[Stand 2010]
Hierbei handelt es sich um eine Ultraschalluntersuchung des Herzens durch Auflage einer Sonde auf den Brustkorb (Thorax). Eine besondere Vorbereitung ist hierfür nicht erforderlich.
Die Untersuchung erfolgt am Patienten in Linksseitenlage mit gleichzeitiger EKG-Aufzeichnung. Zur Ankopplung der Ultraschallsonde an die Haut wird ein spezielles Ultraschallgel benutzt. Die Abbildung des Herzens erfolgt durch standardisierte Schnittebenen von verschiedenen Anlotpunkten.
Zweidimensionale Bilder (Längs- oder Querschnittbilder) sind heute die gebräuchlichste Darstellung. Um eine bestmögliche Bildqualität zu erzielen, ist manchmal ein kurzzeitiges Atemanhalten erforderlich. Die Untersuchungsdauer beträgt in der Regel 10 - 20 Minuten.
Für bestimmte Fragestellungen kann es erforderlich sein, eine kleine Menge eines Kontrastmittels in die Armvene zu injizieren (spritzen).
Die verwendeten Kontrastmittel wirken als Signalverstärker und haben chemisch nichts mit jodhaltigen Röntgenkontrastmitteln gemein, so daß etwaige Allergien oder Unverträglichkeiten gegen Röntgenkontrastmittel nicht berücksichtigt werden müssen.

Darstellung von Herzstrukturen als Grauschattierungen in verschiedenen Schnittebenen. Parasternaler Längsschnitt (links) und apikaler Vierkammerblick (rechts). Die Begrenzungen der Herzkammern sind gut zu erkennen. LV = linke Herzkammer, LA = linker Vorhof, RV = rechte Herzkammer, RA = rechter Vorhof, Ao = Hauptschlagader
Herzgröße und Pumpfunktion
Zahlreiche Erkrankungen können zu einer Herzvergrößerung mit eingeschränkter Pumpfunktion (sog. Herzinsuffizienz) führen. Betroffene Patienten klagen dann häufig über nächtliche Luftnot oder neu aufgetretene Luftnot bei Belastung. Es gibt heute wirksame Medikamente zur Behandlung der Herzinsuffizienz, die einerseits Beschwerden lindern und die Leistungsfähigkeit steigern können und andererseits die Überlebensfähigkeit verbessern. Daher ist eine rechtzeitige Diagnose dieser Herzerkrankung entscheidend. Die Echokardiographie ermöglicht mit Hilfe mehrerer rechnerischer Modelle näherungsweise eine Bestimmung des Volumens (Inhalts) der linken Herzkammer bzw. des bei jedem Herzschlag transportierten Blutvolumens (sog. Ejektionsfraktion). Der Ejektionsfraktion (Normalwert 55-70%) kommt bei der Eingangsuntersuchung eine wichtige prognostische Bedeutung zu.
Vierkammerblick mit Darstellung eines Herzschlags in Endloswiedergabe
Normal großes Herz mit guter Pumpfunktion (Ejektionsfraktion 60%) dargestellt. Alle Wandabschnitte des Herzmuskels zeigen eine regelrechte Einwärtsbewegung und Dickenzunahme.
Wandbeweglichkeit
Bei einer Erkrankung der Herzkranzgefäße kann es zu einem plötzlichen Verschluss und Herzinfarkt kommen. Mit der Echokardiographie kann die Wandbeweglichkeit der linken Herzkammer beurteilt und das Ausmaß eines Infarkts bestimmt werden.
Vierkammerblick mit Darstellung eines Herzschlags in Endloswiedergabe
Herzklappenfunktion
Verschiedene Erkrankungen können zu einer Verengung (Stenose) oder Schlussunfähigkeit (Insuffizienz) von Herzklappen führen. Je nach Dauer einer Klappenfehlfunktion kann es bei den betroffenen Patienten zu verminderter körperlicher Leistungsfähigkeit aufgrund einer Herzmuskelschwäche kommen. Hierbei leistet die Ultraschalluntersuchung einen wichtigen Beitrag zur Diagnostik und Therapieplanung. Die besonders bei Herzklappenerkrankungen angewendete farbkodierte Dopplerechokardiographie ermöglicht die Darstellung von Richtung und Geschwindigkeit des Blutflusses.
Vierkammerblick mit Darstellung eines Herzschlags in Endloswiedergabe
Emboliequellensuche
Blutgerinnsel und Tumoren in den Herzhöhlen können sich ganz oder teilweise ablösen und zu einem Schlaganfall führen. Bei einem Nachweis in der Echokardiographie kann eine gezielte Behandlung erfolgen.
Parasternales Längsachsenbild eines Herzschlags in Endloswiedergabe
An der Aortenklappe (Herzklappe zwischen linker Herzkammer und Hauptschlagader) anhaftend stellt sich eine ca. 2 cm lange, gestielte Struktur dar (Bildmitte). Diese Struktur ist sehr beweglich und pendelt während des Herzschlags hin und her. Wegen des Risikos einer Ablösung (Embolie) erfolgte eine chirurgische Behandlung mit Entfernung. Die mikroskopische Untersuchung ergab den Befund eines papillären Fibroelastoms (sehr seltene, gutartige Neubildung).
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