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[Stand März 2010]
Eine Fülle von allgemeinen Maßnahmen wird zur Einhaltung bei Herzschwäche empfohlen, die meisten davon beruhen nicht auf wissenschaftlich, sondern aus der Erfahrung heraus gewonnenen Erkenntnissen.
Hierzu gehört eine Beschränkung der Trinkmenge und des Kochsalzverzehrs, tägliches Wiegen und Blutdruckmessen, gesunde Lebensweise mit vernünftiger Ernährung, Verzicht auf Rauchen, gemäßigtem Alkoholkonsum, und viele andere mehr.
Eine Maßnahme ist aber wissenschaftlich sehr gut belegt: körperliches Ausdauertraining. Es kann, in richtig individuell festgelegtem Ausmaß sowohl Beschwerden als auch Verlauf der Erkrankung deutlich positiv beeinflussen.
Vor allem zwei Medikamentengruppen sind erwiesenermaßen geeignet, die Herzschwäche grundsätzlich zu bessern:
• sogen. ACE-Hemmer (ersatzweise sogen. Angiotensin-Rezeptor-Blocker ARB) durch Gefäßerweiterung und hierdurch Entlastung des Herzens
• ß-Blocker durch Abschirmung des Herzens vor Stressreizen
Beiden ist gemeinsam, dass sie den Blutdruck senken können.
Vorsicht : ß-Blocker können die Beschwerden vorübergehend auch leicht verschlechtern, weshalb sie mit besonderer Vorsicht sehr langsam und in kleinen Schritten in der Dosis gesteigert werden müssen!
Wichtig ist aber für beide Medikamente, bis zur sogenannten „Zieldosis“ die Dosierung möglichst hoch zu steigern. Denn der Nutzen der Medikamente zur Linderung der Beschwerden und die Beeinflussung des Erkrankungsverlaufs ist nur für mittlere bis hohe Dosierungen erwiesen.
Das wissen wir aus großen wissenschaftlichen Untersuchungen:
diejenigen Patienten zeigten bessere Ergebnisse, die mit höheren Dosierungen behandelt wurden. Die Grenze der Dosissteigerung wird meist durch niedrigen Blutdruck vorgegeben; allerdings spielt weniger die Höhe des Blutdrucks (oberer Wert um 80 mmHg wird von manchen Patienten noch problemlos vertragen) eine Rolle, als vielmehr gravierende Beschwerden (wie ständiger Schwindel oder Kollapsereignisse) in Verbindung mit einem oberen Blutdruckwert unter 100 mmHg.
ACE-Hemmer und Angiotensin-Blocker wirken im Prinzip als „Hormonblocker“, also durch Verhinderung einer bestimmten Signalübertragung.
Ein anderes Wirkprinzip macht sich die Blockade eines Hormons der Nieren zunutze und sollte regelmäßig im fortgeschrittenen Krankheitsstadium eingesetzt werden: ein bei der Herzschwäche überaktives Hormonsystems, das von den Nieren seinen Ausgang nimmt beinhaltet unter anderem das sogen. Aldosteron. Durch Unterdrückung seiner Wirkungen kann die Erkrankung gebessert werden.
Die beiden derzeit verfügbaren „Aldosteron - Blocker“ gehören im weitesten Sinne zu den entwässernden Medikamenten, entfalten ihre Wirkung aber vielmehr über Effekte gegen Bindegewebsneubildung und Entzündungsprozesse.

Die älteste Substanz gegen Herzschwäche war ursprünglich ein Pflanzenextrakt aus dem Fingerhut (Digitalis), demzufolge werden die auch heute noch verwendeten, in neuerer Zeit aber künstlich hergestellten Medikamente „Digitalispräparate“ genannt. Sie spielen heute aber nur noch eine untergeordnete Rolle, z.B. bei zu schnellem Herzschlag oder häufiger Verschlechterung der Beschwerden.
Entwässernde Medikamente sind aus der Therapie nicht mehr wegzudenken, sie bessern Flüssigkeitsansammlungen und Luftbeschwerden oft rasch und stark.
Sie wirken aber nicht ursächlich auf die Herzschwäche und wirken sich im Prinzip eher ungünstig auf die o. g. Hormonaktivierung in den Nieren und auf Stressreize aus. Liegt aber ein akuter Überwässerungszustand vor, sind entwässernde Präparate unverzichtbar. Sie sollten sobald möglich in der Dosis reduziert und an den tatsächlichen Bedarf angepasst werden.
Die entsprechende Steuerung kann über das Gewicht erfolgen – Entwässerung nur bis zum „Trockengewicht“. Sobald es im Zuge einer Dosisverminderung zu erneuten Einlagerungen und einer Gewichtszunahme kommt, sollte wieder etwas erhöht werden, bis es zu einem stabilen „Gleichgewicht“ kommt.
Die Anpassung und Mitarbeit der Patienten ist bei dieser Therapie sehr wichtig, da es unter den verschiedensten Einflüssen (heißes Wetter, unterschiedliche Trinkmengen) zu wechselndem Bedarf kommen kann. 
Die Gewichtskontrollen dienen letztlich der Steuerung der Entwässerungstherapie, die idealerweise durch den Patienten weitgehend selbst mitbestimmt wird.
Weitere Medikamente werden vor allem über die Venen bei akuter Verschlechterung verabreicht (z.B. Stresshormone). Neue Medikamente sind in Erprobung, z.B. weitere Hemmstoffe der o.g. überaktiven Hormonsysteme.
In vielen Fällen benötigen Patienten mit Herzschwäche einen sogen. Defibrillator (auch „ICD = Implantierbarer Cardioverter Defibrillator“) genannt. Es handelt sich dabei um ein herzschrittmacherähnliches Gerät, was unter den Brustmuskel eingepflanzt wird und über elektrische Kabel mit dem Herzen verbunden wird.
Dieses soll vor lebensgefährlichen Herzrhythmusstörungen schützen.
Sind die Voraussetzungen dafür gegeben (bestimmte EKG-Veränderungen mit Verbreiterung – „das Herz eiert“), dann kann der ICD mit einer besonderen Schrittmacherfunktion ausgestattet werden, die eine zusätzliche elektrische Leitung (Elektrode) erfordert. Hierüber wird die Aktion der Herzmuskelzellen zeitlich koordiniert, also gebündelt, wodurch die Pumpleistung gebessert wird (das Herz eiert nicht mehr).
Dieses wird abgekürzt „CRT“ (Cardiale Resynchronisations Therapie) genannt. Meist (aber nicht immer) bessern sich hierdurch die Beschwerden deutlich.
Moderne ICD können mit Sonderfunktionen wie Überwachung des Flüssigkeitsgehaltes der Lunge oder Möglichkeit zur Datenfernübertragung ausgestattet sein.
Neuentwicklungen der Gerätetherapie umfassen z.B. die Abgabe kurzer hochenergetischer Impulse, die nicht zu einem zusätzlichen Herzschlag, aber Verbesserung des Zellgleichgewichts führen.
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