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2008-10-29
„Wir wissen, wie viele Fragen bei unseren Rheuma-Patienten immer wieder auftauchen“, betonte Professor Müller-Ladner, ärztlicher Direktor der Abteilung für Rheumatologie an der Kerckhoff-Klinik, zum Auftakt der Veranstaltung, „und deshalb wollen wir heute so viele Antworten geben wie möglich.“ Und das Informationsangebot an die Anwesenden war entsprechend reichhaltig.
Dem weitverbreiteten Problem von Rückenschmerzen widmete sich Dr. Carola Rumbaur. „Es gibt praktisch niemanden, der noch nie Rückenschmerzen hatte“, so Rumbaur. Daher sei es wichtig, rheumatische Formen wie den Morbus Bechterew (PDF, 259 KB) früh zu erkennen, um bleibende Schäden zu vermeiden.
„Haut und Rheuma“ waren das Thema von Dr. Tim Schmeiser, Assistenzarzt der rheumatologischen Abteilung: „Bei mehr als 300 verschiedenen rheumatischen Krankheitsbildern ist es oft schwierig, die richtige Diagnose zu stellen“, so Schmeiser. Ein wichtiger Hinweisgeber sei dabei die Haut. Schmeiser demonstrierte dem Publikum, wie in der rheumatologisch-immunologischen Sprechstunde der Kerckhoff-Klinik anhand von Hautveränderungen auch seltene Erkrankungen wie Lupus erythematodes (PDF, 610 KB) identifiziert werden können.
Oberarzt Dr. Walter Hermann, Leiter der rheumatologischen Ambulanz der Kerckhoff-Klinik, betonte ein wichtiges Ziel der Rheuma-Therapie: „Wir wollen den Patienten Lebensqualität zurückgeben und erhalten.“ Hermanns Vortrag beschäftigte sich mit dem Thema „Reisen und Rheuma“. Das sei heutzutage in den meisten Fällen möglich, weiß Hermann aus seiner täglichen Praxis.
Danach stand Training auf dem Programm: Mit Übungen speziell für Rheuma-Patienten lassen sich Beschwerden minimieren und die Beweglichkeit betroffener Gelenke erhalten und zurückgewinnen.
Nach dieser praktischen Pause erläuterte Dr. Ingo H. Tarner einen wichtigen Unterschied bei Gelenkschmerzen: Liegt allein ein Verschleiß vor oder ist eine rheumatische Entzündung im Spiel, die möglicht schnell behandelt werden muss? „Inzwischen stehen uns zahlreiche verschiedene Medikamente zur Verfügung,“ so Tarner, “und wir haben so mehr als früher die Möglichkeit, die Therapie auf den einzelnen Patienten zuzuschneiden.“
Unterstützt wurden die Rheumatologen der Kerckhoff-Klinik beim Patiententag von Vertretern aller Patientenverbände wie der hessischen Rheumaliga, der Vereinigung M. Bechterew, der Selbsthilfegruppe Lupus und der Sklerodermie-Selbsthilfe. „Bei der immer noch aktuellen Unterversorgung mit internistischen Rheumatologen in Hessen brauchen wir Expertenzentren wie die Kerckhoff-Klinik und die kontinuierliche Interaktion von Ärzten und Patienten dringend“, so der Geschäftsführer der hessischen Rheumaliga Reiner Wirsing in seiner Ansprache an die Teilnehmer, „deshalb haben wir die Kerckhoff-Klinik auch als Partner für die langfristig angelegten Patientenschulungen ausgewählt, die im kommenden Jahr in Bad Nauheim beginnen werden. Jeder von Ihnen kann und sollte mit-machen“, so Wirsing, und an den Informationsständen wurden dann auch von zahlreichen Patienten die Anmeldungen bereits abgegeben.
„Das erklärte Ziel des Kerckhoff Herz- und Rheumazentrums ist es, die Patientenversorgung mit der eigenen Laborforschung und der Entwicklung von neuen Medikamenten eng zu verknüpfen“, so Prof. Müller-Ladner, ärztlicher Direktor der Abteilung für Rheumatologie und klinische Immunologie der Kerckhoff-Klinik Bad Nauheim
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