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Kerckhoff-Klinik, Zentrum für Kardiologie und Herzchirurgie

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CT - Computertomographie

Dual Source CT

Die Computertomographie (CT) ist heute neben der Kernspintomographie oder Magnetresonanztomographie (MRT) ein wichtiges Großgerät in der radiologischen und zunehmend auch in der kardiologischen Diagnostik.

Computertomograph

Mit der Anschaffung eines Dual Source CT steht der Kerckhoff-Klinik ein ausgereiftes System zur schnellen und hoch auflösenden Darstellung von Koronararterien, Bypässen und herznahen Gefäßen zur Verfügung. Aber auch Untersuchungen des Körperstamms für die Suche nach Tumoren bzw. Metastasen, Gefäßerkrankungen, spezifische Erkrankungen der Lungen und knöcherne Veränderungen sind schnell und mit hervorragender Bildqualität möglich.

Wie funktioniert der Dual Source CT?

Die beiden wichtigsten Elemente eines CT sind der Röntgenstrahler und das damit verbundene Detektorsystem für Röntgenstrahlen.

Während einer Messung rotiert das Strahler-Detektor-System kontinuierlich um den Patienten, der in der Öffnung des Gerätes liegt.
Aus den Absorptionswerten der Detektoren nach Durchtritt der Röntgenstrahlen durch den Patienten wird dann ein axiales Querschnittsbild des Patienten berechnet.
Die Patientenliege wird während einer Messung kontinuierlich durch die Öffnung bewegt, so dass der Abtastvorgang eine Spiralbewegung beschreibt (Spiral-CT).

Der Dual Source CT verfügt über zwei Röntgenquellen und zwei Detektoren mit 64 Zeilen (Mehrzeiler-CT), die 90° versetzt auf einer rotierenden Scheibe montiert sind. Damit reicht eine Viertelrotation aus, um ein Querschnittbild zu erstellen.

Für Untersuchungen des Herzens bedeutet dies, dass Bilder in 83ms gemessen werden können und Bewegungsunschärfen während eines Herzschlages so weit reduziert werden können, dass Bilder der Herzkranzgefäße in bisher unerreichter Bildqualität möglich werden.

Für Untersuchungen jenseits des Herzens können die beiden Strahler im CT mit unterschiedlichen kV-Werten angesteuert werden, um knöcherne Strukturen von Gefäße oder Sehnen besser unterscheiden zu können („dual power“-Technik).

Meist werden extrakardiale Organe aber mit einem Strahler und einem Detektorsystem untersucht, weil keine schnellen Organbewegungen vorliegen.

Als Ergebnis aus einer CT-Untersuchung werden meist 400 -1000 Querschnittsbilder einer Körperregion gewonnen, die in der anatomischen Darstellung durchaus mit der MRT vergleichbar sind, auch wenn das Prinzip der Bilderstellung völlig anders ist.

Untersuchungen des Herzens mit dem Dual-Source-CT (DS-CT)

Das DS-CT ist für Untersuchungen des Herzen optimal geeignet.

Zwei wichtige klinische Indikationen sind besonders hervorzuheben.
Zunächst können Verkalkungen in den Wänden der Herzkranzgefäße sichtbar gemacht werden und mit Hilfe spezieller Auswerteprogramme als Volumen und Masse des Kalkes gemessen werden. Zahlreiche Studien der letzten Jahre haben gezeigt, dass hohe Werte, die über das altersphysiologische Maß hinausgehen, für eine behandlungsbedürftige koronare Herzerkrankung (KHK) sprechen und fehlende Verkalkungen eine KHK fast sicher ausschließen.

Bild 1CT

Der Calcium-Score gibt Masse, Volumen und Dichte der gesamten Verkalkungen in den Herzkranzgefäßen quantitativ an, was durch fertige Auswerteprogramme innerhalb von wenigen Minuten möglich wird.
Allerdings kann von nachweislichen Verkalkungen in einem Herzkranzgefäß nicht unmittelbar auf eine Gefäßeinengung (Stenose) geschlossen werden, so dass dann eine CT-Koronarangiographie notwendig wird.

Hierbei werden 60-80 ml eines Röntgenkontrastmittels mittels eines Injektors in eine Armvene injiziert. Die Herzkranzgefäße werden dann in der CT mit hohem Signal abgebildet. Die Messung wird automatisch gestartet, wenn das Kontrastmittel in der Aorta erscheint und dort zu einem Anstieg der Dichte führt (Bolustracking).
Alternativ kann der Zeitpunkt der optimalen Kontrastierung der Herzkranzgefäße auch mit einem Testbolus vor der eigentlichen Kontrastmittelinjektion bestimmt werden.
Damit können letztlich die drei Haupt- und die größeren Seitäste der Koronarien eingesehen und Stenosen erfasst werden. Anschließende dreidimensionale Rekonstruktionen ermöglichen Darstellungen ähnlich wie sie von der Katheterangiographie bekannt sind.

Bild 2CTBild 3aCT

Fall eines 63jährigen Patienten mit Stenose der linken Koronararterie (Pfeil)

Bild 4CTBild 5CT

CT-Bypässgefäße:

Auch Bypässe können mit dem Dual Source CT in hoher Auflösung abgebildet und so Verschlüsse oder Stenosen diagnostiziert werden. In der linken Abb. ist ein offener venöser Bypass auf die RCA, ein venöser Bypass auf die LAD und ein LIMA-Bypass auf die LAD. Rechts sind zwei verschlossene Bypässe (Pfeile) bei einem noch offenen Bypass (Pfeilspitze).

Weitere diagnostische Fragestellungen für das Dual-Source-CT

Mit dem CT können große Körperabschnitte, im Extremfall der gesamte Körper lückenlos in ca 10-20 Sekunden untersucht werden, ohne dass Kompromisse hinsichtlich der Bildqualität in Kauf genommen werden müssen.

Ein wichtiges Einsatzgebiet ist die Suche nach Tumoren oder Metastasen, wenn sich klinisch oder laborchemisch Hinweise dafür ergeben (Gewichtsverlust, Schwächezustände, erhöhte Tumormarker etc).

Seit 2008 gehört die Abteilung für Thoraxchirurgie zur Kerckhoff-Klinik.
Ein wichtiges Einsatzgebiet der CT ist die Diagnosesicherung von Lungentumoren, die Erfassung der Ausbreitung von Tumoren vor geplanter Therapie („Tumorstaging“) und die Bewertung der Therapieansprache und Rezidivfreiheit direkt nach der Therapie oder im weiteren Verlauf.
Auch zahlreiche gutartige Lungenerkrankungen können mit dem CT abgeklärt werden (Lungenhochdruck, Bronchiektasien, Granulome, Lungengerüsterkrankungen).

Für das Abspielen der Videos benötigen Sie die neueste Version von Adobe Flash Player. Computertomographie Mediastinum

Wichtig ist, dass mit den neuen Mehrzeiler-Spiral-CT’s keine Unterscheidung mehr zwischen Standard- und HR-CT notwendig wird, weil alle CT’s prinzipiell in „high resolution“ (HR)-Technik durchgeführt werden (1-2mm dicke Schichte, 0,4 x 0,4mm Auflösung in der Schicht).

Die Arteriosklerose kann nicht nur die Herzkranzgefäße, sondern nahezu alle Arterien des Körpers betreffen und zu Einengungen oder Verschlüssen führen. In vielen Fällen bleibt die Erkrankung lange Zeit klinisch stumm und verursacht zunächst keine wegweisenden Symptome (Schmerzen, Organversagen).

Die CT kann hier als Suchmethode eingesetzt werden, wenn Risikofaktoren vorhanden sind. Des Weiteren können in vielen Fällen arterielle Verschlüsse oder Stenosen in fast allen Körperregionen schon so exakt lokalisiert werden, dass eine weitere Therapieplanung zur Wiedereröffnung möglich wird (z.B. konservative Therapie, Bypass oder Stent).

Wegen der hohen Geschwindigkeit, der guten Auflösung und der einfachen und standardisierten Durchführung wird das Mehrzeiler-CT heute fast immer auch als erste diagnostische („first-line“) Methode bei akuten zerebralen, thorakalen und abdominalen Notfällen eingesetzt: Hierzu zählen vor allem Blutungen, Darmischämien, Lungenembolien oder die Aortendissektion. Oft kann dann auf den Einsatz einer invasiven kardiovaskulären Diagnostik mit Kathetern verzichtet werden.

Was ist bei CT-Untersuchungen zu beachten?

Zu beachten ist die Strahlenbelastung durch die Untersuchung, die mit 1-7 mSv in der Größenordnung einer diagnostischen Katheteruntersuchung liegt.

Zudem besteht für viele Fragestellungen die Notwendigkeit einer Kontrastmittelgabe, so dass die Nieren- und Schilddrüsenfunktion abgeklärt und nach Allergien gefragt werden muss.

Auch sollte die Frage nach einer eventuell bestehenden Schwangerschaft unbedingt gestellt werden.

Die Untersuchung selbst ist für den Patienten relativ komfortabel; Sie besteht aus der Lagerung auf dem CT-Tisch, dem Legen einer Verweilkanüle in eine Armvene und 2-3maligem Luftanhalten mit Injektion von 60-80ml Kontrastmittel über einen Injektor.
Der gesamte Zeitaufwand für die eigentliche Untersuchung beschränkt sich i. d. R. auf ca. 10 Minuten (mit Vor- und Nachbereitung).
Nach der Untersuchung erhalten Sie von uns eine Flasche Wasser zum Trinken, um die Nierentätigkeit anzuregen und so das Kontrastmittel wieder schneller aus dem Körper zu befördern.

Die Nachbearbeitung und Befundung der enormen Datenmengen dauert wesentlich länger als die eigentliche Untersuchungszeit.
Die Patienten haben meist die Möglichkeit nach einer Wartezeit von ca. 30 Min. mit dem behandelnden Arzt den Befund zu besprechen.

Wie kann ich mich zum CT anmelden?

Sie können sich über ihren Haus- oder Facharzt oder direkt über die Telefonnummern der kardiologischen Ambulanz (Tel: 06032/ 996 2000) oder im CT (Tel: 06032/ 996 2170) anmelden.

Gerne können Sie sich auch bei einem unserer zuständigen Kardiologen oder Radiologen über die Möglichkeiten einer CT Untersuchung beraten lassen.

Anzahl der Besuche: 296
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