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Nachbericht zum ersten Patientenseminar „Herzinsuffizienz“

2008-06-17

Teilnehmer des Patientenseminars Herzinsuffizienz Mehr als 70 Interessierte folgten der Einladung der Kerckhoff-Klinik zu Hessens erstem Patientenseminar Herzinsuffizienz.

Das Patientenseminar zum Thema „Herzinsuffizienz“ der Kerckhoff-Klinik war hessenweit das erste seiner Art. Es fand statt im Vorfeld des in Medizinerkreisen bereits etablierten Herzinsuffizienz-Symposiums, das die Kerckhoff-Klinik in diesem Jahr bereits zum siebten Mal veranstaltet hat. Zusammen mit Prof. Dr. med. Christian Hamm, Direktor der Abteilung Kardiologie der Kerckhoff-Klinik, war Prof. Dr. med. Veselin Mitrovic, Medizinischer Direktor der Kerckhoff-Klinik Forschungsgesellschaft mbH, der Wissenschaftliche Leiter von Symposium und Patientenseminar. „Unser jährliches Symposium zum Thema Herzinsuffizienz hat sich längst zu einer festen Größe in Medizinerkreisen entwickelt“ erläutert Mitrovic die Idee hinter den beiden Veranstaltungen „Und nach unserer letzt-jährigen Veranstaltung haben wir beschlossen, auch Nicht-Mediziner über dieses wichtige Thema zu informieren.“ Aus diesem Grund habe die Kerckhoff-Klinik in diesem Jahr ein Patienten-Seminar zum Thema „Herzinsuffizienz“ organisiert, das erste hessenweit.

Doktor Mathias Rauchhaus

Dr. Mathias Rauchhaus Wissenschaftlicher Geschäftsführer des Kompetenznetzes Herzinsuffizienz an der Charité in Berlin, bei seinem Vortrag zu den positiven Effekten von Bewegungstherapie.

Nachdem die Teilnehmer von Mitrovic begrüßt und in das Thema eingeführt worden waren, machte Dr. med. Wolfgang Ricken, Oberarzt der Abteilung Kardiologie der Kerckhoff-Klinik, den Anfang. Anschaulich klärte er über die Ursachen, die klinischen Befunde, die diagnostischen und, therapeutischen Möglichkeiten bei Herzinsuffizienz auf. „Zu den therapeutischen Möglichkeiten zähle die optimale medikamentöse Behandlung, wenn nötig hochmoderne Verfahren mit speziellen Herzschrittmacher-Systemen, Verfahren zur Behandlung von Herzklappenerkrankungen und der Koronaren Herzkrankheit und falls notwendig, als „ultima ratio“, auch die Versorgung mit Herzunterstützungssystemen respektive die Herztransplantation“. Ricken begrüßte auch Johann Cermak. Cermak, der im August letzten Jahres an der Kerckhoff-Klinik ein Spenderherz bekommen hatte, hatte sich freundlicherweise bereit erklärt, über seine langjährige Herzinsuffizienz und die anschließende Transplantation zu berichten und Fragen des Publikums zu beantworten.

Zweiter Referent war Dr. Dr. Mathias Rauchhaus. Rauchhaus ist Wissenschaft-licher Geschäftsführer des Kompetenznetzes Herzinsuffizienz an der Charité in Berlin und sein Thema war für die Zuhörer besonders interessant: Die Bewegungstherapie bei Herzinsuffizienz und deren positive Auswirkungen auf die alltägliche Leistungskraft der Betroffenen. In Maßen betrieben seien praktisch alle Ausdauersportarten für Herzinsuffizienz-Patienten geeignet. Bereits während der Rehabilitation nach einem Krankenhausaufenthalt sei der richtige Zeitpunkt, mit leichtem körperlichen Training zu beginnen, zumal die Betroffenen dort noch unter ärztlicher Aufsicht stünden. Zurück im Alltag sei dann etwa die örtliche Herzsportgruppe die richtige Anlaufstelle für Herzinsuffizienz-Patienten, die körperlich aktiv sein möchten. Die positiven Auswirkung eines moderaten körperlichen Trainings seien unfassend, so Rauchhaus: Medizinisch relevante Parameter besserten sich und dementsprechend könnte sogar die Dosierung von Herzmedikamenten reduziert werden. Und all das führe natürlich zu einer erheblich verbesserten Lebensqualität.

Danach sprach Ricken über die zunehmende Bedeutung der Telemedizin, hier der Telekardiologie, bei der Betreuung herzinsuffizienter Patienten. Für die Be-troffenen bedeutet „Telekardiologie“ konkret: Sie erhalten, je nach dem Krankheitsbild und der Krankheitsschwere, eine Wage, eine Blutdruckmesseinheit und gegebenenfalls ein EKG-Gerät. Täglich werden dann Körpergewicht, Blutdruck und EKG-Werte elektronisch über eine Telefonverbindung an das Telemedizin-Center übermittelt. Im Telemedizin-Center werden die Daten analysiert und die die behandelnden Ärzte unmittelbar über das Ergebnis informiert. Dadurch können Krankenhausaufenthalte vermieden und gleichzeitig die Behandlungs-sicherheit entscheidend verbessert werden. Ricken betonte, dass hierdurch die persönliche Betreuung seitens der Haus- und Fachärzte sowie der Krankenhäuser nicht ersetzt, sondern sinnvoll ergänzt werde. „Die Therapie bleibt auf Seiten der betreuenden Ärzte“.

„Wir sind sehr zufrieden mit unserem ersten Patientenseminar“ stellt Mitrovic am Ende der allerersten Veranstaltung fest „Sowohl von Seiten der Patienten wird unser Angebot angenommen, wie wir an der Zahl der Teilnehmer sehen - unser Angebot eines medizinischen Seminars für Laien ist ja auch etwas Be-sonderes“. Und auch von Seiten der Mediziner sei die Idee mit großer Zustimmung aufgenommen worden „Wir arbeiten mit unseren Patienten eng zu-sammen“ erläutert Mitrovic dazu „Und der mündige Patient ist bei der Behandlung seiner Krankheit der beste Partner des Arztes.“

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