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Kerckhoff-Klinik, Zentrum für Kardiologie und Herzchirurgie

Kerckhoff-Klinik Bad Nauheim

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Das Röntgenbild

Das Röntgenbild ist immer noch die Basis der Diagnostik

Prof. Wilhelm Conrad Röntgen Prof. Wilhelm Conrad Röntgen, Physiker, 1845-1923 1. Nobelpreisträger für Physik (1901)

Röntgenuntersuchungen des Brustkorbes und des Skelettsystems werden seit über 100 Jahren durchgeführt, so dass die Radiologen heute über ein immenses Wissen zur sicheren Anfertigung und zuverlässigen Beurteilung von Röntgenaufnahmen verfügen.

Prof. Wilhelm Conrad Röntgen entdeckte im November 1895 an der Universität Würzburg eher zufällig die "X-Strahlen", die später nach ihm benannt wurden. Im Dezember desselben Jahres gelingt ihm damit eine Aufnahme von der Hand seiner Ehefrau, auf der die Handskelettknochen und der Ehering klar zu erkennen sind.
Röntgen wurde 1901 der erste Nobelpreisträger der Kategorie Physik;
"als Annerkennung des außerordentlichen Verdienstes, den er sich durch die Entdeckung der nach ihm benannten Strahlen erworben hat".

Wie funktioniert eine Röntgenuntersuchung?

Eine Röntgenröhre erzeugt Röntgenstrahlen, die die verschiedenen Gewebe des Menschen in unterschiedlichem Ausmaß durchdringen. Hinter dem Patienten wird ein Röntgenfilm durch die Röntgenstrahlen geschwärzt. Der Film wird entwickelt und kann dann von einem Radiologen befundet werden.

Der Knochen enthält schwere Atome wie Calcium und Phosphor in hoher Konzentration gebunden, die Röntgenstrahlen wesentlich stärker absorbieren als die umgebenden Weichgewebe. Folglich treten wesentlich weniger Röntgenstrahlen durch das Knochengewebe, der Röntgenfilm wird weniger geschwärzt und der Knochen erscheint heller.

LungenaufnahmeNormale LungenaufnahmeRöntgenuntersuchungen des Brustkorbes nutzen den Kontrast zwischen der lufthaltigen Lunge und dem Weichgewebe des Brustkorbes (Herz, Brustwand, Tumoren, Entzündungsgewebe etc.).

Wenn es der Zustand des Patienten erlaubt, sollten je eine Thoraxaufnahme in zwei Ebenen in tiefer Inspiration gemacht werden. Bei Intensivpatienten reicht meist eine a.p.-Aufnahme am Bett aus, die mit einem mobilen Röntgengerät durchgeführt wird.

Wann ist eine Röntgenuntersuchung des Brustkorbes notwendig?

An einen Herzzentrum wird eine Röntgenuntersuchung der Thoraxorgane vor allem bei folgenden Fragestellungen durchgeführt:

  1. Besteht eine Herzvergrößerung oder Herzschwäche? Viele Herzerkrankungen führen zu einer Vergrößerung der Herzkammern, deren Konturen auf den Aufnahmen identifiziert werden können. Eine Herzschwäche geht häufig mit Wassereinlagerung im Lungengewebe und dem Rippenfell einher, was auf den Röntgenaufnahmen semiquantitativ beurteilt werden kann.
  2. Verkalkungen des Herzbeutels oder der Herzklappen können diagnostiziert werden.
  3. Begleitende oder eigenständige Lungenerkrankungen, die auf den Röntgenaufnahmen diagnostiziert werden müssen sind Tumore, Entzündungen, Emphyseme und Fibrosen.
  4. Die Kerckhoff-Klinik verfügt über eine große Intensiv- und Übergangsstation. Röntgenuntersuchungen dienen hier der frühzeitigen Erfassung von schwerwiegenden Herz-/Lungenproblemen (Stauung, Entzündung) und postoperativen Komplikationen (Pneumothorax, Blutung, Lungenkollaps).

Die wichtigsten Fragestellungen für eine Skelettuntersuchung sind

  1. Nachweis von Knochenbrüchen (Frakturen)
  2. Entzündliche Erkrankungen an den Gelenken (Arthritis), dem Knochen (Osteomyelitis) und der Wirbelsäule (Spondylitis)
  3. Fehlstellungen oder Fehlhaltungen (Skoliosen, X-/O-Beine, Senk-/Spreizfüsse etc.)
  4. Abnutzungserscheinungen an den Gelenken (Arthrose).
  5. Stoffwechselbedingte Skelettveränderungen z.B. bei Osteoporose, Nierenversagen und Gicht
  6. Erfassung von bösartigen Tumoransiedelungen (Metastasen)

Wann sind Röntgenaufnahmen bei rheumatischen Erkrankungen notwendig?

In der rheumatologischen Sprechstunde unserer Rheumaklinik sind Röntgenuntersuchungen auch heute noch unverzichtbarer Bestandteil zur Diagnosesicherung und Verlaufskontrolle.

Die Diagnose einer entzündlich–rheumatischen Erkrankung wird heute nach festen Kriterien der Rheumagesellschaften, nach ärztlicher Befragung und Untersuchung des Patienten und nach Auswertung von Labor- und Röntgenbefunden gestellt.
Die häufigsten Fragen sind:

  1. Liegt eine chronische Polyarthritis (oder rheumatoide Arthritis) vor und hat sich die Erkrankung unter der Therapie stabilisiert oder liegt ein erneuter Entzündungsschub vor?
  2. Liegt eine entzündliche Erkrankung der Wirbelsäule, der Gelenke oder Sehnenansätze vor? Zu dieser Gruppe gehören Erkrankungen wie der M. Bechterew, M. Reiter, Skelettentzündungen bei Schuppenflechte, entzündlichen Darmerkrankungen u.a.).
  3. Liegen andere Erkrankungen des Skelettsystems vor, die mit chronischen Schmerzen einher gehen, wie Arthrose, Osteoporose, Frakturen oder Fehlstellungen.

Zur Frage einer Polyarthritis sind i.d.R. besonders hochauflösende Aufnahmen der Hände und Füße notwendig, um die sehr feinen Knochenveränderungen an den Gelenken auch nachweisen zu können.

Für die großen Gelenke reichen meist zwei Übersichtaufnahmen aus. Auch die Wirbelsäule wird zunächst mit Übersichtaufnahmen abgebildet. Daneben gibt es zahlreiche Spezialeinstellungen für weitergehende Fragestellungen wie Schräg-, Schicht- und Funktionsaufnahmen.

Handröntgenaufnahme - gelenknahe Entkalkungen Handröntgenaufnahme - randständige Erosionen

Das Röntgen der Hände mit feinstzeichnenden Folien ist auch heute noch die wichtigste radiologische Untersuchung zum Nachweis einer rheumatoiden Arthritis (RA).
Im frühen Stadium treten gelenknahe Entkalkungen auf (links).
Nach ca. 4-6 Monaten sind dann die typischen randständigen Erosionen zu sehen (Pfeile).

Wie sieht die Zukunft des Röntgens aus?

Die digitale Radiographie spart Kosten für Röntgenfilme, Filmentwicklung und Archivierung. Anstatt eines Röntgenfilms werden Speicherfolien oder Flachbettdetektoren verwendet, die das Röntgenbild in digitaler Form (z.B. mit 2056 x 2056 Pixel) erzeugt.

Das elektronische Bild kann dann auf einem Monitor betrachtet, nachverarbeitet und auf Massenspeichern archiviert werden. Die Bilder können auch über bestehende Netze wie das Internet in andere Praxen oder Kliniken verschickt werden.

Vorbereitung und Anmeldung zur Röntgenuntersuchung des Skeletts

Das Skelettröntgen kann rasch durchgeführt werden, so dass lange Wartezeiten oder Anmeldefristen sowie Vorbereitungen nicht notwendig sind.

  • Der Patient muss nicht nüchtern sein.
  • Bei Frauen im gebärfähigen Alter ist nach einer eventuell bestehenden Schwangerschaft zu fragen.
  • Die Strahlenbelastung ist sehr niedrig.
  • Sind bereits Röntgenaufnahmen an einem anderen Krankenhaus durchgeführt worden, sollten diese möglichst von dem Patienten mitgebracht werden (Vergleich der Bilder, Verlauf der Erkrankung)
Anzahl der Besuche: 599
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