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Thema: Transplantationsmedizin
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2009-04-09
Der Tod einer Patientin, die am 30. März in der Kerckhoff-Klinik verstarb, ist Folge einer Legionellen-Infektion. Das ergaben labormedizinische Untersuchungen.
hhp) „Sowohl im Blut der Patientin wie auch in der Spülflüssigkeit aus Bronchien und Lunge konnten wir Legionellen nachweisen“ erläutert Dr. Katharina Madlener, Leiterin der Abteilung Transfusionsmedizin und Hygienebeauftragte der Kerckhoff-Klinik Bad Nauheim. Wo genau sich die Patientin allerdings infiziert hat, ist nach wie vor ungeklärt.
Bereits in der letzten Woche wurden erste Wasserproben aus dem Leitungs-Netz der Kerckhoff-Klinik von der Universität Gießen untersucht. Die Untersuchungsergebnisse, die heute der Klinik mitgeteilt wurden, ergaben, dass in dem Gebäude, in dem die verstorbene Patientin untergebracht war, Legionellen im Wasser zu finden waren.
Allerdings wurden bereits vor der Erkrankung bei der verstorbenen Patientin spezielle Schutzmaßnahmen zur Vermeidung einer Infektion getroffen. So lag die Patientin in einem Zimmer, das mit antibakteriellen Wasserfiltern ausgerüstet war, und Ärzte sowie Pflegekräfte waren mit Schutzkleidung ausgerüstet. Der Grund: Die Verstorbene war eine Transplantations-Patientin. Um eine Abstoßung des transplantierten Organs zu vermeiden, wurde ihr Immunsystem medikamentös unterdrückt. Sie war daher, wie alle Transplantations-Patienten, besonders anfällig für Infektionen.
„Die Inkubations-Zeit einer Legionellen-Infektion kann bis zu zehn Tagen betragen“ erklärt Madlener dazu „Aber während dieser Zeit wurde die Patientin bereits unter den speziellen Schutzmaßnahmen behandelt“. Zurzeit werden die Wasserfilter vom Zimmer der Verstorbenen auf einen Defekt hin überprüft.
Um den Infektionsherd zu identifizieren hat das Hessische Landesprüfungs- und Untersuchungsamt in Dillenburg schon in der letzten Woche mehr als 600 Wasserproben in der Kerckhoff-Klinik genommen. Mit ersten Ergebnissen der Beprobung ist morgen zu rechnen.
Bereits seit dem 26. März, nach dem Auftreten des ersten Verdachtsfalles auf eine Legionellen-Infektion, hat die Klinik begonnen, ihr Wasserleitungsnetz thermisch zu desinfizieren. Dazu wird das gesamte Leitungsnetz systematisch mit heißem Wasser gespült. Diese Methode gilt als äußerst zuverlässig, da bakterielle Krankheitserreger wie Legionellen bei Temperaturen oberhalb von 60 Grad Celsius innerhalb kürzester Zeit absterben.
Zudem wurden umgehend sämtliche Wasserentnahmestellen, wie Duschköpfe und Was-serhähne, mit antimikrobiellen Filtern ausgerüstet. Aufgrund des Todes der Patientin hat die Staatsanwaltschaft Gießen Ermittlungen zu dem Fall aufgenommen. Dazu erläutert Ulrich Jung, kaufmännischer Ge-schäftsführer der Kerckhoff-Klinik: „Nach uns vorliegenden Informationen durch die Staatsanwaltschaft wird es nicht zu Ermittlungsverfahren gegen Personen kommen. Die Staatsanwaltschaft muss jedoch prüfen, ob die Klinik die geltenden Standards der Krankenhaus-Hygiene eingehalten hat.“
Der Leiter des Fachdienstes am Gesundheitsamt Friedberg, Dr. Reinhold Merbs, bestätigte in diesem Zusammenhang ausdrücklich das professionelle Vorgehen der Klinik: „Zusätzlich zum laufenden Hygienemanagement hat die Klinik unmittelbar nach den ersten Hinweisen auf eine Legionellen-Infektion in Abstimmung mit uns alle erforderli-chen ergänzenden Maßnahmen getroffen.“
Auch ein unabhängiges Hygiene-Institut, das die Kerckhoff-Klinik in der letzten Woche damit beauftragt hatte, das hauseigene Hygiene-Management zu bewerten, kommt zu diesem Ergebnis: Das Hygiene-Management der Kerckhoff-Klinik entspreche in allen Punkten den aktuellen Standards der Krankenhaus-Hygiene.
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