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Thema: Transplantationsmedizin
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2009-03-31
Kerckhoff-Klinik stimmt Maßnahmen mit dem Gesundheitsamt Friedberg ab
(BvT) Nachdem bei zwei Patienten mit Verdacht auf Lungenentzündung an der Kerckhoff-Klinik am vergangenen Freitag ein positiver Befund auf Legionellen festgestellt wurde, sind keine weiteren Neuinfektionen aufgetreten.
Einer der beiden betroffenen Patienten ist jedoch am Montag Abend verstorben. Dem zweiten Patienten gehe es indes gut, Komplikationen seien bei diesem Patienten nicht zu erwarten.
„Ob der Tod der Patientin tatsächlich und unmittelbar mit dem positiven Befund auf Legionellen im Zusammenhang steht, müssen die weiteren Untersuchungen klären“, erläutert Dr. Albert Kimmel, Leitender Oberarzt der Intensivmedizinischen Einheit. „Zwar müssen wir nachdem gegenwärtigen Stand der Dinge davon ausgehen, dass eine durch Legionellen verursachte Lungenentzündung vorgelegen hat, der letztendliche Nachweis des Erregers steht jedoch noch aus“, so Dr. Kimmel weiter.
Der direkte labortechnische Nachweis von Legionellen ist schwierig und erfordert fünf bis zehn Tage. Als Schnelltest steht nur eine indirekte Methode zur Verfügung, die aber für den Nachweis einer akuten Infektion nur eingeschränkt aussagekräftig ist. „Nachdem die Patientin am Donnerstag vergangener Woche mit Symptomen einer Lungenentzündung auf die Intensivstation verlegt wurde, wurden sofort eine entsprechende Diagnostik und antibiotische Therapie eingeleitet“, erläutert Dr. Kimmel weiter. Dabei werde eine so genannte „kalkulierte Therapie“ durchgeführt, die sich bereits vor dem Nachweis eines Erregers gegen alle in Frage kommende Keime richte.
Bei der Verstorbenen handelt es sich um eine Patientin, die aufgrund einer schwerwiegenden Herzerkrankung mit hoher Dringlichkeit transplantiert werden musste. Alle Transplantationen erfordern, dass das Immunsystem des Patienten medikamentös unterdrückt wird, um eine Abstoßung des neuen Organs zu vermeiden. Daher sind Transplantationspatienten immer besonders anfällig für Infektionen jeder Art. „Bei einem Patienten mit einem normalen Immunstatus ist eine Infektion mit Legionellen in der Regel sehr gut zu beherrschen“, so. Dr. Kimmel.
Wie bei allen Transplantationspatienten, so wurden auch bei dieser Patientin spezielle Schutzmaßnahmen zur Vermeidung von Infektionen getroffen“, führt Dr. Kimmel aus. Dazu zählen die Unterbringung der Patienten in Einzelzimmern, Pflege mit spezieller Schutzkleidung sowie spezielle Filteranlagen für Luft und Wasser. Wie es dennoch zu einer Infektion mit Legionellen kommen konnte, werde derzeit intensiv untersucht, wie die Leiterin der Abteilung Transfusionsmedizin und Hygienebeauftragte der Klinik, Dr. Katharina Madlener, erläutert. „In Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsamt Friedberg werden derzeit alle möglichen Quellen einer Infektion untersucht“, so Dr. Madlener.
Zusätzlich zum laufenden Hygienemanagement hatte die Klinik unmittelbar nach den ersten Hinweisen auf eine mögliche Infektion mit Legionellen in Abstimmung mit dem Gesundheitsamt alle erforderlichen ergänzenden Maßnahmen getroffen. Auch nach Auffassung des Gesundheitsamtes sei damit ein Fortschreiten des Infektionsgeschehens sicher unterbunden, betont der Leiter des Fachdienstes am Gesundheitsamt Friedberg, Dr. Reinhold Merbs.
Zur Identifizierung einer möglichen Infektionsquelle erläutert der kaufmännische Geschäftsführer der Kerckhoff-Klinik, Ulrich Jung: „Beide Patienten haben sich im gleichen Gebäudeteil aufgehalten. Unsere Suche nach der Infektionsquelle fokussiert sich daher zunächst auf diesen Bereich. Selbstverständlich werden auch alle anderen Gebäudeteile in die Untersuchung mit einbezogen.“
In Absprache mit dem Gesundheitsamt als unmittelbare Aufsichtsbehörde wurde hierzu auch das Medizinaluntersuchungsamt Dillenburg beauftragt, das seit dem gestrigen Montag entsprechende Verprobungen vornimmt. Bereits am Freitag wurde durch das Hygieneinstitut Gießen eine erste Beprobung des Wassers durchgeführt, eine so genannte thermische Desinfektion wurde umgehend eingeleitet.
Die bisher regelmäßig zweimal jährlich durchgeführten Untersuchungen hatten bislang keine Hinweise auf ein mögliches Legionellenproblem ergeben. „Als ergänzende Maßnahme haben wir uns entschlossen, ein weiteres externes Hygieneinstitut beratend hinzuzuziehen“, ergänzt Dr. Madlener.
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