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[Stand Feb. 2012]
Der Schlaganfall zählt neben Herzinfarkt und Krebs zu den häufigsten Todesursachen und ist der häufigste Grund überhaupt für Pflegebedürftigkeit im Erwachsenenalter.
In Deutschland erleiden jährlich etwa 200.000 Menschen einen Schlaganfall, die unbemerkten, „stummen" Gehirninfarkte nicht eingerechnet.
Die Folgen von Schlaganfällen – von Schwäche in Armen oder Beinen über Lähmungen bis hin zum Tod – sind bekannt.
Rund 15 Prozent der Schlaganfälle (30.000) sind auf eine Verengung der Halsschlagader zurückzuführen.
Die Halsschlagadern verlaufen an beiden Seiten des Halses nach oben in den Kopf und versorgen das Gehirn mit Blut.
Sie heißen Arteria Carotis, zu deutsch "schlafbringende" Arterie, weil eine Störung des Blutflusses dem Menschen das Bewusstsein raubt. Entsprechend gefährlich ist eine Verengung oder sogar ein Verschluss der Halsschlagadern, die so genannte Carotis-Stenose.
Hauptursache der Carotis-Stenose ist die Arterienverkalkung (Arteriosklerose).
Das Blut fließt nicht mehr frei zum Gehirn – die Folge sind Symptome wie Durchblutungs-, Seh- und Sprachstörungen, Taubheits- und Kribbelgefühle, Lähmungen, Kopfschmerzen und Schwindel.
Mit der Zeit entstehen Plaques (Gerinnsel) an den Gefäßwänden. Wirklich gefährlich wird es, wenn diese sich lösen und mit dem Blutstrom in das Gehirn getragen werden:
Die Plaques können kleinere Arterien verschließen und so zu neurologischen Schäden bis hin zu Schlaganfall und Tod führen.
In Deutschland leben rund eine Million Menschen mit einer mehr als 50-prozentigen Carotis-Stenose.
Die Operation kann den meisten Patienten inzwischen erspart werden:
Ihre Halsschlagadern werden per Carotis-Stenting erweitert. Diese minimal invasive Behandlung kann in der Regel unter örtlicher Betäubung erfolgen und erfordert keinen Hautschnitt am Hals.
Sie belastet das Gefäß und die umliegenden Halsnerven weniger und ist nicht mit einem Operationstrauma verbunden.
Das Prinzip ist einfach: Weiten, sichern, stützen.
Per Katheter werden – von der Leiste aus – die notwendigen Instrumente bis in die Halsschlagader geschoben.
Ein Ballon weitet die Verengung. Dabei können sich Plaques lösen – gelangen sie bis in das Gehirn, besteht akute Schlaganfallgefahr!
Um das zu vermeiden, führt der Arzt oft zusätzlich ein Sicherheitssystem ein:
Ein Schirmchen entfaltet sich im Gefäß und fängt diese losen Teile ab. Anschließend wird ein Stent (maschenartiger Draht) eingesetzt, um die Gefäßwand zu stützen. Mit einer kleinen Menge Kontrastmittel überprüft der Arzt, ob der Verschluss erfolgreich geöffnet wurde.
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