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"Bewegung auf Rezept": Wetteraukreis, Sportkreis und Kerckhoff Klinik stellen neues Projekt vor

2009-07-30


 
Wlogo wetteraukreisetteraukreis (pdw). „Bewegung auf Rezept“ nennt sich das Projekt, das Kreisbeigeordneter Ottmar Lich in Kooperation und dem Sportkreis Wetterau sowie dem Landessportbund Hessen demnächst im Wetteraukreis einführen will.

Die Landesärztekammer Hessen, die Kassenärztliche Vereinigung und die Kerckhoff Klinik sowie die Sportklinik Bad Nauheim unterstützen die Initiative ebenfalls.

In einer Pressekonferenz erläuterten Gesundheitsdezernent Lich, Professor Dr. Christian Hamm und Rosel Schleicher die Details des gemeinsamen Konzeptes.

„mens sana in corpore sano“ (in einem gesunden Körper wohnt ein gesunder Geist), das wussten schon die alten Römer. Heute ist diese Weisheit längst wissenschaftlich belegt.

„Langzeitstudien weisen einen engen Zusammenhang zwischen Bewegung und intellektueller Fähigkeit nach“, erläutert der Wetterauer Gesundheitsdezernent den Hintergrund der gemeinsamen Initiative. Ebenso gilt als bestätigt, dass die menschliche Seele von körperlicher Aktivität profitiert.

„Dennoch fällt es Menschen aller Altersklassen schwer, das Wissen um ihre Gesundheit durch Bewegung in die Praxis umzusetzen“, weiß Lich durchaus auch aus eigener Erfahrung. Mögliche Gründe seien die hohen Anforderungen an die geistige Leistungsfähigkeit im Beruf, die mit einer gesunkenen Bedeutung körperlicher Leistungsstärke einhergingen. „Und natürlich bremst auch eine gehörige Portion Bequemlichkeit das eigene Fortkommen“, so Lich.
Um dem entgegen zu wirken sei das Projekt „Bewegung auf Rezept“ ins Leben gerufen worden, das bereits vor zwei Jahren in Kassel und im vergangenen Jahr in den Kreisen Offenbach und Groß-Gerau erfolgreich angelaufen ist. Jetzt soll es auch im Wetteraukreis zum Erfolg geführt werden.

Und so sieht das Ganze in der Praxis aus: Das vom Arzt ausgestellte „Bewegung auf Rezept“ ist eine schriftliche Empfehlung, mit der Ärzte ihre Patienten bei Bedarf auf geprüfte Bewegungsangebote in den Vereinen im Wetteraukreis hinweisen.

Das grüne Rezept ist nicht mit einem üblichen Verschreibungsformular vergleichbar und berechtigt den Arzt auch nicht zur Abrechnung. „Es ist vielmehr ein nachdrücklicher Hinweis des Arztes an den Patienten sich zu bewegen. Es ist eine Art Denkzettel“, skizziert Lich.

In erster Linie ist das Ziel Erkrankungen des Stoffwechsel-Systems, des Stütz- und Bewegungsapparates und des Nerven- sowie des Herz-Kreislauf-Systems vorzubeugen. Außerdem kann Bewegung zu hohe Blutfettwerte und Stress abbauen.

Logo HerzHierzu Prof. Dr. Hamm, Ärztlicher Direktor der Kerckhoff-Klinik: „Körperliche Aktivität ist die Grundlage in der Behandlung von vielen Herz-Kreislauferkrankungen und schützt Noch- Gesunde vor diesen, aber auch zahlreichen anderen Erkrankungen. Gerade Erkrankungen des Bewegungs- und Stütz-Apparates seien hier zunächst betroffen.

Es ist gewissermaßen ein Teufelskreis: wer sich nicht bewegt und dann noch falsch ernährt, wird eventuell übergewichtig, was wiederum als Folgeerkrankungen erhöhte Bluttfettwerte, einen Altersdiabetes und dann letztendlich Herz- Kreislauferkrankungen nach sich ziehen kann. Schlimmstenfalls endet dies mit einem Herzinfarkt oder anderen lebensbedrohlichen Erkrankungen.“ Hamm weiter: „Daher müssen wir uns dafür einsetzen, dass die Menschen sich wieder regelmäßig und intensiver bewegen und das Projekt „Bewegung auf Rezept“ ist hier ein Ansatz in die richtige Richtung. Oft reicht ja schon ein kleiner Anstoß und der Mensch findet wieder Spaß an der Bewegung.“

Die Bewegungsangebote werden im Herbst in einer eigens für dieses Projekt aufgelegten Broschüre oder im Internet als „Wegweiser für Gesundheit und Bewegung“ zu finden sein.

Dieser „Wegweiser für Gesundheit und Bewegung“ enthält eine Übersicht der Angebote, die zu einem großen Teil mit dem gemeinsam von Landesärztekammer Hessen und Lan-dessportbund Hessen verliehenen Qualitätssiegel Sport Pro Gesundheit ausgezeichnet sind. Die Kosten der mit Qualitätssiegel ausgeschriebenen Angebote werden von den jeweiligen Krankenkassen ganz oder anteilig übernommen.

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