappen-Implantation – als eines von nur 50 medizinischen Zentren in Europa.
Die neue Technik ermöglicht es, auch Hochrisiko-Patienten, die als inoperabel gelten, eine neue Herzklappe zu implantieren.

„Ich denke, man kann ohne Übertreibung sagen: Mit der kathetergesteuerten, perkutanen Herzklappen-Implantation hat ein neues Zeitalter der Therapie der Aortenklappen-Stenose begonnen“ ist sich Privatdozent Dr. Michael Weber sicher. Weber ist Oberarzt der Abteilung für Kardiologie der Kerckhoff-Klinik Bad Nauheim, die seit kurzem zu den wenigen medizinischen Zentren in Europa zählt, die für dieses Verfahren zertifiziert wurden und es in der klinischen Routine anwenden. Mit diesem Verfahren sei es jetzt möglich, so Weber, auch Patienten mit einer schweren Verengung der Aortenklappe zu behandeln, die bisher als inoperabel galten.

Bei der kathetergesteuerten perkutanen Herzklappen-Implantation wird mittels eines Katheters über die Beinschlagader eine neue biologische Herzklappe an die Stelle der erkrankten Klappe eingesetzt. Der gesamte Eingriff dauert nicht länger als eine Stunde. Eine tiefe Narkose ist nicht notwendig, und die Patienten sind bereits wenige Minuten nach dem Eingriff wieder voll ansprechbar.

Nach Angaben der Kerckhoff-Klinik sei die kathetergestützte Implantation einer neuen Herzklappe grade für Hochrisikopatienten schonender und deutlich risikoärmer als die Standard-Therapie, der operative Ersatz einer Herzklappe. Für geeignete Patienten berge diese Standard-Methode zwar nur geringe Risiken. Allerdings leide eine stetig wachsende Zahl von Herzklappen-Patienten unter Begleiterkrankungen, die das Operationsrisiko bei der Standard-Methode deutlich erhöhen.

Solche Patienten werden vom behandelnden Arzt häufig nicht mehr zur eigentlich notwendigen Operation vorgestellt, oder der Chirurg lehnt sie ab.

Die Folge:

32 Prozent aller Patienten, bei denen ein Ersatz der Aortenklappe indiziert ist, werden nicht operiert. Zwar können diese Patienten medikamentös behandelt werden. Die medikamentöse Therapie lindert allerdings nur die Symptome, die Krankheit aber schreitet weiter voran.

Hintergrund Degenerative kalzifizierte (verkalkte) Aortenklappen-Stenose

Die degenerative kalzifizierte Stenose der Aortenklappe ist der weltweit häufigste Herzklappen-Fehler bei Erwachsenen. Dabei verkalken die drei Taschenklappen der Aortenklappe. Das führt dazu, dass sich die Herzklappe nicht mehr vollständig öffnen kann. Die Medizin spricht dabei von einer Stenose (Verengung).

Häufig schreitet die Stenose über Jahre langsam fort und bleibt in dieser Zeit beschwerdefrei.

Treten aber die ersten Symptome auf, gelten sie als ernstes Warnzeichen: Atemnot und ein Gefühl der Brustenge zeigen an, dass Lunge und Herzmuskel nur noch schlecht durchblutet werden. Plötzliche Bewusstlosigkeit, akute Herzschwäche oder sogar ein Lungenödem markieren dann den Beginn der kritischen Phase.

Die Wahrscheinlichkeit, an einer Aortenklappen-Stenose zu erkranken steigt im Alter. Aufgrund der zunehmenden Lebenserwartung und der demographischen Entwicklung unserer Gesellschaft rechnet die Medizin damit, dass die degenerative Verkalkung der Aortenklappe immer häufiger werden wird. Das wird insbesondere Patienten im Fortgeschrittenen Alter treffen, in dem auch Begleiterkrankungen immer häufiger werden. Die Zahl der Aortenklappen-Patienten, die mit der Standard-Methode nicht therapiert werden können, wird also überproportional ansteigen. Diagnose und Therapie der Aortenklappen-Stenose werden daher, grade bei den erwähnten Risiko-Patienten, eine immer dringenderes Problem werden.

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