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Laboruntersuchungen in der Rheumatologie beinhalten zum einen normales Routinelabor mit Blutbild, Magnesium, Calcium, Kalium, Nieren- und Leberwerte sowie als Hinweiszeichen für eine Entzündung die Blutsenkung und das C-reaktive Protein. Zudem wird eine Urinuntersuchung durchgeführt und je nach Fragestellung erfolgen weitere spezielle laborchemische Untersuchungen (u.a. Elektrophorese, Immun-Elektrophorese).
Bei der Blutbilduntersuchung wird insbesondere auf den Hämatokrit (Anteil der roten Blutkörperchen am Blutvolumen), die weißen Blutkörperchen (Leukozyten), die roten Blutkörperchen (Erythrozyten) und die Blutplättchen (Thrombozyten) geachtet. Die weißen Blutkörperchen vermehren sich häufig bei Entzündungen, der Hämatokrit zeigt die durch die chronische Entzündung oft verminderte Zahl der roten Zellen (Anämie) an. Die Ergebnisse weisen dann entweder in die Richtung einer Entzündung oder bei fehlenden Entzündungszeichen in die Richtung von degenerativen (verschleißbedingten) Erkrankungen.
Im immunologischen Labor werden Spezialuntersuchungen durchgeführt, dazu gehören der Nachweis des sog. Rheumafaktors. Bei dem Rheumafaktor handelt es sich um einen Antikörper gegen körpereigenes Eiweiß. Bei der rheumatoiden Arthriits lässt sich der Rheumafaktor nur in 70-80 % der Fälle nachweisen. Insbesondere bei Frühfällen lässt sich noch kein Rheumafaktor im Blut erkennen, andererseits haben auch 6-8 % der gesunden Menschen Rheumafaktor, ohne jemals an Rheuma zu erkranken. Auch mit zunehmendem Alter wird der Rheumafaktor immer häufiger positiv. Der Rheumafaktornachweis ist demnach nicht gleich rheumatische Krankheit, insbesondere nicht gleich rheumatoide Arthritis. Ebenso in der Spezialdiagnostik erfolgt die Untersuchung auf Antikörper gegen Streptokokken sowie auf Gewebeverträglichkeitsantigene (HLA-System). Insbesondere findet sich bei versteifenden Wirbelsäulenerkrankungen häufig HLA B 27.
Für die Kollagenosen und immunologischen Systemerkrankungen (z. B. Lupus, Vaskulitiden) werden Spezialuntersuchungen zum Nachweis bestimmter Antikörper durchgeführt (z. B. ANA, ANCA, ENA, Antiphospholipid-Antikörper), die konkrete Hinweise auf die Grunderkrankung und ihre Aktivität geben können.
Die für die Diagnose einer Gicht entscheidende erhöhte Harnsäure wird ebenfalls im Blut kontrolliert.
Mit weiteren Spezialuntersuchungen kann ferner auf Antikörper gegen bestimmte Krankheitserreger untersucht werden (z.B. gegen Borrelien, die bei einem Zeckenbiss übertragen werden oder Erreger, die eine Durchfallerkrankung hervorrufen können, z.B. Yersinien).
Eine Möglichkeit der weiteren Labordiagnostik beinhaltet die Untersuchung von Gelenkpunktat. Dabei wird Gelenkflüssigkeit durch eine Punktion gewonnen, diese wird anschließend mikroskopisch untersucht auf weitere Krankheitserreger oder Kristalle.
An unserer Klinik ist zudem die Möglichkeit gegeben, eine Gerinnungsstörung laborchemisch zu erkennen.
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