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Thema: Transplantationsmedizin
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2008-12-04
Am Montag, dem 24. November, wurde in der Kerckhoff-Klinik dem ersten Patienten weltweit ein Defibrillator-Kardioverter der neusten Generation implantiert.
Bei dem Gerät handelt es sich um den ersten implantierbaren Defibrillator-Kardioverter der kontinuierlich die Herztätigkeit überwacht und für den behandelnden Arzt aufzeichnet.
Ein implantierbarer Defibrillator-Kardioverter (ICD) überwacht ständig die Herztätigkeit seines Trägers und schützt ihn vor gefährlichen Herzrhythmusstörungen und dem plötzlichen Herztod.
Der neue ICD der amerikanischen Firma St. Jude Medical, der AnalyST ICD, kann noch mehr: Als einziger ICD auf dem Markt überwacht er kontinuierlich die elektrische Aktivität des Herzmuskels und speichert diese Daten lückenlos für den behandelnden Mediziner.
Aufgrund der großen Erfahrung der Kerckhoff-Klinik, die international zu den leistungsfähigsten Herz-Zentren gezählt wird, hatte St. Jude Medical sich dazu entschlossen, das weltweit erste dieser Geräte in der Kerckhoff-Klinik Bad Nauheim einem Patienten implantieren zu lassen. Der Eingriff fand in der letzten Woche statt.
Besonders wertvoll für den Arzt ist dabei die kontinuierliche Dokumentation der sogenannten „ST-Strecke“. Damit wird ein Teil des Herzschlags bezeichnet, der für den Kardiologen von großem Interesse ist: Veränderung an der ST-Strecke können auf eine Ischämie (Sauerstoffunterversorgung eines Teils des Herzmuskels) und auf einen Herzinfarkt hindeuten.
„Der AnalyST ICD von St. Jude ist derzeit das einzige implantierbare Gerät, das verschiedene Daten zum Verlauf der ST-Strecke mittels hochqualitativer intrakardialer Elektrogramme liefern kann“ erläutert Professor Dr. Christian Hamm, Direktor der Abteilung für Kardiologie an der Kerckhoff-Klinik Bad Nauheim, die Bedeutung des neuen ICD für die klinische Praxis. Zum ersten Mal stünden dem behandelnden Arzt damit derartige Langzeit- EKG-Daten seines Patienten zur Verfügung. Das sei besonders wichtig, da viele kardiale Episoden vorübergehend seien und später nicht mehr diagnostiziert werden können.
Der bisherige Goldstandard für die Diagnose von Herzrhythmusstörungen oder geschädigtem Herzgewebe, das Oberflächen- EKG zeige lediglich Informationen über einen Zeitraum von wenigen Sekunden. Zudem ist das Signal störungsanfällig, da das EKG von der Körperoberfläche abgenommen wird. Der AnalyST liefert dagegen kontinuierlich qualitativ hochwertige Elektrogramme aus dem Innern des Herzens. Dazu noch einmal Professor Hamm: „Dank dieses ICD erhalten wir neue und äußerst wertvolle Informationen, die uns bisher so nicht zur Verfügung standen. Auf dieser Grundlage können wir Patienten mit Herzrhythmusstörungen oder koronarer Herzkrankheit wesentlich besser und schneller helfen.“ Mit dem AnalyST erhielten die Ärzte frühzeitig die notwendigen Informationen über den Zustand ihres Patienten, um schnell eine Diagnose stellen und mit der Behandlung beginnen zu können.
Der behandelnde Arzt kann die Leistungsparameter des ICD individuell an seinen jeweiligen Patienten anpassen. Damit können auch Patienten mit hoher oder variierender Defibrillations-Schwelle optimal versorgt werden
Die Sensorik des ICD zur Erkennung der Herzaktivität ist optimiert. Damit verbessert sich der Schutz des Patienten vor unnötigen Stromstößen.
Der AnalyST ICD bietet einen Vibrations-Alarm. Um den Träger auf kritische Veränderungen der Geräteleistung aufmerksam zu machen, vibriert der AnalyST ICD leicht. Dieser Vibrations-Alarm ersetzt den herkömmlichen Audio-Alarm, was besonders für Patienten mit Hörschwäche eine Verbesserung darstellt.
Der AnalyST ICD ist Telemedizin-kompatibel. Über den St. Jude Medical Merlin@home-Transmitter, ein drahtloses Überwachungssystem beim Patienten zu Hause, werden Mediziner in naher Zukunft die ST-Strecke ihrer Patienten aus der Ferne überwachen können. Das System Merlin.net von St. Jude Medical alarmiert sie dann automatisch, wenn sich die ST-Strecke ihres Patienten verändert.

Ein ICD ist ein kleines Gerät, das in die Brust des Patienten implantiert wird. Es dient der schnellen Neutralisierung von lebensbedrohlichen, schnellen Herzrhythmusstörungen, wie dem Kammerflimmern, die oft zu plötzlichem Herztod führen. Über einen isolierten Draht oder eine Elektrode ist der ICD mit dem Herzen des Patienten verbunden. Damit erkennt das Gerät den Beginn von Herzrhythmusstörungen, und kann dann mit einem elektrischen Impuls den Herzschlag wieder normalisieren.
St. Jude Medical entwickelt Technologien und Dienstleistungen im Bereich Medizintechnik und verfolgt das Ziel, Ärzten auf der ganzen Welt mehr Möglichkeiten bei der Behandlung von Herzpatienten sowie Patienten mit neurologischen und chronischen Schmerzen zu geben. Das Unternehmen engagiert sich für den medizinischen Fortschritt, indem Risiken minimiert und die Behandlungserfolge für jeden Patienten optimiert werden. Das Unternehmen mit Sitz in St. Paul, Minnesota, beschäftigt mehr als 12.000 Mitarbeiter. St. Jude Medical besteht aus fünf Unternehmensbereichen:
Cardiac Rhythm Management, Atrial Fibrillation, Cardiac Surgery, Cardiology und Neuromodulation.
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