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Fußweg Parkplatz "Am Großen Teich"

2010.10.28 Baumaßnahme 2.jpg

2012.05.16 09Uhr30

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Renale Denervation bei therapieresistenter arterieller Hypertonie.....

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Kerckhoff-Klinik, Zentrum für Kardiologie und Herzchirurgie

Kerckhoff-Klinik Bad Nauheim

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Neuer Chefarzt der Anästhesie an der Kerckhoff-Klinik

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Ultraschall kann Leben retten: Notärzte und Intensivmediziner aus ganz Europa besuchen Schulung zum Umgang mit der Ultraschalluntersuchung in Notfällen -

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Reha an der Kerckhoff-Klinik: „Neue Abteilung ist nach einem Jahr gut integriert und bringt viele Vorteile für Patienten“

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Herzinsuffizienz – Patientenseminar Freitag, 15. Juni 2012

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11. Herzinsuffizienz-Symposium Herzinsuffizienz – Update 2012 Samstag, 16. Juni 2012 9:00 – 15:00 Uhr

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Heart Team 2012 Interdisziplinäre Therapieansätze

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Pharmakotherapie

Die größten Fortschritte in der Behandlung rheumatologischer Krankheitsbilder wurden in den letzten Jahren durch den Einsatz neu entwickelter Medikamente gemacht. Wirksame Medikamente haben vielen rheumatischen Erkrankungen heute ihre früheren Schrecken genommen. Nebenwirkungsrisiken, die leider bei keiner wirksamen Therapie ganz unvermeidbar sind, werden durch ärztliche Erfahrung und entsprechenden Kontrollen minimiert. Die Wirkung der Behandlung auf Zweit- und Dritterkrankungen (Multimorbidität) wird dabei intensiv kontrolliert.

Wichtiger Hinweis:
Jeder Patient erhält eine auf ihn zugeschnittene Therapie. Selbst wenn einer Ihrer Bekannten dieselbe Erkrankung hat, wird er in der Regel nicht dieselbe Therapie erhalten.

Bei der medikamentösen Therapie werden prinzipiell folgende Behandlungsansätze verfolgt:

Behandlung mit Medikamenten, die in erster Linie die Auswirkungen (Symptome) der Krankheit lindern

Behandlung mit cortisonfreien Entzündungshemmern

Wann kommen die cortisonfreien Entzündungshemmer zum Einsatz?
Bei der Behandlung mit cortisonfreien Entzündungshemmern (nichtsteroidale Antiphlogistika/Antirheumatika, kurz: NSAR) handelt es sich um eine Therapie, die Symptome abschwächt (zum Beispiel Gelenkbeschwerden) sowie schmerzlindernd und leichtgradig entzündungshemmend wirkt. Die Behandlung mit diesen Medikamenten wird meist in der Frühphase der Erkrankung begonnen, muss jedoch auch dann fortgesetzt werden, wenn eine medikamentöse Langzeitbehandlung (Basistherapie) notwendig wird.

Das Fortschreiten der Krankheit sowie eine Verminderung von Gelenkschädigungen ist jedoch mit diesen Medikamenten nicht möglich. Hier bieten sich Langzeittherapeutika, sogenannte Immunsupressiva oder auch Glukokortikoide an.

Welche cortisonfreien Entzündungshemmer gibt es?
Die Liste der verfügbaren cortisonfreien Entzündungshemmer (nichtsteroidalen Antiphlogistika/Antirheumatika) ist groß und die individuelle Verträglichkeit und Wirksamkeit sehr unterschiedlich. Ihr behandelnder Rheumatologe wird mit Ihnen gemeinsam das für Sie verträglichste Medikament finden.

Tabelle Nr. 1

Auswahl einiger cortisonfreier Entzündungshemmer (NSAR):
Gruppe Substanz MarkennamePlasmaelininations-
halbwertzeit (h)
Dosierungsempfehlung
SalizylateAcetylsalicylsäureAspirin®ca. 0,22000-6000 mg
Pyrazolidin-
0Derivate
PhenylbutazonAmbene®ca. 70400 mg,
bei Gicht - 800 mg
*MofebutazonMofesal®ca.2Initial 800 - 1200 mg,
dann 200 - 600(-900 mg)
Benzotriazin-
Derivate
AzapropazonTolyprin®ca. 10-15Inital 1800 mg,
dann 1200 mg
Indol-DerivateIndometacinAmuno®ca. 1-450-75, dann 150-200 mg
*AcemetacinRantudil®ca. 3-5120-180 mg
*ProglumetacinProtraxon®ca. 6450-1200 mg
Arylessigsäure-DerivateDiclofenacVoltaren®ca. 1-2150 (-200) mg
*AceclofenacBeofenac®ca. 3-6100-200 mg
*Lonazolac-CalciumArgun®ca. 6Initial 900, sonst 600 mg
Arylpropion-säure-
Derivate
IbuprofenIruprofen®
Imbun®
ca. 2600-2.400 mg
*KetoprofenAlrheumun®
Orudis®
ca.2 150 (-300) mg
*NaproxenProxen®ca. 12500-1000 (-1250) mg
*TiaprofensäureSurgam®2-3600 mg
Benzothiazin.
Derivate (Oxicame)
PiroxicamFelden®
Brexidol®
ca. 50 - 6020 (passager -40 mg)
*MeloxicamMobec®ca. 207,5-15 mg
*LornoxicamTelos®ca. 3-4Initial 12 mg,
Erhaltungsdosis
max. 16 mg
"Selektive" Cox-2-
Hemmer
CelecoxibCelebrex®ca. 1-12100-200 (-400)mg
*EtoricoxibArcoxia®ca. 22(60) -90- (120) mg

Welche Nebenwirkungen haben die cortisonfreien Entzündungshemmer?
Die häufigsten Nebenwirkungen dieser Medikamente finden sich am Gastrointestinaltrakt in Form von dyseptischen Beschwerden, erosiver Gastritis und Ulcuskomplikationen. Neu entwickelte Medikamente (selektive Antiphlogistika), wie die beiden Substanzen Etoricoxib (Arcoxia) und Celecoxib (Celebrex), wirken über eine selektive Hemmung des indizierbaren Enzyms Cox-2 im entzündeten Gewebe, beispielsweise am Gelenk. Beide Substanzen sind zugelassen für die Behandlung von Arthrosen, für die Rheumatoide Arthritis und den Gichtanfall. Umfangreiche Studien haben ergeben, dass die Häufigkeit von Magen-Darm-Ulzera unter diesen beiden Präparaten signifikant seltener auftreten als bei den bisher gängigen nichtselektiven NSAR. Beim normal dosierten Einsatz ist auch das vieldiskutierte Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall nicht erhöht gegenüber den konventionellen NSAR.

Bei den selektiven NSAR erfolgt ferner keine thrombozytenaggregationshemmende Wirkung. Salicyclate (Acetylsalicylsäure) werden kaum noch in der Therapie von entzündlichen rheumatischen Erkrankungen eingesetzt aufgrund eines ungünstigen Wirkungs- und Nebenwirkunsspektrum. Einige nichtsteroidale Antirheumatiga (Etofenamat, Indometacin, Diclofenac, Uburofen, Felbinac u.a.= werden auch zu Transkutanapplikation eingesetzt. Die parenterale Verabreichungsform von NSAR hat gegenüber der oralen Gabe kaum Vorteile, insbesondere ist hierbei mit Lokalreaktion und einer Allergisierung zu rechnen.

Behandlung mit cortisonhaltigen Entzündungshemmern (Glukokortikoide)

Wann kommen die cortisonhaltigen Entzündungshemmer zum Einsatz? Die Glukokortikoide zählen zur wirksamsten und schnellsten Waffe bei der Entzündungsunterdrückung. Die Dosierung sollte so niedrig wie möglich und die Einnahmedauer so kurz wie nötig sein. Meist ist jedoch die Einleitung einer Glukokortikoidtherapie sehr häufig mit Dauer- oder lebenslanger Therapie gleichbedeutend.

Der Einsatz der Glukokortikoide kann intraartikulär (Lokaltherapie mit 2-40 mg je nach Gelenkgröße), low-dose-Dauertherapie (<=7,5 mg Prednisolon äquivalent), oraler Stoßtherapie (Kurzzeitgabe von 20-60 mg), parenterale Therapie (250-1.000 mg als Infusion an drei aufeinander folgenden Tagen) erfolgen. Bei der oralen Medikamenteneinnahme werden Prednisolon, Prednison und verwandte Substanzen eingesetzt. Sollte die einmalige morgendliche Gabe der Tagesdosis aufgrund hoher entzündlicher Aktivität vorübergehend nicht ausreichend sein, empfiehlt sich 2/3 der Tagesdosis morgens und 1/3 abends zu verabreichen. Bei Patienten mit einer Glukokortikoide Langzeittherapie ist darauf zu achten, daß in sogenannten Stressphasen (z.B. perioperativ) eine notwendige vorbeugende Dosiserhöhung bzw. zusätzliche Gabe von Glukokortikoide zur Vermeidung eines intermittierenden Addison-ähnlichen Krankheitsbildes notwendig ist.

Neu ist die Erkenntnis aufgrund zwei Placebo-kontrollierter Studien, daß offenbar eine niedrig dosierte Therapie mit Glukokortikoiden von fünf bis 10 mg Prednisolon tgl. über zwei Jahre in der Lage ist, Gelenkzerstörungen bei der Rheumatoiden Arthritis zu hemmen.

Welche Nebenwirkungen haben die cortisonfreien Entzündungshemmer?
Zu den wichtigsten Nebenwirkungen der Glukokortikoide zählen das iatrogene Cushing-Syndrom (Gewichtszunahme, Blutzuckererhöhung, Blutdruckanstieg), die iatrogene Nebennierenrindeninsuffizienz, das Entzugssyndrom bei zu rascher Reduzierung, Glaukom, Katarrakt, psychische Veränderungen, Hautatrophie, Hämatome, Wundheilungsstörungen, Infektabwehrschwächung, Hypertonie, Myopathie, Vaskulitis, Pankreatitis.

Um das Nebenwirkungsrisiko der Osteoporose zu mindern, ist die Gabe von Präparaten mit Kalzium und Vitamin D (1g Kalzium plus 800 Einheiten Vitamin D) zu empfehlen. Allerdings ist noch unklar, ab welcher Dauerdosis ein erhöhtes Oseoporose Risiko besteht.

Behandlung mit Medikamenten, die die Rückbildung der Krankheit (Remission) einleiten können

Langzeittherapeutika (Basistherapeutika)

Wann kommen die Langzeittherapeutika zum Einsatz und wie wirken sie? Die traditionellen Langzeittherapeutika für rheumatische Erkrankungen (auch genannt: Basistherapeutika, Remissionsinduktoren, second line drugs, disease modifying antirheumatic drugs = DMARDSs) haben folgende Merkmale gemeinsam:

  • Sie wirken nicht sofort. Bis zum Wirkungseintritt können wenige Wochen bis Monate vergehen. (Im Gegensatz zu den cortisonfreien Entzündungshemmern, den Antiphlogistica. Hier tritt die Wirkung – zum Beispiel Milderung von Schmerzen - unmittelbar ein.)
  • Sie haben eine Langzeitwirkung , das heißt die Medikamente wirken nachdem sie abgesetzt wurden noch einige Zeit weiter. (Im Gegensatz zu den cortisonfreien Entzündungshemmern, den Antiphlogistica. Hier wirkt das Medikament nur solange es sich im Körper befindet. Sobald das Medikament ausgeschieden ist, treten die Symptome und Beschwerden sofort wieder auf.)
  • Sie greifen in das Krankheitsgeschehen ein
  • Sie sollen eine Rückbildung (Remission) der Erkrankung einleiten
  • Sie können die Gelenkzerstörung oder sonstige Schäden verhindern oder bremsen
  • Sie können zur Reparatur bereits eingetretener Schäden führen
  • Sie sind nur dann wirksam werden, wenn sie frühzeitig eingenommen werden

Zumeist ist auch bei einer Therapie mit den Langzeittherapeutika die Gabe von Medikamenten nötig, die in erster Linie die Auswirkungen (Symptome) der Krankheit (z.B. Schmerz) mindern (vor allem die cortisonfreien Entzündugnshemmer, die Antiphlogistica.)

Folgende Voraussetzungen müssen erfüllt sein, wenn eine Therapie mit Langzeittherapeutika eingeleitet werden soll:

  • die Diagnose sollte feststehen
  • nachgewiesene entzündliche und/oder klinische Aktivität bzw. Progredienz
  • die alleinige Therapie mit entzündungshemmenden cortisonfreien- (Antiphlogistica) und cortisonhaltigen (Glukokortikoide) hat nicht die erwünschte Wirkung gezeigt
  • Ausschluß von bestimmten Kontraindikationen.
  • Kooperationsbereitschaft des Patienten
  • eine gesicherten Überwachungsmöglichkeit (regelmäßige Laboruntersuchungen)

Wie erkennt man die Wirksamkeit einer langwirksamen antirheumatischen Therapie?
Eine langwirksame antirheumatische Therapie ist wirksam, wenn

  • die Schmerzen zurückgehen und verschwinden (z.B. der typische entzündlich bedingte Schmerz wie Ruheschmerz oder Nachtschmerz)
  • die Schübe verschwinden
  • die Schwellungen verschwinden
  • die Überwärmung der Gelenke verschwindet
  • die Ergußbildung verschwindet
  • die Morgensteifigkeit kürzer wird oder ganz verschwindet
  • die Blutsenkung normal wird (bei Frauen < 30mm/h, bei Männern < 20 mm/h
  • das C-reaktive Protein (CRP) normal wird.

Eine vollständige Heilung bzw. ein Ruhen der Erkrankung (Remission) ist dabei umso wahrscheinlicher,

  • je früher eine wirksame langwirksame antirheumatische Therapie eingeleitet wird
  • je geringer die Schäden in dem Augenblick sind, in dem mit der langwirksamen antirheumatischen Therapie begonnen wird
  • je schneller die Entzündung zurückgeht und die Laborwerte sich normalisieren
  • je länger sie anhält.

Welche Nebenwirkungen können auftreten?
Die relativ hohe Nebenwirkungsquote und vor allem die vielen Hinweise in den Beipackzetteln sind für manche Patienten Anlaß zur Sorge. Einerseits ist dies verständlich, andererseits richtet die Entzündung in den Gelenken und im Körper in der Regel den größeren Schaden an. Schlimmstenfalls greift die Entzündung sogar auf bislang nicht beteiligte Organe über, solange sie nicht wirksam bekämpft ist.

Viele Patienten empfinden es auch als unangenehm, dass die heilende Wirkung der Langzeittherapeutika nicht sofort eintritt, aber die unerwünschten Nebenwirkung sehr schnell zu bemerken sind. Trotzdem muss hier der ärztliche Rat oft lauten: Halten Sie durch! Setzt man die langwirksame antirheumatische Therapie zu früh ab, kann es zu einem erneuten Schub oder erneuten Krankheitsausbruch kommen. Die Erfahrung zeigt, dass es nach Wiederbeginn einer langwirksamen antirheumatischen Therapie vor allem bei bestimmten Substanzen (z.B. Gold) anschließend nicht mehr zu einer so guten Wirkung kommt.

Viele Patienten empfinden es auch als unangenehm, dass die heilende Wirkung der Langzeittherapeutika nicht sofort eintritt, aber die unerwünschten Nebenwirkung sehr schnell zu bemerken sind. Trotzdem muss hier der ärztliche Rat oft lauten: Halten Sie durch! Setzt man die langwirksame antirheumatische Therapie zu früh ab, kann es zu einem erneuten Schub oder erneuten Krankheitsausbruch kommen. Die Erfahrung zeigt, dass es nach Wiederbeginn einer langwirksamen antirheumatischen Therapie vor allem bei bestimmten Substanzen (z.B. Gold) anschließend nicht mehr zu einer so guten Wirkung kommt.

In jedem Fall bedarf die relativ hohe Nebenwirkungsquote eine besonders sorgfältige klinische Überwachung der Patienten.

Welche Langzeittherapeutika gibt es?
In Deutschland sind eine Reihe von geprüften und bewährten Präparaten zugelassen. Die Auswahl der Präparate bzw. Kombinationen für den einzelnen Patienten ist unter anderem abhängig von dem individuellen Krankheitsverlauf und möglichen Begleiterkrankungen, die unter Umständen die Gabe bestimmter Medikamente ausschließen (Kontraindikation).

Tabelle Nr. 2 nennt bewährte und geprüfte Langzeittherapeutika bei entzündlich-rheumatischen Erkrankungen (Substanz) mit entsprechenden Dosierungsempfehlungen, dem notwendigen Überwachungsprogramm sowie der Dauer des Wirkungseintritt.(Quelle: Schmidt KL 2000, orientiert nach der Kommission für Qualitätssicherung der deutschen Gesellschaft für Rheumatologie 1995):

Tabelle Nr. 2

Langzeittherapeutika bei entzündlich-rheumatischen Erkrankungen
SubstanzDosierungWirkungsstärkeÜberwachunsprogrammWirkungseintritt
Antimalariamittel
(Chloroquin; Cl:
Hydroxylchloroquin:
Hcl)
Täglich:
Durchschnittsdosis
für Cl: 4mg/kg
Höchstdosis im
allgemeinen 250
mg/Tag;
Täglich:
Durchschnittsdosis
Hcl 6 mg/kg,
Höchstdosis im
allgemeinen 400
mg/Tag
schwach
wirksam
klinische Kontrolle (inklusive Befragung zu Farbsehstörungen/Muskelschwäche) und Blutbild (inklusive Thrombozyten, Differenzialblutbild
In den ersten Monaten 2-wöchentlich, anschließend gleiches Programm alle zwei Monate,

Augenarztkontrollevor

Therapiebeginn und bei Normaldosis halbjährlich
drei bis sechs
Monate
SulfasalazinTäglich:
1. Woche: 500 mg,

2. Woche: 2-mal 500 mg,

3. Woche: 3-mal 500 mg,

4. Woche: 2-mal 1.000 mg, zweiweise Erhöhung auf drei-mal 1.000 mg möglich;
mittelstark wirksamklinische Kontrolle (inklusive Befragung zu Farbsehstörungen/Muskelschwäche) und Blutbild (inklusive Thrombozyten, Differenzialblutbild), Leberwerte, Kreatinin/Urinstatus

1. bis 3. Monat: jede zweite Woche

ab 4. Monat: jede vierte Woche

ab x. Monat: alle acht Wochen
zwei bis drei
Monate
Gold in Spritzenform, parenterales Gold)

zum Beispiel Aurothiomalat
Wöchentlich:

1. Woche: 10 mg,

2. Woche: 20 mg,

3. Woche: 50 mg,

dann alle 3-4 Wochen: 50 mg
mittelstark
wirksam
klinische Kontrolle und Blutbild (inklusive Thrombozyten, Differenzialblutbild), Leberwerte, Kreatinin/Urinstatus

1. bis 3. Monat: jede zweite Woche


ab 4. Monat: jede vierte Woche
drei bis vier
Monate
Gold in Tablettenform,

"orales Gold
Täglich:

zwei Mal
1 Tablette
à 3 mg
schwach wirksamklinische Kontrolle und Blutbild
(inklusive Thrombozyte,
Differenzialblutbild), Leberwerte
Kreatinin/Urinstatus

1. bis 3. Monat: jede zweite Woche

ab 4. Monat: jede vierte Woche
drei bis sechs
Monate
D-PenicillaminTäglich:

150 bis 300 mg

alle drei bis vier Wochen Erhöhung um 150 mg. Erhaltungsdosis 600 bis 900 mg pro Trag
stark wirksamklinische Kontrolle (inklusive Befragung zu Muskelschwäche/Doppelbildern, Geschmacksstörung) und Blutbild (inklusive Thrombozyten, Differenzialblutbild), Leberwerte, Kreatinin/Urinstatus

1. bis 3. Monat: jede zweite Woche

ab 4. Monat: jede vierte Woche
drei bis vier

Monate
MethotrexatWöchentlich:

1 mal oral oder parenteral (i.m.,
s.c., i.v.), Dosis
individuell, (Startdosis im Allgemeinen 7,5 - 15 mg,
Dauerdosis
7,5 -25 mg);

Gesamtwochendosis kann auch aufgeteilt werde auf zwei oder dreimalige Gabe
stark wirksamKlinische Kontrolle, Blutbild (inklusive Thrmobozyten, Differnzialblutbild), Leberwerte, Kreatinin/Urinstatus, inklusive Befragung nach Husten/Dyspnoe)

1. Monat: jede Woche

2. Monat: jede zweite Woche

ab 3. Monat: jede vierte Woche
ein bis zwei
Monate
AzathioprinTäglich:

Dosis individuell: 1-3mg/kg KG, durchschnittlich auf Dauer: 50-150 mg
stark wirksamKlinische Kontrolle, Blutbild (inklusive Thrmobozyten, -Differnzialblutbild), Leberwerte, Kreatinin/Urinstatus

1. Monat: jede Woche

2. Monat: jede zweite Woche

ab 3. Monat: jede vierte Woche
zwei bis drei
Monate
Ciclosporin ATäglich:

Startdosis: 2,5 - 3 mg/kg/KG auf zwei Dosen verteilt

individuelle Dosierungssteigerung abhängig von Wirkung und Verträglichkeit , Höchstdosis 4 mg/kg (in Ausnahmefällen 5 mg/kg)
stark wirksamKreatinin

1. Monat: jede Woche

2./3. Monat: jede zweite Woche

ab 4. Monat: alle vier Wochen

RR
1.-3. Monat: jede zweite Woche

ab 4. Monat: jede vierte Woche

Blutbild, Leberwerte, Kalium, Lipide, Urinstatus
ein bis drei
Monate
LeflunomidTäglich:

Startdosis (abhängig vom Patienten) 100 mg 1-mal täglich an den ersten drei Tagen, dann Erhaltungstherapie 20 mg täglich (evtl. auch 10 mg täglich)
stark wirksamBlutbild, Leberwerte

1./2. Monat: jede zweite Woche

ab dem 6. Monat: alle sechs Wochen

RR

gelegentlich
ein bis zwei
Monate

Anmerkung: In den letzten Jahren haben sich Zwei- und Mehrfachkombinationen von verschiedenen Langzeittherapeutika durchgesetzt. Positive Wirkung zeigten zum Beispiel die Kombinationen Gold und Methotrexat, Gold und Chloroquin, Sulfasalazin und D-Penicillamin, Resochin, Methotrexat und Sulfasalazin.

Biologica

Wann kommen die Biologica zum Einsatz und wie wirken sie?
Die sogenannten Biologica kommen seit ca. sechs Jahren zum Einsatz und haben die Therapiepalette der rheumatischen Erkrankungen enorm bereichert. Sie unterscheiden sich deutlich von allen bislang bei rheumatischen Erkrankungen verwendeten Medikamenten.

Biologica haben zum Ziel. die Entzündung bei z.B. der rheumatoiden Arthritis, der Psoriasisarthritis und des M. Bechterew durch den gezielten Eingriff in die Regulation immunologischer Reaktionen zu bekämpfen bzw. zu beenden. Dies geschieht dadurch, dass entweder körpereigene entzündungshemmende bzw. entzündungsblockierende Substanzen gegeben werden oder aber in einem genau umgekehrten Ansatz Substanzen gegeben werden, die diejenigen körpereigenen Stoffe blockieren, die die Entzündung im Körper verursachen oder unterhalten. Besonders vielversprechend ist dabei eine Beeinflussung der sogenannten Zytokine, einer Art Botenstoffe, die beim Informationsaustausch von Zellen des Immunsystems eine besondere Rolle spielen.

Möglich wurde die "biologische Therapie" durch die rasanten Fortschritte der Molekularbiologie und insbesondere der Gentechnologie. Bei allen "biologischen" Therapien handelt es sich damit um "High-Tech"-Medikamente, die mit extrem hohem technischen Aufwand und unter Einsatz aufwendigster gentechnologischer Entwicklungs- und Fertigungsmethoden hergestellt werden. Sie sind insofern nicht mit naturheilkundlichen Behandlungsansätzen oder allen Formen sogenannter "natürlicher" Therapien zu verwechseln.

Alle Biologica haben folgende Eigenschaften gemeinsam:

  • Siie wirken sofort.
    (Im Gegensatz zu den Langzeittherapeutika.)
  • Sie haben eine Langzeitwirkung , das heißt die Medikamente wirken nachdem sie abgesetzt wurden noch einige Zeit weiter.
  • Sie greifen in das Krankheitsgeschehen ein
  • Sie sollen eine Rückbildung (Remission) der Erkrankung einleiten
  • Sie sollen die Gelenkzerstörung oder sonstige Schäden verhindern oder bremsen
  • Sie können zur Reparatur bereits eingetretener Schäden führen
  • Sie sind nur dann wirksam werden, wenn sie frühzeitig eingenommen werden

Welche Nebenwirkungen können auftreten?
Bei einigen Biologica können Hautreaktionen, Kopfschmerzen, und eine erhöhte Infektgefahr als Nebenwirkungen auftreten.

Welche Medikamente kommen zum Einsatz?:
In Deutschland sind derzeit folgende Präparate aus der Gruppe der Biologica zugelassen (in alphabetischer Reihenfolge):

Adalimumab (Handelsname: Humira) ist der jüngste Vertreter aus der Gruppe der sogenannten TNF-Hemmer (zusammen mit Infliximab und Etanercept). Adalimumab ist zur Therapie der rheumatoiden Arthritis und der Psoriasis Arthritis zugelassen. Vor allen im der Kombinationstherapie mit Methorexat zeigt es eine sehr gute Wirkung. Wie bei allen TNF-Hemmern muß auch bei Adalimumab eine versteckte Tuberkulose und andere schwere Erkrankungen vor dem Therapiebeginn ausgeschlossen werden. Die Gabe erfolgt mittels subkutaner Spritzen à 40 mg jede zweite Woche. Hautreaktionen an der Einstichstelle treten nur selten auf.

Anakinra (Handelsname: Kineret) ist in Deutschland seit dem Frühjahr 2002 (in den USA bereits 2001) zugelassen. Es wird zur Behandlung der chronischen Polyarthritis / rheumatoiden Arthritis eingesetzt.Wirkmechanismus: Interleukin-Rezeptor-Antagonist, d.h. IL-1-Blocker

Anakinra ist der erste und bislang einzige Vertreter aus der Gruppe der biologischen Medikamente, die - Interleukin-1 (IL-1) blockieren. Interleukin-1 ist eine körpereigene Substanz und spielt eine wichtige Rolle bei der Entstehung von rheumatischen Entzündungen und bei der rheumatischen Gelenkschädigung. Bei Patienten mit rheumatoider Arthritis wird IL-1 in erhöhtem Maße vom Körper produziert und findet sich vor allem in den entzündeten Gelenken. Normalerweise wird vom Körper selber ein Hemmstoff produziert, der die Wirkung von IL-1 entweder von vornherein verhindert oder aber bei einem Überschuß von IL-1 z.B. in einem Gelenk seine Wirkung abbremst und schließlich beendet. Dieser Mechanismus geschieht mit Hilfe eines sogenannten -à IL-1-Rezeptorantagonisten (ein Antagonist ist ein Gegenspieler zu einem "Agonisten", also einem "Spieler")

Anakinra ist weltweit der erste, in medikamentöser Form vorliegende direkte und selektive, d.h. ganz gezielte IL-1-Hemmstoff. Dieser Hemmstoff wird gentechnologisch hergestellt und ist eine sogenannte rekombinante Version des bereits erwähnten, im Körper vorkommenden "natürlichen" Interleukin-1-Rezeptorantagonisten (IL-1Ra). Man könnte Kineret eine gentechnologisch hergestellte Originalkopie eines körpereigenen Stoffes nennen. Durch die medikamentöse Verabreichung des Rezeptorantagonisten IL-1Ra wird der Überschuß von IL-1, der sich bei der rheumatoiden Arthritis in den Gelenken findet, beseitigt, und damit die entzündungsauslösende Wirkung von IL-1 blockiert. Man könnte Anakinra (Kineret) in Analogie zu den TNF-alpha-Blockern damit auch als IL-1-Blocker oder IL-1-Hemmer bezeichnen.

Da es sich bei den Zytokinen und auch bei den Rezeptorantagonisten um Eiweißstoffe handelt, können sie leider nicht als Tabletten gegeben werden, da die Wirksubstanz von der Magensäure zerstört würde. Kineret wird deshalb wird als Spritze verabreicht (sogenannte Subkutan-Injektion oder s.c.-Injektion; s.c. = subcutan = unter die Haut). Da die Wirkung von Anakinra nach der subkutanen Injektion im Laufe von 24 Stunden abklingt, muß die Injektion täglich wiederholt werden.

Ebenso ist auch Anakinra wie jedes andere hochwirksame Medikament nicht vollkommen nebenwirkungsfrei. In den Studien war es insgesamt recht verträglich. Allerdings kam es bei etwa der Hälfte der Patienten, die bislang in den Studien mit Kineret behandelt wurden, zu einer Hautreaktion an der Einstichstelle der Injektion, meistens in Form einer Rötung und von Juckreiz, z.T. aber auch zu Schwellungen, ausgedehnteren Rötungen und auch Schmerzen an dieser Stelle.

Anakinra ist kein Immunsuppressivum, d.h. es ist kein Medikament, dass seine Wirkung durch die Unterdrückung der Immunabwehr erzielt. Als IL-1-Blocker beeinflusst es aber die immunregulative Wirkung von Interleukin-1 und greift damit in das Immunsystem ein. In den klinischen Studien war deshalb erwartungsgemäß die Rate an Infektionen gegenüber Placebo etwas erhöht. Allerdings sind schwere, ernste Infektionen unter Anakinra selten. Bei Patienten mit erhöhter Infektanfälligkeit ist deshalb bei einer Therapie mit Anakinra besondere Vorsicht geboten; u.U. kann bei Ihnen je nach individueller Situation sogar eine sogenannte Kontraindikation vorliegen, d.h. das Medikament kann dann bei ihnen nicht zum Einsatz kommen. Tritt unter einer laufenden Therapie mit Anakinra eine Infektion auf, muß die Therapie in Absprache mit dem behandelnden Arzt ggf. unterbrochen werden. Nach Abschluß der eventuell notwendigen antibiotischen Behandlung des Infektes und endgültigem Abklingen der Infektion kann die Therapie mit Antibiotika in der Regel dann wieder fortgesetzt werden.

Wie bei allen biologischen Medikamenten sind daneben die erheblichen Kosten einer Behandlung mit Anakinra nicht zu unterschätzen. Eine solche Therapie kommt deshalb in erster Linie für Patienten mit einer schwereren oder schweren chronischen Polyarthritis in Frage und sollte nur von Rheumaspezialisten mit entsprechender Erfahrung eingeleitet sowie im Verlauf kontrolliert und überwacht werden.

Etanercept (Handelsname: Enbrel) zur Behandlung der chronischen Polyarthritis/rheumatoiden Arthritis des Erwachsenen, der juvenilen idiopathischen Arthritis (früher: juvenile chronische Arthritis) und Psoriasisarthritis. Wirkmechanismus: löslicher TNF-alpha-Rezeptor, d.h. TNF-alpha-Blocker

Etanercept (Enbrel) ist ein Biologicum, das seit Frühjahr 2000 in Deutschland für die Behandlung der chronischen Polyarthritis, der juvenilen chronischen Arthritis und der Psoriasisarthritis zugelassen ist.

Enbrel fällt in die Gruppe der biologischen Medikamente, die TNF-alpha, d.h. ein wichtiges entzündungsverstärkendes Zytokin, blockieren. TNF-alpha ist eine körpereigene Substanz, die bei Patienten mit einigen rheumatischen Erkrankungen, z.B. der rheumatoiden Arthritis , mit hohen Spiegeln im Gelenk gemessen wird und von der man weiß, daß sie eine wichtige Rolle bei der Entstehung von rheumatischen Entzündungen spielt.

Etanercept wird als Spritze verabreicht (sogenannte Subkutan-Injektion/subcutan = unter die Haut). Da seine Wirkung nach im Mittel 115 Stunden (98-300 Stunden) zur Hälfte wieder abgeklungen ist, muß die Injektion zweimal à 25mg oder einmal 50 mg in der Woche erfolgen.

Die Substanz wirkt relativ schnell; manchmal bereits innerhalb von Stunden, meistens innerhalb von Tagen, spätestens von 1-2 Wochen kommt es zu einer deutlichen Verbesserung mit einer weiteren kontinuierlichen Verbesserung im Verlaufe der nächsten 4 Wochen. Die meisten Patienten erreichen die maximale Wirksamkeit im Verlaufe von 3 Monaten.

Ebenso ist auch Etanercept nicht vollkommen nebenwirkungsfrei. So kam es bei etwas mehr als einem Drittel der Patienten, die bislang in den Studien mit Enbrel behandelt wurden, zu einer Rötung und Juckreiz an der Einstichstelle der Injektion, z.T. auch zu Schwellungen und Schmerzen an dieser Stelle.

Nicht zu unterschätzen sind daneben die erheblichen Kosten einer Behandlung mit Etanercept. Eine Behandlung mit Etanercept kommt deshalb in erster Linie für Patienten mit einer schwereren oder schweren rheumatoiden Arthritis in Frage und sollte nur von Rheumaspezialisten mit entsprechender Erfahrung eingeleitet sowie im Verlauf kontrolliert und überwacht werden.

Infliximab (Remicade) zur Behandlung der chronischen Polyarthritis / rheumatoiden Arthritis und des Morbus Crohn (entzündliche Darmerkrankung) sowie der ankylosierenden Spondylitis (sog. Morbus Bechterew)
Wirkmechanismus: Monoklonaler Antikörper gegen TNF-alpha, d.h. TNF-Blocker

Infliximab fällt in die Gruppe der biologischen Medikamente, die TNF-alpha, d.h. ein wichtiges entzündungsverstärkendes Zytokin, blockieren. TNF-alpha ist eine körpereigene Substanz, die bei Patienten mit einigen rheumatischen Erkrankungen, z.B. der chronischen Polyarthritis, mit hohen Spiegeln im Gelenk gemessen wird und von der man weiß, daß sie eine wichtige Rolle bei der Entstehung von rheumatischen Entzündungen spielt.

Infliximab wird als Infusion alle vier bis acht Wochen verabreicht und zwar in einer Dosierung von 3 mg/kg Körgergewicht. Häufig wird es in Kombination mit dem Langzeittherapeutikum Methotrexat verabreicht.

Infliximab zeigt –ebenso wie das Etanercept (siehe Etanercept) eine rasche und ausgezeichnete Wirksamkeit. Allerdings fehlt noch die Langzeiterfahrung. Vor der Behandlung ist eine latente Tuberkulose auszuschließen. An Nebenwirkungen sind Infektionsprobleme zu beachten, insbesondere bei Patienten mit bekannter schlechter Infektabwehr.

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