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Thema: Transplantationsmedizin
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Dr. Burger und Dr. Ehrlich während einer Sondenextraktion
In besonderen Fällen kann es notwendig werden, dass Elektroden von Herzschrittmachern oder Defibrillatoren wieder entfernt werden müssen. Dringende Indikationen hierzu sind u. a. bestehende Entzündungen, die die implantierten Elektroden mit einbeziehen, Elektroden die lebensbedrohliche Herzrhythmusstörungen auslösen oder thromboembolische Ereignisse, die von Auflagerungen auf Elektroden ausgehen und z. B. zu Lungenembolien führen können.
Nach einer eingehenden Diagnostik wird im Einzelfall entschieden, ob eine Sondenentfernung notwendig ist und welche Methoden zur Anwendung kommen.Sondenlage vor Extraktion im Röntgenbild
Sonden vor der Extraktion
Hierbei werden nach Freilegung der Sonden besondere Führungsdrahte in die betreffenden Sonden eingeführt. Diese Führungsdrähte spreizen sich in der Elektrodenspitze und verankern sich auf diese Art. So kann Zug direkt auf die Elektro-denspitze ausgeübt werden, ohne dass sich der Sondenleiter auseinanderfädelt oder evt. abreißt. Diese Methode bietet sich allerdings nur dann an, wenn die betreffende Sonde zum einen in der Kontinuität erhalten ist (also z.B. noch nicht gerissen ist) und sie zum anderen im Verlauf zum Herzen keine ausgedehnten Verwachsungen mit Gefäßen oder dem Herzen aufweist. Sonst kann es beim Zug zu Einrissen an der Herzwand oder den Gefäßen kommen.
Dr. Burger bei der Sondenentfernung
Bei dieser Methode werden ebenfalls zunächst die Elektrodenenden freipräpariert und wie oben beschrieben Extraktionsdrähte eingeführt. Nachdem die Sonde auf diese Art und Weise stabilisiert ist wird ein Outershead über dies Sonden geschoben. Dieses Outershead ist wie ein Strohhalm, der die Sonde umfaßt. So kann man das Shead bis zur Sondenspitze im Herzen vorschieben und nicht zu derbe Verwachsungen lösen. Letztlich wird die Elektrode in das Outershead aufgenommen und Sonde zusammen mit dem Shead entfernt.Voraussetzung für diese Methode ist, dass die Sonde in der Kontinuität erhalten ist und nicht zu derbe, straffe Verwachsungen bestehen.
OP-LaserBestehen derbe Verwachsungen, die sich durch mechanische Outersheads nicht lösen lassen, wird anstelle dieser entweder ein elektrisches Kautershead oder ein Laserextraktionskit eingesetzt. Analog der oben beschriebenen Methoden wird auch hierbei nach vorausgegangener Freilegung der Sondenenden zunächst die betreffende Sonde mit Extraktionssheads stabilisiert. Im Anschluss wird entweder ein spezielles Elektrokautershead oder ein Lasershead auf die Sonde aufgefädelt und vorgeschoben. An Stellen mit deutlichen Verwachsungen kann nun entweder der Elektrokauter oder der OP-Laser an der Spitze des Sheads diese Verwachsungen lösen. Auch bei dieser Anwendung muss die Kontinuität der betreffenden Sonde erhalten sein
Führen die oben beschriebenen Methoden nicht zum Erfolg bzw. sind die Sonden bereits abgerissen und noch größere Elektrodenfragmente zurückgeblieben oder droht bei einer Entfernung das Loslösen von größeren Auflagerungen kann eine offene Sondenentfernung notwendig werden.
In Vollnarkose wird hierzu der Brustkorb in Brustbeinmitte eröffnet (mediane Thorakotomie). Zunächst erfolgt der Anschluss an die Herzlungenmaschine, die für einen ausreichenden Gasaustausch von Sauerstoff und Stickstoff sorgt und die Organdurchblutung sicher aufrechterhält. Der Einsatz einer solchen Herzlungenmaschine ist im Bereich der Herzchirurgie keine Ausnahme und wird im Rahmen von Herzklappen- und koronaren Bypassoperationen täglich verwandt. Die Bedienung und Überwachung dieser Maschine erfolgt durch einen speziell ausgebildeten Kardiotechniker, der während des Betriebs permanent anwesend ist.
Unter dem Schutz der Herzlungenmaschinen kann nun der rechte Vorhof des Herzens eröffnet werden. Die entsprechenden Elektroden werden dann unter Sicht entfernt.
Offene Sondenentfernung mit HLM. Pfeile zeigen Auflagerungen auf den Sonden.
Anlage epikardialer Aufnähsonden während eine HLM-Eingriffs
In besonderen Fällen können während dieses Eingriffs epikardiale Sonden (Sonden an der Außenseite des Herzens) angebracht werden. Über diese kann dann zukünftig das Herz entsprechend stimuliert werden.
Anschließend wird der rechte Vorhof wieder verschlossen, die Herzlungenmaschine ausgeschaltet und alle dazu notwendigen Schläuche entfernt. Letztlich wird das Brustbein mit besonderen Drähten stabilisiert und die Operationswunde verschlossen. Die angelegten Drainagen werden in der Regel 24 Stunden nach dem Eingriff entfernt. Der Patient wird im Anschluss zur postoperativen Überwachung auf die Intensivstation verlegt.
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