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Kerckhoff-Klinik, Zentrum für Kardiologie und Herzchirurgie

Kerckhoff-Klinik Bad Nauheim

+49 (0) 6032/996-0
Benekestr. 2-8
61231 Bad Nauheim

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Herzklappen-Operationen

Erkrankungen der Herzklappen können in jedem Lebensalter auftreten und sind häufig nur durch einen operativen Eingriff dauerhaft zu korrigieren. Während bei manchen Patienten eine Korrektur des Herzklappenfehlers unter Erhaltung der natürlichen Herzklappe möglich ist (Klappenrekonstruktion), ist bei der Mehrheit der Patienten ein prothetischer Herzklappenersatz erforderlich. In der Kerckhoff-Klinik werden jährlich mehrere hundert Patienten mit einer Herzklappenerkrankung operiert. Das Spektrum der Eingriffe erstreckt sich von verschiedensten Techniken der Klappenrekonstruktion bis zum Herzklappenersatz mit mechanischen, biologischen oder allogenen (d.h. aus menschlichen Spenderherzen gewonnenen) Herzklappenprothesen.

Wann ist eine Operation der erkrankten Herzklappe notwendig?

Im menschlichen Herzen befinden sich vier Herzklappen, die als Ventile fungieren. Sie haben die Aufgabe, die Richtung des Blutflusses zu regulieren. Die Herzklappen können durch angeborene Herzfehler, degenerative Veränderungen im Alter (Verkalkungen) oder entzündliche Veränderungen beeinträchtigt sein. Am häufigsten betroffen sind die Klappen der linken Herzseite, die sog. Mitral- und Aortenklappe.

Prinzipiell werden zwei Schädigungsformen unterschieden:

  • Eine Klappeninsuffizienz (bzw. Schließunfähigkeit). Hierbei kommt es zu einer Undichtigkeit des Ventils. Ein Teil des Blutes fließt gegen die Stromrichtung zurück. Man spricht dann von einer Aorten-, Mitral-, Trikuspidal- oder Pulmonalinsuffizienz.
  • Eine Klappenstenose (bzw. Verengung). Hierbei kommt es durch eine Verengung der Herzklappe zu einer Stauung des Blutes in der vorgeschalteten Herzhöhle. Es entsteht eine Aorten-, Mitral-, Trikuspidal- oder Pulmonalstenose.

Insuffizienz und Stenose treten nicht selten gemeinsam an einer geschädigten Herzklappe auf. Insuffiziente oder stenotische Herzklappen führen zu einem Rückstau von Blut in diejenige Herzhöhle, die vor der betroffenen Herzklappe liegt. Je größer die Störung, desto größer ist die Stauung. Die Art der Beschwerden, die aus einem solchen Klappenfehler resultieren, hängt davon ab, wohin sich das Blut zurückstaut. Herzklappenfehler im Bereich des linken Herzens führen zu einem Blutrückstau in den Lungenkreislauf. Als Folge der hierdurch entstehenden Überwässerung der Lunge, kann der Sauerstoff aus der Atemluft nur noch erschwert in das Blut übertreten. Das Ergebnis sind Kurzatmigkeit und Luftnot. Je nach Herzfehler kommen eine Brustenge bei Anstrengungen, Herzstolpern oder Schwindelattacken bis hin zur Bewusstlosigkeit hinzu. Herzklappenfehler auf der rechten Herzseite führen zu einem Rückstau in die Körperperipherie. Schwellungen zunächst an den Beinen, später auch im Bauchbereich sind die Folge. Sehr schwere Linksherz-Klappenfehler können akut oder nach vielen Jahren auch zu einem Rückstau in das rechte Herz führen, so dass nun neben den Zeichen der Lungenstauung Rechtsherzstauungszeichen hinzukommen. Man spricht dann von einem Versagen des gesamten Herzens (Globalinsuffizienz). Sind diese genannten Herzklappenerkrankungen medikamentös oder durch Eingriffe der Kardiologen (z. B. Ballonvalvuloplastie; Sprengung einer verengten Herzklappe mittels eines über einen Linksherzkatheter eingeführten Ballons) nicht mehr ausreichend behandelbar, so ist die Indikation zur Herzoperation gegeben. Der Ersatz einer Herzklappe wird notwendig, wenn angeborene oder erworbene Defekte die Funktion der Herzklappen deutlich einschränken. Solche Erkrankungen können sein: Infektionen, Verkalkungen, angeborene Gewebsveränderungen.

Klappenoperation

Als Klappenersatz stehen mechanische und biologische Herzklappenprothesen oder Klappen von Organspendern (Homograft) zur Verfügung. Die mechanischen Herzklappenprothesen sind praktisch verschleißfrei, erfordern allerdings die Einnahme gerinnungshemmender Medikamente (Marcumar). Mechanische Herzklappen bestehen in der Regel aus Pyrocarbon. Die biologischen Herzklappenprothesen haben den Vorteil, dass der Patient keine gerinnungshemmenden Medikamente benötigt. Da sie aber mit der Zeit verkalken, ist ihre Lebensdauer beschränkt. Daher beschränkt sich ihr Einsatz auf besonders ausgewählte Patientengruppen (Alter, Kontraindikationen gegen Marcumar). Biologische Herzklappenprothesen (vom Schwein oder vom Rind) gibt es mit und ohne Kunststoffgerüst. Klappen mit Gerüst sind genau so problemlos zu implantieren wie mechanische Herzklappen. Klappen ohne Gerüst haben etwas bessere Flusseigenschaften. In ihrer Haltbarkeit unterscheiden sie sich nicht von den Klappen mit Gerüst. Vollkommen biologische Klappen heißen je nach Herkunft Homograft (vom Menschen) oder Xenograft (von Rindern oder Schweinen). Sie haben die besten Flusseigenschaften, sind aber im Vergleich zu biologischen Klappen mit einem Kunststoffgerüst (»stent«) oder mechanischen Herzklappen nicht dauerhafter aber technisch aufwendiger einzupflanzen. Die Verwendung von Homograft und Xenograft beschränkt sich auf besonders ausgewählte Patientengruppen (meist bei Infektionen als Ursache der Klappenerkrankung).

Während bei Operationen an der Aortenklappe nur in wenigen Fällen eine Rekonstruktion der Klappe in Frage kommt, ist dies an der Mitralklappe in fast 50-60% möglich. Hier wird das Klappensegel rekonstruiert und mit einem flexiblen Ring gesichert. Dadurch ist eine bessere Pumpfunktion des Herzens zu erreichen und die Gabe von Marcumar kann vermieden werden.

Rekonstruierte Mitralklappe: vorderes Mitralsegel und implantierter RingAbb.: Rekonstruierte Mitralklappe

Biologische Klappe mit GerüstAbb.: Biologische Klappe mit Gerüst ZweiflügelkunstklappeAbb.: Zweiflügelkunstklappe Gerüstlose biologische ProtheseAbb.: Gerüstlose biologische Prothese

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