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Reha an der Kerckhoff-Klinik: „Neue Abteilung ist nach einem Jahr gut integriert und bringt viele Vorteile für Patienten“

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  • Workshop Kapillarmikroskopie: Theoretische Grundlagen und neueste wissenschaftliche Erkenntnisse

Workshop Kapillarmikroskopie: Theoretische Grundlagen und neueste wissenschaftliche Erkenntnisse

2009-03-03

Kapillarmikroskopie Kapillarmikroskopie

Auch in diesem Jahr war der „Workshop Kapillarmikroskopie“ der Abteilung für Rheumatologie der Kerckhoff-Klinik wieder voll besetzt. 40 Mediziner konnten an der Veranstaltung teilnehmen, 20 weiteren Interessierten musste leider abgesagt werden.

„Bereits bei geringer Kälte verfärben sich die Finger bläulich, manche Patienten haben das Gefühl als sterbe die Hand regelrecht ab“ beschreibt Dr. Walter Hermann, Oberarzt der Abteilung für Rheumatologie in der Kerckhoff-Klinik Bad Nauheim und Organisator des Workshops die Leitsymptome des „Raynaud-Syndroms“.

Mediziner schätzen, dass dieses Krankheitsbild bei bis zu 17 Prozent der Bevölkerung auftritt, wobei Frauen doppelt so häufig betroffen sind wie Männer. Und grade Betroffene dieser häufig unbekannten Krankheit profitieren von der Kapillar-Mikroskopie.

„Die Betroffenen sind in ihrem Leben massiv beeinträchtigt“ erklärt Hermann weiter „Häufig ist es ihnen nicht möglich, Lebensmittel aus dem Kühlschrank zu nehmen oder in der kalten Jahreszeit schmerzfrei das Haus zu verlassen.“ Ziel der regelmäßigen Kapillar-Mikroskopie-Wokshops der Kerckhoff-Klinik sei es daher, niedergelassenen Ärzten diese Untersuchungsmethode mit Vorträgen und vor allem mit praktischen Übungen nahe zu bringen.

Zudem sei das Raynaud-Syndrom in vielen Fällen ein Hinweis auf eine zugrundeliegende rheumatische Erkrankung, wie etwa die Sklerodermie. Daher behandelte Dr. Ingo Tarner in seinem Vortrag das klinische Bild dieser Erkrankung. „Sklerodermie ist ein sehr komplexes Feld“ erklärte Tarner den Teilnehmern des Workshops „Und daher ist die Behandlung immer noch kompliziert – zumal in den meisten Fällen nicht nur ein einzelnes Organ betroffen ist, sondern der gesamte Organismus.“

Die Kapillarmikroskopie sei daher äußerst nützlich, um möglichst früh die korrekte Diagnose stellen zu können. „Gefährliche Komplikationen können so meist abgefangen werden“ schloss Tarner seinen Vortrag.

Referenten Kapillarmikroskopiev.l.n.r.:Fr. Dr. Lambova, Prof. Dr. M. Cutolo, Dr. W. Hermann, Dr. I. Tarner

Der Haupt-Referent aber war Prof. Dr. Maurizio Cutolo von der medizinischen Fakultät der Universität Genua. Cutolo, einer der weltweit führenden Wissenschaftler auf dem Gebiet der Kapillarmikroskopie, referierte über die theoretischen Grundlagen und die neusten wissenschaftlichen Erkenntnisse seines Fachgebietes und konnte die Teilnehmer für sein Thema begeistern.

Und auch praktisch teilte er sein Können bei der Untersuchung mehrerer Patienten. „Wir haben es bei der Sklerodermie oft mit einer Erkrankung der kleinen Gefäße zu tun und genau diese Gefäße können wir bei der Untersuchung hervorragend darstellen“, erklärte Cutolo den Untersuchungsvorgang. „Und der große Vorteil für die Patienten ist, dass die Kapillarmikroskopie weder schmerzhaft noch auf andere Weise belastend ist!“

Im Anschluss an den theoretischen Teil hatten die Teilnehmer die Möglichkeit, an 11 verschiedenen Mikroskopen selbst zu üben. 10 Patienten der Kerckhoff-Klinik hatten sich bereit erklärt, als „Handmodelle“ zur Verfügung zu stehen und trugen so ganz wesentlich zum Gelingen der Veranstaltung bei.
Einer der Kursteilnehmer kommentierte begeistert: „Es ist selten, dass man seine gerade erworbenen Kenntnisse so schnell und direkt in der Praxis üben und umsetzen kann“.

Unter der Anleitung der Referenten Prof. Dr. Cutolo, Dr. Hermann, Dr. Tarner sowie von Dr. Lambova, einer Wissenschaftlerin, die in der Kerckhoff-Klinik speziell an kapillarmikroskopischen Projekten arbeitet, bestand die Möglichkeit, die insgesamt 11 verschiedenen Mikroskope ausführlich zu testen.

Ein kleines Trostpflaster für die Interessenten, die keinen Platz erhielten:
Der Kurs soll wegen der großen Nachfrage bereits im Herbst 2009 wiederholt werden.

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