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[Stand März 2010]
Die fortgeschrittene Herzschwäche (= Herzinsuffizienz) betrifft heute eine Vielzahl von Patienten. Intensive Untersuchungen und eine wohlüberlegte, für den einzelnen Patienten maßgeschneiderte Behandlung sind unbedingt erforderlich.
Die Erhebung der aktuellen Krankengeschichte und Beschwerdesymptomatik, die spezielle Diagnostik und die Besprechung der erforderlichen therapeutischen Maßnahmen benötigen einen erweiterten zeitlichen Rahmen.
Hauptanzeichen (= Symptome) einer unzureichenden Herzleistung sind Luftnot und Flüssigkeitsansammlungen im Körper, häufig zuerst in den Unterschenkeln.
Darüber hinaus kann es zu allgemeiner Leistungsschwäche und Störungen vieler anderer Organsysteme kommen. Die Krankheitszeichen können allmählich und kaum merklich auftreten, so dass sie nicht bewusst wahrgenommen werden und der betroffene Patient sich unwillkürlich an die zunehmenden Einschränkungen anpasst. Die Erkrankung kann aber auch ganz akut mit schwerster Luftnot in Ruhe und Flüssigkeitsansammlung im Lungengewebe, dem sogenannten Lungenödem beginnen.
Um den Schweregrad der Symptome einzuordnen, wird versucht, das Ausmaß der Einschränkung durch Luftnot oder Erschöpfung im Alltag vier Schweregraden zuzuordnen.
Hierzu ist ein Schema der Herzvereinigung von New York (New York Heart Association) weltweit verbreitet, die sogenannten NYHA-Stadien.
In den Stadien I bis IV wird ein zunehmender Schweregrad der Beschwerden beschrieben.
NYHA I bezeichnet dabei einen Zustand, in dem die Herzschwäche zwar objektiv vorhanden ist (d.h. beispielsweise mittels Ultraschall gesichert ist), im Alltag aber so gut wie keine Beschwerden verursacht.
Im Stadium NYHA II besteht eine Einschränkung der Belastbarkeit durch Luftnot/ Schwäche nur bei starken Anstrengungen wie ununterbrochenes Treppensteigen über mehrere Etagen.
Fällt bereits das Steigen einer Etage oder längeres Gehen in der Ebene schwer, spricht man von NYHA III.
NYHA IV bezeichnet Symptome der Herzschwäche bei geringsten Bewegungen oder in Ruhe.
Zu dieser Einteilung muss bemerkt werden, dass sie relativ unscharf ist und häufig keine ganz klare Zuordnung erfolgen kann. Das liegt unter anderem daran, dass der / die Einzelne ganz unterschiedlich mit den Einschränkungen umgeht und sie verschieden schwer erlebt.
So spiegelt die NYHA- Klassifikation das subjektive Empfinden wider, die Übereinstimmung mit z.B. in Belastungstests gemessener Leistungsfähigkeit ist relativ gering.
Trotzdem dient die Einteilung der Beschwerdenschwere vielfach als Grundlage für die Entscheidung über die weiteren Behandlungsschritte.
Bei der „klassischen“ Form des Herzversagens liegt eine Pumpschwäche der linken Herzkammer vor. Das Herz als „Schlauchpumpe“ kann das heranströmende Blut nicht in ausreichendem Maß weitertransportieren, und es kommt zu zwei Haupteffekten:
1. zum Rückstau des Blutes in den Lungenkreislauf und unter Umständen auch in den zum Herzen führenden Körperkreislauf.
2. es wird zu wenig Blut in den vom Herzen wegführenden Teil des Körperkreislaufes befördert. Dieses hat eine Mangelversorgung der Organe zur Folge.
Diese beiden Effekte – „Rückstau“ und „Vorwärtsversagen“ können ganz unterschiedlich stark ausgeprägt sein, auch fast unabhängig voneinander.
Eine Vielzahl weiterer Effekte soll hier nur kurz erwähnt werden, z.B. die Aktivierung verschiedener Hormonsysteme, des Nervensystems (Stressreize), des Immunsystems, einer gestörten Funktion vieler Organsysteme u. v. a. m..
Diastole
Systole
Eine immer noch weniger bekannte, aber fast genau so häufig vorkommende Form der Herzschwäche ist das „Herzversagen bei erhaltener Pumpfunktion“, auch „Entspannungsstörung mit Überdruck in der linken Herzkammer“ (diastolische Dysfunktion) genannt.
Hierbei spielt eine mangelnde Erschlaffung des Herzmuskels in der Füllungsphase des Herzens (Diastole) die entscheidende Rolle. Diese führt zu vergleichbaren Beschwerden wie die Pumpschwäche, da der Weitertransport des Blutes ähnlich behindert wird. Auch die Schwere der Symptome und die Einschränkung von Lebensqualität und Überlebens-aussichten sind ähnlich.
Zur Behandlung der diastolischen Herzschwäche stehen jedoch bis jetzt nur eingeschränkte, indirekte Möglichkeiten zur Verfügung.
Eine Sonderform stellt die isolierte Schwäche der rechten Herzkammer dar, die sich im Prinzip genau wie die anderen Formen äußern kann.
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