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Das Mediastinum

Das Mediastinum, der Mittelfellraum, liegt zwischen den Lungenflügeln und reicht von der oberen Öffnung des Brustkorbes bis zum Zwerchfell.

Im Rahmen der Embryogenese gewinnen praktisch alle lebensentscheidenden Organe und Organsysteme Anschluss an diesen Raum.
Dementsprechend können zahlreiche gutartige und bösartige Neubildungen ihre Hauptmanifestation im Mediastinum haben.
Die anatomische Aufteilung dieses Raumes in ein vorderes, mittleres und hinteres Mediastinum ist hierbei nicht nur von anatomischer Bedeutung sondern schränkt auch die Differentialdiagnose von Tumoren ein und bestimmt damit die operative Therapie.

Spezielle Anatomie

Das vordere Mediastinum liegt zwischen Brustbein und Herzbeutel. Der Inhalt des Raumes besteht im Wesentlichen aus lockerem Fett und Bindegewebe, aus Lymphknoten und lipomatös umgebauten Residuen des Thymus.

Das mittlere Mediastinum enthält neben dem Herzbeutel die Aufzweigung der Luftröhre, die Lungenwurzeln mit den jeweils umgebenden Lymphknoten und der Lungenarterie sowie obere und untere Hohlvene und den Aortenbogen.

Im hinteren Mediastinum finden sich die Speiseröhre (Oesophagus), die descendierende Aorta, grosse zentrale Lymphbahnen und Nervenstrukturen des sympathischen und parasympathischen Systems.

Tumorverteilung im Mediastinum

Typische Raumforderungen im vorderen Mediastinum sind das Thymom, Zysten des Thymus und des Herzbeutels und Zwerchfellhernien.

Im Vordergrund der malignen und semimalignen Tumore steht das Thymom bzw. Thymuskarzinom. Daneben finden sich Teratokarzinome oder Lymphome.

Prozesse des mittleren Mediastinums sind Erkrankungen, die durch Pathogenese oder anatomische Beziehung dem Oesophagus oder den Luftwegen (Bronchien) zuzuordenen sind.

Hierzu gehören als gutartige Tumoren bronchogene und oesophageale Zysten bzw. Hernien als gutartige Tumoren. Das Oesophaguskarzinom imponiert als primär mediastinaler Prozess ebenso wie Lymphome jeglicher Histopathologie. Gutartige Lymphadenopathien sind eine wichtige Differentialdiagnose gegenüber Lymphknotenmetatstasen praktisch aller Tumorentitäten, vor allem aber des Bronchialkarzinoms.

Tumore des hinteren Mediastinums sind typischerweise neurogene Tumore, die im Erwachsenenalter meistens benigne, im Kindesalter in mehr als der Hälfte der Fälle maligne sind.Eine Übersicht der mediastinalen Raumforderungen gibt Tabelle1.

Tabelle 1:
Topographische Verteilung der häufigsten Mediastinaltumoren
vorderes Mediastinummittleres Mediastinumhinteres Mediastinum
SchilddrüsenneoplasienLymphomeNeurogene Tumore
ThymomeLymphknotenmetastasenSchwannome
LymphomeBronchogene ZystenNeurofibrome
LymphknotenmetastasenÖsophagusdivertikelGanglioneurome
KeimzelltumoreNeuroblastom
ParagangliomeOesophagusdivertikel
Pleuroperikard-ZystenParagangliome
EpithelkörperadenomeGastroenterale Zysten
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