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Kerckhoff-Klinik, Zentrum für Kardiologie und Herzchirurgie

Kerckhoff-Klinik Bad Nauheim

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61231 Bad Nauheim

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MRT - Magnetresonanztomographie (Kernspintomographie)

Wie funktioniert die Magnetresonanztomographie (Kernspintomographie) ?

Die Kernspintomographie (KST) oder Magnetresonanztomographie (MRT) hat sich als bildgebende Methode in den letzten 20 Jahren in vielen Bereichen als klinisches Routineverfahren durchgesetzt, da sie hohe Auflösung mit gutem Gewebekontrast bei fehlenden Nebenwirkungen vereint.

Ein markantes Bauelement ist der große, supraleitende Elektromagnet mit einer Feldstärke von 1,5 Tesla, in dessen tunnelförmige Öffnung der Patient auf einem Tisch liegend gefahren wird. Über eine Radioantenne in der Tunnelwand werden Radioimpulse ausgesandt, die die Wasserstoffkerne im Patenten anregen und dazu veranlassen, während der Relaxation die absorbierten Radiowellen wieder auszusenden. Die sehr schwachen Radioimpulse aus dem Körper werden mit der Radioantenne wieder aufgefangen, hinsichtlich Frequenz und Intensität analysiert und mit schnellen Bildrechnern zu einem digitalen Querschnittbild zusammengesetzt.

Durch die geeignete Wahl der Anregungsimpulse (die Sequenz) kann eine sog. Wichtung vorgenommen werden und der Gewebetyp hinsichtlich Fett, Blut, Muskel, spezieller Organgewebe, aber auch hinsichtlich Entzündungsprozess oder Tumor bewertet werden. Durch die Gabe von 12-20 ml eines magnetischen Kontrastmittels über eine Armvene können Entzündungsprozesse und Tumoren noch besser abgrenzt werden.

Was kann mit der MRT untersucht werden?

MRT - Untersuchungen des Gehirns und der hirnversorgenden Gefäße

Im Gehirn können Durchblutungsstörungen und Infarkte schon ca. eine Stunde nach Symptombeginn mit diffusions- und perfusionsgewichteten Sequenzen erkannt werden. Das ist wichtig, da die Zeitspane vom Infarktereignis bis zum Therapiebeginn für den Behandlungserfolg entscheidend ist. In einem Untersuchungsgang können neben dem Gehirn zusätzlich die hirnversorgenden Arterien mit der sog. MR-Angiographie dargestellt werden und ursächliche Gefäßeinengungen oder Verschlüsse nachgewiesen werden.

MRT - Umfassende Aufgaben in der Herzdiagnostik

Am Herzen sind Untersuchungen infolge der fortdauernden Herz- und Atembewegung schwieriger. Durch schnelle Techniken ist es heute möglich, die Herzbewegung in verschieden Herzphasen „ einzufrieren“ und komplette Messungen während eines Atemstillstandes durchzuführen. Bei Verdacht auf koronare Herzerkrankung (KHK) können Stenosen oder Verschlüsse der Herzkranzgefäße mit einer Sicherheit von 80-90% abgebildet werden.

Ebenso wichtig ist aber die Frage, ob Gefäßstenosen im Rahmen einer koronaren Herzerkrankung bereits zu Funktionsstörung, Minderdurchblutung oder Nekrose des linksventrikulären Myokards geführt haben und wie ausgedehnt der Schaden ist.

Hier steht heute die Stress-MRT als etablierte Methode zur Beurteilung der Kontraktion, Perfusion und Vitalität des Herzmuskels zur Verfügung. Während einer Untersuchung von ca. 30 Minuten wird dabei auch der Koronardilatator Adenosin (140µg/kg Körpergewicht /min) für sechs Minuten über eine Armvene injiziert, wodurch eine Messung der Durchblutung unter Ausnutzung der Flussreserve möglich wird.

Wichtige Indikationen für die kardiale MRT sind auch Kardiomyopathien (hypertrophe, dilatative, restriktive, ischämische Kardiomyopathie). Mit der MRT kann dabei der Funktionszustand des Herzmuskels und der Herzklappen quantitativ so exakt beurteilt werden, dass Verlaufskontrollen unter medikamentöser Therapie wertvolle Entscheidungshilfen für die weitere Behandlung liefern.

Bei Entzündungen des Herzmuskels und Perikards (Myokarditis, Perikarditis) kann mit speziellen Techniken die Entzündungsaktivität bestimmt werden.

Zahlreiche Herzuntersuchungen werden für die Herzchirurgen durchgeführt. Mit der MRT können Herzfehlbildungen, Aneurysmen der Herzkammern, Klappenfehler und Gefäßerkrankungen exakt quantifiziert werden, damit der Kardiochirurg die Indikation zur Operation und die operative Technik besser definieren kann. Nach der Operation können mit der MRT die Normalisierung der gestörten Herzfunktion und seltene Komplikationen erfasst werden.

MRT in der Kerckhoff-Klinik: Mit der kontrastunterstützten schnellen MR- Koronarangiographie können die rechte (links) und linke (rechts) Kornararterie separat in Atemanhaltetechnik untersucht werden.

Late enhancement nach VorderwandinfarktLate enhancement nach Hinterwandinfarkt

MRT in der Kerckhoff-Klinik: Late enhancement nach Vorder- und Hinterwandinfarkt

MRT - Schonende Diagnostik von Gefäßerkrankungen

Eine große Bedeutung hat die Untersuchung von Gefäßen in der MRT.

Für die schnelle Abklärung eines Gefäßnotfalls (Dissektion, Lungenembolie, akuter Gefäßverschluss, Blutung) steht ein radiologischer Bereitschaftsdienst rund um die Uhr zur Verfügung.

Mit schnellen Sequenzprotokollen können die Untersuchungen innerhalb von ca. 15 Minuten durchgeführt werden und die Indikation zur Operation oder Intensivtherapie gestellt werden.

Zudem werden regelmäßig die Nebennieren-, Nieren- und Nierenarterien zur Abklärung eines Hypertonus (Nebennierentumor, Nierenerkrankung, Nierenarterienstenose) untersucht.

In der Abklärung einer peripheren, arteriellen Verschlusskrankheit (pAVK) wird die MR-Angiographie der Becken-/Beinarterien in zunehmender Zahl angefordert.

MRT - Gesicherte Indikationen bei Gelenkerkrankungen

In der Abklärung rheumatischer Erkrankungen kann die Aktivität von Gelenkentzündungen abgeklärt werden, indem Knochenerosionen, Gelenkergüsse und Kontrastanreicherungen der Synovialmembran, Sehnenansätze und Gelenkweichteile beschrieben werden.
Besonders wichtig ist der Nachweis einer Arthritis der Iliosakralgelenke, die wegweisend für die Diagnose von Spondylarthropathien (M. Bechterew, Psoriasisarthritis, M. Reiter) ist.

Weitere wichtige Indikationen sind Sportverletzungen der großen Gelenke, wobei entsprechend den bevorzugten Sportarten (Fußball, Handball, Laufen), Bandrupturen, Meniskus- und Labrumrisse, Knochenprellungen und Frakturen an Knie-, Sprung- und Schultergelenk im Vordergrund stehen.

Was ist für die Untersuchung im MRT zu beachten?

Durch kompakte Bauweise ist der Tunnel bei vielen Geräten nur noch 90 cm lang, so dass nur bei wenigen Menschen Platzangst aufkommt.

Bis heute sind keine schädigenden biologischen Effekte durch den Einsatz von Radiowellen und Magnetfeldern auf den Menschen bekannt geworden.

Trotzdem sind einige Vorsichtsmaßnahmen zu beachten:

Nicht untersucht werden dürfen Patienten mit elektronischen Geräten im Körper, die nicht abnehmbar sind (Herzschrittmacher, Defibrillatoren, Schmerz- und Insulinpumpen, Innenohrimplantate) oder Patienten mit eisernen Fremdkörpern im Bereich sensibler Organe (Granatsplitter und Absprengungen in Auge, Gehirn und Herz).

Keine Probleme für Untersuchungen in der KST bereiten moderne, operativ implantierte, metallene Prothesen, Cerclagen und Clipse, da sie entweder aus Titan, Silber oder nicht ferromagnetischen Stahllegierungen bestehen.

Im Zweifelsfalle sollte nochmals Rücksprache mit dem untersuchenden Arzt genommen werden.

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